Yooka-Replaylee: Kann das Remake im Techniktest mit Benchmarks überzeugen?
Über acht Jahre ist es her, seit Chamäleon Yooka und Fledermaus Laylee den Staffelstab ihrer Vorbilder im Geiste übernahmen. Und nun steht mit Yooka-Replaylee ein Remake vor der Tür. Kann es den Zauber der alten Tage noch einmal aufleben lassen? PCGH investigiert!
Inhaltsverzeichnis
Die Nostalgie ist weiter auf dem Vormarsch und ihr Name lautet Yooka-Replaylee! Wen dieser Name nicht sofort bei den Polygonen packt, sei nun zu einer kleinen Geschichtsstunde eingeladen. Denn um die Jahrtausendwende jump-te und run-te neben dem schnurrbärtigen Klempner noch eine andere legendäre Nintendo-64-Spielereihe in der dritten Dimension umher. Zumindest für die Dauer von zwei hervorragenden Spielen. Leider wurde Banjo-Kazooie mit dem vierten Eintrag beerdigt, nachdem der 2008er-Ableger "Nuts & Bolts" nur noch wenig mit seinen Vorgängern gemein hatte. Unter Microsoft, der sich den Entwickler Rare derweil einverleibt hatte, wurde entschieden, das Jump'n'Run-Genre gegen einen verrückten Fahrzeug-Builder auszutauschen. Das barg zwar durchaus Potenzial, war aber eben etwas völlig anderes.
Einige Rare-Veteranen wollten sich mit diesem unredlichen Vermächtnis jedoch nicht zufrieden geben und gründeten das Studio Playtonic Games. Dass deren per Crowdfunding finanzierte Schöpfung Yooka-Laylee der geistige Nachfolger von Banjo-Kazooie und Banjo-Tooie ist, dürfte für niemanden schwer zu erkennen sein, der sich einmal den Namen, den Schriftzug und das Protagonisten-Duo anschaut. Oder der in den vor Ohrwürmern strotzenden Soundtrack hineinhört, für den dieselben Altmeister wie damals verantwortlich zeichnen. Aber auch das Gameplay war und ist herrlich "oldschool". Die Technik wiederum, welche PCGH seinerzeit ausführlich unter die Lupe genommen hatte, war es ebenfalls. Damit soll am 9. Oktober 2025 Schluss sein, denn dann erscheint das Remake mit dem überaus treffenden Namen Yooka-Replaylee. Ein Leben ohne Wortspiele ist möglich, aber sinnlos.
Das originale Yooka-Laylee
Da bereits die Handlung des Originals eher zweckmäßig als oscarreif war, hier in aller Kürze: Als der böse Capital B(ee) alle Bücher der Welt stehlen und gewinnbringend verkaufen will, werden auch Chamäleon Yooka und Fledermaus Laylee Opfer des Übels. Um ihr wertvolles "Einbuch" zurückzubekommen, müssen die beiden hüpfen, Rätsel lösen und fünf verschiedene Welten erkunden, in denen sie immer neue Fähigkeiten lernen. Gewürzt ist das mit reichlich Humor sowie echten Albernheiten, welche dem kindgerechten Spaß einen besonderen Charme verleihen. Dazu zählt auch die Sprache der Charaktere: Gibberish (Kauderwelsch).
Komplett schien Yooka-Laylee im Jahr 2017 den Nerv aber nicht zu treffen, wie die gemischt ausgefallenen Wertungen zeigten. Technisch war der Hüpfer dagegen angenehm genügsam. Selbst Mittelklasse-Grafikkarten aus dem Jahr 2010 bewältigen das höchste Detailpreset problemlos. So lieferte eine GTX 1080 etwa weit über 60 Fps in der anspruchsvollsten PCGH-Benchmarkszene. Immerhin waren dank mehr Grafikspeicher auch höhere Auflösungen wie Ultra HD möglich, ohne die Performance merklich zu beeinträchtigen. Allzu viele Einstellungsmöglichkeiten gab es auch nicht. Mittels Supersampling via DSR/VSR ließ sich die Bildqualität deutlich verbessern. Und auch die farbenfrohen Texturen und abwechslungsreichen Level, die sich mit der Zeit sogar noch erweiterten, konnten definitiv überzeugen. Auf der Contra-Seite standen dagegen Pop-ups durch das LoD-System, sichtbares Schatten-Banding und schwache Kantenglättung (FXAA).
Das Remake: Yooka-Replaylee
Nach einem in 2,5D gehaltenen Quasi-Nachfolger Yooka-Laylee and the Impossible Lair, welcher trotz (oder wegen?) des hohen Schwierigkeitsgrads bessere Kritiken erhielt, widmeten sich die Briten erneut ihrem "Erstling". Das Remake des 3D-Jump'n'Runs Yooka-Laylee geht die größten Kritikpunkte an, setzt Nutzerwünsche um, verbessert Bild und Ton - kurz: Yooka-Replaylee ist die ultimative Version des Spiels, davon haben wir uns in gut zwölf Stunden überzeugen können. Falls Sie sich fragen, wer hier schreibt und wertet: zwei N64-Veteranen und glühende Anhänger von Banjo-Kazooie. Da bei der PCGH die Technik im Fokus steht, verweisen wir für weitere Details an unsere Gaming-fokussierten Kollegen.
Yooka-Replaylee erfindet das Rad nicht neu, stattdessen gibt es ein neues Profil und etwas Schmiere. So ist auch Yooka-Replaylee ein charmantes, quietschbuntes Spiel, das in einem Atemzug mit den jüngsten Abenteuern von Mario, Donkey Kong, Kirby und Sonys Astro Bot genannt werden darf. Während sich der fröhliche, dynamische Soundtrack genauso einbrennt wie 2017, fällt auf den ersten Blick die überarbeitete Grafik auf. Dafür setzt Entwickler Playtonic erneut auf die Unity-Engine, diesmal in der aktuellen Version 6, aber weiterhin unter Nutzung von DirectX 11. Die Mindestanforderungen sind gegenüber dem Original zwar deutlich gestiegen, aber immer noch sehr niedrig. So besteht die Grafikkarten-Empfehlung (nicht Mindestanforderung!) aus einer Geforce GTX 970. Außerdem ist Yooka-Replaylee offiziell "Steam Deck verified". Wir klären auf der folgenden Seite, wie niedrig der Anspruch wirklich ist.
Laylee vs. Replaylee
Sie ahnen es: Ein Technikwunder ist auch Yooka-Replaylee nicht. Während die Banjo-Spiele einst alles aus dem Nintendo 64 pressten (teilweise sogar mehr, als die Hardware zu leisten vermochte), gibt es hier eine schmucke Comic-Grafik - nicht mehr, nicht weniger. Die verbesserte, gegenüber dem Original etwas weniger bunt auftragende Beleuchtung hinterlässt einen tollen Eindruck und die deutlich gestiegene Sichtweite und Detaildarstellung machen gerade in den offenen Welten einiges her. Allerdings leidet auch Replaylee an sichtbarem Pop-in bei Assets. Kleine Objekte werden erst kurz vor der Kamera mit maximalem Level of Detail (LoD 0) dargestellt. Auch die Kantenglättung ist nach wie vor etwas zaghaft und geizt mit temporaler Verrechnung, sodass einige Elemente in Bewegung flimmern. Die runderneuerte Oberflächendarstellung punktet dafür nicht nur mit glaubhaften Materialien wie glänzendem Metall, sondern wurde außerdem mit texturbasierten Effekten aufgewertet. Dank Parallax Mapping weisen steinige Flächen sehenswerte Unebenheiten auf und Teppiche muten tatsächlich flauschig an.
Gerade in diesem Kontext unverständlich: Yooka-Replaylee verzichtet auf eine ordentliche anisotrope Filterung (AF) - möglicherweise, um auf allen Plattformen inklusive Switch eine ähnliche Qualität zu erzielen. Diesen Umstand können PC-Spieler auf mehreren Wegen beseitigen: Forcieren Sie AF im Grafiktreiber und/oder erhöhen Sie die Auflösung mittels Downsampling. Da das Spiel DirectX 11 als Schnittstelle verwendet, funktioniert dieser Eingriff sowohl bei Radeon- als auch bei Geforce-Grafikkarten - käme DX12 zum Einsatz, wären nur Nvidia-Grafikkarten dazu imstande. Im Arc-Treiber fehlt unterdessen die Option, AF zu erzwingen. Das ist bedauerlich, denn der Eingriff lässt alle Oberflächen in maximaler Qualität erstrahlen und hat, abgesehen von einem minimalen Fps-Verlust, keine Nebenwirkungen. Wer noch mehr "Knack" möchte, kombiniert das AF mit Downsampling plus Nachschärfung.
Wir widmen uns im Folgenden den Hardware-Anforderungen von Yooka-Replaylee. Genügt tatsächlich eine Geforce GTX 970, die GPU-Oberklasse des Jahres 2014? Ist das Spiel genauso CPU-abhängig wie das Original? Und wie steht es um die Breitbildunterstützung des Spiels? Das und mehr erfahren Sie auf der nächsten Seite.


MfG
Raff
Hast du Mario & Banjo vor 25 Jahren auch wegen der Story gespielt?
MfG
Raff
Soviel ich weiß gab es zwar einen Folgetitel, aber selbst den hab ich schon liegen lassen.
Genau wie das Remake.
Edit: Hab mir die Demo mal angeschaut und schon den Trailer fand ich Mist.
Anstatt mit der Story zu fesseln werden einem die Worte
Transformations / Collectibles / Cosmetics
entegen geschmissen. Die Message ist doch Murks.
Hat das Spiel echt SO WENIG zu bieten das man im Trailer auf COSMETICS verweisen muss?
Sorry, aber ne. Sollen sie in der Unbdeutsamkeit versenkt bleiben.
MfG
Raff