Yooka-Laylee: Techniktest des liebenswerten 3D-Jump'n'Runs [Update mit weiteren GPUs]
Update vom 22. April mit weiteren Grafikkarten-Messungen: Yooka-Laylee schickt uns auf eine Reise zurück zur Jahrtausendwende, dem glorreichen Zeitalter der 3D-Jump'n'Runs. Federführend sind ehemalige Mitglieder des Entwicklers Rare, welche sich unter anderem mit den Nintendo-64-Klassikern Banjo-Kazooie, Donkey Kong 64 & Co. ein Denkmal setzten. Wir prüfen, was Yooka-Laylee am PC technisch auf dem Kasten hat.
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Yooka-Laylee ist ein klassisches 3D-Jump'n'Run, wie es sie zu Zeiten des Nintendo 64 zuhauf gab. Passenderweise zeichnen für den Titel keine Amateure verantwortlich, sondern Ex-Mitglieder des inzwischen zu Microsoft gehörenden Entwicklers Rare. Jene Veteranen gründeten das Studio Playtonic Games, um den geistigen Nachfolger ihrer einstigen Publikumslieblinge zu erschaffen: Yooka-Laylee. Die Finanzierung gelang mit Hilfe von Crowdfunding, über 70.000 Backer waren bereit, die Entwicklung von Yooka-Laylee mit über 2 Millionen Britischen Pfund (rund 2,5 Millionen Euro) zu unterstützen.
Seit dem 11. April ist Yooka-Laylee regulär über Good old Games (DRM-frei) und Steam zum Vollpreis erhältlich. Ist es das wert? PC Games Hardware prüft nicht nur die Technik, sondern stellt das Spiel außerdem aus Sicht eines Fans auf den Prüfstand. Einen vollständigen Test von Yooka-Laylee mit Gameplay-Fokus finden Sie bei unseren Kollegen von der PC Games.
Yooka-Laylee (PC) im Techniktest: Das Spiel
Yooka-Laylee handelt von den ungleichen Freunden Yooka, dem Chamäleon, und Laylee, der frechen Fledermaus. Die beiden machen sich auf, die goldenen Seiten eines wertvollen Buches wieder einzusammeln, das vom Bösewicht der Geschichte, Capital B(ee), zerrissen wurde. Das Sammeln der "Pagies" und weiterer Gegenstände steht ergo im Vordergrund, für das einige Aufgaben und Rätsel gelöst werden wollen. Die Hüpf-Action erstreckt sich über fünf grundverschiedene, erweiterbare Levels, während derer Yooka und Laylee neue Fertigkeiten erwerben und auf zahlreiche schräge Charaktere treffen.
Das Spiel erinnert nicht an Donkey Kong 64 und Banjo-Kazooie - nein, es kopiert jene Klassiker derart offensichtlich, dass man sich fragt, wie die Entwickler damit durchkommen, ohne verklagt zu werden. Aus Sicht eines Fans ist das zweifellos positiv, von der ersten Minute an flammen Erinnerungen vor allem an Banjo-Kazooie (N64, 1998) und Banjo-Tooie (N64, 2001) auf, Jump'n'Runs, die ihrerzeit Maßstäbe setzten. Die ohrwurmlastige Musikuntermalung, die Vertonung mithilfe von zur Figur passendem Gebrabbel anstelle von echter Sprachausgabe und nicht zuletzt das komplette Gameplay hieven die Klassiker mit einem neuen Anstrich in das neue Jahrzehnt und außerdem erstmals auch auf den PC.
Quelle: PC Games Hardware
Top: Detaillierte, liebenswerte Welt mit hoher Sichtweite
Yooka-Laylee ist somit die Reinkarnation dessen, was vor über 15 Jahren unzählige Spieler entzückte - mit allen Stärken, aber auch den Schwächen. Im Steam-Forum und auch innerhalb der Presse scheiden sich die Geister, denn Fans sind ein emotionales Volk. Die einen feiern das Spiel als göttliche Wiedergeburt eines verloren geglaubten Genres, die anderen fragen sich, warum diese Mumie wiedererweckt wurde. Der Autor dieser Zeilen, ein großer Fan aller Rare-Klassiker und mehrfacher Bezwinger Gruntildas, zählt sich zu den Feiernden und fühlt sich an die schönsten Spielstunden seiner Kindheit erinnert. Jedoch, und das dürfte nicht unbedingt am Spiel, sondern am fortgeschrittenen Alter des Testers liegen: So viel Spaß Yooka-Laylee auch bereitet und so oft es Erinnerungen weckt, der Zauber von damals wird nicht erreicht.
Unter dem Strich und jegliche Nostalgie ausgeblendet ist das Spiel eine Empfehlung für jeden, der mit 3D-Hüpferei etwas anfangen kann - nicht nur, weil sich Alternativen an einem Finger abzählen lassen. Yooka-Laylee lässt sich am PC durchaus mit Maus und Tastatur spielen, sowohl das Menü als auch das Gameplay schreien jedoch förmlich nach einem adäquaten Gamepad wie dem Xbox-360-Controller. Die besten Ergebnisse erzielten wir mit invertierten Kameraachsen und maximaler Sensitivität. Denn wenn es neben der kindlichen Aufmachung einen Kritikpunkt an Yooka-Laylee gibt, dann ist es die Kameraführung, welche nicht immer die optimale Ansicht findet und sich außerdem relativ nah an den Spielfiguren befindet.
Yooka-Laylee (PC) im Techniktest: Innereien
Quelle: PC Games Hardware
Flop: Schatten-Banding
Yooka-Laylee basiert auf der vielseitigen Unity-Engine, welche maßgeschneiderte Versionen des Spiels sowohl für alle aktuellen Konsolen als auch mehrere PC-Betriebssysteme ermöglicht. Neben Windows werden auch Linux, Mac OS X sowie, im Falle der Steam-Version, auch Steam OS unterstützt. Die grafische Qualität der für uns interessanten PC-Version ist grundsolide und quietschbunt, allein Begeisterungsstürme bleiben aus. Der Stil orientiert sich an Animationsfilmen für Kinder, weshalb Texturen und Assets künstlerisch ansprechend, aber weder fotorealistisch noch hochauflösend sind. Die Levels sind weitläufig und punkten sowohl mit einer interessanten, abwechslungsreichen Architektur als auch hoher Sichtweite.
Quelle: PC Games Hardware
Flop: Wer die Schattenfilterung bei Trowzer (rechts) findet, bekommt einen Preis.
Weniger schön und angesichts der hohen Performance - dazu kommen wir noch - unverständlich sind die Kantenglättung, die Schattenfilterung sowie das eifrige LoD-System. Letzteres macht sich in Form von Pop-up bemerkbar, Objekte schalten entfernungsabhängig sichtbar zwischen ihren Detailstufen um. Die dynamischen Schatten sehen grundsätzlich gut aus, hier und da versagt jedoch die Filterung und Blockartefakte erinnern unfreiwillig an die Playstation-1-Ära. Außerdem trübt sichtbares Schatten-Banding das Bild, die Übergänge zwischen den Shadow-Map-Auflösungen sind oft sichtbar. Zwecks Kantenglättung steht lediglich ein Postfilter im Stile von FXAA zur Verfügung: Das fertige Bild wird nachträglich geglättet, wobei Texturdetails und Bildschärfe verwischt werden; eine zeitliche Verrechnung findet nicht statt, sodass feines Flimmern unbehandelt bleibt. Der Algorithmus profitiert stark von gesteigertem Pixel-Input, ergo hohen Auflösungen - dazu gleich mehr. Positiv ist weiterhin, dass Yooka-Laylee alle Bildformate unterstützt, auch die Exoten:
Die Entwickler verzichten auf ein reichhaltiges Grafikmenü, Yooka-Laylee bietet am PC lediglich eine Handvoll Stellschrauben: Auflösung, Vsync an/aus, Vsync mit halber Refreshrate sowie Grafikqualität in Form vorgefertigter Presets. Diese verändern diverse Parameter, darunter Schatten und LoD-System, Schalter für die einzelnen Effekte fehlen. Zwischen "am schnellsten" und "fantastisch" klafft eine große Qualitätslücke: Ersteres erinnert mit Ausnahme von Auflösung und Bildrate an Banjo-Kazooie, Letzteres wirkt dagegen wunderschön und fortschrittlich. Aansehnlich ist Yooka-Laylee ab dem Preset "wunderschön" - darunter sticht vor allem das aggressive Schatten-LoD ins Auge. Alle Presets im Vergleich (unbedingt auf "Full-HD Vergleich" klicken!):
Yooka-Laylee (PC) im Techniktest: Grafikkarten-Benchmarks
Während unserer Tests kristallisierte sich rasch heraus, dass Yooka-Laylee keine hohen Ansprüche an die Hardware des PCs stellt. Die Entwickler geben an, dass eine Geforce GTS 450 oder Radeon HD 6850 - Mitteklasse-Grafikkarten des Jahres 2010 - die Mindestvoraussetzung darstellen. Tatsächlich ist jede Gaming-Grafikkarte der vergangenen Jahre dem "Fantastisch"-Preset des Spiels Grundsätzlich scheint Yooka-Laylee auf jedem Taschenrechner zu laufen.
gewachsen, weshalb wir uns diesmal auf eine Selektion ergrauter und aktueller Grafikkarten der Mittelklasse spezialisieren - eine Geforce GTX 1070 und Radeon R9 Fury X dienen als Vergleich.
Außerdem haben wir ein älteres System mit einer werkseitig übertakteten Geforce GTX 1080 bestückt und uns angesehen, welche Komponente - Prozessor oder Grafikkarte - wann limitiert. Die Vorzeichen stehen gut, dass die in Entwicklung befindliche Version für Nintendos Switch flüssig laufen wird, denn grundsätzlich scheint Yooka-Laylee auf jedem Taschenrechner zu laufen.
Alle Benchmarks finden in der ersten Welt namens Tribalstack Tropics (zu Deutsch: "Stammblock Tropen") statt, welche wir im Rahmen der Story vergrößert und somit um Grafiklast erweitert haben. Die Messung besteht aus einer 20-sekündigen "Reptile Roll" vom Startpunkt quer durch den Level. Diese Fähigkeit von Yooka und Laylee ist die schnellste Fortbewegungsmöglichkeit und stellt somit die größten Streaming-Anforderungen an Engine und Hardware. Level 2 (Glitterglaze Glacier) läuft mit höheren Bildraten als Level 1. Wie immer testen wir mit den aktuellen Grafiktreibern von AMD und Nvidia sowie maximalen Spieldetails ("Fantastisch"-Preset). Steam bleibt diesmal aus, wir verwenden die vollständig offline-taugliche GoG-Version von Yooka-Laylee (inklusive des Day-1-Patches).
Sie haben es bestimmt gleich bemerkt: Das Geschehen wird bei rund 120 Fps abgeriegelt, keine Grafikkarte kommt über diese Marke hinaus. Ursächlich dafür ist nicht nicht etwa ein Framelock, sondern ein Prozessorlimit. Erst mit steigender Auflösung lösen sich zumindest die Mittelklasse-Grafikkarten allmählich von dieser Grenze. Selbst Ultra HD ist auf den meisten modernen Modellen kein Problem. Ab UWQHD (3.440 1.440) Pixel und erst recht in Ultra HD sind Grafikkarten mit 3 GiByte oder einem noch größeren Speicher klar im Vorteil; bis WQHD können 2-GiByte-Beschleuniger mithalten.
Der folgende Benchmark demonstriert die Grundlast von Yooka-Laylee. Die Hardware ist bewusst ungewöhnlich: Wir paaren einen händisch optimierten und übertakteten Phenom II X6 mit einer werkseitig übertakteten Geforce GTX 1080. Diese unausgewogene Kombination verrät zwei Dinge: Erstens ist der Prozessor der Grafiklast zweifellos gewachsen, die Min-Fps betragen immerhin 71 und der Durchschnittswert rund 100 Fps. Genau hier befindet sich das Prozessorlimit. Ein hartnäckiges. Zwischen 1.280 × 720 ohne AA/AF bis einschließlich 2.560 × 1.440 mit allen Schmankerln tut sich nur wenig bei steigender Auflösung, die Grafikkarte limitiert nicht. Erst ab UWQHD respektive Ultra HD stellt sich ein partielles, leichtes Grafiklimit ein. Daraus gewinnen wir die zweite Erkenntnis: Eine werkseitig übertaktete GTX 1080 (oder vergleichbar schnelle Grafikkarte) hat kein Problem damit, Yooka-Laylee in UHD mit weit mehr als 60 Fps darzustellen.
Erst der Holzhammer in Form von Down- respektive Supersampling drückt die Bildrate und hebt die Bildqualität gleichermaßen. Da die Entwickler auf integriertes SSAA bzw. einen Auflösungsslider verzichten, führt kein Weg an Nvidias DSR oder AMDs VSR vorbei. In 5K, das je nach Display im 16:9- oder 16:10-Seitenverhältnis erreichbar ist, sinkt die Bildrate fühlbar; die Geforce GTX 1080 OC limitiert erstmals vollständig - liefert aber immer noch spielbare Bildraten.
Wichtig: Yooka-Laylee neigt zu unregelmäßiger Frameausgabe, wenn nicht mindestens 60 Fps erreicht werden. Das Stuttering verkompliziert anspruchsvolle Hüpfpassagen unnötig, weshalb Sie auf jeden Fall mit Vsync spielen sollten, was auf den meisten Systemen zu einer Bildrate von konstanten 60 Fps führt und das Stottern beseitigt. Kann Ihr PC diese Bildrate nicht stemmen, hilft die Option "1/2 Vsync" im Grafikmenü, diese halbiert die Bildrate auf die Hälfte der Bildwiederholrate.
Yooka-Laylee (PC) im Techniktest: Prozessorleistung und -kernskalierung
Wie skaliert die Engine von Yooka-Laylee mit den zur Verfügung stehenden Prozessorkernen und -threads? Das Phenom-II-System hat hier erneut seinen Auftritt, denn was liegt näher, als die CPU-Leistung auf einem Rechner zu prüfen, der nicht mehr taufrisch ist? Zu diesem Zweck deaktivieren wir schrittweise die aktiven CPU-Kerne mithilfe des Windows-Tools msconfig.
Die Skalierung ist zwar enttäuschend, allerdings ist die Nutzung unzähliger Kerne angesichts der hohen Bildraten verschmerzbar. Der Sprung von zwei auf vier Kerne steigert die Bildrate um 22 Prozent, von vier auf sechs ist dann kein Unterschied mehr fühlbar (+1,6 %). Takt schlägt wesentlich besser durch als zusätzliche Kerne, wie die Bonusmessung mit 3,2 GHz (= Phenom 2 X6 1090T) zeigt: Das 25-prozentige Taktplus auf 4 GHz steigert die Bildrate um 31 Prozent - wie das? Ganz einfach: Bei der Overclocking-Einstellung haben wir auch den Northbridge-Takt (L3-Cache & Co.) erhöht, und zwar um rund 34 Prozent.
Quelle: PC Games Hardware
Yooka Laylee: CPU-Performance & Core Scaling (Phenom 2 X6 + Geforce GTX 1080)
Yooka-Laylee (PC) im Techniktest: Grafiktuning
DSR und VSR stellen, wie erwähnt, die einfachste Methode dar, um überschüssige Grafikleistung in ein hübscheres Bild zu investieren. Wir haben einen Bildvergleich vorbereitet, der die optischen Auswirkungen demonstriert. Es sind vor allem die Texturen, welche von der erhöhten internen Renderauflösung profitieren, die Unschärfe wird deutlich reduziert und in Bewegung nimmt feines Flimmern sowie Specular-Aliasing ab.


Der 1700 taktet eben sehr moderat. Aber ob man jetzt 200 FPS hat oder 120 sind eh egal bei dem Spiel. Wenn es solche unsauberen Frametimes laut Raff aufweist benötigt man eh Freesync/G-Sync oder man benutzt eben V-Sync wie im Test sogar vorgeschlagen.
Da hilft auch kein 5GHz 7700K mehr.
Der Test mit dem Phenom zeigt, dass selbst so alte CPUs noch locker reichen, um immerhin noch auf 100 fps zu kommen.
Da das Spiel eh auf VSYNC angewiesen ist (siehe Text), ist alles jenseits von 60 fps irrelevant.
Die GPUs schaffen keine 120 fps Minimum, also hilft ein VSync auf 120 Hz auch nicht weiter.
Der 1700 taktet eben sehr moderat. Aber ob man jetzt 200 FPS hat oder 120 sind eh egal bei dem Spiel. Wenn es solche unsauberen Frametimes laut Raff aufweist benötigt man eh Freesync/G-Sync oder man benutzt eben V-Sync wie im Test sogar vorgeschlagen.
Ich will einen Grafik Benchmark sehen, wenn Grafikkarten getestet werden und nicht wann erst der Ryzen limitiert. Dafür gibts CPU Benchmarks.
Ich will einen Grafik Benchmark sehen, wenn Grafikkarten getestet werden und nicht wann erst der Ryzen limitiert. Dafür gibts CPU Benchmarks.