AMDs Threadripper 1950X und 1920X im Test: Spiele-Benchmarks und Fazit
Quelle: PC Games Hardware
Seite 2:

AMDs Threadripper 1950X und 1920X im Test: Spiele-Benchmarks und Fazit

301
Test Carsten Spille Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen

AMD Ryzen Threadripper 1950X und 1920X: Benchmarks - Spiele

Spiele sind ab Werk nicht die größte Stärke von Threadripper - dies sieht AMD ebenfalls so und positioniert Threadripper als Lösung für "creative professionals", die ihre Wartezeiten minimieren, viele Tasks parallel ausführen (Megatasking) und dabei auch das eine oder andere Spielchen wagen möchten - vorzugsweise auf einem Hi-Res-Display mit Free-Sync-Support, so AMD. Denn dort bestimmt zu großen Teilen die Grafikkarte die Bildrate.

Im Leitfaden für die Tests finden sich neben Anwendungen (auch mehrere gleichzeitig: Etwa spielen während des OBS-Streams und gleichzeitigem Konvertieren eines anderen Videos im Hintergrunde) entsprechend auch einige reine Spiele-Benchmarks in 1080p und 1440p. Wie alle von AMD im Reviewer's Guide angegebenen Werte jedoch im OC-Modus: Denn entgegen den offiziellen, gegenüber dem AM4-Ryzen nicht geänderten RAM-Spezfikationen lässt AMD Threadripper und die konkurrierende Intel-CPU i9-7900X mit DDR4-3200 antreten.

Wir haben die von AMD ermittelten Werte in einer Tabelle zusammengefasst und auf eine 100-Prozent-Marke, ähnlich unseres Leistungsindex normalisiert.

Min (99th)/Avg. Fps: 1.920 × 1.080 (4×8 GiByte DDR4-3200(!) TR 1950X (nomalized) TR 1920X (normalized) i7-7900X (normalized)
Rise of the Tomb Raider (DX12) 81,3/92,1 % 76,4/89,5 % 100/100 %
Ashes of the Singularity: Escalation (DX12) 100/95,4 % 96,2/87,7 % 99,2/100 %
Deus Ex: Mankind (DX12) 80,8/80,5 % 78,2/78,0 % 100/100 %
Battlefield 1 (DX12) 74,3/89,3 % 75,4/91,5 % 100/100 %
Hitman 2016 (DX12) 67,4/74,6 % 66,0/73,4 % 100/100 %
GTA V 75,3/80,8 % 83,1/78,9 % 100/100 %
Min (99th)/Avg. Fps: 2.560 × 1.440 (4×8 GiByte DDR4-3200(!)      
Rise of the Tomb Raider (DX12) 84,9/98,5 % 84,0/97,8 % 100/100 %
Ashes of the Singularity: Escalation (DX12) 99,9/96,2 % 98,9/91,3 % 100/100 %
Deus Ex: Mankind (DX12) 86,1/93,6 % 83,6/91,0 % 100/100 %
Battlefield 1 (DX12) 90,8/98,6 % 86,5/97,0 % 100/100 %
Hitman 2016 (DX12) 79,7/88,5 % 76,2/86,8 % 100/100 %
GTA V 76,5/79,4 % 80,8/78,4 % 100/100 %

Threadripper DDR4 Specs: Unverändert stellt DDR4-2400 Dual-Rank beziehungsweise DDR4-2667 Single-Rank die höchste Spezifikationsstufe dar. Unsere Tests haben ergeben, dass erstgenannte Konfiguration minimal schneller ist. Wir verwenden im Test daher DDR-2400 DR. Quelle: AMD Threadripper DDR4 Specs: Unverändert stellt DDR4-2400 Dual-Rank beziehungsweise DDR4-2667 Single-Rank die höchste Spezifikationsstufe dar. Unsere Tests haben ergeben, dass erstgenannte Konfiguration minimal schneller ist. Wir verwenden im Test daher DDR-2400 DR. Trotz Tests in 1080p und modernen Spiele-Titeln erreicht der TR 1920X in den AMD-Benchmarks durchschnittlich nur 83,2 % der Spieleleistung des teureren Intel-Prozessors, der 1950X schafft 85,4 %, bei den in der Regel stärker durch die CPU-Leistung bestimmten 99th-Percentilen (grob vergleichbar mit verteilten Min-Fps) sind es 79,2 und 79,9 %. Soviel zu AMDs Selbsteinschätzung, die sich erstaunlich gut mit unseren Index-Werten deckt: 73,8 zu 93,4 entspricht 79 % der Spieleleistung.

Je höher die Auflösung, desto stärker bestimmt die Leistung der Grafikkarte die Spieleperformance - sodass selbst mit einer flotten Grafikkarte die Abstände in 1440p und 2160p sukzessive schrumpfen - und hier spielt dann die geringere Spiele-Leistung des Threadrippers für die anvisierte Zielgruppe auch keine Rolle mehr, denn eine schnelle Spiele-CPU ist Threadripper allemal.

Hier ein Auszug aus unseren acht Standard-Spiele-Benchmarks:

AMD Ryzen Threadripper 1950X und 1920X: Benchmarks - Profile & OC

Gerade Spiele sind in der Regel nicht auf den Umgang mit zweistelligen Thread- oder gar Kern-Zahlen ausgelegt, auch wenn Ausnahmen wie die Benchmark-Funktion in Ashes of the Singularity oder unser CPU-Test F1 2015 (im Gegensatz zu seinen Nachfolgern!!) die Regel bestätigen und schneller als auf dem Ryzen 7 1800X laufen.

Bei Thread-Zahlen wie sie AMDs Threadripper aufweist gibt es sogar Probleme mit einigen wenigen Titeln, die AMD selbst identifiziert hat - darunter auch gar nicht mal so alte wie Dirt Rally, Far Cry Primal oder F1 2016, die laut AMD teils nicht starten, wenn im System mehr als 20 logische Threads vorhanden sind (die Schwelle zwischen i9-7900X und TR 1920X). Unser Benchmark-Titel F1 2015 mag mit 32 Threads auch nicht mehr starten, mit 31 hingegen schon. Auch Far Cry 4 verweigert den Start mit 32 Threads, mit 24 - also dem TR 1920X - hingegen läuft das Spiel.

Um diese Spiele trotzdem genießen zu können, hat AMD im Ryzen Master Tool, welches für den Threadripper in einer aktualisierten Version vorliegt, Profile hinterlegt die wir in der Vergleichsbox gegenüberstellen: Default, Creator und Gaming. Speziell letzteres soll durch Deaktivieren der Hälfte der Kerne volle Spielekompatibilität herstellen. Das Abschalten von SMT wäre hier unserer Ansicht und unseren Benchmarks nach sinnvoller - wir haben AMD diesen Vorschlag bereits unterbreitet.

Eine weitere Stellschraube, die AMD Spielern an die Hand gibt, ist der NUMA-Modus, der sich ebenfalls im Ryzen-Master-Tool aktivieren lässt. Dabei werden die Prozessoren in zwei Gruppen unterteilt um Speicherzugriffe und Threads möglichst davon abzuhalten, wild zwischen den beiden Summit-Ridge-Dies hin- und herzuspringen.

Titel, die laut AMD besonders vom Legacy-Compatibility-Mode profitieren sollen, sind unter anderem Civilization VI, CoD: MW Remastered, Gears of War, Watch Dogs, Theif, Hitman: Absolution oder Fallout 4 - also gar nicht mal so besonders alte Titel und auch einige, die das Logo von AMDs Devrel-Programm Gaming Evolved tragen.

Das am besten auf diesen Modus anspringende Viertel von 60 PC-Titeln soll laut AMD im Durchschnitt +12 % Performance über 1080p, 1440p und 2160p gewinnen, im globalen Durchschnitt sind es immerhin noch 4 Prozent.

Etwas schade: Um die Modi, speziell SMT an/aus oder den Speicherzugriff, umzuschalten, ist ein Neustart des Systems nötig, SMT benötigt gar einen Power Cycle, worauf das Tool allerdings auch hinweist. Sie sehen: Threadripper wendet sich nicht an den 0815-User sondern den Enthusiasten mit Mut zum Eigeneingriff.

Standardmäßig arbeiten die Threadripper-CPUs mit verteiltem Speicherzugriff (UMA) und allen Threads und haben unseren Testparcours auch genau so durchlaufen. Dazu haben wir auch den Unterschied zwischen Dual- und Single-Rank-Speicher neu vermessen, uns den Gaming-Mode angeschaut und die Alternative "SMT off" ausprobiert sowie mit DDR4-3200SR einige Spiele durchlaufen lassen.

Auf sämtliche Spiele des PCGH-Index (inklusive der hier nicht dargestellten) bezogen, ergibt sich folgendes Bild für den Threadripper 1920X (Angaben in Index-Prozenten):

  • 80,2 % [Standard-Modus "UMA" mit DDR4-3200 SR]
  • 79,3 % [SMT aus & NUMA mit DDR4-2400 DR]
  • 78,1 % [Gaming-Modus mit DDR4-2400 DR]
  • 76,4 % [SMT aus & UMA mit DDR4-2400 DR]
  • 75,4 % ["NUMA" mit DDR4-2400 DR]
  • 73,8 % [Standard-Modus "UMA" mit DDR4-2400 DR]
  • 72,8 % [Standard-Modus "UMA" mit DDR4-2667 SR]

Der Default-Betrieb mit dem höchsten offiziell spezifzierten DDR4-Takt ist also insgesamt am langsamsten. Etwas schneller ist immer noch das Dual-Rank-Setup. Mit Eingriffen in die Prozessor-Konfiguration lässt sich noch einiges an Performance herausholen und auch - Überraschung - ein höherer DDR4-Takt bringt ein deutliches Performance-Plus - allerdings bedingt letzteres wiederum die Investition in flotteren Speicher.

Klassisches Overclocking kam für den Online-Test dabei etwas kurz, jedoch gelang es uns, den TR 1920X problemlos mit 4,0 GHz für alle Kerne bei 1,3125 Volt zu betreiben - vielleicht ist auch noch (deutlich?) weniger Spannung möglich, das werden wir für den Heftartikel ausprobieren. 4,2 GHz wollten jedoch auch mit 1,4 Volt nicht stabil laufen, selbst der eigentlich anspruchslose Cinebench R15 fror direkt nach dem Klick auf "run" ein.

Bei glatten 4 GHz erreichten wir mit dem TR 1920X eine CPU-Package-Power lt. HWInfo von 216 Watt bei 2.669 Punkten im CB r15, die Junction-Temperatur blieb bei 63 °C. Der y-Cruncher fordert stärker: 218 Watt aber direkt 69 °C TJunction - dank Wakü auch noch kein beunruhigender Wert. In unseren OC-Testspielen Crysis 3 und Witcher 3 war die CPU-Package-Power bei 136 respektive 101 Watt, die TJunction jeweils unter 50 °C. Die Fps-Werte stiegen inkl. DDR4-3200SR-RAM auf 133/158,6 Fps (avg. +10 %) respektive 118/122,0 Fps (avg. +13 %).

AMD Ryzen Threadripper 1950X und 1920X: Fazit

AMD zeigt eindrucksvoll, wieviel Potenzial in der Ryzen-Architektur und speziell ihrer Skalierbarkeit steckt. Beispiele wie Video-Transcoding, 3D-Rendering und Numbercrunching belegen das im Besonderen, aber auch in den restlichen Anwendungen schlägt sich Threadripper und speziell das 16-Kern-Modell TR 1950X sehr gut. Genau genommen sogar am Besten, denn der Threadripper 1950X erklimmt den Thron des Anwendungsindex und ist in diesem Bereich die neue 100-Prozent-Marke von PC Games Hardware. Mit 5,2 Indexpunkten Abstand folgt der Core i9-7900X und weitere 5,2 Punkte dahinter landet der TR 1920X mit einem Indexwert von 89,6 in Anwendungen.

Für Spieler hingegen lohnt sich diese hohe Kernzahl derzeit noch nicht - von einzelnen Ausnahmen einmal abgesehen sollte man der CPU schon etwas Extra-Arbeit neben dem Gaming zumuten, damit sich die Investition in die Kernzahl lohnt - Beispiele wären Live-Streaming mit CPU-Encoding und gleichzeitigem Video-Transcoding von anderen Clips. Das klingt Ihnen zu sehr an den Haaren herbeigezogen? Dann sind Sie vielleicht nicht die Threadripper-Zielgruppe - oder warten auf den TR 1900X mit acht Kernen und 16 Threads - denn der wird nicht nur deutlich günstiger, er bietet im Gegensatz zum AM4-basierten Ryzen 7 die volle I/O-Konnektivität der größeren TR-Geschwister mit vier Speicherkanälen und 64 PCI-E-3.0-Lanes für gleichzeitge Anbindung mehrerer flotter Grafikkarten und M.2-SSDs.

Die Problemchen, welche 24 und 32 Threads bei einigen Spielen zeigten, werden auf entsprechende Intel-Modelle genauso zukommen (ein Schelm, wer Böses beim Skylake-X-Vorreiter i9-7900X mit "nur" 10 Kernen denkt) und mit dem Ryzen Master Tool bietet AMD hier eine Out-of-the-Box-Lösung, die nicht mehr Aufwand erfordert, als den Treiber zu installieren. Wünschenswert wäre allerdings, dass das Umschalten ohne Neustart geht - denn ein Schlagwort für Threadripper lautet ja "Minimizing Downtime".

Anzeige: Ryzen Threadripper jetzt bei Alternate oder Caseking bestellen

301
  1. Seite 1 AMDs Threadripper 1950X und 1920X im Test: Eigenschaften und Anwendungs-Benchmarks
  2. Seite 2 AMDs Threadripper 1950X und 1920X im Test: Spiele-Benchmarks und Fazit
    • Kommentare (301)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von SFVogt Freizeitschrauber(in)
      • Von TheSlater Schraubenverwechsler(in)
        Zitat von morethreads
        Als Schach-Enthusiast war ich gespannt auf diesen Test. Leider wird man enttäuscht, da es keine relevante Info gibt, wie die Performance bei dieser Anwendung unter voller Auslastung der neuen Prozessoren ausfällt.

        In der derzeitigen Fassung des Artikels verstehe ich die Erwähnung von Fritzchessbench nicht. 128 Threads und mehr werden von vielen freien und kommerziellen Engines unterstützt.
        Also bitte den Entwicklern Druck machen, endlich eine neue Version des Tools bereitzustellen. Eine Alternative ist es, ein ebenfalls frei verfügbares "Schachbrett" zu installieren und eine UCI-Version in Startposition eine feste Zeit laufen zu lassen, dann erhält man die kN/s (kilonodes per second). So habe ich es bei älterer Hardware im nicht-deutsch sprachigen Raum auch schon gesehen.

        Damit könnte man dann vergleichen und sich überlegen, wie viel mehr an Leistung man für sein Geld bekommen würde.
        Die starken Schachprogramme profitieren auch mit dem state of the art Parallelisierungsansatz nicht von Hyperthreading. Deshalb startet eine Engine gewöhnlich so viele Threads, wie die CPU physikalische Kerne hat. Das Handbuch von Fritz 15, auf dem der Fritzchessbench ja basiert, schubst seine User auf diese Einstellung, indem es diese als "Intelligente CPU Nutzung" bezeichnet. Quelle: Fritz 15 Anleitung

        Deshalb kann ein Threadripper, der ja "nur" 16 Kerne hat, ganz sicher auch den Fritzchessbench mit den maximal unterstützten 16 Threads ohne Einschränkungen durchlaufen. Ich wäre schon sehr traurig, wenn in der PCGH 10/2017 beim Threadripper der Fritzchessbenchwert auf einmal fehlen würde, weil das PCGH Team glaubt, dass er sich sonst unter Wert verkaufen würde oder so.
      • Von morethreads Schraubenverwechsler(in)
        Als Schach-Enthusiast war ich gespannt auf diesen Test. Leider wird man enttäuscht, da es keine relevante Info gibt, wie die Performance bei dieser Anwendung unter voller Auslastung der neuen Prozessoren ausfällt.

        In der derzeitigen Fassung des Artikels verstehe ich die Erwähnung von Fritzchessbench nicht. 128 Threads und mehr werden von vielen freien und kommerziellen Engines unterstützt.
        Also bitte den Entwicklern Druck machen, endlich eine neue Version des Tools bereitzustellen. Eine Alternative ist es, ein ebenfalls frei verfügbares "Schachbrett" zu installieren und eine UCI-Version in Startposition eine feste Zeit laufen zu lassen, dann erhält man die kN/s (kilonodes per second). So habe ich es bei älterer Hardware im nicht-deutsch sprachigen Raum auch schon gesehen.

        Damit könnte man dann vergleichen und sich überlegen, wie viel mehr an Leistung man für sein Geld bekommen würde.
      • Von Cleriker Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von MySound
        Ich seh da so im Drübersehen keinerlei Anhaltspunkte dass ein schneller 4 Kernern, auch ohne HT, nicht mehr auf der Höhe der Zeit wäre, zumindest was Spiele betrifft.
        Es gibt ja auch Menschen die HT abschalten um noch mehr Takt raus pressen zu können. je nach Software / Anwendungsfall ja durchaus ein Mittel.
        Wie erreichen diese User denn mindestens 1GHz mehr Takt beispielsweise beim 7600k um mitziehen zu können? Durch deutlich höhere Spannungen und die machen die Sache dann wieder ineffizient und damit ist das Gerät nicht mehr auf Höhe der Zeit.
      • Von Don-71 Lötkolbengott/-göttin
        In der Verlinkung geht es NUR um Spiele!
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 07/2026 PC Games 06/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk