Radeon Image Sharpening (RIS) im Test: Mehr "Knack" für Ihre Lieblingsspiele auf Knopfdruck [Update 2]
Jetzt aktualisiert: Radeon-Nutzer haben eine neue Option im Treiber: Radeon Image Sharpening, kurz RIS. Dahinter steckt ein Nachschärfe-Algorithmus, welcher sich auf Knopfdruck im Treiber aktivieren lässt. AMD verspricht ein knackigeres Bild ohne fühlbaren Leistungsverlust, speziell geringe Bildschirmauflösungen sollen profitieren. PC Games Hardware macht den Praxistest.
Update vom 2. Oktober: Emsige PCGH-Leser haben die Radeon Software 19.9.3 ausprobiert und erblickten eine weitere positive Veränderung am Radeon Image Sharpening: Die Funktion ist nun nicht mehr nur auf Ultra-HD-Displays verfügbar, sondern auch bei kleineren Monitoren. Wir haben den Nachtest mit einem via HDMI angeschlossenen 1080p60-Bildschirm gewagt und siehe da: RIS steht in vollem Umfang zur Verfügung! Somit bleibt nur noch ein Kritikpunkt an AMDs Nachschärfe-Option: Es funktioniert nicht unter DirectX 11. Möglicherweise reicht AMD dieses Feature im alljährlichen Funktionsupdate zu Weihnachten nach.
Update vom 1. Oktober: AMD hat die Nutzerwünsche erhört und bietet das ehemals exklusiv auf RX-5700-Grafikkarten verfügbare Radeon Image Sharpening (RIS) nun breitflächig an. Seit der Treiberversion 19.9.2 sind Polaris-basierte Grafikkarten (RX-400/500-Reihen) und seit der Radeon Software 19.9.3 auch Vega-GPUs in der Lage, Spiele auf Knopfdruck nachzuschärfen. Wir haben diesen Artikel dementsprechend auf den aktuellen Stand gebracht und sagen: Vorbildliche Produktpflege, AMD!
Sie kennen das bestimmt: Viele moderne Spiele verfügen über Temporal-Glättungsverfahren, welche Flimmern zwar effektiv unterdrücken, dabei jedoch eine mehr oder minder ausgeprägte Unschärfe des kompletten Bildes hinterlassen. Wer in geringen Auflösungen spielt oder sein Display mit einer nicht-nativen Auflösung ansteuert, verstärkt die Symptome. PC-Spieler behelfen sich seit Jahren mit Extra-Programmen wie SweetFX oder Reshade, welche spezielle Nachschärfe-Shader enthalten. Zu den beliebtesten Verfahren zählen LumaSharpen und AdaptiveSharpen, um Texturen und den generellen Look kontrastreicher zu gestalten.
Mit der Radeon Software Adrenalin 19.7.1 implementierte AMD im Juli einige neue Funktionen in den Treiber-Lieferumfang, darunter auch einen eigenen "Scharfmacher": Radeon Image Sharpening, kurz RIS. Nutzer einer AMD-Grafikkarte erhalten damit eine weitere Bordfunktion, für die bislang externe Tools notwendig waren. Das Radeon Image Sharpening ist jedoch nicht mit allen Programmschnittstellen kompatibel, derzeit werden neben DirectX 9 nur die Lower-Level-APIs DirectX 12 und Vulkan unterstützt.
Warum gerade DirectX 11, die derzeit verbreitetste Schnittstelle, nicht mittels RIS aufgewertet werden kann, kommentierte AMD nicht. Eine Erweiterung der Kompatibilität in alle Richtungen ist jedoch denkbar, immerhin handelt es sich um einen Nachbearbeitungseffekt. Stand jetzt ist außerdem Windows 10 Pflicht für RIS. PC Games Hardware befragte AMD zu weiteren Plänen bezüglich RIS und wird diesen Artikel aktualisieren, sobald etwas etwas Neues gibt.
Radeon Image Sharpening in Aktion: Im folgenden Klickvergleich und in der Bildergalerie haben wir einige Spiele einmal mit und einmal ohne RIS abgelichtet. Zum Einsatz kam dabei eine Radeon RX 5700 XT in verschiedenen Auflösungen. Um den Effekt möglichst gut zu sehen, empfehlen wir die Ansicht im Vollbild (Klick auf "Full-HD Vergleich"):
Radeon Image Sharpening nutzen: So geht's
Um RIS zu aktivieren, brauchen Sie nichts weiter als eine aktuelle Radeon Software. Rufen Sie die Treibersteuerung mittels Rechtsklick auf den Windows-Desktop auf und navigieren Sie anschließend zum Untermenü "Anzeige" (Display). Dort aktivieren Sie sowohl die GPU-Skalierung des Bildes und natürlich die neue Option Radeon Image Sharpening. Einmal aktiviert, wird jedes fortan gestartete Spiel mit DX9-, DX12- oder Vulkan-API aufgewertet.
Quelle: PC Games Hardware
Radeon Software Adrenalin: RIS aktivieren Sie unter "Anzeige"
Die Schärfung funktioniert mit jeder Auflösung, zeigt ihre Wirkung aber besonders deutlich bei geringen Pixelmengen. In einigen Fällen wirkt RIS beinahe wir eine Texturmod, da inhaltsabhängig mal mehr und mal weniger Details herausgekitzelt werden. Die Leistungskosten für die Aufwertung sind minimal, je nach Spiel und Auflösung sinkt die Bildrate um wenige Prozente. Wer Screenshots von RIS erstellen möchte, sollte auf Bordmittel in Gestalt von Radeon Relive zurückgreifen. Mit dem MSI Afterburner und Konsorten war der Post-Schärfefilter bei unseren Tests nicht zu sehen.
Quelle: AMD
Radeon Image Sharpening: Minimale Leistungskosten
Radeon Image Sharpening: Zwischenfazit
Mit dem Radeon Image Sharpening hält eine weitere Funktion Einzug in den Radeon-Treiber, für die es bisher externe Tools brauchte. Fans von Reshade und hier speziell den Schärfe-Shadern fühlen sich direkt heimisch. Die AMD-Lösung ist jedoch nicht so vielseitig, abseits von "an" und "aus" gibt es keine Parameter, um die Stärke des Effekts zu beeinflussen. Das Fehlen der Funktion unter DirectX 11 wiegt schwerer und sollte von AMD schnellstmöglich angegangen werden. Nichtsdestotrotz ist man dem Mitbewerber Nvidia einen kleinen Schritt voraus, denn hier werden Sharpening-Funktionen nur im Rahmen von Freestyle angeboten, für das die Software Geforce Experience notwendig ist.

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Dezembertreiber is immer interessant.
AMD promises New Radeon Software features this December | OC3D News
Dann siehst du dies exakt vor Allem an Mauern und Texten, und "Feingerippe" bei Games.
Man mag das "schöner" finden, das ist auch ok, und deswegen hat das auch seine Berechtigung. Aber man darf das nicht mit einem echt erhöhten Detailgrad verwechseln. Das ist es schlicht nicht.
Mußt den "Radeon BildSchärfen" in den Anzeigen AKTIV! setzen.
Dann siehst du dies exakt vor Allem an Mauern und Texten, und "Feingerippe" bei Games.