Gothic 1 Remake: Wie viel RAM reicht?
Quelle: THQ Nordic
Seite 4:

Gothic 1 Remake: Wie viel RAM reicht?

29
Special Philipp Reuther Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen

Zu guter Letzt schauen wir auf den Arbeitsspeicher in Gothic 1 Ramake und ziehen ein Resümee.

Reichen auch 16 GiByte Hauptspeicher?

Zum Abschluss wollen wir noch den Hauptspeicher einer Probe unterziehen. Wir konzentrieren uns auf die Radeon RX 6700 XT, da die Grafikkarte relativ unerheblich ist. Allerdings muss im Hauptspeicher auch ein Abbild des Grafikspeichers abgelegt werden, und falls letzterer überläuft, muss der Hauptspeicher als zusätzliches Reservoir dienen. Je höher also die Grafikspeicherbelegung, desto höher ist tendenziell auch die Belastung des Hauptspeichers. Dies ist ein großer Unterschied im Vergleich zu den Konsolen, die einen Shared-RAM nutzen.

Auf dem PC liegen Daten teils doppelt in Speichern vor. Und sie müssen zudem vom Hauptspeicher in den Grafikspeicher gestreamt werden. Ist ersterer knapp, dreht die Grafikkarte Däumchen, während sie darauf wartet, die für die aktuellen Renderaufgaben nötigen Daten zu bekommen. Wir konzentrieren uns zudem auf die RX 6700 XT, weil bei dieser die Performance höher liegt, und kleine Abweichungen deutlicher sichtbar sind. Zudem ergänzen wir für unsere Benchmarks P.02-Perzentil und 0.1% Low Average. Letztere beiden Metriken lassen auch kleinste Ausreißer in den Messdaten erkennen.

Die kurze Antwort: Wenn Sie im Jahre 2026 topaktuelle Spiele und Grafikkracher zocken wollen, sollten definitiv 32 GiByte RAM in Ihrem System verbaut sein, auch mit reduzierten Details und in Full-HD-Auflösung. Die längere Antwort: Unbedingt nötig ist dies nicht, insbesondere angesichts der Weltumstände und der daraus resultierenden, gesalzenen Preise für DRAM ist ein Aufrüsten momentan so unattraktiv wie selten zuvor; Glück jenen, die bereits frühzeitig auf ein Plus an Speicher setzten. Wenn Sie mehr zum Thema erfahren möchten, legen wir Ihnen ein Studium unseres [PLUS]-Artikels RAMageddon: Wie viel Arbeitsspeicher benötigt man zum Spielen im Jahre 2026? respektive unseren Print-Artikel in der Ausgabe 04/2026 nahe.

Zudem lassen sich RAM-Engpässe ein wenig entschärfen. Und abermals kann uns unser Tune als nützliches Anschauungsobjekt dienen. Mit Alkimia-Preset und native Full-HD-Auflösung liegt die Belegung des Hauptspeichers mit der Radeon RX 6700 XT im Schnitt während eines 20-Sekunden-Benchmark-Durchlaufs bei 17,86 Gigabyte. Zum Vergleich: Mit der RTX 2070 sind es satte 21,32 GiByte - hier lässt sich der VRAM-Engpass, der mit "Alkimia Overdose" überlaufende Grafikspeicher ablesen. Mit Detailverzicht löst sich das VRAM-Limit der RTX 2070, der Hauptspeicher wird entlastet und auch mit der Radeon sinkt der Bedarf an Hauptspeicher.

Doch halten sich die Einsparungsmöglichkeiten in engen Grenzen. Die besten Optionen zum RAM-sparen sind mit großem Abstand die Texturqualität im Grafikmenü, gefolgt von Schatten, Sichtweite und Vegetationsdetails. Letztere beiden bringen allerdings nur geringfügige Entlastung. Den Einfluss der Texturqualität können Sie gut erkennen, wenn Sie die Werte unserer Tuning-Einstellung mit jenen des Presets "Hoch" vergleichen. Da wir bei dem Tune die Texturen auf die Stufe "Gothic" gesetzt haben, was den Speicherbedarf deutlich erhöht, sind mit nur 16 GiByte mit diesem Setting recht deutliche Einbrüche sowie mehrere gröbere Hänger in unseren Messungen festzustellen. Sie erkennen diese am besten anhand der P.02- und 0.1%-Low-Metriken.

32 Gigabyte Speicher sind also auch für Gothic ratsam und als Hardware-Empfehlung angemessen. Zur Not - und die Erduldung einiger Ruckler voraussetzend, insbesondere bei längeren Streifzügen durchs Minental - lässt sich das Gothic 1 Remake aber auch mit 16 GiByte RAM genießen. Jedoch sollten Sie berücksichtigen, dass nicht nur erhöhte Details, sondern obendrein feinere Auflösungen, Nebentasks wie offene Browser-Fenster sowie ein Multi-Monitor-Setup (auf dem schlimmstenfalls Youtube-Videos, Vlogs oder Twitch-Streams laufen) den Bedarf an Hauptspeicher drastisch erhöhen können. Falls Sie wenig Speicher haben: Schließen Sie vor dem Spielen sämtliche Nebentasks, deaktivieren Sie Zweit- und Drittbildschirme, schließen Sie Browserfenster und Video-Streams. Dies kann bei knappem Hauptspeicher zu merklichen Verbesserungen sowie einer deutlich erhöhten Stabilität führen.

Summa summarum

Unser Test hat einige interessante Details offenbart. So können wir nun nachvollziehen, weshalb einer der Kollegen der PC Games über Schwierigkeiten klagte, das Gothic 1 Remake auf seinem mobilen Testrechner zu angenehmer Performance zu überreden: Es half nicht viel, Details weiter zu reduzieren oder die Upsampling-Stufe zu erhöhen. Die in dessen Notebook verbaute Geforce RTX 2070 Mobile skaliert ebenso unwillig mit Detailreduktion, wie es die RTX 2070 in diesem Artikel tut. Vermutlich ist dieser Umstand auch einer der Gründe, weshalb viele Spieler über ein unausgewogenes Optik-Performance-Verhältnis klagen. Und auch wir staunten ein wenig, wie wenig das Gothic-1-Remake beim Reduzieren der Optionen abseits der Presets "Alkimia Overdose" und "Gothic" mit einer RTX 4090 bei unserem ursprünglichen Test zulegte.

Weitere Impressionen aus dem Gothic 1 Remake mit maximalen Grafikeinstellungen

Die Skalierung ab hohen Details ist aber tatsächlich auch mit Radeon-GPUs nicht optimal. Doch diese lassen sich zumindest zu größeren Performance-Sprüngen überreden. Obendrein bringt Upsampling auf AMD-GPUs größere Leistungsgewinne. Dies liegt nicht nur an DLSS 4.5, dem Transformer-2.0-Modell, das auf älteren Geforce-RTX-Grafikkarten viel Leistung kostet. Auch mit FSR 3.1.4 oder TSR-Upsampling legt die RTX 2070 nicht in dem Maße zu, wie sie erwartungsgemäß zulegen sollte - allerdings kann ein Wechsel auf diese Upsampling-Verfahren einige wenige zusätzliche Fps mobilisieren.

Wie dem auch sei, es scheint bei Gothic noch etwas Performance-Potenzial brachzuliegen, das durch Entwickler und Patches sowie - insbesondere bei älteren Geforce-Modellen - eventuell auch durch optimierte Grafikkartentreiber entfesselt werden könnte. Generell ist die Performance von Gothic aber nicht schlecht, sie skaliert ab hohen Details allerdings nicht gut nach unten und handicapt so insbesondere Spieler mit älteren Grafikkarten. Das sehr kostspielige Alkimia-Preset neigt zudem zu Speichervöllerei und sollte demnach vermieden werden, falls wenig Arbeits- und Grafikspeicher vorhanden ist.

Mitmachen und kommentieren

Wie stehen Sie zu diesem Thema? Die PCGH-Redaktion freut sich über Ihre fundierte Meinung in den Kommentaren zu dieser Meldung. Sollten Sie noch keinen Extreme-Account haben, laden wir Sie zu einer Registrierung im Forum ein. Beachten Sie beim Kommentieren aber bitte die gültigen Forenregeln. Folgen Sie gerne PCGH bei 🔈 Youtube oder 💬 Whatsapp und erhalten Sie Neuigkeiten zu Grafikkarten, CPUs und Gaming direkt in Ihrem Feed.

29
  1. Seite 1 Einleitung und Testszenario
  2. Seite 2 Praxistest mit RTX 2070 und Vergleiche
  3. Seite 3 Praxistest mit RX 6700 XT und Vergleiche
  4. Seite 4 Arbeitsspeicher und Fazit
    • Kommentare (29)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von StutterStruggle Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Man kann doch einfach in der Nvidia App das Upscaling Model auswählen…

        Preset E ist DLSS3, Preset K DLSS 4.0 und Preset M DLSS 4.5

        Was mich brennend interessieren würde: ein paar CPU Tests, z.B. einen 3600X, einen 5800X3D und einen 9800X3D jeweils mit einer GeForce und einer AMD GPU im CPU Limit testen.

        Es gibt ja immer wieder den Verdacht, dass der CPU Overhead bei Nvidia größer ist.
      • Von StutterStruggle Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Man kann doch einfach in der Nvidia App das Upscaling Model auswählen…

        Preset E ist DLSS3, Preset K DLSS 4.0 und Preset M DLSS 4.5

        Was mich brennend interessieren würde: ein paar CPU Tests, z.B. einen 3600X, einen 5800X3D und einen 9800X3D jeweils mit einer GeForce und einer AMD GPU im CPU Limit testen.

        Es gibt ja immer wieder den Verdacht, dass der CPU Overhead bei Nvidia größer ist.
      • Von PCGH_Phil BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von DamnS3xyHardwar3
        Ach so: Kann man bei so einem Titel die DLSS-Version auch "downpatchen" per DLL-Tausch? Ist ja zumindest nicht verwunderlich, dass eben gerade die RTX 2XXX an DLSS 4.5 zu knabbern hat.
        Ja, das sollte gehen. Optiscaler ist dein Freund.

        Gruß,
        Phil
      • Von Rollora Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Cleriker
        Was ist falsch daran, gutes immer wieder zu konsumieren bzw. zu produzieren?
        Absolut nichts, ich bin nur für konstante Innovation und Weiterntwicklung. Aktuell herrscht seit gefühlt 20 Jahren Stillstand, nicht einmal Evolution
      • Von GEChun Volt-Modder(in)
        Zitat von MeisterTom
        Kein Stillstand. Die RX 9070 XT ist um Klassen schneller, als die RX 6800 XT.
        Ich verstehe deine Aussage nicht, macht auch so keinen Sinn.
      • Von Cleriker Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Rollora
        Naja bei Spielen ist das aber seit knappen 20 Jahren der Fall
        Und das ist vollkommen in Ordnung!

        Ich finde ein super Mario Bros. 3 bis heute toll, ebenso ein Monopoly, Spiel des Lebens, Unreal Tournament und Gothic.

        Es muss sich nicht ständig alles neu erfunden. Seid ihr Sonnenaufgänge leid, oder Urlaub, weil ihr die schon lange hattet?
        Oder gar das atmen, oder dass ihr von eurem Arbeitgeber monatlich Geld bekommt?

        Was ist falsch daran, gutes immer wieder zu konsumieren bzw. zu produzieren?
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 07/2026 PC Games 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 07/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk