Performance-Analyse zu Star Wars Jedi: Fallen Order
Auf Basis der Unreal Engine 4 macht Star Wars Jedi: Fallen Order einen guten Eindruck, wenngleich sich gewiss viele Spieler die Frostbite Engine und vielleicht sogar Photogrammmetrie gewünscht hätten. Wir schauen uns auf der zweiten Seite unserer Analyse die Performance anhand von Benchmarks an.
In diesem Artikel
Prozessor-Benchmarks zu Star Wars Jedi: Fallen Order [COLOR=textColor3][Update]
Erst der Spaß, dann das Vergnügen: Vor jedem Techniktest machen sich mehrere PCGH-Redakteure an verschiedenen Rechnern mit dem zu testenden Spiel vertraut. Das haben wir auch bei Star Wars Jedi: Fallen Order getan, um die Technik und Performance einschätzen zu können. Unser Kenntnisstand der Spielwelt reicht bis zum dritten Planeten und offenbart deutlich, dass Star Wars Jedi: Fallen Order eine stark schwankende Bildrate zeigt. Die meisten Planeten laufen mit hohen Fps, doch nicht alle. Bogano und Kashyyyk stechen mit überdurchschnittlich geringer Performance hervor, was sie in die engere Auswahl für unsere Benchmarks brachte.
Am Ende entschieden wir uns dazu, die Benchmarks auf dem grünen Planeten Bogano (bog = Sumpf) durchzuführen. Da die anfangs auserkorene Idee rund um den Raumschiff-Landeplatz zu wenig Varianz zeigte, entschieden wir uns letztendlich für eine Sequenz am Missionsende: Wir blicken auf einem Hügel über das gesamte Gebiet, rennen 20 Sekunden auf einen mit einer übellaunigen Riesenkröte bewohnten Tümpel zu und stoppen kurz vor einer Klippe. Die Sequenz wirft weit unterdurchschnittliche Bildraten ab, wobei sich erst nach diversen Tests zeigte, dass dafür nicht unbedingt die Grafikkarte verantwortlich ist. Um ein Worstcase-Szenario handelt es sich bei der Sequenz nicht, allerdings laufen weite Teile des Spiels mit höheren Bildraten. Weitere Informationen zur Technik von SWJ Fallen Order erhalten Sie im eingebundenen Technik-Video. Dort ist auch die PCGH-Benchmarksequenz "Bogano" zu sehen.
Wer unsere Werte am eigenen Rechner nachstellen möchte, ist, wie immer, herzlich dazu eingeladen. Praktischerweise und dem reinen Singleplayer-Ansatz zu verdanken ist die Tatsache, dass sich Spielstände zwischen Accounts austauschen lassen. Wir haben daher als Service für Sie unseren Testspielstand zum Download bereitgestellt, selbstverständlich virengeprüft und mit Pfadangabe.
Für jeden größeren Techniktest liefern wir Ihnen zukünftig auch CPU-Benchmarks, damit Sie auf einen Blick prüfen können, ob ihre CPU noch bereit für die neuesten Spiele ist. Die neue Testmethodik für Prozessoren wurde in der PC Games Hardware Print 10/19 vorgestellt und kommt seitdem auch bei jedem Online-Test zum Tragen. Im Kern achten wir darauf, die Prozessoren so zu testen, wie der Hersteller es vorgesehen hat. Wir begrenzen die TDP und den Arbeitsspeicher daher auf die vorgegebenen Standards von AMD und Intel und schließen mit einer neuen und sehr potenten GPU in Form einer RTX 2080 Ti Lightning ein Limit derer nahezu aus. Wer mehr über die Testbedingungen bei CPU-Benchmarks erfahren und nachlesen möchte, warum wir in 1.280 × 720 Bildpunkten testen, findet in der CPU-Rangliste 2019/2020 alle Informationen zusammengefasst.
Wie bereits angerissen, offenbart Star Wars Jedi: Fallen Order spätestens beim Einsatz schneller Grafikkarten die Grenzen des installierten Prozessors. Wie sich bei den PCGH-Tests zeigt, ist dies einer weiteren typischen Eigenheit der Unreal Engine 4 geschuldet: Das CPU-Multithreading ist, sofern die Entwickler keine Handoptimierung vornehmen, suboptimal. So kommt es, dass moderne Vielkernprozessoren wie der Ryzen 9 3900X keine Vorteile aus ihren vielen Herzen ziehen. IPC-Rate und Takt sind alles. Einige Ergebnisse zur Untermauerung dieser Behauptung:
Wie Sie sehen, haben wir als Ergänzung auch den händisch ausgereizten Core i9-9900K unserer Grafikkarten-Systeme mitgetestet. Dieses Setup offenbart gerade beim wichtigen P99-Perzentil eine klare Überlegenheit und die Bedeutung des Prozessors in Star Wars Jedi: Fallen Order. Das Spiel läuft aber selbst auf einem Vierkerner mit SMT noch flott. Intel-CPUs performen erstaunlich gut, die Ryzen-3000-Chips dagegen können ihr Potenzial nicht ausschöpfen. Ein Sondertest mit einem altehrwürdigen Phenom II X6 1075T zeigt, dass man SWJ Fallen Order auch noch auf betagten PCs spielen kann, man sollte sich dann aber auf häufige Ruckler einstellen. Wer 60 Fps in fordernden Szenen anpeilt, ist mit einem Core i7-8700K oder einem Ryzen 9 3900X gut beraten.
Grafikkarten-Benchmarks von Star Wars Jedi: Fallen Order
Für die Benchmarks setzen wir auf die zum Testzeitpunkt aktuellen Grafiktreiber von AMD und Nvidia, namentlich die Radeon Software Adrenalin 19.11.3 und den Geforce 441.20 WHQL. Beide Treiber wurden für Star Wars Jedi: Fallen Order angepasst, der Vergleich ist somit fair. Bedauerlicherweise wurden wir bei unserem Tun von Origin ausgebremst, mittlerweile haben jedoch fast alle Probanden den Parcours hinter sich:
Quelle: PC Games Hardware
Origin-DRM: Jeder Hardware-Wechsel binnen kurzer Zeit wird registriert. Testet man zu schnell, wird der Account für viele Stunden gesperrt. PCGH testete SWJ Fallen Order daher mit fünf Accounts quasi-parallel.
Möge das Framelock ohne dir sein!
Verzeihen Sie uns das Geblödel, unser Unverständnis über die Bildratengrenze braucht ein Ventil. Vor den Benchmarks galt es zunächst das Framelock bei 144 Fps loszuwerden, wenngleich dieses im normalen Spielalltag völlig ausreichend ist. Die schnellsten Computer stoßen spielend an diese Grenze, allerdings nicht an unserer Benchmarksequenz. Um dennoch die freie Entfaltung sicherzustellen, muss die Mauer weichen. Die Kollegen von Techpowerup preschten bereits vor einigen Tagen vor und präsentieren die Lösung in Form eines Hexeditor-Eingriffs in die spieleigene Konfigurationsdatei. Wir haben die Änderung vorgenommen und können die Wirksamkeit bestätigen. Praktischerweise bleibt die Änderung auch nach Besuchen im Grafikmenü des Spiels sowie Hardware-Wechseln bestehen. Wir haben die Konfigurationsdatei daher abgespeichert und zum Benchmarkspielstand (Download oben bei den CPUs) dazugepackt.
GPUs zwischen 2012 und 2019 in 4 Auflösungen geprüft
Nun ist es aber höchste Zeit für die Benchmark-Ergebnisse aus Star Wars Jedi: Fallen Order. Da das Spiel in den ersten Tests mit relativ hohen Bildraten zu überzeugen wusste, haben wir beschlossen, das Testfeld der Grafikkarten etwas auszuweiten. Neben der in diesem Fall beinahe obligatorischen Titan Xp in der Star Wars Collector's Edition - uns liegt passenderweise die "Jedi Order"-Variante vor - haben wir auch etwas ältere Modelle zum Test gebeten. Was wohl eine Radeon R9 280X, welche in dieser Form auch als HD 7970 GHz Edition bekannt ist, und eine Geforce GTX 780 in SWJ Fallen Order leisten? Überraschend viel, obwohl wir konsequent mit maximalen Details testen.
Insgesamt zeigt das Spiel ein angemessenes Verhältnis aus Qualität und Bildrate. Dabei macht die Unreal-Technik keinen Hehl aus ihrem traditionellen Nvidia-Faible, sodass Geforce-Grafikkarten höhere Bildraten erzielen als vergleichbare Radeon-Modelle. Das ist in den meisten Fällen kein Problem, denn flüssig läuft Star Wars Jedi: Fallen Order in Full HD bereits mit einer Radeon RX 570 oder Geforce GTX 970. Nvidias Pascal-Architektur, zuletzt etwas altersschwach, zeigt sich hier wieder von ihrer Schokoladenseite - eine gute Nachricht für Anhänger der letzten nativen Non-Rayracing-Generation aus dem Hause Nvidia.
Sie haben es gewiss schon bemerkt: In Full HD ist das Spitzenfeld dicht gedrängt. Ursächlich dafür ist das ausgeprägte Prozessorlimit am Ort unserer Benchmarkszene. Tatsächlich hatten wir das Limit nicht derart tief eingeschätzt, doch mit jeder Messung wurde klarer, dass SWJ Fallen Order in Außenbereichen relativ CPU-bound ist, während Innenareale vor allem der Grafikkarte zusetzen. Das bedeutet keineswegs, dass die Grafikkarte in Bogano & Co. nicht gefordert wird, im Gegenteil, allerdings sollten Spieler bei Rucklern im Freiluftgehege eher ein Auge auf ihre CPU werfen (siehe oben).
Übrigens haben wir auch das eingangs beschriebene Nachladeruckeln durch den LoD-Wechsel im Benchmark, gegen Ende der Szene tritt reproduzierbar ein mehr oder minder stark ausgeprägter Ruckler auf, welcher das Perzentil minimal beeinflusst.
Quelle: PC Games Hardware
Nvidia Titan Xp Collector's Edition in der "Jedi Order"-Version: Harmoniert prima mit Star Wars Jedi: Fallen Order, auch farblich (nach Anpassung von Cals Lichtschwert).
Macht-Einfluss des Grafikspeichers
Star Wars Jedi: Fallen Order zeichnet hübsche Oberflächen und punktet, wie erwähnt, mit optisch unauffälligem Textur-Streaming. Lässt man das Spiel machen, adressiert es im Spielverlauf bis zu 7 GiByte Grafikspeicher in Ultra-HD-Auflösung. Diese Menge ist jedoch weit vom tatsächlichen Bedarf entfernt, wie unsere Tests zeigen. Mit einer 4-GiByte-Grafikkarte ist bis inklusive Full HD die Welt in Ordnung. Ab WQHD kommt es mit 4 GiByte zu verstärktem Ruckeln oder zeitweise fehlenden Effekten. Alle Probleme verschwinden beim Einsatz einer 6-GiByte-Grafikkarte wie der Geforce GTX 1060 oder GTX 1660, 1660S oder 1660 Ti, hier kann problemlos in 1440p gespielt werden. Ab 8 GiByte sind zu keiner Zeit irgendwelche Ausfallerscheinungen zu bemerken. Wer gar noch ein 3-GiByte-Modell wie die Geforce GTX 780 oder Radeon R9 280(X) alias HD 79x0 verwendet, kommt damit gut in Full HD über die Runden. Je höher die Auflösung darüber hinaus, desto weniger Texturqualität wird dargestellt - in Ultra HD erinnert Bogano an den Klassiker Outcast:
Quelle: PC Games Hardware
SWJ Fallen Order mit 3-GiByte-Grafikkarte: Bleiben Sie besser bei Full HD, sonst erinnert das Spiel an Klassiker vergangener Tage (Speicherüberlauf).
Messmethodik der PCGH
Basierend auf Leser-Feedback verwendet PC Games Hardware für Spiele-Benchmarks seit einigen Jahren keine Referenz-Grafikkarten mit Standard-Taktraten mehr. An ihre Stelle treten Herstellerdesigns samt werkseitiger Übertaktung, wie sie von einem Großteil unserer Community verwendet werden. Hierbei handelt es sich um typische Modelle, wenngleich "typisch" gar nicht so einfach zu definieren ist. Die Auswahl richtet sich nicht nur daran, welche Grafikkarten noch im PCGH-Testlabor anwesend sind, sondern auch, ob sie repräsentativ für das jeweilige Modell sind: Wir nutzen nach Möglichkeit weder unübertaktete, sich wegen Überhitzung drosselnde oder enorm schnelle Herstellerdesigns, sondern "Vernunftversionen", wie wir sie auch in den PCGH-Grafikkartentests meistens empfehlen.
Beachten Sie bitte, dass wir nicht sämtliche Modelle am Markt testen können, sondern uns auf eine Auswahl beschränken müssen. Auch behalten wir uns vor, einzelne hier herangezogene Herstellerkarten in anderen Tests auszutauschen, beispielsweise dann, wenn sie das Testlabor verlassen müssen. Jede Grafikkarte wird vor den Benchmark-Durchläufen einer Aufheizperiode unterzogen, während derer sich der Kerntakt (Boost) auf ein bestimmtes, von Modell zu Modell unterschiedliches Niveau absenkt. Auf diese Weise vermeiden wir unrealistisch hohe Werte: Eine gerade aus dem Regal genommene Grafikkarte, noch kalt vom Nichtstun, boostet höher als im normalen Betrieb nach einiger Zeit unter Last. Die durchschnittliche, automatisch gesetzte GPU-Taktfrequenz beim Test der jeweiligen Karten finden Sie in den Benchmarks. Die tatsächliche Frequenz ist wichtig und kann angesichts der großen möglichen Unterschiede nicht einfach unter den Tisch fallen, denn "GTX 1080 Ti" ist nicht "GTX 1080 Ti", um nur ein Beispiel zu nennen - je nach Herstellerdesign können zehn Prozent Differenz dazwischen liegen. Hinterfragen Sie daher Messwerte im Internet, die ohne jegliche Taktangabe veröffentlicht werden. Dem gegenüber stehen wenige Grafikkarten, von denen keine übertakteten Versionen existieren. Die prominentesten sind AMDs Radeon VII und die ältere R9 Fury X, welche wir jeweils im Referenzdesign testen - gäbe es OC-Versionen, würde eine solche in den Benchmarks mitmischen.
Quelle: PC Games Hardware
Star Wars Jedi Fallen Order (Bilder: 4K-DCI maxed & downsampled auf 1440p) (58)


Hab das Game zu Weihnachten bekommen und im Rausch mit voller Begeisterung zu 100% durchgespielt.
Warum man meint, das Game wäre zu kurz kann ich persönlich nicht nachvollziehen.
Ich hab knapp 34 Stunden, auf dem 2. schwersten Schwierigkeitsgrad gebraucht.
Alleine das erlangen von Skillpunkten, um einen noch bessere Jedifähigkeit freizuschalten hat mich enorm motiviert.
Die gut geschriebenen Charaktere und die atmosphärische Story tun ihr übriges.
Bitte auf eine baldige Fortsetzung.
Moin,
hoffentlich wird mein erster Beitrag nicht direkt ein Doppelpost. Irgendwie ist der erste Versuch in den Spähren des Nirvanas verdampft.
Zocken ohne Framelimiter kann ich mir garnicht mehr vorstellen. Nur so kann ich die Performance jedes Spieles optimal anpassen um die bestmögliche Smoothness zu erreichen.
Viele Spiele vertragen auch garnicht mehr als 60 Fps wirklich sauber. Manche gar nur 59 wie Nier Automata z. B.. Daher guck ich mir am Anfang immer erstmal ein paar Minuten die Frametimes an. Die Nachladeruckler von Jedi Fallen Order kann ich im Graphen deutlich sehen aber noch nicht wirklich spüren. Bin allerdings auch noch ganz am Anfang. Ne gute Engine läuft aber zu 99 % sauber durch. Daher ist das nicht Optimal. Wegen dem Runtertakten empfehle ich:
Generell Energieeinstellungen in der Nvidia Systemsteuerung auf adaptive damit die Karte im idle Speicher - und Chiptakt senken kann.
Dafür jedes Spiel einzeln anpassen auf maximale Performance. Dann bleibt der Speichertakt in den Spielen auf maximum und der Chiptakt sinkt maximal auf den Baseclock.
Zusätzlich noch den unnötigen Quatsch Ausschalten, den Windows 10 so im Hintergrund veranstaltet und ihr habt die bestmögliche Spielerfahrung.
@Bebo24,
das ist generell schon richtig, so lange die GPU nicht runtertaktet. Da permanentes Hoch- und Runtertakten Lag erzeugt. Also Dein "sinnvoll gewählt" ist hier der entscheidende Passus.
Also dass ein Framelimiter (sinnvoll gewählt) wirklich das Reaktionsverhaltens des PC negativ beeinflusst, wäre mir sehr neu.
Ich sehe bis jetzt das Gegenteil: Solange der PC durch ein (hohes) Framelimit sowohl außerhalb des CPU- und GPU-Limits bleibt, reagiert er viel schneller als wenn er in irgendeinem Limit hängt. Von daher macht es für mich überhaupt keinen Sinn, meinen PC nicht per V-Synch oder Framerate-Limiter im Treiber auf die maximale Frequenz meines Bildschirms zu limitieren - oder falls meine Hardware diese nicht schafft sogar nur auf 60 FPS. Ich denke das dies die Frametimes gleichmäßiger hält und damit Rucklern und Eingabeverzögerungen eher entgegenwirkt.
Falls ich mit diesen Überlegungen bzw, Beobachtungen falsch liegen sollte, dann korrigiert mich bitte (nur mit fachkundiger Begründung!)