Kann man einen CPU-Test "fälschen"? Wir bauen uns den Ryzen 7 7700X3D einfach selbst

Wie testet man eine CPU, die man gar nicht besitzt? Wir zeigen, wie man einen Prozessor-Test "fälscht", in diesem Fall den neuen Ryzen 7 7700X3D, und warum das in diesem Fall erstaunlich gut funktioniert.

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Kann man einen CPU-Test "fälschen"? Wir bauen uns den Ryzen 7 7700X3D einfach selbst
Quelle: PCGH

Das passiert auch nicht alle Tage: Heute erscheint der neue AMD Ryzen 7 7700X3D - und PCGH geht leer aus, was offizielle Samples angeht. Da wir den Prozessor trotzdem testen möchten, haben wir uns etwas überlegt: Wir nehmen einfach einen Ryzen 7 7800X3D und konfigurieren diesen auf die bekannten Spezifikationen des Ryzen 7 7700X3D. Da beide Prozessoren über acht Kerne, dieselbe Menge L3-Cache und über die identische TDP-Klasse verfügen, liegt der Unterschied tatsächlich nur beim Boosttakt. Um den zu beeinflussen, haben wir von einem Taschenspielertrick Gebrauch gemacht und verkünden nun stolz: Wir können den Ryzen 7 7700X3D auch ohne offizielles Sample testen! Wie wir das gemacht haben und was der Spaß am Ende bringt, erfahren Sie jetzt im umfangreichen Test.

NDA? Ja. Sample? Nein.

Der vorliegende Test ist mit einem Augenzwinkern zu betrachten. Natürlich haben wir keinen echten Ryzen 7 7700X3D angefertigt und auch keinen Prozessor-Test erfunden. Stattdessen nähern wir uns AMDs neuem Achtkerner mithilfe einer Simulation auf Basis des Ryzen 7 7800X3D an. Wie gut das funktioniert und wo die Grenzen dieser Methode liegen, zeigt der Test. Um fair zu bleiben, veröffentlichen wir diesen Artikel erst zum Zeitpunkt des offiziellen NDA-Falls.

AMD Ryzen 7 7700X3D: Spezifikationen

AMD hat den Ryzen 7 7700X3D zur diesjährigen Computex im Zuge der Feierlichkeiten rund um das AM4-Jubiläum vorgestellt. Die CPU erscheint am 16. Juli 2026 und kostet vor Steuern 329 US-Dollar. Damit ist sie zum Launch teurer als ein Ryzen 7 7800X3D zum Straßenpreis. Quelle: AMD AMD hat den Ryzen 7 7700X3D zur diesjährigen Computex im Zuge der Feierlichkeiten rund um das AM4-Jubiläum vorgestellt. Die CPU erscheint am 16. Juli 2026 und kostet vor Steuern 329 US-Dollar. Damit ist sie zum Launch teurer als ein Ryzen 7 7800X3D zum Straßenpreis. Mit acht Kernen und 16 Threads sowie einem Boost von 4,50 GHz sieht der neue Ryzen 7 7700X3D auf den ersten Blick nicht so spannend aus. Der kleine Bruder des Ryzen 7 7800X3D setzt jedoch auf denselben Ausbau beim L3-Cache in der ersten Generation des 3D V-Cache und sichert sich damit dieselben Vorteile beim Gaming. Ob AMD den Ryzen 7 7700X3D als Nachfolger des Ryzen 7 7800X3D positioniert, bleibt abzuwarten. Angesichts lediglich 500 MHz weniger Boost-Takt unterscheiden sich beide Modelle auf dem Papier ohnehin nur marginal.

Bereits bei Zen 3 verfuhr AMD ähnlich: Dem Ryzen 7 5800X3D folgte der Ryzen 7 5700X3D, der den größeren Bruder zunächst im Handel ablöste. Mittlerweile ist der 5800X3D wieder verfügbar, während inzwischen der 5700X3D weitgehend aus den Regalen verschwunden ist. Für Kunden ist diese Modellpolitik allerdings weniger unterhaltsam als für Beobachter, denn jetzt weiß niemand, ob es den für Gamer hervorragenden Ryzen 7 7800X3D auch morgen noch gibt, insbesondere, da der große Bruder aktuell auch noch günstiger als der neue Ryzen 7 7700X3D ist.

So funktioniert die Simulation

Beim Ryzen 7 7800X3D gibt AMD einen maximalen Boost-Takt von bis zu 5,05 GHz an. Das "bis zu" signalisiert, dass dieser Boost nicht zu jeder Zeit erreicht wird. Garantiert ist dagegen der Basistakt, sofern ein CPU-Kühler verwendet wird, welcher der TDP-Empfehlung von AMD entspricht. Der Boosttakt unter Last hängt dagegen von mehreren Faktoren ab, allen voran von der maximalen Betriebstemperatur (Tjmax), die bei Zen-4-X3D-Prozessoren bei 89 °C liegt. Bereits vor Erreichen dieses Grenzwerts reduziert die Boost-Logik den maximal möglichen Takt schrittweise, um innerhalb der thermischen Vorgaben zu bleiben.

Dabei arbeitet AMD mit einer fein abgestimmten Voltage/Frequency-Curve. Sinkt der Takt einzelner Kerne leicht ab, kann die benötigte Spannung entsprechend reduziert werden. Das senkt die Leistungsaufnahme und damit auch die entstehende Abwärme. Dieses Potenzial machen sich unter anderem CPU-Tuner zunutze, um die Effizienz zu verbessern. Im vorliegenden Fall soll es jedoch nur erklären, warum ein 7800X3D nicht dauerhaft am Boostlimit bleibt.

Mithilfe der freigeschalteten Funktion für die maximale Prozessorfrequenz können wir den maximalen Takt limitieren, ohne auf die sonstige Boost-Logik inklusive Schutzmodi zu verzichten. Der Blick in CPU-Z bestätigt den Takt des '7700X3D'. Da die technischen Daten ansonsten identisch mit denen des 7800X3D sind, gelingt die Simulation auf Basis der Frequenz. Quelle: PCGH Mithilfe der freigeschalteten Funktion für die maximale Prozessorfrequenz können wir den maximalen Takt limitieren, ohne auf die sonstige Boost-Logik inklusive Schutzmodi zu verzichten. Der Blick in CPU-Z bestätigt den Takt des "7700X3D". Da die technischen Daten ansonsten identisch mit denen des 7800X3D sind, gelingt die Simulation auf Basis der Frequenz.

Verbauen wir nun einen Ryzen 7 7800X3D und möchten ihn so betreiben, als wäre er ein Ryzen 7 7700X3D, dann stehen wir jedoch vor einem Problem: Anders als bei Ryzen 9000X3D verfügt der Vorgänger nicht über einen freien Multiplikator. Wie also den Takt senken? Dazu benötigen wir die Hilfe einer versteckten Energie-Option in Windows 10 und 11. Durch das Tool Powersettingsexplorer können Sie diese geheimen Einträge freischalten. Dieses Tool empfehlen wir ausdrücklich nicht für den täglichen Gebrauch, sondern nur für erfahrene User, denn hier lässt sich auch viel Schabernack treiben. Mit einer Funktion können wir Einfluss auf die maximale Taktrate des Prozessors nehmen. Ein hier konfigurierter Wert legt den maximalen Boosttakt fest, verhindert jedoch nicht den Schutz vor Überhitzung oder Überschreiten der Powerlimits. In dem Fall spielt das aber keine Rolle, da wir einen durchweg niedrigeren Takt für den 7800X3D anstreben, nämlich rund 4.550 MHz. Und das war dann auch schon die ganze "Magie": Zwischen 7800X3D und 7700X3D gibt es ansonsten keinen Unterschied. Die Tests können somit beginnen.

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Auf der kommenden Seite geht es um die sprichwörtliche Wurst: Wie schnell ist die Simulation des neuen AMD Ryzen 7 7700X3D in unserem umfangreichen CPU-Testparcours und äußert sich der niedrigere Boost auch in einer besseren Effizienz? Das und noch mehr klären wir auf den kommenden Seiten.

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  1. Seite 1 Übersicht
  2. Seite 2 Benchmarks
  3. Seite 3 Effizienz und Fazit
    • Kommentare (5)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von EM_EN Software-Overclocker(in)
        Vielen Dank für den Test mit dem gefälschten Prozessor sage es auch nicht weiter.

        Aber aus meiner Sicht schlüssig, wie er sich genau zwischen dem 7500X3D und dem 7800X3D in Spielen platziert, die genau mit dem Cache gut skalieren. Für mich absolut interessant, da ich soeben mir dem erstgenannten ein System aufbaue.
      • Von EM_EN Software-Overclocker(in)
        Vielen Dank für den Test mit dem gefälschten Prozessor sage es auch nicht weiter.

        Aber aus meiner Sicht schlüssig, wie er sich genau zwischen dem 7500X3D und dem 7800X3D in Spielen platziert, die genau mit dem Cache gut skalieren. Für mich absolut interessant, da ich soeben mir dem erstgenannten ein System aufbaue.
      • Von Pokerclock Kokü-Junkie (m/w)
        Spannend, dass so Unterhaltungskanäle wie Hardwaredealz, die sich nicht einmal eine HWinfo-Lizenz leisten können, ein Sample erhalten.

        Aber, was soll man sagen. Windows-Bordmittel regeln.

        Also die üblichen 5-10%. Der Rest muss der Preis regeln. In 5 Jahren stehen wir dann an dem Punkt, wo es einen 7800X3D-Re-Release gibt, weil gerade wieder DDR6-Knappheit herrscht und sich alle wundern, warum der 500 € kostet, während der 7700X3D EOL ist.
      • Von PCGH_Dave Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von PCGH_Raff
        Der Aufmacher ist Weltklasse. The Power of mighty Paint
        Hehe, dann warte erst mal das Video ab
      • Von PCGH_Raff Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von PCGH_Dave

        Der Aufmacher ist Weltklasse. The Power of mighty Paint – da kann jedes KI-Tool einpacken.

        MfG
        Raff
      • Von PCGH_Dave Lötkolbengott/-göttin
      Direkt zum Diskussionsende
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