Alan Wake 2 "Lake House": Frische Benchmarks mit Rasterizing, Raytracing und Pathtracing
Seit dem 22. Oktober 2024 ist die zweite Erweiterung für Alan Wake 2 erhältlich. Wir haben den DLC "The Lake House" angespielt und nehmen diesen als Anlass für frische Grafikkarten-Benchmarks - mit Pathtracing, Raytracing und Rasterizing.
Auf dieser Seite
Das gruselig schöne Technikfeuerwerk Alan Wake 2 aus dem Hause Remedy Entertainment hat vor wenigen Tagen seine zweite Erweiterung erhalten: The Lake House. "Diese Erweiterung baut nicht nur das Remedy Connected Universe weiter aus, sondern ist (hoffentlich!) auch ein Leckerbissen für alle Control-Fans und vertieft die Geschichte - und den Horror - von Alan Wake 2. Die Spieler werden sich in der Rolle der FBC-Agentin Estevez ins Haus am See begeben, eine Forschungseinrichtung des Federal Bureau of Control, um mit einer neuen Waffe gegen einen neuen Feind vorzugehen", so Remedy. Da Alan Wake 2 ein Story-getriebenes Spiel voller schräger Einfälle ist, die man selbst erlebt haben muss, sparen wir uns auch diesmal die Einzelheiten und leiten direkt zu unserer Kernkompetenz über: der Technik von Alan Wake 2. Falls Sie an Impressionen zum DLC interessiert sind, legen wir Ihnen unsere Bildergalerie sowie den folgenden Trailer von Nvidia ans Herz:
Alan Wake 2: Nach wie vor ein Technik-Fest
Falls Sie es nicht mitbekommen haben: Alan Wake 2 gehört zum illustren Kreis der Spiele mit Pathtracing, auch bekannt als "volles Raytracing". Entwickler Remedy setzt dafür auf eigene Technologie in Gestalt der Northlight-Engine, welche in den Vorjahren bereits Control und Quantum Break antrieb. Für Alan Wake 2 implementierte man diverse Next-Gen-Funktionen, darunter die neue Geometrie-Pipeline Mesh Shader als Teil von DirectX 12 Ultimate, und erweiterte den Umfang der Strahlenverfolgung massiv. Aus der Technikpartnerschaft mit Nvidia ergab sich nicht nur das optionale Pathtracing, sondern auch die Implementierung der unterstützenden Technologien DLSS (3) Frame Generation und Ray Reconstruction. Unterstützung für FSR (3) Frame Generation und XeSS fehlt trotz des jüngsten Anniversary Updates mit diversen Neuerungen bis heute.
Alan Wake 2: Grafikkarten-Benchmarks
Zeit, den Hardware-Hunger des gereiften Spiels zu skizzieren. Seit Ende 2023 ist Alan Wake 2 Teil der PCGH-Leistungsindizes für Rasterizing und Raytracing, um Grafikkarten ordentlich zu fordern. Wir haben die Leistung des Spiels somit ständig im Blick und präsentieren Ihnen nun frische Grafikkarten-Ergebnisse. Resizable BAR (rBAR) respektive Smart Access Memory (SAM) sind stets im UEFI unserer Systeme aktiv. Die Messungen erfolgen wie üblich via CapFrameX; aus dem Durchschnitt von drei Messungen errechnen wir unsere Ergebnisse.
Für die Benchmarks setzen wir - wie immer - auf eine überdurchschnittlich anspruchsvolle Testsequenz. Diese fanden wir nach einiger Erkundung von Bright Falls und des Cauldron Lake als Saga Anderson. Die hier anzutreffenden Bildraten liegen deutlich tiefer als bei den meisten anderen Szenen in Alan Wake 2. Somit gilt, was bei PCGH-Benchmarks prinzipiell immer gilt: Erreicht eine Grafikkarte hier flüssige Bildraten, ist im übrigen Spiel nichts zu befürchten - und das ist gut zu wissen.
Alan Wake 2: Rasterizing-Benchmarks
Wie gehabt, lässt sich Alan Wake 2 in drei Schwierigkeitsgraden für die Grafikkarte spielen: mit Rasterizing, Raytracing und Pathtracing. Wir beginnen mit der Stufe "einfach", dem Rasterizing. Tatsächlich ist Alan Wake 2 auch ohne Strahlen-Aufwertung ein harter Brocken für jede GPU und bereits damit bildschön. Die folgenden Benchmarks stammen aus dem Bestand der regulären und kontinuierlich gewarteten Benchmarks im Rahmen des PCGH-Leistungsindex Rasterizing. Hierbei kommen wir dem Community-Feedback nach und testen ohne Upsampling, sondern mit nativer Auflösung. Alle Grafikkarten sehen sich somit exakt mit dem gleichen Workload konfrontiert. Die Ergebnisse:
Rasterizing bei nativer Auflösung ist kein Zuckerschlecken für Grafikkarten, die Northlight-Engine skaliert stark mit der GPU-Leistung. Wer sich mindestens 30 Fps in Full HD wünscht, benötigt dafür bereits eine Grafikkarte wie die Radeon RX 6700 XT, RX 7600 XT oder Geforce RTX 4060 Ti, welche im Preisbereich um 350 Euro rangieren. 60 Fps sind ab der Leistungsklasse Radeon RX 7900 GRE und Geforce RTX 4070 Ti Super drin. Spätestens hier wird deutlich, dass Alan Wake 2 überdurchschnittlich gut mit AMD-GPUs harmoniert, ansonsten gleichwertige Geforce-Grafikkarten werden durchweg geschlagen. Selbstverständlich lassen sich die gezeigten Bildraten durch Upsampling (DLSS oder FSR) auf Wunsch anheben. Die hohe Pixellast führt zu einer starken Skalierung bereits mit den jeweiligen "Quality"-Modi.
Alan Wake 2: Raytracing-Benchmarks
Sehen wir uns an, was beim Wechsel auf Raytracing passiert. Auch der folgende Benchmark stammt aus unserem regulären Bestand, diesmal in Gestalt des PCGH-Leistungsindex Raytracing. Hierbei handelt es sich um den Schwierigkeitsgrad "mittel" für Grafikkarten, denn wir aktivieren im Grafikmenü von Alan Wake 2 die Raytracing-Aufwertungen. Die Pathtracing-Optionen und Nvidias Spezial-Denoiser Ray Reconstruction bleiben deaktiviert. Damit die Grafikkarten unter der Strahlenbelastung nicht zusammenbrechen, aktivieren wir außerdem Upsampling im jeweiligen Quality-Modus. Dadurch unterscheiden sich zwar die erzeugten Bilder zwischen Geforce (DLSS) und Arc sowie Radeon (jeweils FSR), die intern berechnete Auflösung ist jedoch gleich und die Einstellungen sind praxisnah. Die Ergebnisse:
Vergleichen Sie die Bildraten oben (Rasterizing, nativ) mit diesen (Raytracing, upsampled): Was fällt Ihnen auf? Richtig, die Fps-Raten vieler Grafikkarten unterscheiden sich kaum! Bei genauerem Blick trifft das jedoch nur auf Geforce- und Arc-Grafikkarten zu, da diese die Raytracing-Last besser wegstecken als Radeon-Modelle (Erläuterung, warum das so ist). Die Platzierung der RX-6000- und RX-7000-Grafikkarten ähnelt dem Gesamtergebnis im PCGH-Leistungsindex, es handelt sich folglich um das erwartete Abschneiden.
Wer sich 30 Fps mit Raytracing und Quality-Upsampling wünscht, benötigt mindestens eine Geforce RTX 4060 Ti oder Radeon RX 7700 XT. Aufgrund der gegenüber Rasterizing größeren Datenmenge raten wir zu Modellen mit 12 oder besser gleich 16 GiByte VRAM, denn mit 8 GiByte kommt es vor allem bei längerer Spielzeit zu Problemen - erst recht, wenn (DLSS) Frame Generation verwendet wird. Somit lauten unsere Mindestempfehlungen Geforce RTX 4060 Ti 16GB und Radeon RX 7700 XT. Für vergleichbare Bildraten in WQHD sollte es dann mindestens eine Geforce RTX 4070 oder Radeon RX 7900 GRE sein, für 60 Fps schließlich eine hochgezüchtete Geforce RTX 4080 Super.
Alan Wake 2: Pathtracing-Benchmarks
Kommen wir nun zur Königsdisziplin: dem Pathtracing. Für die folgenden Benchmarks aktivieren wir alle optischen Schmankerl, die Alan Wake 2 zu bieten hat. Wie beim Raytracing aktivieren wir auch für das Pathtracing das jeweilige Quality-Upsampling: DSR für Geforce sowie FSR für Arc und Radeon (XeSS wird von Alan Wake 2 nicht unterstützt). Die Ergebnisse:
Wir haben das Teilnehmerfeld abgespeckt, da Pathtracing außerordentlich rechenintensiv ist. Die Ergebnisse sind auf mehreren Ebenen erstaunlich. Fangen wir mit dem Positiven an: Gegenüber dem Oktober 2023 läuft Alan Wake 2 signifikant besser - und zwar auf jeder GPU-Architektur. Besonders deutlich zugelegt haben Geforce-GPUs, gefolgt von RDNA 3 (RX 7000). Arc und RX 6000 bilden die Schlusslichter, wobei sich eines klar ablesen lässt: Intel-Chips brechen mit steigender Strahlenlast geringer ein als AMD-GPUs, folglich zahlt sich der große Transistoraufwand aus. Dass AMD-GPUs nicht optimal ausgelastet werden, lässt sich auch an den weit überdurchschnittlichen, automatisch gesetzten Taktraten ablesen. Nichtsdestotrotz schlägt hier eine Art Sternstunde für RDNA 3: Die Radeon RX 7800 XT kann sich weit überdurchschnittlich von allen RDNA-2-GPUs absetzen und die RX 7900 XTX ist mehr als doppelt so schnell wie die 6800 XT.
Unterm Strich ist Alan Wake 2 nur auf den schnellsten Geforce-GPUs ein Genuss, selbst das Ex-Topmodell RTX 3090 Ti fällt klar zurück und muss sich mit der RTX 4070 herumschlagen. Nutzer einer Geforce RTX 4000 können zusätzlich DLSS Frame Generation aktivieren, das die optisch wahrgenommene Bildrate um 60 bis 80 Prozent erhöhen kann. Unser bereits mehrfach geäußerter Wunsch an Epic und Remedy bleibt somit aktuell: FSR 3.1 inklusive Frame Generation sowie XeSS wären tolle Ergänzungen, damit Alan Wake 2 auch auf Nicht-Nvidia-Grafikkarten seine volle Pracht entfalten kann.
Alan Wake 2: The Lake House "maxed out" (UHD + PT)
Was halten Sie von Alan Wake 2? Nutzen Sie die Kommentarfunktion und teilen Sie uns Ihre Meinung mit. Zum Kommentieren müssten Sie auf PCGH.de oder im Extreme-Forum eingeloggt sein. Sollten Sie noch keinen Account haben, könnten Sie über eine Registrierung nachdenken, die viele Vorteile mit sich bringt. Beachten Sie beim Kommentieren aber bitte die gültigen Forenregeln.


Naja Marketing und so
Naja Marketing und so
MfG
Raff
Gespielt einer RTX4090. Alle Settings auf Anschlag.
wenn ich auf meine aktuelle Auflösung (3440x1440) stelle und die 3 Tabellen vergleiche ist zwischen Rasterizing und Pathtracing kein "Killer" Unterschied für manche GPUs. Wer Ray/Pathtracing will ist halt mit Nvidia seit 6 Jahren besser aufgehoben, das ist traurig aber wahr, AMD hinkt seither hinterher (Hoffen auf RDNA4/5):
Rastern - Raytracing - Raytracing+ (AKA Pathtracing)
4090: 70 - 74 - 94
4080: 48 - 51 - 71
7900 XTX: 53 - 37 - 32
MfG
Raff