Gothic Remake mit 64 CPUs und 44 Grafikkarten geprüft: Mit dieser Hardware ist man fit
Knapp sieben Jahre nach dem Playable Teaser ist das Gothic Remake endlich da. Wer für den Titel einen neuen Gaming-PC kaufen oder aufrüsten möchte, sollte wissen, was wir durch Benchmarks und eine Technik-Analyse herausgefunden haben.
Auf dieser Seite
- 1 Eine der besseren UE5-Umsetzungen
- 2 Hohe Anforderungen an die Grafikkarte, Radeons stark
- 3 Wieviel Grafikspeicher? Linux vs. Windows
- 4 Auch für Prozessoren kein Spaziergang
- 5 PCGH-Aktions-PC RX9070-Edition
- 6 PCGH-Performance-PC RX9070XT-Edition V2
- 7 Technik-Fazit: Gothic Remake
- 8 PCGH-PCs: Gaming-PC konfigurieren für jedes Budget
Das Gothic Remake bleibt dem Grundgerüst des Originals von 2001 treu: Als namenloser Gefangener landet der Spieler im Minental, einer von einer magischen Barriere umschlossenen Strafkolonie, und muss sich in einer rauen, gefährlichen Welt behaupten. Alkimia Interactive hat die Vorlage dabei nicht einfach technisch modernisiert, sondern viele Inhalte, Dialoge und Elemente der Spielwelt behutsam erweitert und neu interpretiert. Die Freiheit, die lebendige Spielwelt und der ruppige Umgangston der NPCs sind erhalten geblieben und gehören weiterhin zu den größten Stärken des Spiels.
Eine der besseren UE5-Umsetzungen
Beim Remake kommt die Unreal Engine 5.4.3 zum Einsatz, wobei die Entwickler zusätzlich einige Funktionen späterer Engine-Versionen integriert haben. Besonders bemerkenswert ist, dass das Spiel trotz der anspruchsvollen Grafik vergleichsweise wenige typische Unreal-Engine-Probleme wie Traversal-Stutter oder Nachladeruckler zeigt. Dafür sorgen unter anderem ein erweitertes PSO-Precaching sowie ein speziell genutzter Lightweight Actor Cache, der die Verwaltung dynamischer Objekte wie NPCs und Gegenstände effizienter gestaltet.
Grafisch schöpft das Gothic Remake die Möglichkeiten der Unreal Engine 5 umfangreich aus: Zum Einsatz kommen Lumen Global Illumination, Lumen-Reflexionen, Virtual Shadow Maps, komplexe volumetrische Effekte sowie eine aufwendige globale Beleuchtung. Vor allem Nebel, God Rays und die Interaktion von Licht und Schatten prägen die Atmosphäre der Spielwelt. Das höchste Preset "Alkimia Overdose" erweitert die Lumen-Darstellung nochmals deutlich, erhöht die Qualität von Schatten, Reflexionen und volumetrischen Effekten, verlangt dafür aber auch entsprechend leistungsstarke Hardware.
Besonders positiv fällt auf, dass das Remake trotz moderner Technik nicht dem oft kritisierten generischen "Unreal-Look" verfällt. Statt kompromisslosem Realismus setzen die Entwickler auf einen leicht stilisierten, kontrastreichen Grafikstil mit angepasstem Tone-Mapping, welcher den Charakter des Originals einfängt. Zu beachten ist, dass viele der anspruchsvollsten Effekte - insbesondere Lumen-GI, Schatten und volumetrischer Nebel - eng miteinander verzahnt sind und den Großteil der Hardwareanforderungen verursachen.
Hohe Anforderungen an die Grafikkarte, Radeons stark
Ähnlich wie im vergangenen Monat bereits bei Forza Horizon 6 führt Nvidias Topmodell Geforce RTX 5090 das Testfeld zwar souverän an, dahinter bietet die aktuelle Radeon-Generation aber eine starke Performance: Die Radeon RX 9070 XT liegt von Full HD bis 4K UHD nahezu auf Augenhöhe mit Nvidias RTX 5080 und hat die RTX 5070 Ti klar im Griff, was angesichts der Preisdifferenz bemerkenswert ist. Die RX 9070 wiederum liegt nur etwas hinter der RTX 5070 Ti, kann sich aber klar vor einer RTX 5070 positionieren.
Das gilt auch für Upsampling, dessen Verwendung sich empfiehlt: Nativ erzielen nur Grafikkarten der Leistungsklasse Radeon RX 7900 GRE und höher durchschnittlich mindestens 60 Fps in Full HD im "Gothic"-Preset (sehr hoch), in WQHD gelingt das sogar nur noch Nvidias RTX 4090 und 5090. Für 30 Fps in Full HD reichen eine Arc B580 oder RTX 4060, für WQHD sollte es zumindest eine Geforce RTX 5060 Ti oder Radeon RX 6800 für dieses Leistungsniveau sein.
Zwar lässt sich das Gothic Remake auch ohne hohe Framerates passabel spielen, da die Bildausgabe nach dem anfänglichen "Einruckeln" sehr gleichmäßig ist, die Frametimes also nur geringe Unterschiede zeigen. Upsampling und Frame Generation erhöhen die Spielbarkeit aber trotzdem deutlich und sollten von jedem Spieler zumindest testweise in Erwägung gezogen werden.
Wieviel Grafikspeicher? Linux vs. Windows
8 GiByte Grafikspeicher reichen nach unserer Erfahrung zumeist für das "Gothic"-Preset samt Quality-Upsampling aus, besser aufgestellt ist man allerdings mit 12 GiByte, womit man Luft für die Qualitätsstufe "Alkimia Overdose" und zusätzliches Frame Generation ohne Nebenwirkungen hat. Für Ultra HD rät die Redaktion zu 16 GiByte, um einen Speichermangel in jedem Fall auszuschließen.
Wer unter Linux statt Windows zocken möchte, muss sich auf größere Leistungseinbrüche mit Geforce-Grafikkarten einstellen: Wir beobachteten im Benchmark-Test des Gothic Remakes einen Leistungsrückgang um 15 bis 25 Prozent mit einer Geforce RTX 5090. Im Vergleich dazu gab die RX 9070 XT nur um 3 bis 5 Prozent nach, mit einer etwas ungleichmäßigeren Bildausgabe muss man mit Radeon RX 9000 und 7000 aber leider rechnen. Die ebenfalls geprüfte RX 6800 XT legte mit CachyOS sogar gegenüber Windows 11 zu.
Auch für Prozessoren kein Spaziergang
Das Gothic Remake stellt auch an die CPU hohe Anforderungen, zumindest wenn man maximale Details und die P1-Fpa als Maßstab nimmt. Durchschnittlich über 60 Fps bewältigen in unserer Testszene nämlich alle Modelle ab der Leistungsklasse Ryzen 5 7500F, sollen die P1-Fps so hoch ausfallen, gelingt das aber nur mit flotten Gaming-Prozessoren vom Schlage eines Ryzen 7800X3D oder (nicht ganz) mit einem Core i5-14600K.
Intels aktuelle Sockel-1851-CPUs liegen gut im Rennen: Der Core Ultra 7 270K Plus liegt mit fast auf Augenhöhe mit AMDs Ryzen 7 9800X3D (durchschnittlich 92,4 vs. 93,5 Fps), was in Spielen sonst kaum der Fall ist. Dreistellige Bildraten erfordern eine Top-CPU in Form des Ryzen 9 9950X3D2 Dual Edition oder Overclocking.
PCGH-Aktions-PC RX9070-Edition
Bei diesem in limitierter Stückzahl gebauten Gaming-PC für 1.830 Euro kommt ein Ryzen 7 7800X3D zum Einsatz, der in unserem Benchmark-Test durchschnittlich 75,4 Fps erzielte und bei den P1-Fps einen gut spielbaren Wert von 60 Fps ablieferte. Der energieeffizienten CPU stehen im PCGH-Aktions-PC RX9070-Edition 32 GiByte DDR5-6000-RAM mit CL 30 zur Seite.
Von der verbauten Radeon RX 9070 kann man ca. 69 Fps in Full HD und 41 Fps in WQHD im "Gothic"-Preset erwarten, ganz ohne Upsampling oder Frame Generation, mit denen sich die Bildrate deutlich steigern lässt. Mit maximalen Details, also dem "Alkimia Overdose"-Preset, sind in unserer Testszene ca. 60 Fps in Full HD und 44 Fps in WQHD zu erwarten. Zum Vergleich: Selbst eine erheblich teurere Geforce RTX 5070 Ti liefert unter den gleichen Bedingungen mit 62 Fps in Full HD und 47 Fps in WQHD nur ein unwesentlich besseres Ergebnis.
PCGH-Performance-PC RX9070XT-Edition V2
Noch eine Schippe Extraleistung liefert der PCGH-Performance-PC RX9070XT-Edition V2 für 1.925 Euro, denn der verbaute Core Ultra 5 250K Plus liefert eine starke Leistung ab, wenn man den fairen Preis berücksichtigt: Mit durchschnittlich 87,3 Fps in der Testszene liegt er deutlich vor einem Ryzen 7 7800X3D (75,4 Fps) und selbst ein Ryzen 7 9800X3D (93,5 Fps) ist nur rund 7 Prozent schneller.
Richtig stark ist aber auch die verbaute Radeon RX 9070 XT, denn diese liegt je nach Auflösung und Detailstufe mal leicht vor, auf Augenhöhe oder etwas hinter Nvidias Geforce RTX 5080, für die man über 500 Euro tiefer in die Tasche greifen muss. Dazu kommt noch, dass die Radeon eine ähnliche Leistung unter Windows und Linux Arch in Form von CachyOS abliefert, während die Geforce nur mit dem Microsoft-OS gut abschneidet.
Technik-Fazit: Gothic Remake
Das Gothic Remake trifft den Geist des Originals erstaunlich präzise und verbindet dessen raue Atmosphäre, Freiheit und Spielwelt mit moderner Technik und zeitgemäßem Bedienkomfort. Besonders die Neuinterpretation des Minentals, das gelungene Art-Design und die starke Atmosphäre wissen zu überzeugen, auch wenn es noch den ein oder anderen Bug gibt. Technisch präsentiert sich das Spiel trotz Unreal Engine 5 erfreulich sauber und läuft weitgehend ohne störende Ruckler. Allerdings verlangt die beeindruckende Grafik mit ihren aufwendigen Lumen-Effekten und volumetrischen Effekten nach leistungsstarker Hardware. Upsampling und Frame Generation können allerdings Abhilfe schaffen.
Quelle: Krotus Computer
Krotus Computer bietet bei allen PCGH-PCs einen umfangreichen Service: Stresstest, Lüfterkurven, aktuelle UEFI- und Treiberversionen etc.
Was meinen Sie? Spielen Sie das Gothic Remake bereits und wie empfinden Sie die Hardware-Anforderungen und die gebotene Optik?
PCGH-PCs: Gaming-PC konfigurieren für jedes Budget
Im PC-Konfigurator von Krotus Computer haben Sie die Möglichkeit, jeden PCGH-PC umfassend zu individualisieren, bevor Sie ihn bestellen. Sollte ein bestimmtes Merkmal Ihren Wünschen nicht entsprechen, können Sie die Konfiguration des PCGH-Gaming-PCs anpassen, um ihn optimal auf Ihre Bedürfnisse abzustimmen. So können Sie etwa ein anderes Gehäuse und mehr RAM auswählen oder eine zusätzliche SSD hinzufügen.
Quelle: PCGH
Gothic Remake mit 64 CPUs und 44 Grafikkarten geprüft: Mit dieser Hardware ist man fit
Alle PCGH-PCs basieren auf der zur Verfügung stehenden Auswahl an Komponenten sowie unseren Tests und Empfehlungen aus der Redaktion. Die PC-Zusammenstellungen werden regelmäßig aktualisiert. Sie können diese auch als Bauvorschläge für den Selbstbau nutzen, als Komplett-PC bestellen oder im PC-Konfigurator bei unserem Partner Krotus Computer Ihren Wünschen anpassen.
