"Arc B780" im Eigenbau: Knackt Intel mit 3,1 GHz die RTX 5070 und RX 9070?
Im PCGH-Test der Arc Pro B70 konnte Intels größter und bester Grafikchip kürzlich sein Potenzial zeigen. Doch eines verriet die stark powerlimitierte Karte nicht: was wirklich im BMG-G31 steckt. Dieser Artikel liefert mithilfe einer massiven Übertaktung die Antwort.
Inhaltsverzeichnis
Im Test der Intel Arc Pro B70 konnten wir die Frage klären, was der mit Spannung erwartete "Big Battlemage" zu leisten imstande ist. Intels stärkster Grafikchip bleibt vermutlich für immer professionellen Grafikkarten vorbehalten. Das hält uns nicht davon ab, die Arc Pro B70 ein weiteres Mal auf die Probe zu stellen, schließlich lässt sich damit formidabel spielen. Für diesen Test nutzen wir nicht die auf Effizienz getrimmte Intel-Referenzkarte, sondern eine Asrock Arc Pro B70 Creator, welche bis zu 330 Watt aufnehmen kann und damit ein kleines Overclocking-Wunder ist. Das erklärte Ziel: Schlagdistanz zur Geforce RTX 5070 und Radeon RX 9070. Ob uns dieser Stunt geglückt ist, erfahren Sie im Folgenden.
Arc B780 im Eigenbau: Übersicht
Während die Referenzkarte direkt von Intel stammt, ist dieser Test "powered by community": PCGHX-Mitglied MisterH stellte uns freundlicherweise seine Asrock Arc Pro B70 Creator zur Verfügung - herzlichen Dank für die Leihstellung! MisterH ist kein Unbekannter, sondern ein in diversen Foren vertretener Enthusiast, welcher auch ein eigenes Benchmark- respektive Tuning-Tool geschrieben hat - klicken Sie gerne einmal hinein und stellen Sie Ihre CPU oder GPU auf die Probe.
Quelle: PC Games Hardware
MisterH OpenGL Benchmark 1.99b mit "Arc B780": Ergebnisse
Für diesen Test setzen wir gezielt auf die Stärken der Asrock-Grafikkarte, da hier umfassendes Tuning möglich ist. Bei der Referenzkarte sperrt Intel das Tuning-Menü im Grafiktreiber, während Asrock alle Stellschrauben rund um Boardpower, Taktraten, Spannungen und Lüfterdrehzahl freigibt. Dabei handelt es sich um eine wertvolle Fähigkeit, denn im Gegensatz zu AMD- und Nvidia-Grafikkarten wird Arc nach wie vor nicht von den üblichen Overclocking-Tools, allen voran MSI Afterburner, unterstützt. Das Prozedere für diesen Test ist einfach: Wir übertakten die Grafikkarte bestmöglich und versuchen damit, in neue Leistungssphären vorzudringen. Sehen wir uns an, welche Rohdaten die stark übertaktete Arc B70 gegenüber der Basisvariante aufs Tableau bringt; weitere Vergleichsmodelle finden Sie in unserer gepflegten GPU-Datenbank:
| Grafikkarten | „Arc B780” | Arc Pro B70 | Radeon RX 9060 XT 16GB | Geforce RTX 5060 Ti 16GB |
|---|---|---|---|---|
| Getestetes Modell | Asrock Creator MAX-OC | Intel-Referenz | Sapphire Pulse | Zotac Twin Edge |
| Architektur | Xe 2 (BMG) | Xe 2 (BMG) | RDNA 4 | RTX Blackwell |
| GPU-Codename/Konfektion | BMG-G31 | BMG-G31 | Navi 44 XT | GB206-300 |
| Chipgröße (Die) | 368 mm² | 368 mm² | 199 mm² | 181 mm² |
| Transistoren Grafikchip (Mrd.) | 27,7 | 27,7 | 29,7 | 21,9 |
| Fertigungsverfahren (Foundry) | N5 (TSMC) | N5 (TSMC) | N4P (TSMC) | 4N (TSMC) |
| FP32-ALUs/TMUs/ROPs | 4.096/256/128 | 4.096/256/128 | 2.048*/128/64 | 4.608/144/48 |
| Raytracing-Einheiten | 32 | 32 | 32 | 36 |
| Matrix-Einheiten („AI-Cores”) | 256 | 256 | 64 | 144 |
| Level-2-Cache (MiB) | 24 | 24 | 4 | 32 |
| Level-3-Cache (MiB) | – | – | 32 | – |
| Typ. GPU-Boost-Takt (MHz) | 3.100 | 2.560 | 3.110 | 2.720 |
| INT8-Dense-Leistung (TOPS, Peak) | 406 | 367 | 205 | 190 |
| FP16-Leistung ALUs (TFLOPS) | 25,4 | 21,0 | 51,0 | 25,1 |
| FP32-Leistung ALUs (TFLOPS) | 25,4 | 21,0 | 25,5 | 25,1 |
| FP64-Leistung ALUs (TFLOPS) | 1,6 | 1,3 | 0,4 | 0,4 |
| Füllrate (Gtex/Gpix pro Sek.) | 793,6/396,8 | 655,4/327,7 | 398,1/199,0 | 391,7/130,6 |
| Multi Frame Generation | Ja (bis zu 3 KI-Bilder) | Ja (bis zu 3 KI-Bilder) | Nein | Ja (bis zu 5 KI-Bilder) |
| Treiber-Frame-Generation | Nein | Nein | Ja (1 Zwischenbild) | Ja (1 Zwischenbild) |
| Speicheranbindung (Bit) | 256 | 256 | 128 | 128 |
| Geschwindigkeit RAM (GTs/MHz) | 19,2/9.600 | 19,0/9.500 | 20,0/10.008 | 28,0/14.001 |
| Speichertyp | GDDR6 | GDDR6 | GDDR6 | GDDR7 |
| Transferrate Speicher (GB/s) | 614 | 608 | 320 | 448 |
| Speicherkapazität (MiB) | 32.768 | 32.768 | 16.384 | 16.384 |
| PCI-Express-Anbindung | 5.0 ×16 | 5.0 ×16 | 5.0 ×16 | 5.0 ×8 |
| Stromanschlüsse | 1× 16-Pol | 1× 8-Pol | 1× 8-Pol | 1× 8-Pol |
| Leistungsaufnahme (TBP) | 330 Watt | 230 Watt | 160 Watt | 180 Watt |
| Display-Konnektivität | 4× DP 2.1 (UHBR13.5) | 4× DP 2.1 (UHBR13.5) | DP 2.1a (UHBR13.5), HDMI 2.1b | DP 2.1b (UHBR20), HDMI 2.1b |
| Video-Decoding | VP9/H.264/H.265/AV1 | VP9/H.264/H.265/AV1 | VP9/H.264/H.265/AV1 | H.264/H.265/AV1 |
| Video-Encoding | VP9/H.264/H.265/AV1 | VP9/H.264/H.265/AV1 | H.264/H.265/AV1 | H.264/H.265/AV1 |
Angaben der Leistung auf Basis der von uns umfassend getesteten Grafikkarten (durchschnittlicher GPU-Boost über alle Benchmarks) - die rechtlich abgesicherten Herstellerangaben liegen teils deutlich darunter. *ALUs mit Dual-Issue-Fertigkeit; angegeben ist der bestmögliche (doppelte) Durchsatz.
Die Intel-Referenzkarte kann ihr Potenzial aufgrund des moderat gewählten Betriebspunkts ("Sweet Spot") nicht ausspielen, neben der Kühlung limitiert vor allem die Board-Power. Die Asrock Creator arbeitet ab Werk mit 275 statt 230 Watt und kann damit ihren Maximal-Boost von 2,8 GHz in den allermeisten Fällen aufrechterhalten, während die Intel-Karte auf durchschnittlich 2,56 GHz heruntertakten muss. Da mit 2,8 GHz keine neue Leistungsklasse erreicht wird, treiben wir die Karte manuell zu Höchstleistungen.
Mit +20 Prozent Board-Power, resultierend in 330 Watt, sowie einer wohldosierten Mischung aus Takt-Offsets und verstärkter Kühlung erreichen wir Spitzentaktraten von 3,2 GHz. Dieses Niveau ist nicht über alle Benchmarks stabil, unter anderem, weil wir keine handgeschnitzte Voltage/Frequency Curve nutzen können. Der Intel-Treiber bietet diese Funktionalität zwar, setzt die Takt- und Spannungspunkte jedoch selten nachvollziehbar. Außerdem ist es nicht möglich, die OC-Settings mithilfe von Profilen zu speichern. Zu schlechter Letzt kommt hinzu, dass ein Absturz bei Arc-Grafikkarten zu einem Freeze des kompletten Systems führt, welcher sich nur mittels Reset beheben lässt. Das Tuning ist somit deutlich diffiziler als bei Radeon und Geforce, weshalb wir auf das letzte Quäntchen Leistung verzichten müssen. Dennoch: Mit 3,1 GHz knacken wir die psychologisch wertvolle Grenze problemlos und steigern die durchschnittliche Taktrate um immerhin 21 Prozent. Beim Speicher haben wir hingegen Pech: Die Asrock-Karte steigt nur wenige MHz jenseits der 19,2-GT/s-Marke aus.
Dennoch haben wir uns entschieden, die fiktive Grafikkarte "Arc B780" zu nennen. Warum nicht B770? Weil wir es nach wie vor mit einem 32-GiByte-Modell zu tun haben. Damit genug der Vorrede, auf den folgenden Seiten klären wir anhand von mehr als 40 Benchmarks, wie viel von der prächtigen Übertaktung in Spielen ankommt. Können wir die Geforce RTX 5070 und Radeon RX 9070 einholen?

Hinzu kommt die zum Teil inkonsenstente Leistung bei einigen Games, wobei man das bei Intel ja gewöhnt sein muss.
Hinzu kommt die zum Teil inkonsenstente Leistung bei einigen Games, wobei man das bei Intel ja gewöhnt sein muss.
Wäre schön wenn Intel das ebenso sehen könnte und weiter Investiert.
Ist ja nur noch eine Zeitfrage bis Nvidia den Consumer Markt aufgibt oder die Preise so hochschraubt das dann viele passen müssen. Wir brauchen dringend alternativen zu AMD und Nvidia!
Die gibt es auch für die AMD-AI Pro 9700 Chips.
Kauft keiner aktuell.
Preislich unspannend, im GPU Markt ist kein Leben mehr drin.
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