AMD EXPO Ultra Low Latency: BIOS-Updates für X670E sind da
Asus und MSI verteilen die ersten BIOS-Updates mit AMD EXPO Ultra Low Latency für Mainboards mit PCH der 600er-Serie. Wer eine Platine mit X670E-Chipsatz besitzt, muss für das neue DDR5-Feature also nicht auf die 800er-Serie umsteigen.
AMD hat EXPO Ultra Low Latency im Rahmen der Computex 2026 als neues Feature von EXPO 1.2 vorgestellt und dabei erste Speicherkits und deren Preisgefüge bereits präzisiert. Zuletzt erklärte auch G.Skill, wie ULL schärfere Sub-Timing für nochmals deutlich niedrigere Latenzen und mehr Leistung realisieren kann. Auf der Seite der Mainboards blieb das neue Speicher-Feature bislang weitgehend den aktuellen Chipsätzen der 800er-Serie rund um X870 und X870E vorbehalten - bis jetzt.
BIOS-Updates für die 600er-Serie von Asus und MSI
Das ändert sich nun: Wie der Insider @9550pro auf X dokumentiert, liefern Asus und MSI inzwischen BIOS-Versionen auf Basis von AGESA ComboAM5 v1.3.0.1b aus, welche EXPO Ultra Low Latency auch auf der 600er-Serie freischalten. Damit lösen die Hersteller ein Versprechen ein, das AMD schon zur Vorstellung gegeben hatte: Denn ULL war von Beginn an für beide AM5-Chipsatzgenerationen vorgesehen.
Gigabyte war Anfang Juni vorgeprescht und hatte AGESA Combo AM5 1.3.0.1 samt ULL-Unterstützung für das gesamte AM5-Portfolio angekündigt, Asus und MSI ziehen nun mit konkreten Downloads nach.
MSI: AGESA PI-1.3.0.1b für X670E-Mainboards verfügbar
Beim MSI MEG X670E Godlike listet MSI die optimierte ULL-Unterstützung in den BIOS-Versionen vom 8. und 10. Juni, weitere Mainboards der 600er-Serie erhalten entsprechende Updates bereits seit dem 3. Juni. Eine erste, noch nicht optimierte Fassung hatte das Flaggschiff sogar schon mit dem BIOS vom 27. Mai erhalten.
Dort firmiert das Feature unter dem Eintrag "Optimized with AMD EXPO Technology: Featuring Ultra Low Latency". Die Updates stehen regulär auf den Support-Seiten der jeweiligen Mainboards zum Download bereit, ein Beta-Umweg wie bei der Konkurrenz entfällt. MSI rollt hier entsprechend bereits finale BIOS-Versionen aus.
Asus: Beta-BIOS 3803 für ROG Crosshair, Strix und ProArt
Asus verteilt EXPO Ultra Low Latency derzeit als Beta-BIOS 3803 über das hauseigene ROG-Forum. Verfügbar ist die Firmware bislang für das ROG Crosshair X670E Hero, Gene und Extreme, ROG Strix X670E-A, X670E-E und X670E-F sowie das an Künstler und Content Creator adressierte ProArt X670E Creator WiFi.
Für ROG Strix X670E-I, TUF Gaming X670E-Plus und dessen WiFi-Ableger steht hingegen nur der Platzhalter "38XX" im Raum. Neben der ULL-Unterstützung ergänzt das BIOS-Update die neuen Timing-Optionen "TccdL", "TccdL_WR" und "TccdL_WR2" im AI-Tweaker. Wer ein stabil laufendes System betreibt, wartet angesichts des aktuellen Beta-Status besser auf die finale Fassung.
Timings: Was AMD EXPO Ultra Low Latency erstmals erlaubt
Speicherhersteller durften innerhalb eines Profiles für AMD EXPO oder Intel XMP bislang nur die vier Haupt-Timings anpassen und ließen damit Leistung liegen. AMDs EXPO Ultra Low Latency erweitert diese Freiheit auf die jeweils darunterliegenden Sub-Timings und schreibt die Ergebnisse fest ins SPD-Register der Module.
Quelle: AMD
AMD EXPO 1.2 Ultra Low Latency soll die Latenzen senken und die Fps und 1%-Low-Fps anheben.
AMD beziffert den Vorsprung gegenüber JEDEC-Speicher auf bis zu 13 Prozent mehr durchschnittliche Fps sowie 15 Prozent bessere 1-Prozent-Perzentile, gemessen auf einem AMD Ryzen 7 9700X über mehr als 30 Spiele. Gegenüber einem regulären EXPO-Profil bleibt der Zugewinn mit rund 4 Prozent hingegen überschaubar.
Wenig Nutzen auf X3D: Warum AMD den Ryzen 7 9700X zeigt
Ausgerechnet AMDs populäre X3D-Prozessoren profitieren von EXPO ULL nur wenig, weshalb der Hersteller seine Zahlen mit einem AMD Ryzen 7 9700X anstatt mit einem Ryzen 7 9850X3D oder 9800X3D belegt. Der großzügige, gestapelte 3D V-Cache der X3D-Modelle puffert viele Speicherzugriffe ab und macht die CPUs damit deutlich unempfindlicher gegenüber feinen Timing-Anpassungen und Optimierungen.
G.Skill bestätigt, dass die Kombination aus EXPO-ULL-Kits und X3D-Chisp zwar funktioniert, den Leistungssprung aber kleiner ausfallen lässt als auf einem Ryzen ohne 3D V-Cache. Für Spieler im CPU-Limit, die jede Bildrate mitnehmen wollen, fällt der Nutzen auf Modellen wie dem Ryzen 7 9700X entsprechend deutlicher aus.
Welche X670E-Mainboards unterstützen EXPO Ultra Low Latency?
Bei MSI erhalten Mainboards der 600er-Serie seit dem 3. Juni 2026 reguläre BIOS-Updates mit AGESA PI-1.3.0.1b und ULL-Unterstützung, bei Asus deckt das Beta-BIOS 3803 derzeit sieben X670E-Modelle der Serien ROG Crosshair, ROG Strix und ProArt ab.
Brauche ich für EXPO Ultra Low Latency neuen Arbeitsspeicher?
Ja, EXPO Ultra Low Latency setzt DDR5-Module mit einem entsprechenden ULL-Profil im SPD-Register voraus, vorhandene EXPO-Kits lassen sich nicht per BIOS-Update nachrüsten.
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Quelle: Asus / MSI via @9550pro via Wccftech
