Wolfenstein: Youngblood - Grafikkarten- & Prozessor-Benchmarks
Auf der zweiten Seite des Technik-Tests zu Wolfenstein: Youngblood geht es nun weiter mit unseren Grafikkarten- und Prozessor-Benchmarks.
In diesem Artikel
Wolfenstein Youngblood: Grafikkarten-Benchmarks
Wie bei jedem PCGH-Techniktest üblich, haben sich vor den Messungen mehrere Redakteure an verschiedenen Systemen mit dem Spiel vertraut gemacht. Die Performance erwies sich rasch als hoch, sodass wir beschlossen, konsequent mit maximalen Grafikdetails zu testen. Wie immer kommen die zum Testzeitpunkt aktuellen Grafiktreiber von AMD und Nvidia zum Einsatz, in diesem Fall der Geforce 431.60 WHQL und die Radeon Software 19.7.3. Beide Treiber werden mit bester Leistung für Wolfenstein Youngblood beworben, der Vergleich ist somit fair. Die am 30. Juli und 1. August hinzugefügten Radeon-Werte wurden indes mit der RSAE 19.7.4 respektive 19.7.5 ermittelt - der Treiber ändert nichts an der Performance.
Als Benchmarkszene haben wir die zweite Mission auserwählt. Die erste spielt in weitgehend engen Innenarealen und zeigt daher eine deutlich höhere Performance mit weniger Drawcalls und eine geringere Texturvielfalt. "Paris in Flames" besteht aus einem Lauf durch die verwüstete, brennende Metropole, vorbei an zahlreichen Partikeleffekten und dem polygonlastigen Fluss. Es handelt sich laut unseren Beobachtungen um eine überdurchschnittlich fordernde Szene, höhere Last tritt nur in den Kämpfen auf. Allerdings sind Feuergefechte unmöglich 1:1 reproduzierbar und kommen daher nicht als Benchmarksequenz in Frage. Vergleichswerte des frappierend ähnlich laufenden Wolfenstein 2 finden Sie im Test der Geforce RTX 2080 Super. Die Grafikkarten-Ergebnisse aus Youngblood:
Turing trumpft auf, wie bereits in Wolfenstein 2 liefern entsprechende Grafikkarten sehr hohe Bildraten. Doch angesichts der grundlegend hohen Fps muss niemand traurig sein, Wolfenstein Youngblood läuft auf sehr vielen Grafikkarten flüssig. Dabei gibt es ein großes Aber in Form des Grafikspeichers.
Einfluss des Grafikspeichers
Damit sich Wolfenstein Youngblood von seiner besten Seite zeigt, benötigt das Streaming-System ein möglichst großes Speicherbudget. Zu diesem Zweck warten im reichhaltigen Grafikmenü mehrere Optionen, die sich bis auf "Extrem" stellen lassen. Befinden sich alle Regler auf der Maximalstellung, versucht das Spiel so gut es geht, mit 8 GiByte zu jonglieren. Grafikkarten mit größerer Kapazität laden gut 500 MiByte mehr ein, um für den Ernstfall gerüstet zu sein. Wie stark 8 GiByte gegenüber vieren helfen, wird beim Vergleich der Radeon R9 390 mit der RX 570 und Geforce GTX 970 deutlich. Erstere liefert sehr flüssige Bildraten in Full HD ab, die anderen beiden Modelle nicht. Ab WQHD kämpft aber auch die R9 390 allmählich gegen die Symptome des Speicherüberlaufs. Wolfenstein Youngblood informiert auf entsprechenden Grafikkarten in Form einer Warnmeldung über dieses Problem.
Wer in Ultra HD spielt, muss sich in Grenzfällen auf Ruckler gefasst machen, sofern die Grafikkarte über 8 GiByte verfügt. Ab 11 GiByte besteht keine Gefahr des Speicherüberlaufs - es sei denn, Sie nutzen die hohe Grundperformance, um die Auflösung jenseits Ultra HD zu erhöhen. Unsere Tests in der 6K-Auflösung zeigen, dass die Blazkowicz-Geschwister anschließend bis zu 11 GiByte adressieren, sodass selbst eine Geforce GTX 1080 Ti oder RTX 2080 Ti an den Rand ihrer Kapazität kommt. Im Falle des Turing-Modells genügt die Leistung, 60+ Fps sind in vielen Szenen kein Problem. Selbstverständlich hilft bei allen Speicherproblemen eine Reduktion des Textur-Budgets. Diese Stellschraube stabilisiert auch die teilweise sehr erratische Performance auf Grafikkarten mit 6 und 4 GiByte. Wir hatten mehrere Testläufe, bei denen entsprechende Grafikkarten in Full HD eine Art "Gummiband"-Bildverteilung aufwiesen. Kurioserweise hilft es hier, die Auflösung auf den nächsthöheren Wert zu stellen. Nach einem Spielneustart läuft dann auch 1080p erwartungsgemäß. Dieses Verhalten hat Wolfenstein Youngblood ebenfalls vom Wolfenstein 2 geerbt.
Raytracing führt in allen bisherigen Spielen nicht nur zu höherer Rechenlast, sondern auch zu größerem Speicherhunger. Die bisherige, eindeutige Optimierung auf 8 GiByte könnte infolgedessen deutlich höheren Anforderungen weichen. Wir werden uns das RTX-Raytracing und dessen Leistungskosten zeitnah zum Release ansehen.
Bekannte Probleme mit Radeon RX 5700 (XT) alias Navi
Im Launch-Test der Radeon RX 5700 und RX 5700 XT stießen wir in Wolfenstein 2 auf Probleme: Der auf dem Wasser befindliche Nebel wird fehlerhaft dargestellt und das Spiel bemängelt mit maximalen Details schon in in Full HD die verfügbare Speicherkapazität. Das letztgenannte Problem tritt 1:1 auch in Wolfenstein Youngblood auf. Obwohl wir die aktuelle Radeon Software verwenden, die von AMD für das Spiel enpfohlen wird, läuft Wolfenstein Youngblood nicht rund. Die Speicher-Allokation funktioniert offensichtlich nicht so, wie es vorgesehen ist. Bemerkbar ist dies nicht nur anhand der Speicherwarnmeldung des Spiels, sondern auch an der verbesserungsfähigen Performance. Full HD läuft noch ordentlich, darüber hinaus bricht eine Radeon RX 5700 (XT) jedoch stärker ein als Vega und Turing. Auch die Ladezeiten fallen auf Navi höher aus, was für große Mengen in den Hauptspeicher ausgelagerter Daten spricht.
Das zweite Problem wurde mit der Treiberversion 19.7.5 behoben (siehe Einleitung des Artikels). Während unserer Tests stürzte Wolfenstein Youngblood auf einer Radeon RX 5700 (XT) mehrfach an unterschiedlichen Stellen ab. Nachtests auf zwei anderen, grundverschiedenen Testsystemen bestätigen das Problem. EIne Reduktion der Detailstufe auf 8-GiByte-konforme Einstellungen hilft zwar gegen den Speichermangel, aber nicht gegen die Abstürze. Diverse Nutzer bestätigen das Problem im Internet. Der Navi-Pfad des Treibers scheint nach wie vor unfertig zu sein, denn auch die Performance von Wolfenstein 2, das sich im PCGH-Leistungsindex befindet, ist unverändert. Der Vollständigkeit halber sei explizit erwähnt, dass nur Navi betroffen ist, keine andere GPU im Test stürzte ab. Möglicherweise wird es der August-Treiber in Gestalt der Radeon Software 19.8.1 richten.
Die Grafikkarten-Messmethodik der PCGH
Basierend auf Leser-Feedback verwendet PC Games Hardware für Spiele-Benchmarks seit einigen Jahren keine Referenz-Grafikkarten mit Standard-Taktraten mehr. An ihre Stelle treten Herstellerdesigns samt werkseitiger Übertaktung, wie sie von einem Großteil unserer Community verwendet werden. Hierbei handelt es sich um typische Modelle, wenngleich "typisch" gar nicht so einfach zu definieren ist. Die Auswahl richtet sich nicht nur daran, welche Grafikkarten noch im PCGH-Testlabor anwesend sind, sondern auch, ob sie repräsentativ für das jeweilige Modell sind: Wir nutzen nach Möglichkeit weder unübertaktete, sich wegen Überhitzung drosselnde oder enorm schnelle Herstellerdesigns, sondern "Vernunftversionen", wie wir sie auch in den PCGH-Grafikkartentests meistens empfehlen.
Beachten Sie bitte, dass wir nicht sämtliche Modelle am Markt testen können, sondern uns auf eine Auswahl beschränken müssen. Auch behalten wir uns vor, einzelne hier herangezogene Herstellerkarten in anderen Tests auszutauschen, beispielsweise dann, wenn sie das Testlabor verlassen müssen. Jede Grafikkarte wird vor den Benchmark-Durchläufen einer Aufheizperiode unterzogen, während derer sich der Kerntakt (Boost) auf ein bestimmtes, von Modell zu Modell unterschiedliches Niveau absenkt. Auf diese Weise vermeiden wir unrealistisch hohe Werte: Eine gerade aus dem Regal genommene Grafikkarte, noch kalt vom Nichtstun, boostet höher als im normalen Betrieb nach einiger Zeit unter Last. Die durchschnittliche, automatisch gesetzte GPU-Taktfrequenz beim Test der jeweiligen Karten finden Sie in den Benchmarks. Die tatsächliche Frequenz ist wichtig und kann angesichts der großen möglichen Unterschiede nicht einfach unter den Tisch fallen, denn "GTX 1080 Ti" ist nicht "GTX 1080 Ti", um nur ein Beispiel zu nennen - je nach Herstellerdesign können zehn Prozent Differenz dazwischen liegen. Hinterfragen Sie daher Messwerte im Internet, die ohne jegliche Taktangabe veröffentlicht werden. Dem gegenüber stehen wenige Grafikkarten, von denen keine übertakteten Versionen existieren. Die prominentesten sind AMDs Radeon VII und die ältere R9 Fury X, welche wir jeweils im Referenzdesign testen - gäbe es OC-Versionen, würde eine solche in den Benchmarks mitmischen.
Prozessor-Benchmarks
Wer die Benchmarks zu Wolfenstein 2 begutachtet und die sehr gute Optimierung der verwendeten Vulkan-Engine mit einbezieht, stellt sich sicher die Frage, wie der neueste Ableger auf aktuellen und auch älteren Prozessoren läuft. Wir haben aus jeder Generation und jeder Kern-Anzahl eine passende CPU ausgewählt und prüfen so, wie gut die Engine mit verschieden hoher IPC-Leistung sowie Threads umgeht. Da wir äußerst hohe Bildraten erwarten, planen wir den Test nicht nur mit Intel- und AMDs-Octacores Core i9-9900K und Ryzen 7 2700, sondern schicken auch alte Veteranen wie den Intel Core i7-4790K und sogar einen Dual-Core, in Form des Athlon 200GE, ins Rennen.
Die Benchmark-Szene ist dabei dieselbe wie für die Grafikkarten. Die Werte können daher eins zu eins verglichen werden. Wir testen wie gehabt in 720p, um ein GPU-Limit weitestgehend auszuschließen. Die Einstellungen sowie Grafikoptionen sind ebenso identisch zum obigen Benchmark.
Die effiziente Programmierung und starke Prozessorkernnutzung lässt ihre Muskeln spielen. Dem Prozessor wird in Wolfenstein Youngblood keine wichtige Rolle zuteil - Hauptsache, es ist einer vorhanden. Vier Kerne und ein Takt jenseits der 3 GHz ergeben beinahe automatisch dreistellige Bildraten. Gerne hätten wir noch weitere CPUs getestet, allerdings funkt uns der Kopierschutz des Spiels dazwischen; Tauschen wir zu oft die Plattform, müssen wir mindestens 24 Stunden warten, bis wir erneut den Benchmark durchführen können.

Also dank OC UND schnellerem Ram
Woher kommt das, dass viele Leute glauben schenllerer Ram bringt nur bei AMD bessere Performance? Das war noch nie so.
Ebenes jenes Computerbase hat das sogar schon verglichen und kam zu genau dem eben genannten Ergebnis.
zB.: 7% unterschied bei nen intel 9900k vs amd, kann für viele schon bedeuten: intel b4$h0rt alles weg.