AMD EXPO Ultra Low Latency: DDR5-Speicher jetzt noch teurer?
AMD hat im Rahmen der Computex 2026 präzisiert, wie EXPO Ultra Low Latency ausgeliefert wird. Die neuen DDR5-Speicherkits sollen "praktisch so viel kosten wie aktuelle Module" - einen Aufpreis für das ULL-Feature gibt es demnach nicht.
Wer einen Ryzen-Prozessor ohne 3D V-Cache auf dem Sockel AM5 ("LGA1718") betreibt und das letzte Quäntchen Fps sucht, ohne CPU oder Grafikkarte zu tauschen, bekommt mit EXPO Ultra Low Latency einen zusätzlichen Hebel. AMD hatte das Profil auf der Computex 2026 in Taipeh vorgestellt, erste DDR5-Speicherkits von Origin Code sind bereits validiert. Offen blieb bislang vor allem eine Frage: Was kosten die neuen Speichermodule, und treibt das die ohnehin hohen DDR5-Preise noch weiter?
AMD EXPO Ultra Low Latency: Preise und Kompatibilität
AMD hat über David McAfee, VP und General Manager für Ryzen und Radeon, gegenüber Tom's Hardware weitere Details zu EXPO Ultra Low Latency bekannt gegeben. Bei der Vorstellung im Rahmen der Computex sind kaum mehr als das Leistungsversprechen kommuniziert worden, inzwischen liegen Aussagen zu Kompatibilität, Kennzeichnung und Preisgefüge der ULL-Speicherkits vor.
EXPO ULL: Schärfere Timings für mehr Gaming-Leistung
Statt auf höhere Taktraten zielt EXPO 1.2 Ultra Low Latency (ULL) auf noch straffere Latenzen ab. Das Profil ist eine Erweiterung des SPD-Standards, vergleichbar mit Intel XMP 3.0 und dem bisherigen AMD EXPO 1.2, und schreibt für die auf dem Sockel AM5 üblichen Geschwindigkeiten von DDR5-6000 und DDR5-6400 noch deutlich "schärfere" Timings vor. Eingeführt wird ULL als Teil von EXPO 1.2, welches AMD schon im April dieses Jahres offiziell vorgestellt hatte. Ein kompatibles DDR5-Speicherkit wird vorausgesetzt, um AMDs EXPO 1.2 und dessen neues Feature zu nutzen.
Gegenüber einem regulären EXPO-Profil fällt der Zugewinn mit rund 4 Prozent je Metrik allerdings "überschaubar" aus. Den Großteil der Leistung liefert also bereits EXPO selbst, ULL setzt nur noch einmal etwas obenauf. Konkret sinkt die Latenz um etwa 5 bis 7 Nanosekunden gegenüber einem herkömmlichen DDR5-6000-EXPO-Kit; als Beispiel nennt AMD DDR5-6000 mit CL28, als JEDEC-Referenz dient DDR5-5600 mit CL40. Die Zahlen stammen aus dem Blog-Beitrag von AMD zur Computex.
Ultra Low Latency: Neue Profile setzen neue Module voraus
EXPO Ultra Low Latency arbeitet mit allen aktuellen AM5-Chipsätzen und Mainboards zusammen, setzt aber neue DDR5-Speichermodule mit einem entsprechenden Profil voraus. David McAfee zeigte sich nicht sicher, ob zwingend ein BIOS-Update nötig wird, hält es aber für wahrscheinlich und empfiehlt Nutzern ausdrücklich, ihre Computersysteme mittels BIOS-Updates fortlaufend zu aktualisieren.
Quelle: Origin Code
Das Origin Code Vortex ist das erste DDR5-Speicherkit mit AMD EXPO Ultra Low Latency.
Die ULL-Speicherkits erhalten zudem eine eigene Kennzeichnung samt neuem Badge, womit sie sich im Handel klar von bisherigen Modulen unterscheiden lassen. Wer also nicht versehentlich ein älteres Standard-Kit kaufen möchte, erkennt die ULL-Varianten künftig am Aufdruck. Validierte Module kündigen neben Origin Code auch G.Skill, Kingston, KLEVV, Lexar, TeamGroup, V-Color und ADATA XPG an.
Wird DDR5-Speicher durch EXPO Ultra Low Latency teurer?
Laut AMD sollen die EXPO-ULL-Speicherkits praktisch zu denselben Preispunkten erscheinen wie aktuelle DDR5-Speichermodule, ein Aufpreis allein für das ULL-Feature sei nicht vorgesehen. AMD legt zwar weder Speicher- noch Modulpreise fest, gibt nach eigener Aussage aber die Einschätzung der Partner wieder.
Quelle: MSI
Auch MSI hat den Support für AMD EXPO Ultra Low Latency bereits offiziell angekündigt.
David McAfee ordnet ULL als reine Erweiterung der Sub-Timings ein, mit der die Hersteller das letzte bisschen OC-Leistung aus den DIMMs holen. Technisch gebe es damit keinen Grund für deutlich teurere Module als heute. Die Einschränkung steckt im letzten Wort: Die heutigen DDR5-Preise liegen wegen der anhaltenden Speicherknappheit ohnehin bereits auf absolutem Rekordniveau.
DDR5-Preise in Deutschland: Was EXPO ULL an der Speicherkrise ändert
In Deutschland kosten die populären Speicherkits mit 32 GiB DDR5-6000 CL30 derzeit zwischen 390 und 450 Euro, nach einem Plus von mehr als 380 Prozent seit Juli 2025. Das dokumentiert der Speicherkrise-Preisindex von 3DCenter, aus dem auch die PCGH-Preisübersicht für den Mai 2026 schöpft. An dieser Lage ändert auch EXPO Ultra Low Latency nichts: Die ULL-Kits reihen sich in dasselbe, hohe Preisniveau ein. Hier ist auch bis mindestens Mitte/Ende 2027 keinerlei Entspannung zu erwarten.
Weitere Informationen zu den AMD Extended Profiles for Overclocking ("EXPO") sowie den Erweiterungen EXPO 1.2 und Ultra Low Latency liefert die offizielle Website.
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Musste damals lange für DDR5 RAM suchen, der nicht ARGB hat und trotzdem schnell genug war.
Warum muss immer alles so übertrieben leuchten...?
Musste damals lange für DDR5 RAM suchen, der nicht ARGB hat und trotzdem schnell genug war.
Warum muss immer alles so übertrieben leuchten...?