Micron: Speicherpreise bis 2030 auf Rekordniveau fixiert
Micron hat 16 langfristige Abnahmeverträge mit Großkunden geschlossen, die dem Hersteller bis 2030 eine Preisuntergrenze auf heutigem Niveau garantieren. Für Aufrüster heißt das: Eine Rückkehr zu Vorkrisenpreisen ist ausgeschlossen.
Micron hat die Vereinbarungen in seiner Quartalsmitteilung (PDF) offengelegt, über die zuerst The Register berichtete, und gewährt damit ungewöhnlich tiefe Einblicke in seine Strategic Customer Agreements. Diese Abkommen summieren sich auf die vertraglich zugesicherte Mindesteinnahmen von rund 100 Milliarden US-Dollar, ein beispielloser Auftragsbestand, besonders für die so zyklische Speicherbranche.
Die meisten Verträge laufen über fünf Jahre, von 2026 bis Ende 2030, jene aus der Automobilbranche meist über drei Jahre. Für Consumer heißt das, dass die aktuellen Rekordpreise für DRAM-Speicher wohl bis 2030 und darüber hinaus zementiert sein werden, was sowohl Arbeitsspeicher als auch Grafikspeicher betrifft.
Take-or-Pay: Microns Fünf-Jahres-Verträge erklärt
Wer in den kommenden Monaten einen neuen Gaming-PC plant oder Arbeitsspeicher nachrüsten möchte, sollte die Mechanik hinter den Langzeitverträgen kennen, denn diese bestimmt auch die Preise im Einzelhandel mit. Einen Überblick liefert unser PCGH-Preisbarometer für Juni 2026; wie weit sich die Speicherkrise inzwischen ausgebreitet hat, zeigt unsere Meldung zu den explodierenden DDR2-Preisen.
Preisuntergrenze sichert Micron Rekordmargen
Die nun vereinbarte Preisuntergrenze garantiert Micron Bruttomargen oberhalb jedes bisherigen Zyklus-Höchstwerts, laut Heise effektiv rund 85 Prozent. Die Obergrenze der jeweiligen Preisspanne liegt auf dem Niveau, das der Hersteller bis Ende Mai 2026 abgerufen hat. Bleibt das Verhältnis aus Angebot und Nachfrage bestehen, zahlen die Großkunden weiterhin die heutigen Höchstpreise und sichern sich im Gegenzug eine feste Liefermengen sowie Schutz vor weiteren Preisausschlägen nach oben.
Rund 40 Prozent seiner künftigen Konzernumsätze deckt der US-Hersteller über solche Verträge ab, die übrigen 60 Prozent verkauft er nach wie vor zu tagesaktuellen Marktpreisen. Zusätzlich leisten die Großabnehmer jetzt Vorauszahlungen in Höhe von etwa 22 Milliarden US-Dollar, mit denen Micron den Ausbau neuer Fertigung mitfinanziert. Micron, SK Hynix und Samsung dominieren und diktieren das gewinnbringende Speichergeschäft inzwischen absolut nach Belieben.
Speicherkrise: KI-Nachfrage diktiert das Angebot
Samsung, SK Hynix und Micron kontrollieren zusammen mehr als 90 Prozent des gesamten DRAM-Markts und lenken ihre Kapazitäten weiterhin ganz vorrangig in HBM-Speicher, Server-RAM und LPDDR5X für KI-Rechenzentren.
Eine spürbare Entspannung erwartet Micron selbst erst ab 2028; eine klare Aussicht, wann das Angebot zur exorbitante Nachfrage aufschließt, gibt es bis heute nicht. Für gewöhnlichen DDR5- und DDR4-Speicher bleibt die Lage damit angespannt, denn neue Fabriken brauchen Jahre Vorlauf und liefern zunächst HBM und LPDDR5X für das besonders lukrativere Server-Geschäft.
Wie ernst das Kräfteverhältnis inzwischen ist, zeigt Microns Rekordquartal: Mit 41,5 Milliarden US-Dollar Umsatz übertraf der Konzern die Erwartungen klar, die Aktie sprang nach den Zahlen um rund 13 Prozent nach oben.
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Quelle: The Register

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Denke aber das die Chinesen mitverdienen wollen und den Preis nicht signifikant drücken werden, vielleicht sorgen sie dafür, dass es überhaupt noch Speicher gibt.
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