Microsoft setzt auf AMD: Zen 6 und CDNA 5 für die Azure-Cloud

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Microsoft setzt auf AMD: Zen 6 und CDNA 5 für die Azure-Cloud
Quelle: AMD

AMD und Microsoft haben ihre langjährige Partnerschaft ausgebaut: Die Azure-Cloud erhält Helios-Racks mit Epyc 9006 ("Venice") auf Basis von Zen 6, Instinct MI455X und Pensando-DPUs. Die Auslieferung der KI-Systeme beginnt noch 2026.

Wer wissen möchte, wie sich Zen 6 ("Morpheus") abseits der Desktop-Prozessoren um Ryzen X ("Olympic Ridge") und mobilen APUs um Ryzen AI 500 ("Medusa Point") sowie Ryzen AI Max 500 ("Medusa Halo") in realer Hardware schlägt, bekommt mit den offiziellen Ankündigungen von AMD und seinem Partner Microsoft die bisher konkretesten Informationen zu Zen 6 und CDNA 5 im Server-Segment.

Microsoft hat eine erweiterte strategische Partnerschaft mit AMD angekündigt und stattet seine Cloud-Plattform Azure künftig mit der Helios Rackscale Solution aus. Die Racks kombinieren Server-Prozessoren der Serie Epyc 9006 ("Venice") auf Zen-6-Basis mit KI-Beschleunigern der Modellreihe Instinct MI455X sowie Netzwerkchips aus der Pensando-Familie. Erste Systeme, auch für Microsoft, will AMD noch im zweiten Halbjahr 2026 ausliefern. Instinct MI455X soll eine echte KI-Bombe werden.

Epyc 9006 und Instinct MI455X ziehen in die Azure-Cloud ein

AMD Helios ist die erste Rackscale-Plattform des US-Unternehmens und tritt direkt gegen Nvidias Systeme der Baureihen Grace Blackwell und Vera Rubin an. Ein doppelt breites Rack fasst 72 Instinct MI455X mit jeweils 432 GiB HBM4, zusammen mehr als 30 TiB Speicher, und soll bis zu 2,9 ExaFLOPS an KI-Rechenleistung ("FP4") liefern.

Microsoft will die Helios-Racks für die KI-Inferenz von Frontier-Modellen einsetzen, also den Dauerbetrieb besonders großer KI-Modelle, außerdem für die hauseigenen Azure-AI-Dienste. Unternehmenskunden erhalten in diesem Rahmen den Zugriff über Azure Foundry Managed Compute. AMD-Chefin Lisa Su bezeichnete die Ankündigung als "wichtigen Meilenstein" auf dem Weg zur nächsten Generation der KI-Infrastruktur.

Microsoft-CEO Satya Nadella begründete den Schritt im eigenen Blog mit dem Bedarf seiner Kunden an Infrastruktur, welche vom Training über die Inferenz bis zur Datenaufbereitung ein breites Spektrum an Workloads abdeckt.

Drei neue Azure-Instanzen: HDv2, HXv2 und ND MI455X v7

Microsoft plant drei neue Azure-Instanzen auf AMD-Basis, von denen zwei komplett ohne GPUs auskommen und ausschließlich auf Epyc 9006 ("Venice") setzen. Die Eckdaten im Überblick:

  • Azure HDv2: knapp 500 physische Zen-6-Kerne, 4 TiB RAM, 32 TB NVMe-Speicher und 400-Gbit-Netzwerk via Azure Boost, ausgelegt auf agentische KI und Datenpipelines
  • Azure HXv2: 176 Zen-6-Kerne mit 3D V-Cache und mehr als 5 GHz Takt, 2 oder 4 TiB RAM sowie 800-Gbit-InfiniBand, zugeschnitten auf das Chipdesign (EDA)
  • ND MI455X v7: der komplette Helios-Stack aus Instinct MI455X, Epyc 9006 und Pensando-DPUs für anspruchsvolle KI-Inferenz

Die Gewichtung folgt dem Markt: Der Betrieb fertiger Modelle gewinnt gegenüber dem reinen Training an Bedeutung, womit schnelle CPU-Kerne, Arbeitsspeicher und Netzwerkbandbreite wieder stärker ins Gewicht fallen.

Azure HDv2, HXv2 und ND MI455X v7: Drei neue Instanzen für die Cloud von Microsoft. Quelle: Microsoft Azure HDv2, HXv2 und ND MI455X v7: Drei neue Instanzen für die Cloud von Microsoft. Passend dazu weitet Microsoft den Einsatz der Pensando-DPUs im Azure-Netzwerk aus und integriert AMD-Silizium tiefer in seine Offloading-Architektur Azure Boost.

Vierter namhafter Großkunde für die Helios-Racks

Mit Microsoft gewinnt AMD nach Meta, OpenAI und Oracle einen weiteren Großkunden für Helios-Racks, im Cloud-Geschäft ist es der bislang prominenteste Referenzkunde. Der Nachholbedarf bleibt indes erheblich: Analysten der Futurum Group taxieren Nvidias Anteil am GPU-Markt für Rechenzentren auf mehr als 95 Prozent, AMD kommt auf rund 4,5 Prozent.

Das Data-Center-Geschäft wächst gleichwohl kräftig und erlöste im ersten Quartal 2026 5,78 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 57 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ab 2027 erwartet AMD mit Helios als Zugpferd erstmals jährliche KI-Umsätze in zweistelliger Milliardenhöhe.

AMD Advancing AI 2026 beginnt am 22. Juli

Weitere Details zu Zen 6, CDNA 5 und der Instinct-MI450-Serie nennt AMD am 22. Juli auf seiner Hausmesse Advancing AI 2026. Der Zeitpunkt der Azure-Ankündigung zwei Tage vor der Veranstaltung dürfte entsprechend gewählt sein: Microsoft und AMD bestreiten dort gemeinsame Sessions, unter anderem zu Sovereign AI und den ausufernden Kosten von KI-Infrastruktur. PCGH wird entsprechend berichten.

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Quelle: AMD / Microsoft

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