Streitfall "Grafikspeicher": Nvidia ist sparsam beim Spieler und spendabel beim Businesskunden

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Streitfall "Grafikspeicher": Nvidia ist sparsam beim Spieler und spendabel beim Businesskunden (4)
Quelle: Nvidia

Während das Thema "Grafikspeicher" insbesondere unter ambitionierten Spielern und besonders versierten Anwendern mehr und mehr zum Streitfall wird, zeigt sich Nvidia im Enterprise-Segment und gegenüber den Businesskunden ganz besonders spendabel. Bis zu 188 GiByte "Grafikspeicher" erhalten Profis, während sich Spieler über 8 GiByte ärgern.

Während das ewige Thema "Grafikspeicher" insbesondere unter ambitionierten Spielern und besonders versierten Anwendern mehr und mehr zum Streitfall wird, zeigt sich Nvidia im Enterprise-Segment und gegenüber den Businesskunden ganz besonders spendabel. Bis zu 188 GiByte "Grafikspeicher", Nvidia spricht in dem Fall von "GPU Memory", in Form von sündhaft teurem HBM3 erhalten die IT-Profis mit Nvidia H100 ("Hopper"), während sich Spieler aktuell über 8 GiByte ärgern. Die Beschleuniger, die für den Einsatz von Large Language Models ("LLM") wie beispielsweise GPT-4 vorgesehen sind, haben den Geforce deutlich die Führungsposition im Portfolio des Chipherstellers abgelaufen.

Spieler erhalten in der Mittelklasse nur 8 GiByte GDDR6

Die hitzige Diskussion, welche Menge an Grafikspeicher insbesondere für höhere Auflösungen ab WQHD ("1440p") ausreichend ist, hatte neuerlich durch den Release der Nvidia Geforce RTX 4060 Ti und der Geforce RTX 4060 wieder einmal deutlich an Fahrt aufgenommen. Die mit jeweils nur 8 GiByte GDDR6 an einem vergleichsweise eher schmalen Speicherinterface ausgerüsteten Mittelklasse-Grafikkarten haben ihrerseits zuletzt auch nicht unwesentlich dazu beigetragen, dass das Thema "Grafikspeicher" zu einer Art von "Streitfall" unter Spielern verkommen ist.

Profis erhalten bis zu 188 GiByte HBM3

Neben der professionellen Dual-GPU Nvidia H100 NVL, die noch im Laufe des Jahres mit 188 GiByte HBM3 und einer beeindruckenden Speicherbandbreite von 7,8 TiByte pro Sekunde erscheinen soll und als AI-Beschleuniger speziell auf KI-Chatbots wie ChatGPT und Sprachmodelle wie GPT-3, GPT-3.5 und GPT-4 ausgelegt ist, sind mittlerweile noch deutlich mehr Derivate des Nvidia H100 aufgetaucht, wie Eintragungen in die Datenbank von The PCI ID Repository belegen.

Nvidia H100 und H800 ("Hopper")

  Videospeicher (GPU Memory) Interface
Nvidia H100 CNX 80 GiByte PCIe 5.0 x16
Nvidia H100 NVL 94 GiByte SXM5
Nvidia H100 NVL 188 GiByte SXM5
Nvidia H800* - PCIe 5.0 x16
Nvidia H800* - SXM5
Nvidia H800L* 94 GiByte SXM5
Nvidia H100 64 GiByte SXM5
Nvidia H100 80 GiByte SXM5
Nvidia H100 94 GiByte SXM5
Nvidia H100 96 GiByte SXM5
Nvidia H100 120 GiByte PCIe 5.0 x16

*) Nvidia H800 und H800L exklusiv für den chinesischen Markt

KI-Beschleuniger bringen deutlich mehr Umsatz

HPC-Beschleuniger wie Nvidia A100 ("Ampere") oder der Nachfolger H100 ("Hopper") hingegen erzielen mittlerweile weltweit Rekordumsätze, was insbesondere an "Nvidias Preissetzungsmacht in diesem Bereich liegt", wie Frank Lee, seines Zeichens Head of Technology der global operierenden Geschäftsbank HSBC, in einem Statement gegenüber Yahoo Finance sagte.

Nvidia H100 Hopper in der Version mit PCIe 5.0 x16 Quelle: Nvidia Nvidia H100 Hopper in der Version mit PCIe 5.0 x16 Der Grund, warum die Nachfrage nach GPUs im KI-Segment die Differenz ausgleichen kann, ist, dass sich die Chips 10- bis 20-mal teurer verkaufen lassen als Geforce-GPUs für Spieler, sodass Nvidia nicht auf höhere Verkaufsmengen drängen muss, da jeder Chip eine enorme Rendite abwirft, so der HSBC-Analyst weiter. Als Umsatzgarant haben die HPC-Beschleuniger den Geforce-Grafikkarten mittlerweile den Rang abgelaufen. Nvidia setzt deshalb verstärkt auf sein HPC-Segment.

Spieler haben das Nachsehen

Wenn gleich Nvidia insbesondere mit der Geforce RTX 4090 ganz neue Leistungsbereiche erschlossen und mit der Serie Geforce RTX 4000 alias Ada Lovcelace allgemein die Effizienz stark verbessert hat, kommt es nicht von ungefähr, dass für die "günstigste" Gaming-Grafikkarte aus der aktuellen Generation, die neue Geforce RTX 4070, satte 659 Euro aufgerufen werden (können). Weshalb soll der Hersteller den kostbaren Platz auf den Wafern "verschenken", wenn er diesen stattdessen auch "vergolden" kann? Für die ganz großen Ausbaustufen der professionellen Beschleuniger werden 30.000 Euro und mehr fällig.

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Quelle: The PCI ID Repository via Videocardz

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    • Kommentare (108)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Rocketeer67 Software-Overclocker(in)
        Was ist denn eigentlich los? NV macht doch aus ihrer Sichtr alles richtig. Selbst der Kauf der neuesten, teuersten Karten bewahrt einen nicht davor, nach 1-3 Jahren nur noch auf mittleren Einstellungen zocken zu können.

        Und was macht man da als braver Lemming? Neukauf, richtig. Bis dann in 3 Jahren .... usw.

        SO macht man Rekordgewinne. Nicht indem man Spieler auf Jahre mit exellent bestückten Grafikkarten zufriedenstellt. Alles was man von denen langfristig eventuell gebrauchen kann ist sauteuer. Da zahlt man halt heftig drauf.
      • Von Rocketeer67 Software-Overclocker(in)
        Was ist denn eigentlich los? NV macht doch aus ihrer Sichtr alles richtig. Selbst der Kauf der neuesten, teuersten Karten bewahrt einen nicht davor, nach 1-3 Jahren nur noch auf mittleren Einstellungen zocken zu können.

        Und was macht man da als braver Lemming? Neukauf, richtig. Bis dann in 3 Jahren .... usw.

        SO macht man Rekordgewinne. Nicht indem man Spieler auf Jahre mit exellent bestückten Grafikkarten zufriedenstellt. Alles was man von denen langfristig eventuell gebrauchen kann ist sauteuer. Da zahlt man halt heftig drauf.
      • Von derneuemann Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von x2K
        Die nahe Vergangenheit hat ja deutlich gezeigt das gforce user eben sehr sehr gerne dazu bereit sind viel zu viel geld für eine Grafikkarte auszugeben. Wenn der speicher dann nicht reicht kauft halt eine noch teurere Profi karte :-/
        Die normalen karten hättet ihr ja auch zu noch höheren preisen gekauft...
        Wahnsinnig intelligente Aussage

        @Alle

        Gestern konnte man bei Youtube endlich einen Bericht finden, das ein Previewtreiber es schafft bei AMD in VR vernünftig zu laufen, noch nicht so wie es soll, aber deutlich besser. Ich meine ist ja nur erst mehr als ein halbes Jahr vergangen, in dem Kunden mit einer 50/50 Chance auf die VR Performance blicken konnten.

        Dieser Treiber ist noch nicht in der Release und einige Nutzer berichten nach wie vor von schlechter Performance. Auch der idle Verbrauch ist zwar stellenweise verbessert, aber auch noch nicht flächendeckend und nochmal, das ist noch kein Release Version.
      • Von x2K Freizeitschrauber(in)
        Die nahe Vergangenheit hat ja deutlich gezeigt das gforce user eben sehr sehr gerne dazu bereit sind viel zu viel geld für eine Grafikkarte auszugeben. Wenn der speicher dann nicht reicht kauft halt eine noch teurere Profi karte :-/
        Die normalen karten hättet ihr ja auch zu noch höheren preisen gekauft...
      • Von Infinity1985 Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Zitat von sethdiabolos
        Naja, nur sind eben DLSS, RT und FG keine Blenderei, sondern einfach technischer Fortschritt (man hat ja eigene Hardware dafür auf der Karte). Ansonsten hätte man zu jeder Technik wie z.B. auch Texturkompression schon sagen können, dass es Blenderei ist, weil man ja eigentlich nur Matschtexturen im Speicher haben hat. Und warum sollte man ein GPU-Monster (300+W) benötigen, wenn man das gleiche doch schon mit einer Einsteigerkarte (100W) erreichen kann? Eine RTX 4060 inkl. DLSS, Raytracing und FG zersägt eine 6950XT in Spielen, wo die Features unterstützt werden. Klar sind die Frames nur interpoliert, aber das Spielgefühl ist OK und dank Reflex ist der Input-Lag teils sogar niedriger als bei der klassisch berechneten Version. Ich weiß gar nicht, ob beim FSR3 mit Frame Gen auch ein Reflex-Mechanismus geplant ist? Wenn nicht, dann kann sich AMD FSR3 auch gleich sparen.
        Klar bleibt es dann eine Blenderei, weil diese Features stand jetzt nur in einer Handvoll Spiele integriert sind. In allen anderen Games schaust du dann mit der 4060 komplett in die Röhre und der User mit der 6950XT zieht lachend Kreise.

        Und ja, neben FSR 3.0 plant AMD ein Feature namens HYPR-RX was ebenso die Latenzen senken soll.
      • Von empy Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von derneuemann
        Ach früher hat eine Konsole auch schon immer anders funktioniert.
        Sogar quasi noch anderer. Gerade Sony hatte ein paar sehr interessante Ansätze. An sich finde ich das nicht verwerflich so was auszuprobieren oder auch bestimmte geschäftliche Entscheidungen zu treffen, aber immer wieder, wenn ich mal so über die Geschichte der Playstation gestolpert bin oder mal was nachgelesen habe, habe ich mich mal gefragt, ob Sony einfach Entwickler hasst. Die mussten nämlich meist mit den teils schon deutlichen Einschränkungen irgendwie umgehen.

        Aber ja, ich denke auch, dass die größeren Engines alle Möglichkeiten abgedeckt haben und sie für den Entwickler abstrahieren. Studios, die für die Plattformen entwickeln wollen und eine eigene Engine nutzen wären auch gut beraten, das zu tun. Die Chancen stehen gut, dass der Aufbau von Konsolen länger ähnlich bleibt und so müsste man die meiste Arbeit nur einmal machen und dann bei jedem neuen Konsolenrelease etwas nacharbeiten. Ansonsten müsste man jedes Spiel auf jede Konsole trimmen. Und die Anforderungen von Spielen können sich ja während der Lebenszeit noch mal ändern. Wenn es blöd läuft, muss man spätestens für das erste Add-On noch mal ran.
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