Intel Comet Lake-S: Zehn Kerne machen noch Probleme, hohe Leistungsaufnahme?
Im Vorfeld der CES gab es mehrere große Leaks zum Line-Up der kommenden Core-i-10000-Generation mit Comet Lake-S. Die Hoffnungen waren groß, dass die Rivalen für AMDs Ryzen-3000-CPUs zu Beginn des Jahres vorgestellt werden. Doch wie Computerbase berichtet, sind zwar die passenden Boards fertig, doch die CPUs machen noch Probleme.
Eigentlich sollte das Jahr 2020 nur mit guten Nachrichten für Intel beginnen. Die Hoffnungen waren groß, dass Intel auch im Desktop sein (erwartbares) Line-Up der Core-i-10000-Serie vorstellt, nachdem man mit der HEDT-Reihe Cascade Lake X schon in fünfstelligen Nummernregionen unterwegs ist (Test des Core i9-10980XE). Comet Lake heißt der Codename für die neue CPU-Generation für 2020, die erneut in (verbesserter) 14-Nanometer-Fertigung antritt.
Zehn Kerne mit Problemen?
Und tatsächlich zeigte Intel in seiner langatmigen Pressekonferenz zwar keine Comet Lake-CPUs, stellte später aber in Aussicht, dass zumindest die Mobil-Prozessoren Comet Lake-H noch in diesem Quartal veröffentlicht werden. Von Comet Lake-S, der Desktop-Version, keine Spur. Das passte so gar nicht zu den vielen Leaks, die im Dezember und Januar auftauchten. Ende Dezember machten die wichtigsten Eckdaten von über zehn Core-i-10000-Prozessoren die Runde, alles natürlich unter Vorbehalt, von Asus wurden gar fast 30 Mainboards mit 400er-"Chipsatz" gesichtet - darunter Z490, B460 oder H470.
Wenn also schon alle Eckdaten feststehen und sogar schon die Boardpartner mit den Hufen scharren, warum geht Intel dann nicht in die Offensive? Eine mögliche Erklärung liefert Computerbase nach Rücksprache mit Mainboardherstellern. So machen zwar die Comet Lake-S bis einschließlich acht Kernen (Core i7-10700K) keine Schwierigkeiten, wohl aber das Topmodell mit zehn Kernen und 20 Threads (Core i9-10900K). Auch wenn die TDP auf dem Papier angeblich "nur" bei 125 Watt steht, soll der Zehnkerner in der Praxis laut mehreren Herstellern "die 300-Watt-Marke bei Maximallast" reißen. Stromhungriges Verhalten zeigen schon andere Intel-CPUs der Coffee-Lake-S-Reihe, darunter der Core i9-9900 KS (Test). Die kolportierten Turbotakte um die 5 GHz für den Zehnkerner helfen nicht unbedingt, eine gute Energieeffizienz zu erreichen. Irgendwann ist auch die beste 14-nm-Fertigung ausgereizt. Computerbase sieht Szenarien, in denen auch kritischen Temperaturen erreicht werden. Es wird spannend sein zu sehen, wie die Boardhersteller mit diesen schwierigen Vorgaben bei der 400er-Mainboard-Generation umgehen werden.

Der Threadripper hingegen erreicht aus Werkseinstellungen schon 280W, wenn du ihm die Fesseln löst und ihn ans Limit übertaktest, bist du bei weit über 500W, meine mich erinnern zu können, dass auch mal 700W drin waren. Das ist natürlich kein Problem, wenn der eigene Workload solche Leistungsaufnahme vorraussetzt, wird man auch seinen Verwendungszweck dafür haben.
Und wie der Stromverbrauch der Intels so standardmäßig overclocked unter AVX2 aussehen soll, möchte ich mir gar nicht vorstellen wollen. Da schmilzt doch langsam das Motherboard zusammen...
Ist bei meinem 9900k ja jetzt schon so. Jenseits von 200 Watt Leistungsaufnahme macht der Kühler die Grätsche.