Ghost Recon Breakpoint im Benchmark-Test: 8-GiByte-Grafikkarten ächzen, was kann ein Phenom II X6 1100T? [Update 2]

Erneut aktualisiert: Mit Ghost Recon Breakpoint erschien just der neueste Teil der Open-World-Shooterserie. Das Spiel ist am PC vollgepackt mit Technikschmankerln, sieht großartig aus und streckt dementsprechend viele Rechner nieder. PC Games Hardware hat diverse Grafikkarten und Prozessoren in den Dschungel geschickt, damit Sie wissen, welche Hardware für Ghost Recon Breakpoint genügt.

191
Special Raffael Vötter Philipp Reuther Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Ghost Recon Breakpoint im Benchmark-Test: 8-GiByte-Grafikkarten ächzen, was kann ein Phenom II X6 1100T?
Quelle: PC Games Hardware

Update vom 14.10.2019: Unser Bonustest mit dem Phenom II X6 1100T stieß auf reichlich positive Resonanz. Wir haben daher das Wochenende genutzt, um noch einmal nachzulegen. Diesmal geht es um die Frage, was ein hochgezüchteter, maximal übertakteter und gezielt aufgerüsteter Phenom II X6 im Jahr 2019 bzw. in Ghost Recon Breakpoint leistet. Dafür kam ein noch aktiv genutztes Privat(dritt)system eines PCGH-Redakteurs zum Einsatz. Dieses wurde genau aus diesem Grund gehegt und gepflegt, anstatt es gegen einen modernen Nachfolger auszutauschen. Neben starker Kühlung erhielt der Rechner im Laufe der Zeit nicht nur ein Speicher-Upgrade von 8 auf 12 GiByte, sondern auch eine SSD sowie - extra für diesen Test - eine Geforce GTX 1080 Ti. Neun Jahre nach seinem Erscheinen ist der Phenom II X6 somit besser denn je ausgestattet. Was dieses Systen wohl in einem modernen 2019er-Spiel wie Ghost Recon Breakpoint leistet?

Wir testen Ghost Recon Breakpoint einmal mit den Standardeinstellungen des Prozessors, ergo 3,3 GHz Basistakt (und aufgrund der Volllast gleichzeitig Allcore-Turbo) sowie zahmem Northbridge- und Speichertakt. Die zweite Einstellung entspricht dem stabil nutzbaren Maximum des Rechners: Stattliche 4,2 GHz auf allen sechs Kernen, rund 2,9 GHz NB-Takt sowie fast 1,8 GHz Speichertakt (2T Command Rate). Letzterer wird etwas durch das praxisnahe, noch 2018 durchgeführte RAM-Upgrade reduziert - mit 2 × 4 GiByte anstelle der nun installierten 2 × 4 + 2 × 2 GiByte sind bis zu 1,9 GHz bei 1T Command Rate möglich. Das Speicher-Upgrade sichert dem Rechner eine sorgenfreie Performance selbst in modernen Spielen und ist daher wichtiger als die Latenz. Beachten Sie bitte, dass das 4,2-GHz-Setting zwar unter Volllast game-stable arbeitet, dabei jedoch klar zulasten der Gesundheit geht: Mit knapp unter 1,6 Volt Kernspannung unter Last wird die altehrwürdige CPU sehr warm und altert schneller als mit den standardmäßigen ~1,4 Volt. Für diesen Test haben wir uns jedoch bewusst an die Grenzen des technisch Machbaren gewagt und landeten bei den folgenden Ergebnissen:
AMD Phenom II X6 'maxed out': So haben wir getestet, damit läuft Ghost Recon Breakpoint recht passabel – kein schlechtes Ergebnis für einen neun Jahre alten Prozessor. Quelle: PC Games Hardware AMD Phenom II X6 "maxed out": So haben wir getestet, damit läuft Ghost Recon Breakpoint recht passabel – kein schlechtes Ergebnis für einen neun Jahre alten Prozessor. Die AMD-Speerspitze von 2010 trifft hochoptimiert auf ein stark Multicore-lastiges Spiel von 2019: Wie das Treffen wohl ausgeht? Das haben wir uns ausführlich in Ghost Recon Breakpoint angesehen. Der Rechner musste die drei Presets Hoch, Ultra und Ultimate zweimal über sich ergehen lassen; einmal mit Standardtakt und einmal händisch ausgereizt. Die Ergebnisse:

Das kann sich sehen lassen. Die kombinierte Übertaktung aller leistungstragenden Komponenten steigert die durchschnittliche Bildrate um rund 29 Prozent. Butterweich läuft Ghost Recon Breakpoint zwar zu keiner Zeit, mit bis zu 50 Fps beim Hoch-Preset wird aber zumindest ein angenehmes Niveau erreicht. Das Ultimate-Preset läuft nach der Übertaktung unterdessen fühlbar flüssiger als "Hoch" ohne Übertaktung.

Erwähnenswert sind außerdem die Ladezeiten. Ghost Recon Breakpoint lastet bereits bei Spielstand und beim Laden der Welt alle sechs Kerne weitestgehend voll aus, sodass jedes Megahertz sich auf die Ladezeit auswirkt. Im Standardzustand bereitet schon das Menü keine Freude, gerade nach dem ersten Spielstart reagieren die Untermenüs träge und brauchen oft mehrere Sekunden zur Reaktion. Mit maximaler Übertaktung erreicht das Phenom-System zwar keine perfekten Reaktionszeiten und auch das Streaming ist direkt nach dem Spielstart etwas zuckelig, insgesamt ist das Look & Feel jedoch wesentlich besser.

Was halten Sie von Tests wie diesem? Wünschen Sie sich mehr davon? Die Redaktion freut sich über weiteres Feedback und plant derweil weitere Retro-Tests.


Update vom 10.10.2019: Wir haben zwischenzeitlich unseren AMD Ryzen 9 3900X zurück, welcher sich für kurze Zeit bei einem freien Redakteur zum Testen befand. Wir nutzen daher die Gunst der Stunde und haben den 12-Kerner durch den Breakpoint-Parcours gejagt. Wie sich AMDs Topmodell gegenüber dem Intel Core i9-9900K schlägt, erfahren Sie in den CPU-Benchmarks weiter unten. Wir können bereits an dieser Stelle festhalten, dass Ghost Recon Breakpoint mit mehr als acht Kernen kaum bis gar nicht skaliert - der AMD Ryzen 9 3900X kann sich nicht merklich vom Ryzen 7 3800X absetzen.


Ghost Recon Breakpoint wird von Spielern mit gemischten Gefühlen aufgenommen - die Entwickler haben den traditionell eher taktischen Aspekt der Ghost-Recon-Reihe mit Loot-Shooter- und Rollenspiel-Mechaniken sowie einigen Survival-Elementen gemischt und das Ganze mit einer tüchtigen Portion Microtransactions abgeschmeckt sowie einen Social-Hub, in dem Dutzende "einsame Elitesoldaten" auf dem virtuellen Laufsteg ihr jüngst in Truhen gefundenes oder durch Echtgeld ergattertes Tarnflecken-Outfit zu Schau stellen können. Das eigentliche Gameplay findet dabei auf Auroa statt, der weitläufigen fiktiven Insel, die Ubisoft als Schauplatz für Ghost Recon Breakpoint erschaffen hat.

Diese Insel ist zweifellos sehr hübsch: Die Darstellung insbesondere des Terrains ist sehr detailliert, die Vegetation ist dicht und wuchert sehr schick ausgeleuchtet und verschattet satt auf den tessellierten Bodenoberflächen. Auf fein texturierten Felsen, die stimmungsvoll von der globalen Beleuchtung illuminiert und von der Umgebungsverdeckung fein schattiert werden, wächst dicht und feingliedrig Moos, die Füße unseres Soldaten hinterlassen - ebenfalls via Tessellation umgesetzt - tiefe Spuren im Matsch, die sich gar mit Wasser füllen, wenn es regnet. Wirft sich unser elitärer Einzelkämpfer in den Schlamm so hinterlässt dies ebenfalls einen tesselierten Abdruck, die Bekleidung wird währenddessen - je nach Art des Untergrunds - von dem schmierigen Unrat verunziert. In den teils dichten Wäldern wachsen je nach Umgebung unterschiedliche Bäume und Sträucher, hochauflösender Nebel sorgt für dichte Stimmung in Sümpfen und stehenden Gewässern, während hochmoderne Gebäude für einen optisch interessanten Kontrast zu der Wildnis bilden. Dabei nutzt Breakpoint eine neue Terrain-Simulation, die ihren Soldaten - je nach Steigung - mehr oder minder stark mit Hängen kämpfen lässt - ist ein Hang zu steil, kann ihr Elite-Kämpfer auch stolpern und die Böschung herunterkullern und sich dabei gar verletzen - ein wichtiger Part des verstärkten Survival-Aspekts in Breakpoint, dessen Umsetzung optisch gelungen, spielerisch aber etwas durchwachsen wirkt.

In der folgenden Bildergalerie haben wir die schönsten Impressionen aus Ghost Recon Breakpoint festgehalten. Dabei setzen wir auf maximale Details in Ultra HD sowie den spieleigenen Fotomodus, welcher mittels F4-Taste in Kraft tritt.

Bildergalerie

Trotz der vielen Details und der aufwendigen Darstellung wirkt die offene Welt im Vergleich zum ebenfalls sehr ansehnlichen und abwechslungsreichen Bolivien im Vorgänger Wildlands indes ein wenig wie ein Rückschritt - der Spielewelt fehlt es an Charakter, Auroa wirkt steril, leblos und leer. Das Open-World-Design ist auch ein Rückschritt gegenüber Assassin's Creed Odyssey: Bei dem jüngsten Assassinen-Abenteuer ist es Ubisoft gelungen, die offene Welt mit interessanten Details, Aufgaben und Geheimnissen auszuschmücken und so deutlich substanzieller wirken zu lassen - Ghost Recon Breakpoint wirkt dagegen wieder deutlich formelhafter, Fragezeichen auf der Karte verbergen zumeist nur Schnellreise-Punkte oder markieren Loot, aber keine wirklich interessanten Aufgaben oder Geschichten. Der Endeckerdrang wird so nur sehr beschränkt gefördert. Zumindest motiviert die Grafik für einige Stunden, die verschiedenen und teils sehr hübsch gestalteten Umgebungen der weitläufigen Insel in Augenschein zu nehmen.

Ghost Recon Breakpoint: Die Technik

In Ghost Recon Breakpoint kommt die neueste Iteration der Anvil-Next-Engine aus dem Hause Ubisoft zum Einsatz, welche in älterer Form bereits Ghost Recon Wildlands antreibt - die PC-Version nutzt dabei weiterhin Direct X 11. Zu den Stärken des Grafikmotors zählen unter anderem die hohe Weitsicht, das sehr aufwendige Terrain-Rendering und dichte, lebensnahe Vegetationsdarstellung. Die Erkundung weitläufiger Natur steht nämlich auch bei Breakpoint im Fokus; neben dichtem Dschungel warten so manches Eiland und verschneite Bergkuppen darauf, zu Fuß oder mit einem der zahlreichen Vehikel betreten und leergeräumt zu werden. Taktisches Vorgehen und schrittweises Verbessern der eigenen Fertigkeiten, sowohl mit Erfahrungspunkten als auch gefundenen Waffen, prägen das Gameplay des entweder allein oder im Koop spielbaren Ghost Recon Breakpoint.

Technisch ist Ghost Recon Breakpoint ein würdiger Nachfolger des bereits mehr als ansehnlichen Wildlands. Angefangen bei den detaillierten Oberflächentexturen, die dank Tessellation und Parallax-Maps sehr plastisch ausfallen, über die dichte, dynamische Vegetation, die sehr schicke, voluminöse Beleuchtung und die dynamischen Wettereffekte - es bereitet Freude, in diese glaubhafte Welt abzutauchen. Die Weitsicht, Details wie atmosphärischer, höhenabhängiger Nebel, tessellierten Gebirgszügen, über die Weite sichtbare Gebäude und Strukturen sowie selbst kleinen Feinheiten (wie sich in der Dunkelheit bewegende Lichter von Fahrzeugen) lassen bereits erahnen, dass das Spiel mit maximalen Details kein Spaziergang für den Rechner ist. Tatsächlich stellt Ghost Recon Breakpoint hohe bis sehr hohe Anforderungen, gerade an die Grafikkarte, abhängig davon, welchen Detailgrad Sie anstreben.

Das Grafikmenü von Ghost Recon Breakpoint ist am PC, wie von Ubisoft gewohnt, reichhaltig. Neben den obligatorischen Voreinstellungen (Presets) lassen sich zahlreiche Optionen nach Gusto einstellen, um das Spiel dem eigenen Rechner und Fps-Vorstellungen anzupassen. Vorschau-Bilder offenbaren die Auswirkungen der spezifischen Grafikoption - das kennen wir bereits von Wildlands und anderen Ubisoft-Spielen, vorbildlich ist dieses Vorgehen nichtsdestotrotz.

Ghost Recon Breakpoint PC: Grafikoptionen - per Mausklick auswählen
Ghost Recon Breakpoint im Benchmark-Test: 8-GiByte-Grafikkarten ächzen, Technikfreunde frohlocken (77)
Ghost Recon Breakpoint im Benchmark-Test: 8-GiByte-Grafikkarten ächzen, Technikfreunde frohlocken (77) Ghost Recon Breakpoint im Benchmark-Test: 8-GiByte-Grafikkarten ächzen, Technikfreunde frohlocken (78) Ghost Recon Breakpoint im Benchmark-Test: 8-GiByte-Grafikkarten ächzen, Technikfreunde frohlocken (79) Ghost Recon Breakpoint im Benchmark-Test: 8-GiByte-Grafikkarten ächzen, Technikfreunde frohlocken (80)

Ghost Recon Breakpoint unterstützt sowohl die gängigen als auch exotischere Bildformate tadellos, wie der folgende Vergleich zeigt:

Vergleich der Bildformate - per Mausklick auswählen
Ghost Recon Breakpoint im Benchmark-Test: 8-GiByte-Grafikkarten ächzen, Technikfreunde frohlocken (84)
Ghost Recon Breakpoint im Benchmark-Test: 8-GiByte-Grafikkarten ächzen, Technikfreunde frohlocken (84) Ghost Recon Breakpoint im Benchmark-Test: 8-GiByte-Grafikkarten ächzen, Technikfreunde frohlocken (85) Ghost Recon Breakpoint im Benchmark-Test: 8-GiByte-Grafikkarten ächzen, Technikfreunde frohlocken (86) Ghost Recon Breakpoint im Benchmark-Test: 8-GiByte-Grafikkarten ächzen, Technikfreunde frohlocken (87) Ghost Recon Breakpoint im Benchmark-Test: 8-GiByte-Grafikkarten ächzen, Technikfreunde frohlocken (88)

Neu bei Ghost Recon Breakpoint und in der Kooperation mit CPU- und GPU-Hersteller AMD begründet ist die Implementation von FidelityFX. Dabei handelt es sich um ein Open-Source-Toolkit, das AMD Entwicklern zur Verfügung stellt, um die Grafik ihrer Spiele zu verbessern. Konkret verbirgt sich darin ein Nachschärfe-Algorithmus, welcher Oberflächen zu kaum messbaren Leistungskosten einen höheren Kontrast entlockt und somit subjektiv eine höhere Texturauflösung suggerieren kann. Derselbe Algorithmus findet sich auch im Radeon-Treiber unter "Anzeige": Radeon Image Sharpening, kurz RIS. Letztere funktioniert unabhängig von der Anwendung, muss folglich nicht vom Entwickler implementiert werden, kann jedoch abseits von "an" und "aus" nicht konfiguriert werden. In Ghost Recon Breakpoint ist die Intensität der Schärfung hingegen feinstufig einstellbar; standardmäßig steht der Regler auf 50 Prozent:

Fps-Boost via Upscaling: Temporal Injection

Die Entwickler sind sich der starken Grafik und entsprechenden Anforderungen bewusst. Neben den Detailoptionen warten im Grafikmenü daher gleich zwei Möglichkeiten, um die Bildrate auf Kosten der Qualität zu steigern: eine Auflösungsskalierung und die sogenannte "Temporal Injection". Während Erstere klassischem Upscaling entspricht, bei dem intern mit einer geringeren Pixelmenge gearbeitet und diese anschließend auf die Bildschirmauflösung hochgerechnet wird, ist die "Injektion" etwas ausgefeilter. Das genaue Funktionsprinzip ist uns nicht bekannt, allerdings ist davon auszugehen, dass hier eine Technik im Stile von Checkerboarding zum Einsatz kommt. Hierbei werden Pixel ausgelassen, um Rechenzeit zu sparen, anschließend extrapoliert und temporal verrechnet.

Das Ergebnis sieht zweifellos schlechter aus als die native Darstellung und neigt gerade bei feinen Details zum Flimmern, steigert die Bildrate jedoch fühlbar. Da das Verfahren unmöglich in Screenshots festgehalten werden kann, sparen wir uns ebendiese und leiten direkt zu den Leistungsmessungen über. Da die Temporal Injection keine feingranulare Anpassung erlaubt, sondern mit einem festgelegten Bruchteil der nativen Pixel arbeitet, greifen Feintuner besser zur Auflösungsskalierung. Diese lässt sich übrigens auch zusätzlich zur Injektion verwenden.

Wie Sie sehen, steigert die Temporal Injection die Bildrate in jedem Fall, wobei das Ausmaß zwischen "mittelmäßig" bis "signifikant" schwankt. Die Erkenntnis, dass das Weglassen von Pixeln gerade bei hohen Auflösungen leistungsfördernd wirkt, ist plausibel. So kommt es, dass sich in Full HD kaum etwas tut (das Bild jedoch sichtbar körniger dargestellt wird), ab WQHD jedoch ein deutlicher Fps-Boost wartet. Ultra HD wird durch jedwedes Upscaling erst flüssig nutzbar, während die native Darstellung selbst auf einer TU102-Grafikkarte @ 2 GHz mehr oder minder stark ruckelt. Falls Ihr Prozessor limitiert, hilft hingegen weder Temporal Injection noch eine sonst wie reduzierte Auflösung der Bildrate auf die Sprünge.

Ghost Recon Breakpoint: Grafikkarten-Benchmarks

Erst der Spaß, dann das Vergnügen: Vor jedem Techniktest machen sich mehrere PCGH-Redakteure an verschiedenen Rechnern mit dem zu testenden Spiel vertraut. Im Falle von Ghost Recon Breakpoint verbrachten wir mehrere Stunden in der Spielwelt, sowohl im Koop-Modus als auch solo. Dabei gaben sich die dichten Dschungelabschnitte als Härtetest zu erkennen, wohingegen bebaute Areale sowie die kargen Berggipfel mit deutlich höheren Bildraten laufen. Da wir nichts von "Schönwetter-Benchmarks" halten, welche eine sorgenfreie Performance suggerieren, entscheiden wir uns ein weiteres Mal für eine überdurchschnittlich anspruchsvolle Szene im Dschungel, unweit des Spieler-Hauptquartiers (Erewhon alias Nowhere). Diese sehen Sie, neben weiteren Technik-Eindrücken, im folgenden Video (Benchmarksequenz ab Minute ~06:40).

Wie immer kommen die zum Testzeitpunkt aktuellen Grafiktreiber von AMD und Nvidia zum Einsatz, in diesem Fall die Radeon Software 19.10.1 sowie der Geforce 436.48 WHQL. Auch das Spiel ist selbstverständlich aktuell, Ghost Recon Breakpoint wurde bereits mit einem Day-1-Patch versehen, welcher auch Performance-Optimierungen enthält. Im Zusammenspiel mit den angepassten Treibern bilden wir folglich die aktuelle Leistung auf verschiedenen PCs ab.

Da wir nichts von Schönwetter-Benchmarks halten, entscheiden wir uns ein weiteres Mal für eine überdurchschnittlich anspruchsvolle Szene.Treue Leser der PCGH wissen, dass wir nach Möglichkeit mit maximalen Details testen. Im Falle von Ghost Recon Breakpoint sehen wir jedoch ausnahmsweise davon ab, da die Anforderungen durchaus happig sind. Das "Ultimate"-Preset zieht optisch alle Register und erfordert mehr als 8 GiByte VRAM - Grafikkarten mit geringerer Speicherkapazität kranken nicht nur an deutlichen Nachladerucklern, sondern auch an vermehrtem Texturschwund. Modelle mit größerem Speicher offenbaren, dass in Ultra HD bis zu 9,5 GiByte adressiert werden. Das "Ultra"-Preset direkt darunter stellt sich als guter Kompromiss für die Masse an erhältlichen Grafikkarten heraus. Verstehen Sie uns bitte nicht falsch, Ultra ist sowohl hübsch als auch anspruchsvoll! Allerdings erreichen hiermit auch Grafikkarten mit 6 respektive 8 GiByte Speicher spielbare Bildraten. Nutzer eines 4-GiByte-Modells müssen größere Abstriche machen oder sich nach einem Nachfolgemodell umsehen.

Wichtig: Wird das Ultra-Preset im Grafikmenü von Ghost Recon Breakpoint ausgewählt, springt unter Umständen auch die Temporal Injection an. Da diese (wie oben erläutert) die effektive Auflösung reduziert und sichtbar Qualität kostet, deaktivieren wir diese Sparmaßnahme für die Benchmarks. Sie sehen im Folgenden daher das Ultra-Preset mit nativer Auflösung.

Ghost Recon Breakpoint zeigt mehrere Auffälligkeiten. Erstens ist das Spiel - wie bereits angerissen - sehr leistungshungrig, nur die schnellsten Grafikkarten knacken die 60-Fps-Marke in Full HD (!). Zweitens zeigt Navi in Gestalt der Radeon RX 5700 (XT) eine starke Performance, alle älteren AMD-GPUs schneiden jedoch unterdurchschnittlich ab. Das passt nur eingeschränkt zu den von AMD beworbenen "schwindelerregend hohe Frameraten auf Radeon-Grafikkarten", allerdings hat jeder Hersteller vor allem ein Anliegen daran, dass die aktuell verkauften Produkte gut performen.

Grafikkarten mit 4 GiByte Speicher zeigen verstärkt Texturschwund beim Navigieren durch die Spielwelt, auch die Bildraten bereiten kaum Freude. Starke Modelle mit 6 GiByte, etwa die altehrwürdige Geforce GTX 980 Ti, kommen mit der Last deutlich besser klar, mehr als Full HD mit dem getesten Ultra-Preset ist jedoch kaum spielbar. 8 GiByte Speicherkapazität genügen bis inklusive WQHD/1440p, darüber zeigen sich erneut die Nebenwirkungen in Form von Texturmatsch und sporadischen Nachladerucklern. Letztere werden beim Wechsel auf das Ultimate-Preset besonders lästig, hier sind mindestens 11 GiByte Grafikspeicher schon in Full HD ratsam. Ab Ultrawide-QHD und erst recht in Ultra HD ist eine High-End-Grafikkarte mit 11/12/16 oder gar 24 GiByte ratsam, um nicht in einem Sumpf aus Texturmatsch und Ruckeln zu enden.

Die Grafikkarten-Messmethodik der PCGH

Basierend auf Leser-Feedback verwendet PC Games Hardware für Spiele-Benchmarks seit einigen Jahren keine Referenz-Grafikkarten mit Standard-Taktraten mehr. An ihre Stelle treten Herstellerdesigns samt werkseitiger Übertaktung, wie sie von einem Großteil unserer Community verwendet werden. Hierbei handelt es sich um typische Modelle, wenngleich "typisch" gar nicht so einfach zu definieren ist. Die Auswahl richtet sich nicht nur daran, welche Grafikkarten noch im PCGH-Testlabor anwesend sind, sondern auch, ob sie repräsentativ für das jeweilige Modell sind: Wir nutzen nach Möglichkeit weder unübertaktete, sich wegen Überhitzung drosselnde oder enorm schnelle Herstellerdesigns, sondern "Vernunftversionen", wie wir sie auch in den PCGH-Grafikkartentests meistens empfehlen.

Beachten Sie bitte, dass wir nicht sämtliche Modelle am Markt testen können, sondern uns auf eine Auswahl beschränken müssen. Auch behalten wir uns vor, einzelne hier herangezogene Herstellerkarten in anderen Tests auszutauschen, beispielsweise dann, wenn sie das Testlabor verlassen müssen. Jede Grafikkarte wird vor den Benchmark-Durchläufen einer Aufheizperiode unterzogen, während derer sich der Kerntakt (Boost) auf ein bestimmtes, von Modell zu Modell unterschiedliches Niveau absenkt. Auf diese Weise vermeiden wir unrealistisch hohe Werte: Eine gerade aus dem Regal genommene Grafikkarte, noch kalt vom Nichtstun, boostet höher als im normalen Betrieb nach einiger Zeit unter Last. Die durchschnittliche, automatisch gesetzte GPU-Taktfrequenz beim Test der jeweiligen Karten finden Sie in den Benchmarks. Die tatsächliche Frequenz ist wichtig und kann angesichts der großen möglichen Unterschiede nicht einfach unter den Tisch fallen, denn "GTX 1080 Ti" ist nicht "GTX 1080 Ti", um nur ein Beispiel zu nennen - je nach Herstellerdesign können zehn Prozent Differenz dazwischen liegen. Hinterfragen Sie daher Messwerte im Internet, die ohne jegliche Taktangabe veröffentlicht werden. Dem gegenüber stehen wenige Grafikkarten, von denen keine übertakteten Versionen existieren. Die prominentesten sind AMDs Radeon VII und die ältere R9 Fury X, welche wir jeweils im Referenzdesign testen - gäbe es OC-Versionen, würde eine solche in den Benchmarks mitmischen.

Ghost Recon Breakpoint: Prozessor-Benchmarks

Für jeden größeren Techniktest liefern wir Ihnen zukünftig auch CPU-Benchmarks, damit Sie auf einen Blick prüfen können, ob ihre CPU noch bereit für die neuesten Spiele ist. Die neue Testmethodik für Prozessoren wurde jüngst in der PC Games Hardware Print 10/19 vorgestellt und kommt seitdem auch bei jedem Online-Test zum Tragen. Im Kern achten wir darauf, die Prozessoren so zu testen, wie der Hersteller es vorgesehen hat. Wir begrenzen die TDP und den Arbeitsspeicher daher auf die vorgegebenen Standards von AMD und Intel und schließen mit einer neuen und sehr potenten GPU in Form einer RTX 2080 Ti Lightning ein Limit derer nahezu aus. Wer mehr über die Testbedingungen bei CPU-Benchmarks erfahren und nachlesen möchte, warum wir in 1.280 × 720 Bildpunkten testen, findet in der CPU-Rangliste 2019/2020 alle Informationen zusammengefasst.

Für die CPU-Benchmarks haben wir uns für eine andere Szene zum Testen entschieden. Während der GPU-Benchmark ausführlich Vegetation, Tessellation und Lichteffekte berechnen darf, konzentrieren wir uns beim Testen der Prozessoren darauf, massiv Streaming zu erzeugen. Dazu schnappen wir uns an der gleichen Ausgangsbasis ein Motorrad, fahren den Berg hinunter, heizen dabei die CPU auf und machen an einer Statue vor einer Brücke halt. Der Benchmark läuft wie gehabt 20 Sekunden und beginnt, sobald wir an der Statue vorbei den Berg mit Höchstgeschwindigkeit wieder hochfahren. Wir fahren dabei über eine offene Brücke und sogar durch eine höhlenartige Steinformation und decken somit ein gutes Spektrum an CPU-Auslastung ab. Die Grafikoptionen befinden sich dabei auf dem Ultra-Preset, allerdings wird zusätzlich Temporal Injection aktiviert, um die GPU weiter zu entlasten. Der Grafiktreiber sowie Windows 10 sind hier selbstredend auf dem neuesten Stand.

Schon der Vorgänger konnte mit einer guten CPU-Auslastung punkten und skalierte ordentlich mit sechs und mehr CPU-Kernen. Das trägt der Nachfolger entsprechend fort: Ein AMD Ryzen 5 3600 erreicht in unserer Testszene locker mehr als 60 Fps, was für alle jene, die gerne mit V-Sync spielen, um Tearing zu vermeiden, eine gute Nachricht sein dürfte. Der altehrwürdige Intel Core i5-7600K scheitert nur knapp an dieser Marke, was vor allem an der niedrigen Kernzahl liegt. Ja, Sie lesen richtig, Breakpoint giert wie alle aktuellen Spiele von Ubisoft nach vielen CPU-Kernen mit möglichst viel Takt. Sind nur vier Kerne vorhanden, neigt das Bild (extrem) zum Stottern und einige Male ist uns das Spiel mit dieser Konfiguration sogar abgestürzt. Gesellt sich zu den vier Kernen SMT, kann sich die CPU-Last besser verteilen, obgleich SMT bei steigender Prozessorleistung immer weniger zum Tragen kommt. Wir empfehlen mindestens einen flotten Hexacore, bestenfalls einen Achtkerner wie den AMD Ryzen 7 3800X oder den Intel Core i9-9900K, um bei Breakpoint nicht ins CPU-Limit zu geraten.
Ghost Recon Breakpoint im Benchmark-Test: 8-GiByte-Grafikkarten ächzen, Technikfreunde frohlocken (89) Quelle: PC Games Hardware Ghost Recon Breakpoint im Benchmark-Test: 8-GiByte-Grafikkarten ächzen, Technikfreunde frohlocken (89) Da Fps immer nur ein Teil der Wahrheit sind, haben wir eine zusätzliche Frametime-Analyse vorgenommen. Hier gilt, im Gegensatz zu den regulären Benchmarks: Je geringer der Wert bei den Millisekunden, desto flüssiger wirkt das Gesamtbild. Intels Core i9-9900K kann hier abermals seine Muskeln spielen lassen und auch AMDs Ryzen 5 3600 ist sehr flüssig unterwegs. Spätestens mit vier Kernen, trotz SMT, bestätigt sich hier allerdings, dass altehrwürdige Quadcores zumindest in Breakpoint nichts mehr zu melden haben. Wer mindestens über einen Hexacore verfügt, kann im Selbstversuch auch mal ohne SMT spielen, bei einigen Modellen brachte das im Test ein ruhigeres Bild.

191
    • Kommentare (191)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Benji21 Freizeitschrauber(in)
        AW: Ghost Recon Breakpoint im Benchmark-Test: 8-GiByte-Grafikkarten ächzen, Technikfreunde frohlocken

        Ich kaufe ein C+B und möchte lösen: im GPU Limit haben CPUs keine praktischen Auswirkungen auf Spiel X.
      • Von Research Lötkolbengott/-göttin
        AW: Ghost Recon Breakpoint im Benchmark-Test: 8-GiByte-Grafikkarten ächzen, Technikfreunde frohlocken

        Hey, PCGH hat das Budget-Gaming gefunden.

        Gut für den Geldbeutel und die Umwelt (kein Ressourcenverbrauch, Abbau, "Recycling African Style").

        Daran könnte man noch anknüpfen für was, und, wie, konfiguriert, der PC nach seiner Spielezeit nutzbar ist.

        U.A. als Officeknecht, Multimedia, NAS, Streaming-Sklave...
      • Von PCGH_Raff Kokü-Junkie (m/w)
        AW: Ghost Recon Breakpoint im Benchmark-Test: 8-GiByte-Grafikkarten ächzen, Technikfreunde frohlocken

        Wir dachten fürs nächste Mal ergänzend an einen 990X, aber das ist ja quasi das Gleiche. Gulftown dürfte dank SMT hervorragend gealtert sein, sofern man den Takt ans Jahr 2019 angleicht.

        MfG,
        Raff
      • Von hanfi104 Volt-Modder(in)
        AW: Ghost Recon Breakpoint im Benchmark-Test: 8-GiByte-Grafikkarten ächzen, Technikfreunde frohlocken

        So ein X5660 mit 6c/12t @4,5 GHz mit 3x 1866+ RAM hätte doch auch was als Retro Test
        Ende 2018 für 20€ aus China zu haben.
      • Von theoturtle Freizeitschrauber(in)
        AW: Ghost Recon Breakpoint im Benchmark-Test: 8-GiByte-Grafikkarten ächzen, Technikfreunde frohlocken

        Ich finde es klasse, dass die alte CPU Generationen auch immer wieder mitbedacht werden. Allerdings ist irgendwann auch mal Schluss, gerade mit dem PhenomII. Sicherlich ist der 6-Kerner noch immer keine schlechte CPU und kann den ein oder anderen AAA - Titel noch wunderbar auf den Bildschirm zaubern, eber alleine schon die fehlende SSE4.1 Unterstützung macht ja in manchen Fällen aus ob das Spiel überhaupt startet oder nicht (zu Anno 1800 schiel ...)

        Daher - gerne weiterhin ältere CPU's - auch ich habe ja eine von der Sorte PhenomII. Aber sogar einem Sparfuchs und Dauernutzer wie mir geht der langsam in Richtung: Ist einfach zu alt. Da muss was Neues her.

        Ich freue mich schon darauf bald aufzurüsten. Gerade weil man aktuell im P/L Verhältnis so super spielefähige CPU's bekommt.
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 08/2026 PC Games 07/2026 play5 08/2026 N-Zone 07/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk