Bericht: Bund zahlt für Windows-7-Updates gut 800.000 Euro
Wie das Handelsblatt berichtet, bezahlt der Bund an Microsoft etwa 800.000 Euro, um weiter Sicherheitsupdates für Windows-7-PCs zu bekommen. Die Umstellung auf Windows 10 haben zahlreiche Ämter und Ministerien noch nicht geschafft.
Seit dem 15. Januar 2020 erhält Windows 7 offiziell keine Software-Updates mehr. Einzig Firmenkunden und öffentliche Einrichtungen können gegen jährliche Bezahlung an Microsoft auch weiterhin Aktualisierungen für PCs mit Windows 7 erhalten. Diese sogenannten Extended Security Updates werden unter anderem von zahlreichen Ämtern und Ministerien eingesetzt. Das Handelsblatt hat über diese Tatsache berichtet und beruft sich dabei auf ein Schreiben des Bundesinnenministeriums. So muss der Bund für mehr als 33.000 PCs in Ämtern und Ministerien noch die kostenpflichtigen Sicherheitsupdates bezahlen. Insgesamt handelt es sich um Kosten in Höhe von rund 800.000 Euro. Allerdings werden diese Kosten in den kommenden Jahren steigen, denn Microsoft erhöht jedes Jahr die Service-Pauschale, ehe im Jahr 2023 endgültig keine Aktualisierungen für Windows 7 mehr entwickelt werden sollen. Immerhin gibt es auch schon viele Rechner, die auf Windows 10 aktualisiert worden sind.
IT-Ausstattung ist Sache der Ministerien - Umstellung auf neue Software chaotisch
Es sind auch zahlreiche PCs in Landesregierungen betroffen, die ebenfalls noch auf Windows 7 setzen. Beispielsweise seien in der Landesverwaltung Berlin etwa 20.000 von mehr als 85.000 Computern noch mit Windows 7 unterwegs. Die Behörden sind selbst verantwortlich für die Migration ihrer PCs. Im Interview mit dem Handelsblatt bezeichnete der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion Konstantin von Notz die Migration als chaotisch und unkoordiniert. Seiner Meinung nach sei es - angesichts der extra geschaffenen Koordinationsgremien - ein Unding, dass die Ministerien für die IT-Ausstattung selbstverantwortlich seien. Immerhin werden dafür ja Steuergelder genutzt. Die Bundesregierung habe keinerlei Überblick über die Gesamtsituation.
Seit drei Jahren ist mittlerweile öffentlich bekannt, dass Windows 7 nach dem Stichtag dem 14. Januar 2020 keine Software-Updates mehr erhalten wird. Der Haushaltspolitiker der Linken, Victor Perli, fordert gar eine möglichst kostengünstige und sichere Alternative zu Microsoft-Produkten. Seiner Vorstellung nach sollte diese Software von mehreren EU-Staaten gemeinsam entwickelt werden. Der Staatssekretär Günter Krings erwartet, dass es keine Probleme gibt. Die Bundesregierung selbst verweigert die Aussage zur IT-Infrastruktur, da diese Informationen verwendet werden könnten, um "Rückschlüsse auf Vorgehensweise und spezifische Fähigkeiten" der Polizei- und Geheimdienste zu ziehen, so Krings.
Ebenfalls lesenswert: Windows 7 wird zu Grabe getragen - Ein Rückblick und was jetzt zu tun ist
Fakten zum Windows-7-Einsatz auf PCs in Ämtern und Ministerien:
- Der Bund zahlt für dieses Jahr gut 800.000 Euro, damit das auf mehr als 33.000 PCs eingesetzte Windows 7 auch weiterhin mit Updates versorgt wird. Dies berichtet das Handelsblatt unter Berufung auf ein Schreiben des Bundesinnenministeriums.
- Jedes Ministerium ist für die IT-Ausstattung selbst verantwortlich, wie der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion Konstantin von Notz dem Handelsblatt erzählte. Und das obwohl es extra geschaffene Koordinationsgremien gebe.
- Die Bundesregierung selbst verweigert die Aussage zur eingesetzten IT-Infrastruktur, damit niemand Rückschlüsse auf Vorgehensweise und spezifische Fähigkeiten der Polizei- und Geheimdienste erhalte, so Staatssekretär Günter Krings.
Quelle: Handelsblatt

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Der Bund hätte auch 800000 Euro in die Anwerbung fähiger IT-Facharbeitskräfte ausgeben können.
So etwas hätte nebenbei gesagt sogar ein paar neue Arbeitsplätze gebracht.
Jeder Dummdödel weiß vorab, dass die Rechner nach vermutlich spätestens 10 Jahren raus müssen.
Das ist absolutes Grundwissen, vermutlich finden solche Leute nicht einmal den Grafikkartenslot.
Man könnte glatt meinen, die Leute waren vorher bei Intel tätig, wo man nun auch nach 10 Jahren gemerkt hat, dass mal neue Technik her muss/hätte da sein sollen. ;-P
Wenn eine Privatfirma unfähig ist und Geld verplempert, ist mir das ja völlig piepegal.
Aber wenn Vater Staat das macht und durch die allgemeine Schnarchnasigkeit einfach unsere Steuergelder verprasst, dann will ich am liebsten einen Teil meiner Steuern zurück.
Wie war das jetzt? Papa Gabriel macht nun auch auf Vorstandsmitglied in Sachen Banken?
Kann er ja gleich mal jedem 10 Euro zurücküberweisen.
Reicht für Brot und (Steam)Spiele, wie im alten Rom.
Ja, nee, ich find die dubiosen Machenschaften absolut nicht ok.
Verschwendung und Vetternwirtschaft etc. wo man hinschaut.
Bis die Nachrüstung durch ist, läuft der Support für Windows 10 auch wieder aus...
Bevor man nun in einen vorhandene Computer nach 10 Jahren eine SSD und u.U. auch noch Ram nachrüstet (Lüfter habne die Kisten bei uns auch noch), um auf diesen danach vor Ort Windows 10 oder Linux zu installieren, stellt man den Leuten lieber neue, vorinstallierte HW hin und die Mitarbeiter können sofort weiter arbeiten.
Für ein Red Hat Enterprise Linux gibt es 10 Jahre Support plus 2 Jahre extended Support. Windows Server 2008 R2 kam 2009 auf den Markt, macht also knapp 11 Jahre kostenlosen (!!!!) Support von MS plus max. 3 Jahre zu zahlenden Support (für geringe 25€ im ersten Jahr, wenn ich die hier genannten Zahlen nehme). Ist der RHE Support die ersten 10 Jahre auch kostenlos oder sind die 10 Jahre Supportkostne wingstens vergleichbar mit den Lizenzkosten für einen Windows Server?
Für mich ist das sehr vergleichbar, außer mir kann jemand schlüssig nahe legen, dass man 2020 eine RHE-Installation von 2009 einfach als inplace Update auf die aktuelle RHE Version hochrüsten kann. Nur dann hätte man u.U. gesamthaft einen finanziellen Vorteil von RHE.
Für mich ist die Wahrscheinlichkeit, dass (custom) Windows-Software von 2009 auch auf einem Windows Server 2016 oder 2019 noch läuft, höher wie dass eine 2009 entwicklete Linux-Software noch auf einem aktuellen RHE läuft. Beide Programmpakete wurden jeweils nur mit den zwingenden Sicherheits-Updates in den letzten 11 Jahren gepflegt und haben dabei ähnlich Suportkosten verursacht.
Bevor man nun in einen vorhandene Computer nach 10 Jahren eine SSD und u.U. auch noch Ram nachrüstet (Lüfter habne die Kisten bei uns auch noch), um auf diesen danach vor Ort Windows 10 oder Linux zu installieren, stellt man den Leuten lieber neue, vorinstallierte HW hin und die Mitarbeiter können sofort weiter arbeiten.
Für ein Red Hat Enterprise Linux gibt es 10 Jahre Support plus 2 Jahre extended Support. Windows Server 2008 R2 kam 2009 auf den Markt, macht also knapp 11 Jahre kostenlosen (!!!!) Support von MS plus max. 3 Jahre zu zahlenden Support (für geringe 25€ im ersten Jahr, wenn ich die hier genannten Zahlen nehme). Ist der RHE Support die ersten 10 Jahre auch kostenlos oder sind die 10 Jahre Supportkostne wingstens vergleichbar mit den Lizenzkosten für einen Windows Server?
Für mich ist das sehr vergleichbar, außer mir kann jemand schlüssig nahe legen, dass man 2020 eine RHE-Installation von 2009 einfach als inplace Update auf die aktuelle RHE Version hochrüsten kann. Nur dann hätte man u.U. gesamthaft einen finanziellen Vorteil von RHE.
Für mich ist die Wahrscheinlichkeit, dass (custom) Windows-Software von 2009 auch auf einem Windows Server 2016 oder 2019 noch läuft, höher wie dass eine 2009 entwicklete Linux-Software noch auf einem aktuellen RHE läuft. Beide Programmpakete wurden jeweils nur mit den zwingenden Sicherheits-Updates in den letzten 11 Jahren gepflegt und haben dabei ähnlich Suportkosten verursacht.
Das Erste, was mir bei der Nutzung von Libre Office damals aufgefalen ist, sind die Inkompatibilitäten. Selbst bei neu erstellten Dokumenten (ohne Makros, Automatisierung braucht ja keiner) ist es immer wieder ärgerlich, wenn man nicht nur zwischen zwei völlig unterschiedlichen Bedienkonzepten wechseln muss sondern seine gewünschten Funktionen nicht existieren. Da muss man an der Ärger beim Dokumentenaustausch mit MS Office garnicht erst denken.
Zum Dokumentenaustausch gibt es bessere Formate wie ein Word.
Außerdem lässt sich jede nicht direkt mit Lokalen-HW Treibern arbeitende Winodws-Anwendung im lokalen Netz über Citrix oder sonstige Techniken auf einem Server hosten und trotzdem lokal nutzen (auch unter Linux, wie es aussieht). Windows-Programme, die auf einem aktuellen Windows-Server nicht mehr laufen, tun dies auch unter Win 10 nicht und müssen sowieso angepasst/ersetzt werden.
Mir fallen auch dutzende Argumente ein, warum Linux für mich nichts ist und ich es demnächts auch wieder von meinem Heimserver runterwerfen werde. Im Behördenbereich ließe sich sowas aber alles durch die Auswahl geeigneter HW und SW lösen und wäre, wenn man die aktuelle Lizenzpolitik von Microsoft verfolgt, auf lange Sicht auch günstiger zu realisieren.