Kingdom Come: Deliverance 2 - Dem Vorgänger treu
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Bis Sie jedoch hochgestellte Bürger oder gar Adelige beeindrucken können, ist der Weg lang und beschwerlich. Kingdom Come: Deliverance 2 drückt zum Spielbeginn gewissermaßen den Reset-Knopf. Unser Protagonist Heinrich gerät in einen Hinterhalt. All die hochwertige Ausrüstung, Waffen und auch Ihr im ersten Teil verdientes Ansehen sind auf einen Schlag Geschichte, selbst der treue Hund ist verschwunden. Sie beginnen das Spiel in einem sehr unbekannten Landesteil. Niemand kennt Sie, Sie sind ein Fremder, ein unbeschriebenes Blatt - und nach dem Raubüberfall obendrein in einem schmutzigen, erbärmlichen Zustand. Sie müssen ganz von vorn, von ganz unten beginnen.
Quelle: PCGH
In KCD 2 schlüpfen abermals in die Rolle von Heinrich. Zu Beginn des Spiels können Sie mit einigen Gesprächsoptionen Ihre Fähigkeiten festlegen, um Ihren Helden für die von Ihnen bevorzugte Spielweise vorzubereiten.
Die Darstellung der Charaktere ist gegenüber dem ersten Teil sichtbar verbessert worden und ist generell ansehnlich, die Animationen wurden ebenfalls verbessert. An extrem aufwendige Produktionen oder etwa Meta Human der UE5 kommt Kingdom Come: Deliverance 2 allerdings nicht heran.
Im Prinzip startet der Kampf um den Aufstieg, um Ansehen und Reichtum für Heinrich und den Spieler in KCD 2 erneut - ein guter Ansatzpunkt für neue Spieler. Kenntnisse des Vorgängers sind demnach nicht zwingend vonnöten, um mit dem zweiten Teil Freude zu haben. Kingdom Come: Deliverance 2 erzählt eine neue Geschichte. Wenn Sie im Übrigen mit den Geschehnissen des ersten Teils Tuchfühlung aufnehmen oder Ihre Erinnerung auffrischen möchten, bietet Warhorse Studio auf dem offiziellen Youtube-Kanal eine Story-Zusammenfassung, allerdings in englischer Sprache.
Heinrich ist im ersten Teil gewachsen, hat sich vom unbedarften, ungeschickten Landei ohne Status zum örtlichen Lokalhelden gemausert. Doch im zweiten Teil wird er nicht nur seiner Habseligkeiten beraubt und muss erneut um Ansehen kämpfen, in Kingdom Come: Deliverance 2 sind auch die Hierarchien steiler. Heinrich muss sich auch im Umgang mit der gebildeteren Stadtbevölkerung, dem reichen Bürgertum und höherstehendem Adel üben. Im zweiten Teil von Kingdom Come ist Protagonist Heinrich kein völliger Anfänger, kein komplett unbedarfter Grünschnabel mehr - doch wird er in KCD 2 in einen größeren Teich geworfen und in diesem Teich schwimmen größere Fische. Während die Landbevölkerung mit den Herausforderungen des Alltags kämpft, schmieden die Reichen und Mächtigen Intrigen und sind bedacht, sich durch politische Ränkespiele zu profilieren.
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In Kuttenberg bekommt es Heinrich mit dem gebildeteren Bürgertum, reichen Kaufleuten, Adeligen und ihren Ränkespielen zu tun.
Die Stadtumgebung wurde mit viel Liebe zum (historischen) Detail geschaffen, die SVOTI-Beleuchtung sorgt selbst in schattigen Umgebungen dank Bounce-Light für Dynamik. Im Hintergrund: die ebenfalls neue, volumetrische Wolkendarstellung.
Allerdings bleibt sich Kingdom Come: Deliverance 2 dabei selbst treu. Es gibt einige Neuerungen, Quality-of-Live-Verbesserungen und behutsame Gameplay-Änderungen, darunter etwa ein überarbeitetes und etwas zugänglicheres Kampfsystem. Diese leichte Vereinfachung beim Umgang mit Waffen ist allerdings gewissermaßen in die Story eingewoben. Denn während Heinrich im ersten Kingdom Come ein kompletter Neuling im Umgang mit Schwert, Bogen, Axt und diversen weiteren Mordwerkzeugen und insbesondere anfangs entsprechend ungeschickt war, ist er im zweiten Teil zumindest grob bewandert. Und während Heinrich im Spielverlauf des Vorgängers in erster Linie Dorfbewohner und den ländlichen Adel beeindrucken musste, sind die Herausforderungen in Kingdom Come: Deliverance 2 nun größer.
Es gibt zwei Gebiete, die bereits erwähnte, belebte Stadt Kuttenberg (heute: Kutná Hora) sowie deren weitläufiges, größtenteils bewirtschaftetes Umland. Die Umgebung besteht aus wogenden Hügellandschaften, Feldern, die von Hecken und Waldstreifen getrennt sind. Viele kleine Dörfer und Siedlungen liegen durch breite Wege verbunden dazwischen.
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Kurz nach Spielbeginn verschlägt es unseren Protagonisten Heinrich in das wilde Umland der Burg Trosky. Kingdom Come: Deliverance 2 bietet zwei weitläufige Open-World-Gebiete und ist rund doppelt so groß wie der Vorgänger.
Die zweite weitläufige Umgebung, die Sie in Kingdom Come: Deliverance 2 erkunden, ist um die Burg Trosky gelegen und wilder, rauer, unkultivierter. Flüsse und Canyons schlängeln sich zwischen schroff aufragenden Sandsteinfelsen, düsterer Wald wächst dicht am Wegrand und verschattet schmale Trampelpfade. Auch hier finden Sie einige Dörfer, doch die Umgebung ist deutlich rustikaler, ungezähmter, als das Umland von Kuttenberg. Zwischen den beiden Gebieten können Sie nach einem bestimmten Punkt im Spiel und gegen eine Gebühr jederzeit wechseln - ein Kutscher steht dazu auf beiden Karten für Sie bereit.
Auf einen Ladebildschirm starren Sie nur selten, beim initialen Start oder beim Überschreiten der "Level-Grenze" der beiden Gebiete. Eine Schnellreise steht ebenfalls zur Verfügung. Diese lässt Ihre stilisierte Spielfigur über die hübsch gestaltete Karte wandern, während das Spiel im Hintergrund benötigte Daten in den Speicher schaufelt.
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Die zweite Spielumgebung ist die Stadt Kuttenberg sowie deren weitläufiges Umland. Wogende Hügel, von Hecken umgebenes, kultiviertes Farmland, Gehöfe und Dörfer und natürlich Kuttenberg selbst prägen dieses Gebiet.
Das im ersten Teil, teils absichtlich, etwas grobschlächtige Kampfsystem ist also etwas entschlackt und geht im zweiten Teil ein wenig geschmeidiger von der Hand - ohne dabei an Authentizität einzubüßen oder gar in Richtung "casual" abzudriften. Auch in Kingdom Come: Deliverance 2 sind die Auseinandersetzungen mit Hieb- und Stichwaffen, Bogen oder auch geballter Faust so realistisch umgesetzt wie in kaum einem anderen Spiel. Einzig der Umstand, dass mehrere Gegner nun warten, der Reihe nach angreifen und nicht zugleich auf Heinrich eindreschen, ist ein kleines Opfer zwecks Zugänglichkeit auf Kosten der Authentizität. Die Massenkeilereien im ersten Teil waren allerdings auch besonders "clunky". In Kingdom Come: Deliverance 2 wird es mit Armbrüsten obendrein eine neue Waffengattung geben - auch diese sind historisch akkurat umgesetzt. Befürchtungen, aus dem Rollenspiel könnte mit den neuen Schusswaffen ein Ego-Shooter werden, können wir zerstreuen.
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Gleich zu Beginn des Spiels können Sie mit einer Armbrust experimentieren, eine in KCD 2 neue Waffengattung. Doch keine Sorge, zu einem Ego-Shooter wird das historische Rollenspiel deshalb beileibe nicht.
Generell wäre die Bezeichnung "casual" für Kingdom Come: Deliverance 2 fehl am Platze. Tatsächlich benötigt das Rollenspiel eine etwas andere Mentalität als für gängigen Mainstream, Open-World-Action-Adventures mit "RPG-Lite"-Einflüssen. Kingdom Come: Deliverance 2 nimmt Realismus, die authentische Darstellung, ja Simulation, des Spätmittelalter-Szenarios ernst. Es gibt keine knallbunten Magie-Effekte, keine epischen Drachen, keine Banditenlager, die Gameplay-optimiert und wie ein Abenteuerspielplatz aufgebaut wurden.
Wer Kingdom Come: Deliverance 2 als action-verwöhnter Konsument populären Mainstreams angeht, wird etwas Eingewöhnungszeit benötigen. So war es im Vorgänger, so ist es auch im zweiten Teil. "Casual" oder auf poppiges Action-Feuerwerk ausgelegt, ist in diesem Spiel nahezu gar nichts. Kingdom Come: Deliverance 2 ist wie schon der erste Teil beinahe so etwas wie ein Gegenentwurf zu leicht verdaulicher Spiele-Massenware: Das Tempo ist gemächlich, das Spiel nimmt Sie abseits einiger Tutorial-Hilfen nur behutsam an die Hand, lässt Ihnen vielerlei Freiheiten. Heinrich benötigt neben Essen und Trinken außerdem Körperpflege und muss seine Klamotten in Schuss halten.
Quelle: PCGH
Authentizität und historische Akkuratesse statt Dungeons & Dragons und bunte Magie-Effekte. Kingdom Come: Deliverance 2 bleibt seiner Linie treu.
Um dazu nötiges Geld zu verdienen, muss ihr Alter Ego arbeiten, etwa in der Schmiede. Auch diese Arbeit ist - in gewissem Rahmen - authentisch umgesetzt. Geld zu verdienen, ist in KCD 2 tatsächlich mit ein wenig Mühe, Arbeit verbunden, auch für den Spieler. Sie können natürlich auch auf unlautere Methoden an Reichtümer kommen, aber auch dies ist mit gewissen Umständen, vor allem jedoch potenziell unangenehmen Auswirkungen verbunden. Doch ist gerade diese Verbundenheit etwas, das Sie besonders stark in der Spielewelt verankert.

Musste aber beim In-Game-Kodex-Eintrag über Mauern, die es real in Kuttenberg vermutlich nie gegeben habe, an die Optimierungs-Tricks denken, die Warhorse angeblich angewendet hat. Stichwort: Sichtweiten. Dabei ist es nicht so, als sei da überall alles zugemauert. Die Haupstraßen insbesondere sind blickfrei bis zum Horizont. Dennoch. Auch so mancher Marktstand auf dem großen Marktplatz scheint tatsächlich "performance-strategisch" platziert. Der Platz ist durch die Marktstände quasi zwei- bis mehrgeteilt. Der Marktplatz in Rattay in KCD1 ist eine freie Fläche mit freier Sicht. Alle Stände sind am Rand.
Will wer nachsehen, was historisch akkurater ist?
Apropos: Auch ein Kriegspferd kocht nur mit Wasser. Oder mit Pappkameraden. Zumindest gelegentlich. Das hätten die Kollegen der PC Games (non-Hardware) 1996 noch so was von zerpflückt!
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Oder einen Diablo-Klon.
Oder eine Performance-Gurke, die die Grafikkarten- und CPU-Jongleure der PCGH-Redaktion rotieren lässt.
Alles. Bloß kein RPG, das Spieler, Hardware und Redakteure respektiert.
(Achtung, Internet: Das ist Ironie!)
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ist da was dran?
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Mein Heinrich ist ein Langfinger und klaut den Leuten die Klamotten aus ihren Kisten. Und plötzlich laufen Schankwirte und Dorfwachen nur mehr barfuß in Hemdchen und Höschen rum. Ganztags. Was aus fiesen Wachen zahme Wächterchen macht. Weil sie beim Aufstehen vor Wachtschichtwechsel ihre Rüstungen nicht mehr in der Kiste finden. An den restlichen Waffen arbeite ich noch. Die sind nämlich teilweise in einer separaten Waffenkammer verstaut.
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