Core 2 Duo: Der Athlon-64-Killer feiert 20. Geburtstag
Die ganze Gaming-Welt wird von AMD dominiert. Die ganze Gaming-Welt? Nein, heute vor 20 Jahren schickt sich ein kleiner Mobile-Prozessor an, Widerstand zu leisten - und läutet damit einen Wechsel der Kräfteverhältnisse ein, welcher die CPU-Welt über ein Jahrzehnt lang prägte.
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Wer sich heutzutage mit PC-Hardware beschäftigt, insbesondere mit Gaming-Systemen, hat sich daran gewöhnt: AMD-Prozessoren liegen vorn. Intel versucht mal mehr, mal minder erfolgreich aufzuholen oder seine Produkte über den Preis an den Mann zu bringen, befindet sich seit 2019 aber überwiegend in der Verfolgerrolle. Bis weit in die 90er-Jahre sah dies genau umgekehrt aus. Team Blue dominierte; die Mitbewerber stritten sich um Budget-Nischen. Aber der Übergang zwischen beiden Zuständen war keineswegs linear, sondern eine Serie von Hochs und Tiefs, deren schärfster Wechsel im zweiten Halbjahr 2006 stattfand.
Die Vorgeschichte des Core 2 Duo
Quelle: PC Games Hardware
Solange der Athlon 64 X2 über Pentium D dominierte, zählte für AMD nur Leistung. Bei überlegenen Core 2 Quad verhöhnte man den Multi-Chip-Aufbau dann als "unechte Quadcores" und riet, auf Phenom zu warten. Jahre später wiederholte sich das Spiel mit umgekehrten Vorzeichen, als Intel AMDs Epyc-Prozessoren als "zusammengeklebt" diffamierte.
Um die Dramatik der damaligen Ereignisse zu verstehen, muss man zunächst noch weiter in die Vergangenheit blicken. AMDs "Athlon" hatte die konkurrierenden Intel Pentium 3 zur Jahrtausendwende auf ganzer Linie geschlagen. Schlüssel zum Sieg im prestigeträchtigen "Gigahertz"-Rennen war unter anderem auch eine gute Taktbarkeit zulasten der Effizienz: Während Intel bereits Mobile-Märkte als Zweitabnehmer im Auge hatte und teils unter 20 W TDP spezifizierte, verdoppelte der Athlon die Verlustleistung gängiger Desktop-CPUs binnen zwei Jahren von 35 W auf über 70 W - und mit Ausnahme einiger Enthusiasten, welche Wasserkühlungsunternehmen gründeten, störte es niemanden.
Intel reagierte darauf mit einem Split der Modellpalette: Mobile-CPUs wurden fortan getrennt entwickelt und für den Desktop entwarf man eine ambitionierte Roadmap, die 10 GHz im Jahr 2010 bei mutmaßlich über 300 W anstrebte. Maßstab für die "Netburst"-Architektur der Pentium 4 und ihrer Dual-Core-Ableger Pentium D war nicht mehr das aus heutiger Sicht vernünftig Erscheinende, sondern das technisch Mögliche. Bereits beim Überschreiten der 100-W-Schallmauer stieß Intel aber auf Widerstand der zuvor klaglosen Konsumenten, welche eine zweite oder gar die geplante dritte Verdopplung des Energieverbrauchs ablehnten. Pentium-D-"Smithfield"- und -4-"Prescott" waren 2005 als "Herdplatten" verschrien, während die an Effizienz hinzugewonnenen respektive das alte Verbrauchsniveau haltenden Athlon 64 und Athlon 64 X2 als Maß der Dinge galten.
Die Ausgangssituation zum Jahreswechsel 2005/2006: AMD war effizienter und schneller, da Intel die gute Taktbarkeit im Rahmen ziviler Power-Budgets nicht ausreizen konnte. Und AMD machte auch noch günstigere Preise. Bei Intel musste ein Kurswechsel her, und so zündete man sechs Monate vor dem Juli 2006 nicht die ursprünglich erwartete, nächste Taktstufe von Netburst, sondern ließ die mit bis über 7 GHz (bei weit über 200 W) gehandelten Generationen "Tejas", "Tejas Refresh" und "Nehalem" (der Codename wurde später erneut verwendet) in der Mottenkiste verschwinden. Stattdessen wurden die Möglichkeiten der neuen 65-nm-Fertigung genutzt, um den bestehenden Prescott-2M-Kern von 115 W auf 86 W bei weiterhin knapp 4 GHz zu zügeln. Zwei dieser "Cedar Mill"-Pentium-4 in einem Package bildeten alternativ einen "Presler"-Pentium-D, der zwar erneut bis zu 130 W verbrauchte, jetzt aber ohne Taktzügelung arbeitete. Der Effizienzrückstand auf bestehende AMD-CPUs sank hierdurch dramatisch, aber der Geschwindigkeitszuwachs war überschaubar - ein Notnagel also, kein Game Changer.
Pentium M und Core (1) Duo
Quelle: PC Games Hardware
Nach drei Jahren Pentium M (M755, links) und Core Solo/Core Duo verstand Intel, dass auch Desktop-Nutzer effiziente CPUs wollen, und veröffentlichte den Core 2 Duo (E6600, rechts).
Um AMDs rasanten Zugewinn von Marktanteilen zu stoppen, benötigte Intel einen vollkommen neuen Ansatz respektive eine Architektur, die auf die Wünsche der Kunden statt auf eine "10 GHz"-Vision optimiert war. Und Intel hatte eine derartige Option griffbereit: die vor dem Pentium 4 abgezweigte Notebook-Modelllinie. Als Pentium M kombinierte diese Pentium-3-ähnliche Kerne mit der modernen -4-Infrastruktur und wurde bereits 2003 als Geheimtipp für Freunde sparsamer Desktop-PCs gehandelt. 2005 entwickelte Intel sie im Rahmen der zweiten "Centrino"-Notebook-Offensive weiter, warf die undervolteten Pentium-3-Altlasten über Bord und setzte eine, komplett auf hohe Leistung bei niedrigem Verbrauch optimierte Architektur ein. Das Ergebnis, "Yonah", wurde 2006 neben Cedar Mill und Presler veröffentlicht und konnte, ebenfalls dank der 65-nm-Fertigung, erstmals zwei x86-Kerne bei Notebook-tauglichen TDPs von maximal 31 W anbieten, in Low-Power-Versionen sogar unter 10 W: Der "Core Duo" war geboren.
Der Conroe-Schock
Er war aber nur der Auftakt für eine komplette neue Aufstellung des Intel-Portfolios, denn bereits ein halbes Jahr später folgt der Nachfolger "Core 2 Duo" - und diesmal nicht "mobile only", sondern "desktop first". "Conroe" startet am 27. Juli 2006 (das Laptop-Pendant "Merom" folgte einen Monat später) und ersetzte Pentium 4 sowie D durch Prozessoren, welche auf hohe Leistung bei niedrigen Taktraten und somit bei annehmbaren Verbräuchen ausgelegt sind. Der Kontrast hätte schärfer nicht ausfallen können: Das neue Spitzenmodell "Core 2 Extreme X6800" ist zwar nur mit 75 W TDP statt den 130 W des Dual-Core-Vorgängers spezifiziert, arbeitet aber in Spielen bis zu 70 Prozent schneller und überflügelt so auch AMDs amtierenden Athlon-64-X2-Spitzenreiter, den FX-62, um bis zu 25 Prozent.
Kleinere Modelle folgen und setzen ebenfalls Standards in ihren Klassen, denn Intel ändert nicht einfach nur den Kurs, sondern hat bereits bei den letzten Pentium D die Vermarktungsstrategie an AMDs Dauer-Preiskampf angepasst. Für die Core 2 Duo bedeutet das: Trotz drastisch gestiegener Leistung kostet das neue Topmodell so viel wie das alte, kleinere Exemplare sortieren sich in den bestehenden Ober- und Mittelklasse-Preisslots ein. Der 950-Euro-FX-62 wird also nicht nur von einem gleich teuren Core 2 Extreme X6800 düpiert, sondern er findet sich in sämtlichen PCGH-Benchmarks auf der Verliererseite eines harten Duells mit dem Core 2 Duo E6600 für 320 Euro wieder.

Danach den Q9550. Der war aber vom P/L schlecht.
Und anschließend den Intel Sandybridge 2500K. Der war deutlich besser und hatte ich sehr lange genutzt.
Den Takt wusste ich noch weil ich da viel dran gefummelt hatte bis das rockstable lief, die Spannung musste ich nachsehen