Intel: "...nicht einmal in den Top 10 der Halbleiterunternehmen"

29
News Sven Bauduin Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Intel: "...nicht einmal in den Top 10 der Halbleiterunternehmen"
Quelle: Intel

Intels neuer CEO Lip-Bu Tan hat sich hinsichtlich der Entlassungswelle beim ehemaligen Chip-Giganten an die weltweiten Mitarbeiter des Unternehmens aus Santa Clara gewandt. Demnach werden die Einschnitte noch einmal deutlich schmerzlicher.

Intels neuer CEO Lip-Bu Tan, welcher im März auf Pat Gelsinger gefolgt ist, der im Dezember 2024 in Santa Clara vor die Türe gesetzt wurde, von hat sich hinsichtlich der Entlassungswelle beim ehemaligen Chip-Giganten an die weltweiten Mitarbeiter des Unternehmens gewandt. Demnach werden die Einschnitte noch einmal deutlich schmerzlicher und sowohl das Personal als auch ganze Sparten betreffen.

Der einstiege Chip-Gigant muss kleine Brötchen backen, wie der letzte Finanzbericht belegt, denn nicht nur die Fabriken laufen schlecht, was dazu geführt hat, dass in etwa 20 Prozent der Fabrikarbeiter entlassen werden sollen, auch wurde der hochgepriesene 18A-Prozess beerdigt. Intels-CEO schätzt deshalb die Gesamtsituation des US-Chipherstellers kühl und realistisch ein.

Vor zwanzig, dreißig Jahren waren wir wirklich die Marktführer. Jetzt denke ich, dass sich die Welt verändert hat. Wir gehören nicht zu den Top 10 der Halbleiterunternehmen. - Lip-Bu Tan, CEO -

Der Stellenabbau ist deshalb jetzt im vollen Gange und an vielen Standorten werden Hunderte von Arbeitsplätzen gestrichen. Lip-Bu Tan ist weiterhin der Auffassung, dass zu viel Personal vorrangig in Ebenen, in denen schnelle Entscheidungen gefragt sind, bei Intel beschäftigt sind, wie die Website OregonLive zuerst berichtet hat.

Der gesamte Prozess der Entscheidungsfindung ist so langsam, sodass letztendlich niemand eine Entscheidung trifft. - Lip-Bu Tan, CEO -

Intels "Kehrtwende" werde zu einem "Marathon", sagte Lup-Bu Tan und beschrieb die Entlassungen, welche in dieser Woche begonnen haben, als Versuch, Intel noch mehr "wie Nvidia, Broadcom und AMD aufzustellen", die er für "schneller und agiler" hält, betonte der Intel-CEO. Deshalb sollen weitere Mitarbeiter in Oregon, Kalifornien, Arizona und Israel sowie weiteren weltweiten Standorten entlassen werden.

Beim KI-Training denke ich, dass es für uns zu spät ist. - Lip-Bu Tan, CEO -

Der Marktwert von Intel liegt aktuell bei etwa 100 Milliarden US-Dollar, etwa die Hälfte dessen, was das Unternehmen vor 18 Monaten wert war. Im Gegensatz dazu erreichte Nvidia am Mittwoch kurzzeitig einen Marktwert von 4 Billionen US-Dollar - das erste Unternehmen, das jemals diese Schwelle durchbrochen hat. Hier sieht sich Intel überhaupt nicht mehr in der Position mit Nvidia wirklich zu konkurrieren.

"Ich denke, es ist zu spät für uns", um Nvidias Position beim KI-Training einzuholen, sagte Intel-CEO. Aber er sagte, "Intel habe andere Möglichkeiten auf dem Gebiet", ließ allerdings offen, welche das sein könnten. Vom KI-Kuchen wollen ohnehin auch alle Konkurrenten ihr Stück abhaben, weshalb Intel hier erst einmal liefern muss. Die Fertigungsprozesse und die damit verbundene Auslastung der Foundry ist gegenwärtig eine der größten Baustellen des US-Chipherstellers.

Unsere oberste Priorität ist sicherzustellen, dass unser 18A für unseren internen Abnehmer robust ist. Die zweite Priorität besteht darin, mit der Betrachtung eines anderen, 14A, zu beginnen, und das wird dann die nächste Grenze. - Lip-Bu Tan, CEO -

Nach Intel 20A wird es auch Intel 18A nicht für externe Kunden geben und Intels hauseigene Produkte werden auch zukünftig teilweise beim taiwanischen Weltmarktführer TSMC gefertigt.

Ihre Meinung ist gefragt!

Wie stehen Sie zu diesem Thema? Die PCGH-Redaktion freut sich über Ihre fundierte Meinung in den Kommentaren zu dieser Meldung. Um zu kommentieren, müssen Sie auf PCGH.de oder im Extreme-Forum eingeloggt sein. Sollten Sie bisher noch keinen Account haben, könnten Sie sich hier unverbindlich registrieren. Beachten Sie beim Kommentieren aber bitte die geltenden Forenregeln.

Quelle: OregonLive

29
    • Kommentare (29)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Bärenmarke BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von Pu244
        Das Problem ist recht einfach: solange die Fertigung Probleme hat, wird keiner einen guten Preis bezahlen. Das sind dann die berühmten Heuschrecken, die Unternehmen billig aufkaufen, sanieren und dann teuer wieder verkaufen. Wenn die Fertigung hingegen wieder auf dem Damm ist, dann hat Intel keinen Verkauf nötig.
        Die Fertigung wieder auf den Damm zu bringen ist sehr kostspielig und aktuell kann sich das intel einfach nicht leisten, wenn man sich die Zahlen mal genau anschaut...
        Von daher ja ein Verkauf/Ausgliederung und Einbringung von frischen Partnern/Kapital ist die einzige Option, auch wenn es intel erstmal Geld kostet.
        AMD hat die Trennung von ihren Fabs ja auch erstmal Geld gekostet und im Nachinein aber den Arsch gerettet.

        Zitat von Pu244
        Es ist ja auch nicht die direkte Konkurrenz, Nvidia und AMD haben wenig Gründe, von TSMC wegzukommen. Es sind kleinere Unternehmen, die andere Dinge herstellen.
        Nvidia hat sich die Fertigung zumindest mal angeschaut und intel würde gerne einen Kunden wie Nvidia haben wo auch entsprechend Volumen dahintersteht.
        Von daher stimmt das nicht ganz was du behauptest. Wobei man auch die ganzen Qualcomms und co gerne haben möchte, nur muss sich intel da mehr öffnen. Aktuell sind sie noch zu sehr auf die Abstimmung mit ihren eigenen Produkten fokussiert und das kostet sie imo Kundschaft.
      • Von Bärenmarke BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von Pu244
        Das Problem ist recht einfach: solange die Fertigung Probleme hat, wird keiner einen guten Preis bezahlen. Das sind dann die berühmten Heuschrecken, die Unternehmen billig aufkaufen, sanieren und dann teuer wieder verkaufen. Wenn die Fertigung hingegen wieder auf dem Damm ist, dann hat Intel keinen Verkauf nötig.
        Die Fertigung wieder auf den Damm zu bringen ist sehr kostspielig und aktuell kann sich das intel einfach nicht leisten, wenn man sich die Zahlen mal genau anschaut...
        Von daher ja ein Verkauf/Ausgliederung und Einbringung von frischen Partnern/Kapital ist die einzige Option, auch wenn es intel erstmal Geld kostet.
        AMD hat die Trennung von ihren Fabs ja auch erstmal Geld gekostet und im Nachinein aber den Arsch gerettet.

        Zitat von Pu244
        Es ist ja auch nicht die direkte Konkurrenz, Nvidia und AMD haben wenig Gründe, von TSMC wegzukommen. Es sind kleinere Unternehmen, die andere Dinge herstellen.
        Nvidia hat sich die Fertigung zumindest mal angeschaut und intel würde gerne einen Kunden wie Nvidia haben wo auch entsprechend Volumen dahintersteht.
        Von daher stimmt das nicht ganz was du behauptest. Wobei man auch die ganzen Qualcomms und co gerne haben möchte, nur muss sich intel da mehr öffnen. Aktuell sind sie noch zu sehr auf die Abstimmung mit ihren eigenen Produkten fokussiert und das kostet sie imo Kundschaft.
      • Von RivaTNT2 Software-Overclocker(in)
        Zitat von MechUnit
        Dass AMD aufholen soll, wäre gut. Allerdings wünscht sich niemand ein Monopol für AMD, weil sie sonst den gleichen Murks fabrizieren, den Intel fabrizierte und dann der gleiche Mist bei rum kommt.

        Wenn AMD auch mehr bei Firmen wie HP, Dell, Lenovo usw. ankommt, wird AMD sicher auch mehr bei OEM's verbaut.

        Die Verkaufszahlen gehen ja an denen auch nicht vorbei und schließlich haben sie auch Workstations und Serverinfrastruktur am Laufen, bei derer AMD momentan ein besseres P/L-Verhältnis bieten kann.
        Deswegegen hab ich ja auch von 50/50 im Idealfall gesprochen, Monopole sind immer schlecht für den Kunden.
      • Von MechUnit Software-Overclocker(in)
        Zitat von RivaTNT2
        Aber die Mühlen im OEM-Bereich mahlen nun mal langsam. Vor nun fast 5 Jahren hat AMD Intel mit dem Ryzen 5000 zum zweitplatzierten degradiert und immer noch sind 75% der Notebooks und Fertig-PCs mit Intel-CPUs ausgestattet. Den Marktanteil kann der DIY-Markt nicht ausgleichen, es ist immer noch ein weiter Weg bis es 50/50 steht. Von daher wünsche ich Intel nicht zuviel Glück bei den neuen Produkten, sodass AMD noch etwas mehr aufholen kann.
        Dass AMD aufholen soll, wäre gut. Allerdings wünscht sich niemand ein Monopol für AMD, weil sie sonst den gleichen Murks fabrizieren, den Intel fabrizierte und dann der gleiche Mist bei rum kommt.

        Wenn AMD auch mehr bei Firmen wie HP, Dell, Lenovo usw. ankommt, wird AMD sicher auch mehr bei OEM's verbaut.

        Die Verkaufszahlen gehen ja an denen auch nicht vorbei und schließlich haben sie auch Workstations und Serverinfrastruktur am Laufen, bei derer AMD momentan ein besseres P/L-Verhältnis bieten kann.
      • Von Gelöschtes Mitglied 23535a
        Liest sich ja fast wie eine Grabrede...^^

        Aber Gut das man so Hart mit sich selbst ins Gericht geht und offen dazu.

        Ich bin weiter vorrangig dort Kunde. Mir gefällt das Zeug angesichts der ausgegebenen Kröten einfach zu Gut.
      • Von Pu244 Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von SFT-GSG
        Man hat sich seit 2011 auf den eigenen Lorbeeren ausgeruht.
        Haben sie nicht.

        Zitat von SFT-GSG
        Immer nur ein gleicher 4 core Aufguss mit ein paar % mehrleistung Jahr für Jahr....man hatte es ja nicht nötig.
        Sie die CPUs schon weiter entwickelt, wir haben nur nicht mehr bekommen, weil der Bulldozer so ein Flop war. Rückblickend wird sich Intel wohl wünschen, dass sie AMD damals platt gemacht hätten, haben sie aber nicht. Ivy Bridge war mit 6 Kernen angedacht und schon Sandy Bridge E sollte 8 Kerne haben, damit man mit AMD mithalten kann. Nach dem FX 8150 war klar, dass da nichts kommt.

        Wie tief die berühmte Schublade war, konnte man sehen, als der 10nm Prozess nicht in Gang kam. Plötzlich war die Skylakearchitektur auch mit 10 Kernen möglich, das hat bis Zen 3 auch einigermaßen gereicht.

        Zitat von SFT-GSG
        Selbst gegen 2017-2018 als AMD mit Zen(+) Gas gegeben hat, man an noch gepennt. Das hat sich halt gerächt. Rund 10 Jahre Nichtstun ist halt in der Halbleiterbranche eine Ewigkeit.
        Das stimmt halt eben nicht.

        Intel war zu jeder Zeit sehr aktiv. Nach Skylake sollten Cannonlake und Icelake kommen, die haben eben Seltenheitswert, weil die 10nm Fertigung eben nicht in Gang kam. Auch darüber hinaus war Intel mit vielen Ideen unterwegs. Larabee sollte Nvidia den Grafikthron streitig machen und mit Optane hatten sie eine Speichertechnik entwickelt, die absolut überlegen war.

        Im Prinzip trifft auf Intel eben das alte Fußballerzitat zu: "erst hatten wir kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu".

        Ein Glückliches Händchen hatten sie beim Netbookboom, da hat AMD gepennt und vorher die überlegenen Geode CPUs einstellt. Gepennt hat Intel bei den Smartphones, aber die hat kaum jemand kommen sehen, da ging es AMD, Microsoft und Nvidia nicht viel besser.

        Das heißt: Microsoft hat das schon über 10 Jahre zuvor kommen sehen, sie waren nur in dem Moment nicht bereit. Win 8 kam mindestens 3 Jahre zu spät, auch wenn die Vision in der Hinsicht genial war.

        Zitat von Methusalem
        Alles, was danach kam, brachte doch nur mehr oder weniger heftige Probleme mit sich.
        Der 13900K war für sich genommen, schon eine Wucht und der 14900K hat sich mit dem 7950X und 7950X3D geprügelt. Da gab es dann natürlich das Problem mit der Elektromigration, dafür hat man jetzt 5 Jahre Garantie.

        Zitat von Bärenmarke
        Das einzig richtige - was ich auch schon seit Jahren predige - wäre eine Abspaltung der Fertigung in eine vollkommen von intel unabhängige Fertigung.
        Das Problem ist recht einfach: solange die Fertigung Probleme hat, wird keiner einen guten Preis bezahlen. Das sind dann die berühmten Heuschrecken, die Unternehmen billig aufkaufen, sanieren und dann teuer wieder verkaufen. Wenn die Fertigung hingegen wieder auf dem Damm ist, dann hat Intel keinen Verkauf nötig.

        Zitat von Bärenmarke
        Denn kein Konkurrent wird bei intel fertigen, so lange sie noch ihre Finger mit drin haben.
        Es ist ja auch nicht die direkte Konkurrenz, Nvidia und AMD haben wenig Gründe, von TSMC wegzukommen. Es sind kleinere Unternehmen, die andere Dinge herstellen.
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 08/2026 PC Games 08/2026 play5 08/2026 N-Zone 08/2026 Linux Magazin 08/2026 LinuxUser 08/2026 Raspberry Pi Geek 09/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk