AMD zum Verkauf? US-Bank J.P. Morgan soll Optionen prüfen
Wie die Wirtschaftswebseite Reuters unter Berufung auf Insider berichtet, soll AMD die US-Bank J.P. Morgan damit beauftragt haben, eventuelle Optionen zu prüfen. Wie genau diese aussehen, ist nicht genau umrissen. Das Angebot reicht von Verkauf des gesamten Unternehmens, über Unternehmensteile bis zu Patenten. Auch neue Investoren könnten gesucht werden
Medienberichten zufolge soll Chiphersteller AMD die US-Großbank J.P. Morgan damit beauftragt haben, einen potenziellen Investor oder Käufer zu suchen. AMD ist derzeit finanziell angeschlagen. Jahrelang hatte das Unternehmen keine Gewinne erwirtschaftet und ist auch technologisch hinter Hauptkonkurrent Intel abgerutscht, indem man die Performance der Core-Prozessoren nicht ernsthaft Paroli bieten konnte. Das MHz-Rennen hat man bei AMD mittlerweile aufgegeben und versucht die Nischen zu bedienen. Hier hat AMD auch durchaus interessante und kostengünstige Produkte zu bieten.
Trotz des Erfolges bei den Grafikkarten, das Geschäft gliederte man durch die Ati-Übernahme ein, sieht es derzeit nicht blendend aus bei den Texanern. Umsatzverluste und die der deutliche Zerfall des Börsenwertes sowie Personalkürzungen zur Kostenersparnis sprechen ein deutliche Sprache. Prompt kommen die eingangs erwähnten Gerüchte wieder auf, die AMD zügig dementierte. Allerdings lässt man nicht wissen, dass ein Verkauf gar kein Thema wäre. Man verfolge das Thema derzeit nicht aktiv.
Wie genau die Optionen aussehen, die J.P. Morgan verfolgen soll, ist nicht bekannt. Reuters wurde von Insidern Informationen zugespielt, die mehrere Möglichkeiten vorsehen – darunter ein Verkauf von Patenten. Denkbar wäre auch ein Verkauf der Sparte Ati, was allerdings die CPU-Sparte noch mehr schwächen würde. Personalkürzungen wurden bereits angekündigt. Das spart Geld und macht AMD für Geldgeber, Investoren oder Kaufkandidaten interessanter. Die Fabriken wurden schon vor Jahren veräußert. Zudem liebäugelt man mit der ARM-Architektur. An der Börse halfen AMD die Spekulationen, denn die Aktie zog um zwischenzeitlich 18 Prozent an. Wie nachhaltig der übriggebliebene Kursgewinn ist, bleibt allerdings abzuwarten.
AMD wird auch immer wieder mit den kommenden Konsolen ins Gespräch gebracht. So sollen die Texaner die GPU und die CPU zur Playstation 4 liefern und auch bei der Xbox 720 sind die Chancen hoch, dass man zumindest wieder die GPU stellt. Zu wünschen wäre es AMD, denn hier würde sich eine permanente Geldquelle auftun, auf die man langfristig setzten kann. Allerdings muss man hierzu noch rund ein Jahr überbrücken, denn vor Ende 2013/Anfang 2014 erwartet derzeit keiner die neuen Konsolen. Auch wenn es sich aktuell nur um Spekulationen handelt, so dürfte Reuters' Bericht zumindest nicht vollkommen haltlos sein. Es ist nicht das erste Mal, dass ein Verkauf zur Debatte steht und an jedem Gerücht findet sich immer auch einen Funken Wahrheit.
Quelle: Reuters
@iSilentHijacker: Die Situation, die du da schilderst (wesentlich mehr Verkäufe für Konsole als PC) sind hier jedem hinlänglich bekannt, denk ich mal. Dass sich die Plattform PC für die meisten Spieleentwickler nicht wirklich rentiert ist aber nur ein Teilaspekt der aktuellen Entwicklung. Früher brauchte man nen schnelleren PC für alles mögliche. Allein Browsen hat mit Flash und Co. derartig hohe Ansprüche gestellt, dass so ziemlich jeder Nutzer gemerkt hat, dass ein neuer PC schneller ist. Schau heute mal HD-Videos in Flash auf nem Athlon XP mit ner damals üblichen Grafikkarte an und du wirst sehen, was ich meine.
Dies ist seit einigen Jahren aber nicht mehr so. Jeder PC mit nem Dual Core und ner halbwegs aktuellen Grafikkarte ist in der Lage, Flash und alle anderen alltäglichen Aufgaben ohne Probleme darzustellen. Seit dem dies so ist, hat die "normale" Bevölkerung keinen Grund mehr ihren PC aufzurüsten.
Übrig bleiben Leute, die viele aufwändige Aufgaben erledigen wie Video-/Bildbearbeitung oder eben Spiele. Dass diese Zielgruppe nicht besonders groß ist, war schon immer bekannt. Nun hat auch diese kaum noch einen Grund, Geld für Hardware auszugeben, da die Anforderungen sich kaum noch ändern (Auch für Gamer reichen noch 4 Jahre alte CPUs). Und dies wirkt sich aktuell eben massiv auf die Verkaufszahlen aller PC-Hersteller und Hardware-Hersteller aus. Die Leute lechzen eben nicht mehr wie noch vor zehn Jahren nach immer mehr Rechenleistung. Und nur fürs Spielen ist wie du sagst ein PC halt einfach zu teuer. Eine Konsole bietet zwar nicht die gleiche Grafik, aber eben den gleichen (bzw. mehr) Content. Klar, dass da viele keinen Bock haben, sich dafür nen teuren PC zu kaufen.
Hinzu kommt jetzt aber noch, dass die PCs auch da abgelöst werden, wo sie früher unabkömmlich waren. Web/Email.. alles geht nun auch mit Tablets oder Smartphones.. D.h. bevor sich jemand nen Laptop kauft, greift man wohl in vielen Fällen lieber zu nem Tablet. Und je stärker und vielseitiger Tablets/Smartphones noch werden, desto weniger Menschen sehen noch einen Sinn darin, sich nen "veralteten" PC oder Laptop zu kaufen. Meine Meinung geht also weit über das Spiele-Genre, worauf du dich beziehst, hinaus.
Und was hat das hier mit dem Thema zu tun?
Dass Intel für Spieler aktuell die bessere Wahl ist, ist hier jedem bekannt, aber auch das hat doch rein gar nichts mit dem Thema hier zu tun, dass AMD evtl verkauft wird..
Vielmehr sehe ich es so, dass das Ende von AMD nur der Anfang sein könnte von dem, was mit dem bisherigen PC-Markt zukünftig noch alles passieren könnte. Die Mobilen-Geräte übernehmen immer mehr Aufgaben, für die man zuvor nen Rechner brauchte. Schnelle Rechner sind mittlerweile nur noch für Leute interessant, die viel Performance brauchen (z.B. eben Spieler). Statt sich nen AMD oder Intel Rechner zusammenzustellen rennen heute schon lieber mehr Leute zum Saturn und kaufen sich ein Tablet. Der Desktop-Markt ist schon seit Jahren rückläufig, jetzt trifft es auch die Laptops, die die letzten Jahre noch gut verkauft werden konnten. Diese Neuorientierung des Marktes macht sich btw nicht nur bei AMD bemerkbar sondern auch bei Intel.
Ich denke, es wird nicht mehr lange dauern und es wird ohne weiteres möglich sein, sein Smartphone oder Tablet einfach mit Monitor, Maus und Tastatur zu verbinden und mit passender Software (z.B. Office) werden herkömmliche Rechner erst recht obsolet für die meisten.
Dann muss sich zeigen, ob Intel mit Atom, AMD mit Brazos (oder wie die aktuellen Teile heißen) noch zur ARM-Konkurrenz aufholen können, oder ob sie selber auf ARM setzen müssen.
Sicher werden schnelle CPUs immer gefragt sein, vor allem bei Rechnerfarmen, die die Cloud speisen. Aber bei den meisten Privatanwendern geht der Trend klar zu mobil und effizient und da ist auch Intel noch nicht wirklich angekommen (trotz erster Smartphones mit Atom).
Die Konsole darfste nicht vergessen. In der ersten Woche wurde Call of Duty Black Ops 2 ca 11.Mio mal verkauft.
Und jetzt darfste mal raten wieviel davon sich es für den PC gekauft haben! Ganz magere 400.000 Exemplare. Das ist doch echt ein Witz.
Man könnte vielleicht behaupten das es 10.Mio Menschen nötig haben sich ein neuen PC mit potenter Hardware zu kaufen.
Die meisten Leute in meinem Umkreis haben meist noch ein alten Rechner rumstehen mit CPU's wie Pentium 4, AMD Athlon XP, AMD Athlon X2, Intel Pentium 925.
Also älter als 6 Jahre. Damit wird nicht gezockt obwohl einige gerne wieder was spielen wollen aber es nicht einsehen mal kurz 700-1000€ für ein PC hinblättern.
Kauft man doch lieber ne PS3 oder XBox für unter 300€ denken sich viele. Schade das der klassische PC an Beliebtheit verliert.
AMD hat schon ernsthaft schlimmere (deutlich) Zeiten durchgemacht!
Siehe Q4/2006 bis Q3/2009 :
Quartal(Jahr) Gewinne (Verlust)
Q4/06 -574
Q1/07 -611
Q2/07 -600
Q3/07 -396
Q4/07 -1772
Q1/08 -358
Q2/08 -1189
Q3/08 -127
Q4/08 -1436
Q1/09 -416
Q2/09 -330
Q3/09 -128
Quelle: 3DCenter.org | Hintergründe, Fakten, Analysen zu Gamer-Hardware & IT
Zumindest in der Performance/Leistungsaufnahme war die Laptop-CPU unschlagbar. Leider gabs anscheinend kein taugliches Board zum Übertakten, die Kühlung wäre wohl kein Problem gewesen^^. Aber auch so schon hats gereicht, den damaligen extrem teuren FX-Prozessoren in Spielen fast gefährlich zu werden..
Der Athlon64 hat den Pentium M nie deutlich schlagen können und das Intel mit im Desktopbereich mit dem Pentium 4 angetreten ist, war nicht AMDs Verdienst, sondern Intels Fehler.