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"Arc B780" im Eigenbau: Leistungsaufnahme & Effizienz
Wie viel Strom benötigt die übertaktete Intel-Grafikkarte und wie steht es um ihre Energieeffizienz?
Inhaltsverzeichnis
Für die Messungen der Leistungsaufnahme verwenden wir dieselbe Grafikkarte mit denselben Einstellungen wie in den Benchmarks: eine maximal übertaktete Asrock Arc Pro B70 Creator. Dabei handelt es sich um ein Custom-Design mit 275 Watt Board-Power ab Werk und der Option auf 330 Watt. Letztere nutzen wir, um die Taktrate dauerhaft auf rund 3,1 GHz zu treiben. Eine angehobene Lüfterkurve sowie zusätzliche Gehäuselüfter sorgen dafür, dass die GPU dabei dauerhaft unterhalb von 70 °C arbeitet. Wie steht es um die Effizienz einer derart hochgezüchteten Arc Pro B70?
Quelle: PC Games Hardware
Intel Arc B780 Simulation: OC Settings
Unser Proband setzt auf ein Direct-Heat-Exhaust-Design. Der auch als "Blower" bekannte Ansatz verfügt über einen einzelnen Radiallüfter am Heck, anstatt mehrere Axiallüfter über die gesamte Karte zu verteilen. Ein DHE-Kühler verwirbelt die Abwärme nicht im PC-Gehäuse, sondern presst sie durch einen Lamellenkörper, an dessen Ende die offene Slotblende ist - die Hitze entweicht zum allergrößten Teil aus dem Rechner. Das Dual-Slot-Design erinnert an Grafikkarten vergangener Tage, wie die Radeon RX 5000 oder Geforce GTX, allerdings deutlich schlichter. Die Asrock-Karte versprüht mit ihrem mattschwarzen Design und dezenten Gold-Ornamenten einen edlen Charme.
Stromversorgung und Leistungsaufnahme
Um bis zu 330 Watt bereitzustellen, setzt Asrock auf eine 12V-2×6-Buchse anstelle mehrerer traditioneller Anschlüsse. Mitbewerber Sparkle hat sich ebenfalls für die neue Stromversorgung entschieden. Wie bei der Intel-Referenzkarte ist die Buchse horizontal platziert, sodass die Kabel sauber nach hinten verlegt werden können. Der 12V-2×6-Anschluss sorgt, wie auch sein Vorgänger 12VHPWR, immer wieder für Schlagzeilen, da entsprechende Grafikkarten respektive ihre Stromstecker zu Überhitzung und somit Schmoren neigen. Im PCGH-Testlabor ist bislang keine einzige Grafikkarte mit der modernen Buchse abgebrannt und auch die Asrock Arc Pro B70 Creator zeigte keine Anzeichen, diese Serie zu beenden.
Quelle: PC Games Hardware
"Arc B780" im Eigenbau: Knacken wir mit 3,1 GHz die RTX 5070 und RX 9070? (8)
PCGH misst die Leistungsaufnahme von Grafikkarten mithilfe des Power-Capture-Analysis-Tools. Wie immer bildet die folgende Tabelle die Maximalwerte aller Grafikkarten ab, ohne dass die Infrastruktur einen bremsenden Einfluss hat. Wer eine gute Belüftung im Gehäuse vorweisen kann, nur in Full HD spielt oder bevorzugt mit Framelimits unterwegs ist, wird sowohl eine geringere Leistungsaufnahme als auch geringere Lautheit zu Gesicht und Ohren bekommen. Kommen wir nun zu den Werten im Leerlauf, bei Niedriglast und vielfältigen Workloads:
| Leistungsaufnahme | „Arc B780” | Arc Pro B70 | Arc Pro B60 | Arc B580 | RX 9060 XT 16GB | RTX 5060 Ti 16GB |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Getestetes Modell | Asrock Creator MAX-OC | Intel-Referenz | Sparkle Blower | Intel-Referenz | Sapphire Pulse | Zotac Twin Edge |
| Leerlauf/Idle (UHD-Desktop) | 49 – 50 Watt* | 49 – 50 Watt* | 33 – 34 Watt* | 13 – 37 Watt | 6 – 7 Watt | 12 – 13 Watt |
| Dual-Display (UHD + FHD) | 50 – 51 Watt* | 50 – 51 Watt* | 34 – 35 Watt* | 20 – 37 Watt | 7,5 – 9 Watt | 14 – 15 Watt |
| Ultra-HD-Youtube-Video | 51 – 52 Watt* | 52 – 53 Watt* | 36 – 37 Watt* | 37 – 40 Watt | 16 – 18 Watt | 15 – 16 Watt |
| Gaming (Maximum) | 331 Watt | 235 Watt | 162 Watt | 197 Watt | 168 Watt | 184 Watt |
| Anno 117 (Full HD, Raster) | 217 Watt | 201 Watt | – | – | – | – |
| Anno 1800 (FHD, 4× MSAA) | 288 Watt | 230 Watt | 119 Watt | 175 Watt | 167 Watt | 175 Watt |
| Control (WQHD, RT) | 329 Watt | 233 Watt | 143 Watt | 185 Watt | 167 Watt | 166 Watt |
| CP2077 (Full HD, Raster) | 301 Watt | 233 Watt | 121 Watt | 147 Watt | 167 Watt | 180 Watt |
| Metro Exodus EE (WQHD, RT) | 330 Watt | 233 Watt | 153 Watt | 196 Watt | 167 Watt | 183 Watt |
| Full-HD-Gaming @ 60-Fps-Limit | 69 Watt | 72 Watt | 55 Watt | 62 Watt | 40 Watt | 37 Watt |
| Max. Energie über Slot (12V+3,3V) | 50 Watt | 64 Watt | 52 Watt | – | 40 Watt | 47 Watt |
| Blender Benchmark (Classroom) | 245 Watt | 231 Watt | – | – | – | – |
| PCGH VGA Tool (Furmark) | 331 Watt | 234 Watt | – | – | – | – |
Leistungsaufnahme abhängig von Display, Auflösung und Bildwiederholrate. Angegeben ist die Spanne von 60 bis 144 Hertz (ohne VRR). *Ohne explizit aktiviertes ASPM.
Während die Leerlaufwerte nur noch Kopfschütteln anstelle blanken Entsetzens verursachen (alle Informationen im PCGH-Test der Intel Arc Pro B70), gilt unser Blick den Last-Messungen. Dort tritt das Erwartete auf: Während die Intel-Referenzkarte durchweg powerlimitiert ist, kann sich unsere "Arc B780" weitgehend entfalten und nach Herzenslust boosten. Je nach Auslastung fallen beim Gaming 217 bis 331 Watt an. Ersteres ist eine Ausnahme in Gestalt von Anno 117. Das Spiel steht auf Kriegsfuß mit Arc-GPUs - oder umgekehrt -, sodass Auslastung, Bildraten und Verbrauch gering ausfallen. Läuft alles wie gewünscht, rangiert unsere übertaktete Grafikkarte meist im 300-Watt-Bereich (erstmals erreicht von der 2020er High-End-Radeon RX 6800 XT und Geforce RTX 3080).
Energieeffizienz
Leistung ist Arbeit pro Zeit, das wissen wir spätestens seit dem Physikunterricht. Da wir sowohl die Bildraten (Fps) als auch den Verbrauch (Watt) ermittelt haben, können wir diese ins Verhältnis setzen, um die Energieeffizienz zu berechnen. Dafür haben wir einen Benchmark für Sie erstellt, welcher den Leistungsindex mit der Leistungsaufnahme verrechnet. Da sich beide Metriken als Durchschnittswerte über zahlreiche Messungen verstehen, ist die Betrachtung ausreichend präzise. Für maximale Aussagekraft haben wir die Berechnung sowohl für das Rasterizing als auch für das Raytracing getrennt vorgenommen. Sehen wir uns an, wie die "Arc B780" im Vergleich abschneidet, angefangen beim Rasterizing:
Die Intel Arc Pro B70 arbeitet mit ihren 230 Watt im optimalen Bereich für die Architektur; die Arc B580 ist genauso effizient. Eine Übertaktung mit Spannungszugabe führt in jedem Fall zu einer schlechteren Effizienz - so auch bei unserer "Arc B780". Über alle Rasterizing-Benchmarks verbraucht die Grafikkarte durchschnittlich 295 Watt. Dies führt zwar zu rund 17 Prozent mehr Leistung, wegen der um 31 Prozent höheren Energieaufnahme sinkt die Effizienz jedoch um 11 Prozent. Sehen wir uns an, wie es beim Raytracing aussieht:
Keine Überraschungen, auch beim Raytracing verliert die "Arc B780" deutlich an Effizienz. Schuld ist die teils deutlich höhere Spannung, um die 3-GHz-Marke zu knacken. Wäre es möglich, eine zuverlässige Voltage/Frequency Curve anzulegen, ließe sich die Bilanz verbessern. Auch ein Wasserkühler würde helfen, die Leckströme der Bauteile zu reduzieren. Auf der nächsten Seite ziehen wir ein Fazit zur "Arc B780".

Wer Bock auf basteln hat und Intel unterstützen möchte bitte. Für mich ist das (noch) nichts.
Hinzu kommt die zum Teil inkonsenstente Leistung bei einigen Games, wobei man das bei Intel ja gewöhnt sein muss.
Hinzu kommt die zum Teil inkonsenstente Leistung bei einigen Games, wobei man das bei Intel ja gewöhnt sein muss.