Cebit 2007: Interview mit AMD/Atis Vijay Sharma (Lange Version, deutsch)
Vijay Sharma: Wow - an 300 Watt erinnere ich mich nicht. Wir haben allerdings ein eigenes Kühlungsteam im Hauptquartier in Markham, Toronto. Diese Leute machen nichts anderes, als Kühllösungen für Grafikprodukte zu entwickeln.
PCGH: Also habt ihr eigene Spezialisten dafür? Ihr geht nicht zum großen taiwanischen Kühlerbasar und sagt "Hey, davon brauche ich 500.000 Stück"?
Vijay Sharma: Wir schließen in dieser Hinsicht nichts aus...
PCGH: Ich meinte für den High-End-Bereich
Vijay Sharma: Die Aufgabe dieses Teams ist es, alle verfügbaren Kühlmethoden zu evaluieren: Flüssigkeitskühlung, Luftkühlung, Vapor-Chamber-Kühlung und auch Heatpipes. Sie schauen sich auch an, was Dritthersteller zu bieten haben. Dann wählen sie die bestmögliche Lösung aus und packen sie auf unsere Produkte.
PCGH: Zwischen Geforce 8800 GTX und GTS klafft eine Performance-Lücke, wie schon lange nicht mehr zwischen Top- und zweitbestem Modell. Glaubst Du, dass das ein Fehler war und ihr dort mit einem eurer Produkte in diese Lücke stoßen könnt? Zum Beispiel mit einem Top-Modell, welches schneller als die GTX ist und einem weiteren Produkt, welches nur knapp unter dieser liegt?
Vijay Sharma: Ich kann noch nicht darüber sprechen, wie genau wir unsere neuen Produkte positionieren, aber das werden wir ja bald ankündigen. Ich glaube allerdings, Du hast gerade realisiert, wie breit das Enthusiast-Segment in Sachen Preisspanne ist. Es erstreckt sich von 349 bis 599 Euro-Dollar, wobei die Stückzahlen am oberen Ende allerdings sehr klein sind - weil der Markt sehr klein ist. Ich glaube, auch unser Mitbewerber hat das gemerkt. Der Schlüssel im Enthusiast-Segment ist das Preis-Leistungsverhältnis. Und genau da - im Preis-Leistungsbereich - wird die R600-Reihe sehr gut dastehen.
PCGH: Wie viel versprecht ihr euch von der 80-Nanometer-Fertigung des R600?
Vijay Sharma: Der große Vorteil von 80 Nanometern ist die Transis-tordichte. Man bekommt einfach mehr untergebracht und der Chip kostet weniger als dasselbe Design in 90 Nanometern.
PCGH: Habt ihr euch für geringere Kosten oder das maximale Transistorbudget entschieden?
Vijay Sharma: Im High-End-Bereich entwickeln wir die Chips anhand eines Kostenziels. Wir spezifizieren einen Preis, den wir erreichen müssen, und die Ingenieure versuchen dann, darin so viele Transistoren und so viel Performance wie möglich unterzubringen. Allerdings gibt es immer Kompromisse, ob das nun Kosten sind oder Leistungsaufnahme oder sonst etwas. Die Wahl des 80-Nanometer-Prozesses passte zu dem, was wir leisten mussten, und verschaffte uns gleichzeitig einen Kostenvorteil - also nutzten wir den Prozess.
PCGH: Hat sich deiner Meinung nach der Aufwand für Design und Fertigung in 80 Nanometer Strukturbreite gelohnt?
Vijay Sharma: Da der R600 ja nicht unser erster 80-Nanometer-Chip war ...