KI-Boom verteuert Speicher: Apple bestätigt Preiserhöhungen für Macbook, iPad und mehr
Apple hebt in Deutschland die Preise für mehrere iPads, Macbooks, Homepods- und Apple-TV-Modelle an. Als Grund gelten stark gestiegene Speicherpreise durch den KI-Boom.
Apple konnte der Speicherkrise durch den KI-Boom lange trotzen, doch nachdem zunächst Gerätekonfigurationen verschwanden, kommen nun die Preiserhöhungen. Apple-Käufer müssen bei mehreren Geräten ab sofort tiefer in die Tasche greifen: Weltweit hat der Konzern die Preise für verschiedene iPad- und Macbook-Modelle, aber auch für Homepod-Lautsprecher und Apple TV erhöht. Der Schritt kommt nicht überraschend, fällt aber je nach Produkt deutlich aus. Hintergrund sind die seit Monaten steigenden Kosten für Speicherchips, die durch den massiven Ausbau von KI-Rechenzentren zusätzlich unter Druck stehen. Apple-CEO Tim Cook hatte Preiserhöhungen laut Trendforce bereits zuvor mit Verweis auf die gestiegenen Speicher- und Storage-Kosten als unvermeidlich bezeichnet.
Nach den von Handelsblatt und Golem zusammengetragenen Preisänderungen steigt der Einstiegspreis des günstigsten Macbook Neo in Deutschland von zuvor 599 Euro auf 799 Euro. Beim Macbook Pro nennt das Handelsblatt einen neuen Einstiegspreis von 2.199 Euro statt zuvor 1.799 Euro. Golem führt zudem ein 14-Zoll-Macbook-Pro mit M5-Chip, 16 GiB RAM und 1 TByte SSD auf, das nun 2.200 Euro statt 2.000 Euro kostet. Auch bei Tablets gibt es deutliche Aufschläge: Das günstigste iPad steigt demnach von 379 Euro auf 499 Euro, das iPad Air von 650 Euro auf 800 Euro und das iPad Pro M5 mit 11 Zoll von 1.100 Euro auf 1.300 Euro. Die Änderungen sind deutlich und passen zu dem, was Medien aus den USA berichten.
Apple TV wird besonders deutlich teurer
Nicht nur Macs und iPads sind betroffen. Der Homepod mini kostet laut Handelsblatt nun 139 Euro und damit 30 Euro mehr als zuvor. Golem nennt außerdem den Apple TV 4K, der in Deutschland von 169 Euro auf 229 Euro steigt. Das entspricht einem besonders kräftigen Aufschlag. Unverändert bleiben nach aktuellem Stand die Preise für iPhones und Apple Watches; ob Apple diese Produktlinien dauerhaft ausnimmt, ist derzeit offen. Für die iPhones ist die nächste Generation aber auch nicht mehr weit weg und eine Anpassung könnte im September erfolgen, während die Uhren verhältnismäßig wenig Speicherchips verbaut haben. Ob die Gerüchte um aggressive Preise beim iPhone 18 Bestand haben, ist ungewiss.
The Verge berichtet für den US-Markt ebenfalls von höheren Einstiegspreisen für zahlreiche Apple-Produkte, darunter Macbook Air, Macbook Pro, iPad, iPad Air, iPad mini, iPad Pro, iMac, Mac Studio, HomePod, Apple TV und Vision Pro. Als Ursache nennt der Bericht ebenfalls die DRAM- und NAND-Engpässe.
Speicherpreise treffen zunehmend Endgeräte
Apple ist damit ein weiteres "Opfer" der aktuellen Entwicklung, die alle Unternehmen ertragen müssen. Kritiker werfen speziell Apple mit seinen hohen Margen zwar vor, dass Luft wäre, solche Preisverwerfungen zu absorbieren, aber letztlich ist das Unternehmen seinen Aktionären verpflichtet, und speziell die profitieren gerade bei börsennotierten Unternehmen wie Micron und SK Hynix. Apples strategische lange Speichereinkaufspolitik aufgrund hoher Stückzahlen, speziell beim iPhone, hatte das Unternehmen lange geschützt, aber nun dürfte das Ende erreicht sein, welches beim Preisanstieg im Speicherbereich bislang nicht in Sicht ist.
Die Speicherhersteller verlagern speziell ihre DRAM-Kapazitäten in Richtung HBM für KI-Server. Damit stehen klassische Consumer-Produkte stärker in Konkurrenz zu Rechenzentren, die für KI-Workloads große Mengen Speicher benötigen und exzellent zahlen - der Endkundenmarkt wird schlichtweg ausgepreist.
Offizielle Detailangaben von Apple zu allen alten und neuen Deutschlandpreisen liegen nicht als gesonderte Preisliste vor; es ist aber auch üblich, dass die UVPs aus Apples Online-Shop mit vorigen Preisen verglichen werden.
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Quelle: Apple, Trendforce, Handelsblatt, Golem, The Verge
