Windows 11: Datei-Explorer entschärft eine alte Geduldsprobe

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Windows 11: Datei-Explorer entschärft eine alte Geduldsprobe
Quelle: Microsoft / Montage: Sven Bauduin

Microsoft hat das Löschen großer, stark fragmentierter Dateien im Datei-Explorer beschleunigt. Die Verbesserung steckt seit dem 20. Juli 2026 im Experimental-Build 26300.8935 von Windows 11 und gilt vorerst nur für Insider.

Microsoft hat eine der hartnäckigsten Geduldsproben von Windows 11 entschärft. Wer einen Ordner mit Tausenden Dateien oder ein einzelnes, mehrere GiB großes Archiv entfernt, kennt die Anzeige "Wird berechnet", die sich im Datei-Explorer durchaus über mehrere Minuten hinziehen kann.

Im Changelog zum Build 26300.8935 taucht dieser Punkt nun erstmals als erledigt auf. Die Formulierung des Unternehmens aus Redmond bleibt dabei betont vorsichtig: Schneller gehe das Löschen "in bestimmten Szenarien", wenn große, fragmentierte Dateien entfernt werden.

Zwei weitere Einträge im selben Abschnitt betreffen die Startseite des Explorers, die schneller lädt und flüssiger reagiert, sowie den Bereich "Empfohlen", der jetzt auch Touch-Scrolling unterstützt.

Build 26300.8935 verkürzt die Wartezeit im Datei-Explorer

Die Vorschauversion ist am 20. Juli 2026 im Experimental-Kanal des Insider-Programms erschienen und basiert technisch auf Windows 11 26H2, das Microsoft über ein Enablement-Paket aktiviert. Alle drei Änderungen am Datei-Explorer verteilt das Unternehmen schrittweise in Wellen, sodass sie nicht bei allen Testern gleichzeitig ankommen.

Warum große Dateien so lange zum Löschen brauchen

Das Löschen großer Dateien scheitert unter Windows 11 nicht an der Datenmenge, sondern an der Zahl der Fragmente: Eine einzelne virtuelle Festplatte kann auf einem vollen Laufwerk in mehrere tausend Bruchstücke zerfallen. Solange NTFS über große zusammenhängende Bereiche freien Speichers verfügt, legt das Dateisystem eine Datei am Stück ab.

Schrumpft der freie Platz und zerfällt in kleine Lücken, verteilt NTFS wachsende Dateien wie Datenbanken, Videoprojekte oder die Abbilder virtueller Maschinen über das gesamte Laufwerk. Beim Löschen muss das Dateisystem anschließend jedes einzelne Fragment nachschlagen und im Verzeichnis der freien Blöcke wieder freigeben. Nicht die Dateigröße kostet Zeit, sondern die Zahl der Fragmente.

Auch SSDs sind betroffen, nicht nur Festplatten

Fragmentierung gilt als Problem klassischer Festplatten, und dort fällt der Effekt am größten aus: Jedes Fragment erzwingt eine mechanische Bewegung des Lesekopfes. Auf einer NVMe-SSD entfällt diese Mechanik zwar, die Buchführung des Dateisystems bleibt aber identisch. Genau an dieser Stelle greift die Optimierung. Womit Microsoft den Löschvorgang konkret beschleunigt, führt das Unternehmen nicht aus.

Von den angekündigten 30 Prozent ist im Changelog keine Rede

Microsoft hatte im Juni 2026 mindestens 30 Prozent mehr Tempo beim Löschen großer Dateimengen in Aussicht gestellt, im aktuellen Changelog fehlt jede Prozentangabe.

Die Zahl stammt von einem Treffen mit Testern in den USA und galt ausdrücklich als Untergrenze, PCGH hatte darüber im Juni berichtet. Build 26300.8935 ist die erste Vorschauversion, in der von diesem Versprechen überhaupt etwas im offiziellen Änderungsprotokoll auftaucht.

Aus "mindestens 30 Prozent" ist eine Formulierung ohne jede Zahl geworden.

So verkürzen man die Wartezeit schon heute

Wer nicht auf das Update warten möchte, kann die Fragmentierung selbst begrenzen: Ab rund 85 Prozent Füllstand findet NTFS kaum noch zusammenhängende freie Bereiche für große Dateien.

  • Freien Speicher halten: 10 bis 20 Prozent Reserve auf dem Laufwerk verhindern, dass große Dateien überhaupt erst stark zerstückelt abgelegt werden.
  • Papierkorb umgehen: Shift + Entf löscht direkt, statt die Datei zunächst zu verschieben und die Belegung des Papierkorbs neu zu berechnen.
  • Laufwerke optimieren: Das Bordmittel "Laufwerke defragmentieren und optimieren" (dfrgui) defragmentiert Festplatten und stößt bei SSDs einen Retrim an.
  • Große Ordner über die Eingabeaufforderung entfernen: "rd /s /q" arbeitet ohne die Oberfläche des Explorers und damit ohne Fortschrittsanzeige. Der Befehl löscht allerdings ohne jede Rückfrage, ein Tippfehler im Pfad lässt sich nicht rückgängig machen.

Wann die Verbesserung in Windows 11 ankommt

Build 26300.8935 läuft ausschließlich im Experimental-Kanal, den Microsoft für besonders frühe Funktionen nutzt, und erreicht damit nur einen kleinen Teil der Tester.

Bei diesen Vorschauversionen weist das Unternehmen ausdrücklich darauf hin, dass Funktionen verändert, ersetzt oder wieder entfernt werden können. Eine Zusage, dass das schnellere Löschen im fertigen Windows 11 landet, gibt Microsoft nicht. Bis aus einer Änderung im Experimental-Kanal ein reguläres kumulatives Update für alle Nutzer wird, vergehen erfahrungsgemäß Monate.

Parallel arbeitet Microsoft an weiteren Baustellen des Datei-Explorers. Im selben Build steckt ein neuer Eigenschaften-Dialog mit WinUI 3 und Dark Mode, für die Suche im Explorer hat das Unternehmen deutliche Verbesserungen angekündigt, und das optionale Update KB5095093 brachte bereits einen schnelleren Start ganz ohne Preloading.

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Quelle: Windows Latest

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    • Kommentare (2)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Jacco011 Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Zitat von Durin12
        Delete Windoof and install Linux und schon sind die Bugs beseitigt. Just Saying
        Handelt es sich dabei um einen Bug oder ist dies einfach eine Optimierung des NTFS-Dateiformats?
        Auch bei Linux muss man sich die Frage stellen, welches Dateiformat – XFS, ext4 oder Btrfs – das beste für den jeweiligen Einsatzzweck ist.
      • Von Jacco011 Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Zitat von Durin12
        Delete Windoof and install Linux und schon sind die Bugs beseitigt. Just Saying
        Handelt es sich dabei um einen Bug oder ist dies einfach eine Optimierung des NTFS-Dateiformats?
        Auch bei Linux muss man sich die Frage stellen, welches Dateiformat – XFS, ext4 oder Btrfs – das beste für den jeweiligen Einsatzzweck ist.
      • Von Durin12 Schraubenverwechsler(in)
        Delete Windoof and install Linux und schon sind die Bugs beseitigt. Just Saying
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