Prozessoren 2017, Teil 1 - Intel: Tops und Flops des Jahres
Im Gegensatz zum Vorjahr konnte sich 2017 niemand über fehlende "Action" im CPU-Markt beschweren: Ryzen, Skylake X, Coffee Lake und einiges mehr hielten Interessierte wie Reviewer auf Trab. Wir beginnen unseren Jahresrückblick Prozessoren 2017 chronologisch mit Intel, in Teil 2 folgt dann AMD. Beide Seiten der jeweiligen Medaillen - Tops und Flops - präsentieren wir in unserem launigen und wie immer hochgradig subjektiven Jahresrückblick auf die Prozessoren 2017.
In diesem Artikel
Wie gewohnt an dieser Stelle noch ein kurzer Rückblick ins Vorjahr für alle, die nicht, nicht mehr oder noch nicht im Thema sind. Die Langfassung gibt's in unserem CPU-Jahresrückblick 2016, doch wenn man mal ganz ehrlich ist: Bis auf die fantastische Prosa dort gab es im Jahr 2016 CPU-seitig nur eine eher langweilige One-Man-Show seitens Intel. Die bereits 2015 eingeführten Skylake-Prozessoren wurden besser lieferbar, sodass die vom Handel anfangs arg überzogenen Preise etwas nachgaben und auf das gewohnte, intel-typisch hohe Niveau oberhalb von 300 Euro für die Vierkerner mit SMT... oh, wir sind hier bei Intel, Verzeihung: Hyperthreading, und zwischen 200 und 250 Euro für die SMT-losen Quads kamen. Immerhin: Die Spitzenmodelle mit dem K-ürzel durfte man immerhin übertakten und sich dann über die in die Höhe schnellende Temperaturen freuen. Derweil verkaufte AMD die Excavator-APUs in verschiedenen Varianten - abermals auch als Athlon mit deaktivierter integrierter GPU - und wurde nicht müde, in bewährter Salamitaktik die Vorzüge von Zen anzupreisen und zu beteuern, wie gut man im Zeitplan liege. Was angesichts von AMDs damaliger Situation ein wenig nach Durchhalteparole klang, sollte sich 2017 durchaus bewahrheiten und die Fans, welche an AMD glaubten, Recht behalten.
Im Sommer war Intel erneut am Zug. Gut ein Jahr nach der Präsentation des doch recht kurzlebigen Broadwell-H kamen seine größeren Geschwister zum Zuge und in die Sockel-2011-Plattformen der Enthusiasten. Enthusiastisch musste man hier auch sein, denn die Prozessoren waren mit Ausnahme des halbwegs erträglich bepreisten Core i7-6800K alles andere als Schnäppchen. Wegen Seltenheit auch erwähnenswert: Immerhin konnten vorhandene X99-Platinen nach einem UEFI-Update weitergenutzt werden!
Gegen Ende des Jahres wurde durch zahlreiche Leaks, Vorabverkäufe sowie Benchmarks und Bilder von Retail-CPUs überdeutlich, dass Intel den Skylake-Refresh Kaby Lake schon längst fertig produziert und im "Channel" platziert hatte - man mangels Konkurrenz aber noch bis 2017 mit dem offiziellen Launch warten wollte.
Das CPU-Jahr 2017 - zu viel für einen Rückblick
Quelle: PC Games Hardware
Intel Core i7 7820X i7 7800X
War 2016 noch gähnend langweilig, weiß man 2017 gar nicht, womit man anfangen soll: Vierkerner sind über Nacht nicht mehr zum Spielen zu gebrauchen, die Hölle friert zu aka Intel-CPU mit Radeon-Grafik, erst 16-, dann 18-Kern-CPUs im Desktop, neue Plattformen allerorten, Intel gibt das Quadcore-Mantra auf und natürlich nicht zu vergessen: Das beherrschende Thema: AMD ryzes from the ashes - oder auf gut Deutsch: Auferstanden aus Ruinen.
Doch der Reihe nach. Wir beginnen unseren CPU-Jahresrückblick mit Intel, da zu Jahresbeginn der mit den Hufen scharrende Kaby Lake auf den Markt geworfen wurde. Im zweiten Teil, den Sie übermorgen an dieser Stelle lesen können, konzentrieren wir uns dann voll auf AMD.
Intel im Jahr 2017: Kaby Lake kommt und alle so ... meh
Quelle: PC Games Hardware
Anfang 2017: Endlich durfte über den i5-7600K berichtet werden.... der schon längst fertig in den Händlerregalen lag und teils auch schon Ende 2016 verkauft wurde.
Intels offizieller Startschuss für Kaby Lake fällt pünktlich zur CES-Messe und der Verkauf startet am 5. Januar ... zumindest gilt das für die Desktop-Modelle. Inklusive der bereits 2016 auf den Markt gebrachten Mobile-Varianten sind nun rund 50 KBL-CPUs am Start und sollen Käufer davon überzeugen, ein Gerät mit "Intel Inside" zu kaufen - während es von AMD nur vorab gestreute Zen-Häppchen und ausgesuchte Performance-Leaks gibt.
Da sich bei den Prozessoren selbst gegenüber Skylake nicht viel geändert hatte, Weihnachtsurlaube anstanden, die vollständigen Tests eh im Heft untergebracht waren und sich das Interesse generell in Grenzen hielt, hatte PC Games Hardware den Launch mit zwei kleineren Einzeltests begleitet, in denen wir die beiden OC-Modelle Core i7-7700K (Link zum Test) und i5-7600K (Link zum Test) gegen ihre jeweiligen Vorgänger gestellt haben - natürlich mit Fokus auf eine mögliche, bessere Übertaktbarkeit durch das inzwischen gereiftere Fertigungsverfahren, technisch auch als "+" bezeichnet: aus 14 nm wurden 14nm+. Merken Sie sich für später schon mal die Preise vor: Der i7-Vierkerner mit SMT lag bei 350 Euro aufwärts, während für den SMT-losen i5 anfangs noch knapp 270 Euro aufgerufen wurden.
Performanceseitig tat sich nichts großartig Überraschendes: Ein wenig mehr Takt, dessen Effekt durch den nun unterstützten, schnelleren DDR4-2400-Speicher beinahe in den Schatten gestellt wurde, und die Überarbeitung der integrierten Grafik respektive deren Treibern, um Microsofts Playready SL3000-Spezifikation zu genügen und 4K-Inhalte diverser Streaming-Dienste wiedergeben zu dürfen.
Speziell beim i5-7600K fiel die 5-GHz-Marke im Test deutlich einfacher als es noch beim Vorgänger Skylake der Fall war. Der i7-7700K hingegen wollte nur mit Ach und Krach diese Hürde nehmen. Hier rächte es sich, dass Intel wieder einmal auf vergleichsweise schlecht die Wärme ableitende Paste zwischen Die und Heatspreader setzte - ein Umstand, der in einer späteren Forenumfrage anlässlich sich wiederholender Ereignisse bei Skylake X knapp die Hälfte der Teilnehmer so sehr stört, dass der Kauf davon in Frage gestellt wird.
Kaby Lake: Mittelklasse wirkt gezwungen
Quelle: PC Games Hardware
Intel Core i5 7500
Die spannenderen Neuerungen bei Kaby Lake waren die doch recht deutlichen Takt-Upgrades bei den Einsteiger-Quadcores. Im Test der beiden Modelle Core i5-7400 und -7500 zeigte sich, dass - wiederum inklusive des Speichervorteils - der i5-7400 minimal besser als das nominell nächsthöhere Skylake-Modell abschnitt und auch der i5-7500 den i5-6600K in die Schranken wies. Letzteres natürlich nur bei Werkstakt und hier ausschließlich dem schnelleren RAM geschuldet. Dabei kosteten die beiden Quads "nur" so viel wie ihre Vorgänger mit gleicher Hunderter-Nummer, was einer versteckten Preissenkung gleichkam. Wahrscheinlich wusste Intel schon ziemlich genau, was da vonseiten AMDs noch zu erwarten war und wollte schnell noch einige Käufer ins eigene Lager ziehen.
Die Pentium-Überraschung
Quelle: PC Games Hardware
Intel Pentium G4560
Noch überraschender jedoch war der Pentium G4560. Nachdem Intels ehemalige Premium-Marke ins Budget-Segment degradiert worden und aufgrund nur zweier CPU-Kerne zwar günstig, aber nicht mehr voll spieletauglich war, kam mit dem Kaby-Lake-Upgrade der Pentiums eine faustdicke Überraschung: Der G4560 und seine teureren Geschwister kamen mit aktivem SMT in den Handel und entsprachen so für die meisten praktischen Belange quasi den teils doppelt so teuren Core-i3-Modellen (Vergleich in der Intel-Datenbank). Ok, AVX(2) fehlt und ebenso die Unterstützung für das enorm preisgünstige (Achtung, Ironie) Optane Memory - aber beides nutzen weder normale
Programme, noch Anwender. In unserem Test in PCGH 03/2017 bescheinigten wir dem vor dem Einsetzen des Mining-Booms für 60 Euro erhältlichen Pentium G4560 ein außergewöhnlich gutes Preis-Leistungsverhältnis, auch wenn die Performance natürlich nicht mit echten Vierkernern oder dem, was da noch kommen würde, mithalten kann. Die Warnung, dass die Zukunftssicherheit eingeschränkt sei, begleitete den Spar-Prozessor jedoch postwendend.
Dem ebenfalls mitgetesteten i3-7350K mit freigeschalteten Multiplikator, aber ebenfalls nur zwei Kernen samt SMT hingegen attestierte unser Test zwar eine gute Single-Thread-Leistung dank des hohen Takts von 4,2 GHz, empfahl in angesichts des sehr hohen Preises von anfangs knapp 200 Euro jedoch nicht für den Einsatz daheim.

Der Preis soll aber bei 500 euro sein
Cannon Lake basiert zwar auf der Skylake-µArch, aber es ist eine Weiterentwicklung dessen!
Da wurde keine andere Architektur "verwendet".
Wo soll die auch herkommen?
Das einzige, was Intel bisher gemacht hat, ist den Takt zu erhöhen um dadurch die Leistung zu steigern.
Neue Architektur ist eben Ice Lake. Aber wie die aussieht, weiß niemand, da Intel ja keinerlei Informationen mehr verbreitet.
Cannon Lake basiert zwar auf der Skylake-µArch, aber es ist eine Weiterentwicklung dessen!
Skylake 14FF+ ≠ Whiskey Lake 14FF+++
Coffee Lake ist ja auch nicht 1:1 Skylake, weil er in einem anderen Proess gefertigt wird udn die kerne auch dort schon weiter entwickelt wurden.
Die Entwicklerteams bei Intel arbeiten doch immer, wenn sich etwas wie Cannon Lake um 2-3 Jahre verspätet, dann kommt es nicht mehr in der Form, weil die Teams in dieser Zeit nicht geschlafen haben...
Die können genauso auch Cannon Lake auf 14nm portiert haben, weil 10nm nichts taugt!