Call of Duty: Black Ops 7 - Grafik und Technik
Wie steht es um Grafik und Technik in Black Ops 7? Sind sie genauso durchwachsen wie die Bewertungen zum Spiel? Wir klären auf.
Inhaltsverzeichnis
Call of Duty: Black Ops 7 basiert auf dem gleichen technischen Grundgerüst wie Black Ops 6. Ein Grund für die parallele Entwicklung von Black Ops 6 und 7 war, den beiden Studios Treyarch und Raven Zugriff auf dieses Fundament zu gewähren. Wie häufig und insbesondere bei den Black-Ops-Ablegern der Fall, implementierten die Entwickler allerdings einige technische Neuerungen und veränderten die zugrundeliegende Infinity-Ware-Engine, sodass eigene Branches entstanden. Für Black Ops 7 ist dies zumindest in einigen Belangen ebenfalls geschehen. Black Ops 7 bietet einige erweiterte, fesche Partikeleffekte, kommt mit den Upsamplern DLSS (CNN und Transformer), FSR 3 (FSR 4 via Treiberumwandlung) sowie XeSS. Daneben gibt es für ältere Grafikkarten die Upscaler Nvidia Image Scaling (NIS) sowie das non-temporale FSR 1. Frame Generation (FG) der jeweiligen Hersteller ist ebenso an Bord. Außerdem bietet Black Ops 7 Raytracing-Reflexionen - allerdings nur in den Multiplayer-Modi inklusive Zombies. Die Einzelspieler- respektive Koop-Kampagne muss mit reiner Rasterizing-Grafik auskommen.
| Minimal | Empfohlen | Kompetitiv/Ultra 4K | |
|---|---|---|---|
| Windows | Windows 10 x64 (neueste Version) | Windows 11 x64 (neueste Version) | Windows 11 x64 (neueste Version) |
| CPU | AMD Ryzen 5 1400 oder Intel Core i5-6600 | AMD Ryzen 5 1600X oder Intel Core i5-6700K | AMD Ryzen 5600X oder Intel Core i7-10700K |
| RAM | 8 GiByte RAM | 12 GiByte RAM | 16 GiByte RAM |
| Grafikkarte | AMD Radeon RX 470 oder Nvidia Geforce GTX 970/Geforce GTX 1060 oder Intel Arc A580 | AMD Radeon RTX 6600 XT oder Nvidia Geforce RTX 3060 oder Intel Arc B580 | AMD Radeon RX 9070 XT oder Nvidia Geforce RTX 4080/5070 |
| Grafikspeicher | 3 GiByte | 8 GiByte | 16 GiByte |
| Festplatte | SSD mit 116 GByte freiem Speicherplatz (zum Launch) | SSD mit 116 GByte freiem Speicherplatz (zum Launch) | SSD mit 116 GByte freiem Speicherplatz (zum Launch) |
| Bemerkungen: | Nur Intel- und AMD-Prozessoren mit AVX-Intruktions-Set werden unterstützt/TPM 2.0 Secure Boot erforderlich; Trail, Beta und Insider-Versionen von Windows werden eventuell nicht unterstützt | Nur Intel- und AMD-Prozessoren mit AVX-Intruktions-Set werden unterstützt/TPM 2.0 Secure Boot erforderlich; Trail, Beta und Insider-Versionen von Windows werden eventuell nicht unterstützt | Nur Intel- und AMD-Prozessoren mit AVX-Intruktions-Set werden unterstützt/TPM 2.0 Secure Boot erforderlich; Trail, Beta und Insider-Versionen von Windows werden eventuell nicht unterstützt |
Grafisch geht es durchaus ansehnlich zu, auch die Performance ist erfreulich hoch und stabil. Die Qualität der Modelle, Materialien und Animationen kann sich sehen lassen, auch wenn sich das Auge ab und an an matschigen Texturen oder groben Effekten stört. So sind einige Explosionen unansehnlich grobpixelig und unscharf, auch die per konventionellem Shadow-Mapping dargestellten Schatten sind wenig hochauflösend, neigen zum Bröseln und unsauberen Kanten. Dafür sind einige Licht- und Partikeleffekte durchaus spektakulär, und bei aller Kritik an Szenario und Design konnten sich die Artists und Level-Gestalter zumindest kreativ austoben.
Waffen-Narren kommen dank schick texturierter Schießeisen sowie ausgefeilter Nachlade-Animationen ebenfalls auf ihre Kosten. Obwohl diesen auffallen wird, dass die Magazingrößen zumeist ebenso wahnwitzig und irreal erscheinen, wie Story und Dialoge. Da fasst das gute alte Rohrmagazin der Schrotflinte schon mal 20 fette 12-Kaliberpatronen, die Magazingrößen der Sturmgewehre lassen selbst die Kugelreservoire der ikonischen Alien-Automatikgewehre schmächtig erscheinen.
Raytracing & Regeneration in Black Ops 7
Ein besonderes Schmankerl ist AMDs Ray Regeneration, die erstmals in einem Spiel anzutreffen ist. Ray Regeneration ist mit Nvidias Ray Reconstruction vergleichbar und eines der vier Features, die im FSR-4-Upgrade "Redstone" enthalten sind, welches am 10. Dezember erscheinen soll. "Redstone" und die darin enthaltenen Features bieten neue KI- und Machine-Learning-Algorithmen und setzen daher RDNA 4 (Radeon RX 9000) voraus. Die kleinste Grafikkarte, welche Ray Regeneration darstellen kann, ist folglich die Radeon RX 9060 (Non-XT). Dies gilt auch für die bereits in Black Ops 7 anzutreffende Ray Regeneration, welche als eine Art Vorschau auf das gesamte Redstone-Funktionspaket angesehen werden kann.
Quelle: Uni Freiburg
Beispiel einer Monte-Carlo-Integration. Selbst mit über 1.000 Samples pro Pixel - was sich mit heutiger Hardware nicht flüssig in angemessenen Auflösungen in Echtzeit berechnen lässt - ist das Raytracing stark Noise-behaftet. In Raytracing-Applikationen werden daher nur sehr wenige Strahlen pro Pixel verschossen, diese darauf temporal verrechnet.
Bislang kommt für Letzteres im Regelfall das TAA des Spiels zum Einsatz. Mit Nvidias Ray Reconstruction und AMDs Ray Regeneration stehen indes zwei KI-unterstützte, proprietäre Verfahren zur Verfügung; allerdings nur auf bestimmten Geforce- respektive Radeon-Modellen.
Ray Regeneration ist wie das Nvidia-Pendant Ray Reconstruction als ein De-Noising für Raytracing-Effekte angedacht. Beide Techniken sollen typische Nebeneffekte der Raytracing-Grafik kaschieren, die insbesondere in Bewegung oft stark Noise-behafteten Effekte, insbesondere häufig sichtbar bei Spiegelungen, zu rekonstruieren. Diese entstehen, da bei Raytracing zumeist eine Monte-Carlo-Integration und/oder Importance Sampling genutzt wird und zufällig - bei Importance-Sampling mit Bezug zur wichtigsten Lichtquelle - nur einige wenige Samples, Rays pro Pixel, verschossen werden. Dies wird getan, damit nicht Hunderte oder Tausende Rays/Samples pro Pixel berechnet werden müssen, kommt allerdings mit einem gravierenden Nachteil: Noise, das obendrein aufgrund der (teilweise) zufällig gewählten Samples in Bewegung "wabert" und sich in "tanzenden Flecken" manifestiert.
Sie können diesen Effekt unter anderem bei Cyberpunk 2077 und vielen RTX-Remix-Demos beim Einsatz von Pathtracing erkennen, wenn dort keine RR zum Einsatz kommt. Beide nutzen Importance Sampling. Auch die UE5 nutzt für das Lumen-Raytracing Importance Sampling, in UE5-Titeln sind ähnliche Artefakte daher ebenfalls häufig sichtbar. Die UE5 bietet einen eigenen, softwarebasierten Lösungsansatz. Wir haben ein Video mit Bewegtmaterial für Sie aufgezeichnet, denn schließlich ist ein De-Noising insbesondere in Bewegung gefordert. Sie können obendrein die Auswirkungen auf die Performance erkennen.
Die erste Inkarnation von Ray Regeneration hinterlässt im wahrsten Sinne des Wortes gemischte Bilder. Zwar kitzelt AMDs KI-gestützter Denoiser deutlich mehr Details aus Spiegelungen - siehe die Bilder oben. Bei manchen Oberflächen wabern die Reflexionen jedoch deutlich. Die Darbietung mit dem spieleigenen Denoiser, welcher auf allen Raytracing-GPUs verfügbar ist, verschluckt zwar viele Details, fällt aber nicht durch besagte Unruhe auf. Am besten schneidet Nvidias Ray Reconstruction ab, welche eine Rekonstruktionsschärfe nahe Ray Regeneration erreicht, aber stabiler als die beiden anderen Verfahren arbeitet. Im Folgenden sehen Sie AMDs Ray Regeneration neben Nvidias Ray Reconstruction, jeweils im Quality-Modus, beim Strafen aufgenommen:
Leistungskosten: Benchmarks
Was kostet AMDs Ray Regeneration gegenüber dem spieleigenen Denoising? Und wie schneidet Nvidias Ray Reconstruction im Vergleich ab? Das haben wir anhand einer Radeon RX 9070 XT und einer Geforce RTX 5070 Ti überprüft. Beide Grafikkarten sind über eine breite Palette an Spielen gleich schnell, in diesem Vergleich gibt es jedoch zwei Besonderheiten: AMD-GPUs haben traditionell große Leistungsvorteile in Call of Duty, während Nvidia beim Raytracing einer Generation weiter ist. Welche Platzierungen sich unterm Strich ergeben und wie viel Leistung die Strahlenaufwertung kostet, haben wir uns in fünf Auflösungen, jeweils mit Quality-Upsampling (67 Prozent interne Auflösung) angesehen.
Ein ungewohnter Anblick für ein Raytracing-Spiel: Die Radeon RX 9070 XT macht mit der Geforce RTX 5070 Ti kurzen Prozess. Allerdings ist Nvidias Ray Reconstruction nicht nur qualitativ besser als AMDs Ray Regeneration, sondern auf der Geforce außerdem etwas günstiger. Die Aufwertung kostet bei Nvidia nur drei Prozent und ist damit zweifellos dem Standard-Denoiser vorzuziehen, während das AMD-Pendant mit steigender Auflösung teurer wird und die Bildrate um bis zu neun Prozent senkt.
Black Ops 7: Raytracing für Kampagne dringend benötigt
Warum das Raytracing den Multiplayer-Modi vorbehalten bleibt, ist uns ein Rätsel. Call of Duty: Black Ops 7 würde auch in der Kampagne deutlich davon profitieren, wenn die antiquierte Mischung aus Screen Space Reflections (SSRs) und Cube Maps gegen moderne Raytracing-Reflexionen getauscht würde. Wir haben die Einzelspieler-Kampagne durchgespielt und erblickten sowohl in den weitläufigen Außenbereichen als auch in Innenarealen unzählige Stellen, bei denen sich Raytracing gut machen würde. Sie finden eine Auswahl im folgenden Klickvergleich.
Black Ops 7: Fazit
Call of Duty Black Ops 7 ist technisch durchaus gelungen - zumindest in den Mehrspielermodi. Die neuen Raytracing-Reflexionen sind ansprechend, dank Ray Reconstruction und nun auch Ray Regeneration werden die Spiegelungen obendrein effektiv aufgewertet. Auch die übrige Grafik kann mit knalligen Effekten und einigen netten Beleuchtungstechniken aufwarten. Die Animationen und Waffenmodelle sowie Levels sind ebenfalls ansehnlich gestaltet, allerdings in keinem Bereich wegweisend. Interessant und polarisierend zugleich sind die Halluzinationsabschnitte innerhalb der Story-Kampagne, welche mit Zombies, Monsterblumen und weiteren wilden Ideen stellenweise an Remedy-Werke erinnern. Dass offensichtlich die KI für Teile des Spiels, zumindest einige Inhalte, Designs und Assets zuständig war, hinterlässt einen weiteren, unangenehmen Beigeschmack - geht dies bereits auf Microsofts Einfluss zurück, die den KI-Einsatz laut diversen Berichten bei allen Entwicklungen vorschreiben?
Black Ops 7: Impressionen aus der Kampagne
Movement und Gunplay können dagegen voll überzeugen, allerdings steckt Call of Duty mit Black Ops 7 definitiv in einer Identitätskrise. Weder Zombie- noch Multiplayer-Modus bieten wirklich Herausragendes und die Koop-Kampagne enttäuscht mit dem Fehlen von fast allem, das Call of Duty groß gemacht hat. Der kinoreife Bombast weicht einem Psycho-Trip, der zwar einige erlebenswerte Momente hat, aber Fans nicht das gibt, was sie wirklich wollen. Dazu kommt die Always-on-Komponente mit fehlenden Checkpoints innerhalb der Missionen sowie unpausierbarem Gameplay, das selbst Solospieler nach kürzester Zeit wegen Inaktivität zurück ins Hauptmenü kickt. Kurzum: Black Ops 7 ist keine Totalkatastrophe, dürfte es aber schwer haben, sowohl CoD-Veteranen als auch jüngere Spieler anzusprechen. Obendrein gibt es starke Konkurrenz in Form von unter anderem Battlefield 6 und Arc Raiders. Für Call of Duty 2026 wünschen wir uns daher eine Rückbesinnung auf die Serienstärken - und endlich Raytracing auch für Einzelspieler, denn die künstliche Zweiklassengesellschaft ergibt keinen Sinn.
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Schönes Wochenende^^
Phil
Außerdem muss man bei den Steam Spielerzahlen bedenken dass da auch noch Warzone und Black Ops 6 mit drin sind.
Aktuell sollte es für CoD aufgrund des AimAssist eine kaufwahnung für M&K-Spieler geben.