Die besten CPUs 2013: Ein Rückblick auf Haswell, Richland, Centurion und Sandy Bridge E

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Das Jahr 2013 bot im Bereich der Prozessoren einige Überraschungen - zum Beispiel die 5-GHz-Monster-CPU von AMD und der Sechskerner-Refresh von Intel. Wir nehmen Sie in unserem Video und unserem Special mit auf einen Rückblick auf das CPU-Jahr 2013.

Nachdem AMD mit den neu aufgelegten FX-Prozessoren der Vishera-Generation im Herbst 2012 nicht den großen Wurf landen konnte und insbesondere in Sachen Stromhunger enttäuschte, wirkte es lange Zeit, als würde Intel den CPU-Markt beliebig dominieren können. Zudem stand mit der Haswell-Generation, dem ersten größeren Launch des Jahres, für Mitte 2013 nochmals ein Upgrade ins Haus. Auch Intels Enthusiasten-Plattform auf Basis der teuren Sockel-2011-Prozessoren sollte 2013 noch eine Generation näher an den Stand der Technik herangerückt werden. Bei AMD, so schien es, habe man das gesamte Pulver bereits verschossen und alle Hoffnungen ruhten auf Steamroller - die überarbeiteten CPU-Kerne - und Kaveri, die APU, welche endlich neue Techniken inklusive effizienterer gemeinsamer Nutzung von Grafik- und Hauptprozessoreinheit bringen sollte.

Der Haswell-Launch

Haswell: Eine Mobil-CPU mischt den Desktop-Mainstream auf Quelle: PC Games Hardware Haswell: Eine Mobil-CPU mischt den Desktop-Mainstream auf Zur Computex Anfang Juni war es dann soweit und Intel ließ offizilell einen Haufen neuer Haswell-Modelle auf die virtuellen und realen Händlerregale los. Doch das Echo war zweigeteilt. Zwar verbesserte Intel die Architektur in mehr als nur geringfügigen Details, doch auch die Verdopplung der Cache-Bandbreiten und die vierte Ausführungseinheit gingen in vielen Fällen in einer geringen Gesamt-Mehrleistung gegenüber der Vorgänger-Generation unter. Viel Aufmerksamkeit widmete Intel hingegen der Grafik, welche in Form der GT3(e) mehr als doppelt so leistungsfähig ausfiel wie noch in der Ivy-Brige-Chips und in dieser, von 128 MiB schnellem on-package RAM unterstützten Version sogar den APUs von AMD Konkurrenz machen konnte. Dummerweise verzichtete Intel darauf, eine solche CPU gesockelt anzubieten und vertreibt sie bis heute nur als BGA-Chip für All-in-Ones oder Notebooks.

Das Topmodell, der Core i7-4770K bringt in Sachen Taktraten kein Upgrade zum Vorgänger und muss auch mit einer um 7 Watt gestiegenen TDP fertigwerden, da etliche Spannungswandler-Komponenten vom Mainboard auf das CPU-Substrat gewandert sind (FIVR). Auch das Preisgefüge bleibt größtenteils unverändert und macht, wie schon in der Vorgänger-Generation, zunächst den zweitschnellsten Core i5, in diesem Falle den i5-4570, zum Preis-Leistungstipp für Spieler - Overclocker müssen nach wie vor zu einem "K"-Modell mit freiem Multi greifen.
Ein Vierkerner mit OC-Chance: P-/L-Tipp für Spieler Quelle: PC Games Hardware Ein Vierkerner mit OC-Chance: P-/L-Tipp für Spieler
Doch die gemischte Gefühle bei der Vorstellung änderten nichts daran, dass die Haswell-Chips ihre Vorgänger insgesamt noch einmal toppen konnten. Doch die zunehmend kleinen Schritte, in denen sich der Fortschritt in diesem Bereich vollzieht, zeigen eines überdeutlich: Es mangelt an echter Konkurrenz und ein großer Teil der Innovationskraft fließt in ausgemachte Wachstumsmärkte wie Note- bzw. Ultrabooks, Tablets und sogar Smartphones. Mi ein wenig bösem Willen könnte man sagen, Intel verkaufe für den Mainstream-Desktop inzwischen nur noch aufgebrezelte Mobile-Prozessoren.

Mikro-Update: Aus Trinity wird Richland

Bei den APUs jagt eine Baureihe die nächste und so führt AMD im Sommer die Richland-Generation ein, welche die Trinity-Chips beerbt. Viel ändert sich jedoch nicht - nur ein paar MHz mehr für CPU- und GPU-Kerne spendiert AMD der neuen Axx-6000-Reihe. Immerhin ist das aber innerhalb identischer TDP-Budget von 100 und 65 Watt für die Desktop-Modelle möglich.

AMDs "heißes" Eisen: Centurion

AMD Centurion: Rekordjäger in vielerlei Hinsicht Quelle: PCGH AMD Centurion: Rekordjäger in vielerlei Hinsicht Vishera ist in Form der FX-x3xx-Reihe bereits auf dem Markt und die Steamroller-Kerne kommen nicht vor 2014 in marktreife CPUs. Die übrigen Optionen für AMD bleiben daher eher beschränkt. Doch Not macht bekanntlich erfinderisch und so gelingt den Texanern Mitte des Jahres ein erstaunlicher PR-Coup: Die Centurion-Prozessoren.

Diese ursprünglich nur für OEM-Rechner zusammen mit anderen übertakteten Komponenten vorgesehenen und für AMD-Verhältnisse extrem teuren FX-Prozessoren kommen wenige Wochen nach der Vorstellung auch in den Einzelhandel und die Preise passen sich schnell den Marktbedingungen an. Es handelt sich bei den Centurion-Modellen um den FX-9370 und den FX-9590. Das Innenleben ist mit den kleineren Verwandten identisch, aber AMD hat die TDP, also den erlaubten Stromverbrauch auf gigantische 220 Watt angehoben - bei Basistakten von 4,4 respektive 4,7 GHz und Turbotakten von 4,7 und 5,0 GHz sind auch etliche Watt zusätzlich nötig. Unverständlicherweise belässt AMD die interne Northbridge-Taktung allerdings bei den Standardmäßigen 2,2 GHz, obwohl diese sich in mehreren Tests als dankbares und vielversprechendes Tuning-Opfer herausgestellt hat.

Die Desktop-Versionen der Centurions benötigen auch tatsächlich deutlich mehr Strom als ihre Vettern, obwohl die von CPU-z angezeigte Kernspannung nicht nennenswert höher liegt. Mit den FX-9370 und 9590, welche inzwischen für rund 200 respektive 260 Euro erhältlich sind, schließt AMD immerhin in der Anwendungsleistung zu den Intel-Angeboten auf, auch wenn sie in Spielen nach wie vor die Rote Laterne gepachtet haben.

Ivy Bridge Extreme

Die insgesamt schnellsten (Desktop)-CPUs 2013 sind zugleich auch das langweiligste Update des Jahres. Traditionell hinkt die aus Server-Technik geschnitzte Enthusiasten-Plattform auf Sockel-2011-Basis der aktuellen Desktop-Technik um mehr als ein Jahr hinterher. Im September war es dann soweit und die venerable SB-E-Plattform wurde durch Ivy-Bridge-E abgelöst. Die Modellbezeichnungen im 4000er-Bereich suggerieren der Haswell-Generation vergleichbare Technik, die Taktraten blieben nahezu unverändert und lediglich der feinere Herstellungsprozess von nunmher 22 Nanometern Strukturbreite bewirkte eine deutliche Senkung der Leistungsaufnahme - oh, und beinahe hätten wir's übersehen: PCI-Express 3.0 gibt's jetzt auch offiziell. :)
Ivy Bridge E: Schnellste CPU, lahmstes Update Quelle: PC Games Hardware Ivy Bridge E: Schnellste CPU, lahmstes Update

Neue Sparprozessoren von Intel: Baytrail

Zumindest bei der PCGH-Leserschaft auf denkbar geringes Interesse gestoßen sind auch die für Intel vermutlich wichtigsten CPUs der zweiten Jahreshälfte: Codename Baytrail. Damit werden die alten, schnarchlahmen Atom-CPUs abgelöst. Dank moderner Technik sind die auf den Silvermont-Cores basierenden Chips zumindest im Einsteigersegment durchaus konkurrenzfähig und glänzen mit niedriger Leistungsaufnahme. Intel sieht sie an der Grenze zwischen Tablet und Notebook, will mit entsprechenden Derivaten aber auch Smartphones und Mikro-Server damit bestücken. Basiseinheit ist ein Dualcore-Modul inklusive Cache, welches derzeit bis zu viermal (für die Server-Varianten) auf einen Chip geätzt wird. Besonders spannend: Auf modifzierten Silvermont-Kernen sollen auch die für 2015 angekündigten Xeon-Phi-Parallelprozessoren mit dem Codenamen Knights Landing basieren - in einer gesockelten Variante soll dann auch Windows bootbar sein. Spannend, aber Zukunftmusik.

Apropos Spar-CPUs: Auch aus der regulären Haswell-Reihe gab es einige Spar-Vertreter. Der i5-4570T mit 35 Watt TDP sollte eine Menge Strom sparen, kostet aber viele Euro, während der Xeon E3-1230 v3 trotz vier Watt niedrigerer TDP als seine Desktop-Vettern zwar nicht viel sparsamer ist, als Vierkerner mit Hyperthreading für 210 Euro aber relativ günstig ist und in der Community einen Geheimtipp darstellt, wenn Sie nicht übertakten wollen.

2013 geht, 2014 kommt

Das CPU-Jahr 2013 war aus Performance-Sicht für Aufrüster lediglich im Mainstream-Desktop-Segment etwas unspannend, da Haswell keine großen Sprünge gegenüber Ivy Bridge vollzog. Ansonsten gab es eine Menge interessanter und auch unerwarteter Neuerungen - von 220-Watt-Chips bis hin zu ultra-effizienten Mobilchips. Während sich von Generation zu Generation immer weniger zu tun scheint, liegen die Innovationen meist abseits ausgetretener Pfade. Intel erweitert seine x86-Kerne auf massiv-parallele Superrechner und Smartphones, AMD arbeitet weiter hart an der Kombination von CPU und GPU und haut zwischendrin mit einem Paukenschlag die erste Serien-CPU mit bis zu 5 GHz Takt raus.

Für 2014 freuen wir uns bei Intel auf den Haswell-Refresh und möglicherweise erste Desktop-Prozessoren in 14-nm-Technik. Erste Demos sahen bereits vielversprechend aus. Und AMD? Da steht Kaveri in den Startlöchern und scharrt zur CES mit den Hufen. Die erste Ankündigung bewegte sich zwar mit 856 GFLOPS Gesamtleistung etwas unterhalb des Erwarteten, doch wer sagt, dass das schon das Topmodell und nicht nur die stromsparende Mobilversion war? Steamroller-CPUs kommen außer in Kaveri erst einmal im Server-Bereich, der Desktop muss noch mit FX-Piledriver-Bestückung überleben. Fragt sich, wie lange noch. Mantle, AMDs effiziente Grafikkartenschnittstelle, die noch Ende 2013 in Battlefield 4 debütieren soll, könnte hier aushelfen. Mit ihrer Hilfe soll die vorhandene CPU-Leistung wesentlich effizienter genutzt werden können.

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    • Kommentare (21)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von mrtvu Freizeitschrauber(in)
        AW: Die besten CPUs 2013: Ein Rückblick auf Haswell, Richland, Centurion und Sandy Bridge E

        Zitat von Pu244
        CPU mäßig waren es etwa 10% Mehrleistung bei gleichem Takt. Das wirklich revolutionäre daran war das Intel allen CPUs für Normalkunden eine passable IGP verpasst hat.

        Für Gamer bringt das ganze leider nix.

        Zitat von Frumpel
        Das Schöne daran, wir werden es zu gegebener Zeit sehen was kommt

        Vielleicht überrascht AMD uns alle?

        AMD wird wahrscheinlich mit der Wattanzahl des Verbrauches überraschen. Ich bin richtig enttäuscht von AMD. Früher habe ich regelmäßig abgewechselt: Intel, AMD, Intel, AMD.

        Jedoch für eine vernünftige Leistung mit überschaubarem Verbraucht bleibt leider nur Intel. Der AMD 9590 ist nur im Winter als Heizstrahler tauglich.
      • Von mrtvu Freizeitschrauber(in)
        AW: Die besten CPUs 2013: Ein Rückblick auf Haswell, Richland, Centurion und Sandy Bridge E

        Zitat von Pu244
        CPU mäßig waren es etwa 10% Mehrleistung bei gleichem Takt. Das wirklich revolutionäre daran war das Intel allen CPUs für Normalkunden eine passable IGP verpasst hat.

        Für Gamer bringt das ganze leider nix.

        Zitat von Frumpel
        Das Schöne daran, wir werden es zu gegebener Zeit sehen was kommt

        Vielleicht überrascht AMD uns alle?

        AMD wird wahrscheinlich mit der Wattanzahl des Verbrauches überraschen. Ich bin richtig enttäuscht von AMD. Früher habe ich regelmäßig abgewechselt: Intel, AMD, Intel, AMD.

        Jedoch für eine vernünftige Leistung mit überschaubarem Verbraucht bleibt leider nur Intel. Der AMD 9590 ist nur im Winter als Heizstrahler tauglich.
      • Von Pu244 Kokü-Junkie (m/w)
        AW: Die besten CPUs 2013: Ein Rückblick auf Haswell, Richland, Centurion und Sandy Bridge E

        Zitat von grenn-CB
        Die letzten 5 Jahre sind übertrieben., Sandy Bridge war ja noch ein großer Schritt und das war Anfang 2011.
        Sollte wirklich Broadwell nicht für den Desktop kommen dann wird es richtig langweilig da Skylake erst Ende 2015 bzw. Anfang 2016 kommen soll.

        CPU mäßig waren es etwa 10% Mehrleistung bei gleichem Takt. Das wirklich revolutionäre daran war das Intel allen CPUs für Normalkunden eine passable IGP verpasst hat.
      • Von Frumpel Komplett-PC-Aufrüster(in)
        AW: Die besten CPUs 2013: Ein Rückblick auf Haswell, Richland, Centurion und Sandy Bridge E

        Das Schöne daran, wir werden es zu gegebener Zeit sehen was kommt

        Vielleicht überrascht AMD uns alle?
      • Von grenn-CB Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von Turican
        Die letzten 5 Jahre waren langweilig,weil rein garnichts im CPU Bereich passiert.Eine 2500k CPU ist immer noch Top.

        2014 wird nicht besser,es kommt nur ein Refresh von Haswell.Und wenn Haswell schon keine Mehrleistung bringt,dann bringt der Refresh erst recht nichts.
        Die letzten 5 Jahre sind übertrieben., Sandy Bridge war ja noch ein großer Schritt und das war Anfang 2011.
        Sollte wirklich Broadwell nicht für den Desktop kommen dann wird es richtig langweilig da Skylake erst Ende 2015 bzw. Anfang 2016 kommen soll.
      • Von Murdoch BIOS-Overclocker(in)
        AW: Die besten CPUs 2013: Ein Rückblick auf Haswell, Richland, Centurion und Sandy Bridge E

        Zitat von Knaeckebrot93
        Ja wow und wieviel wird er dann kosten?
        Bestimmt alleine die CPU über 1000 Euro ,Board um die 300 und DDR4 bestimmt auch richtig überteuert anfangs.

        War ja nicht die Frage ob du ihn dir leisten kannst oder möchtest.

        Interessant ist er auf alle fälle. Zudem wird es nicht nur das top Modell auf dem neuen 2011 e geben.

        Also wenn das keine Neuigkeit ist, dann frage ich mich was ihr erwartet?

        80% Leistungssteigerung zum halben Preis?
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