Windows 11: Registry-Trick schaltet versteckten CPU-Boost frei
In Windows 11 schlummert eine standardmäßig ausgeblendete Energieoption, welche das Boost-Verhalten der CPU in mehreren Stufen regelt. Ein Registry-Eintrag macht das Menü sichtbar, der Eingriff lässt sich jederzeit zurücknehmen.
Microsoft hat tief in den Energieoptionen von Windows 11 einen Schalter vergraben, der das Boost-Verhalten moderner Prozessoren feiner regelt, als es die sichtbaren Menüs vermuten lassen. Standardmäßig zeigt das aktuelle Betriebssystem aus Redmond an dieser Stelle allerdings nur den minimalen und den maximalen Leistungszustand der CPU, der Boost-Modus bleibt hingegen verborgen.
Microsofts Energieoption per Registry sichtbar machen
Wer seinem Notebook noch mehr Akkulaufzeit oder seinem Desktop-PC zusätzliche Reserven für kurze Lastspitzen entlocken möchte, gelangt mit einem überschaubaren Eingriff in die Registry an die fehlenden Stufen. Das eigentliche Vorgehen ist nicht neu, gewinnt aber an Aufmerksamkeit, seitdem Microsoft das Low Latency Profile mit dem aktuellen Juni-Update KB509416 für die bereit Masse der Anwender ausgerollt und damit ein verwandtes, technisch jedoch eigenständiges Werkzeug etabliert hat.
Was der versteckte Boost-Modus in Windows 11 regelt
Der Boost-Modus in den Energieoptionen von Windows 11 entscheidet, wie weit ein Prozessor über seinen Basistakt hinaus beschleunigen darf. Microsoft selbst führt die Funktion unter der Bezeichnung PERFBOOSTMODE in der offiziellen Dokumentation als ausgeblendete Energieoption, deren Eintrag "Attributes" das Betriebssystem vor dem Anwender verbirgt. Technisch steuert dieser Modus, wie aggressiv Windows 11 die hardwareseitigen Performance-Zustände ("P-States") anspricht, die wiederum mit bekannten Technologien wie dem Intel Turbo Boost und AMD Precision Boost zusammenarbeiten. Diese Energieoption lässt sich zunutze machen.
Bereits mit dem vorangegangenen Mai-Update KB5089573 vorbereitet, hat Microsoft das Thema des Boostverhaltens der CPU zuletzt noch einmal deutlich stärker in den Vordergrund gerückt, auch wenn der hier beschriebene Schalter davon unabhängig schon seit den frühen Tagen von Windows 10 existiert.
Processor Performance Boost Mode per Registry freischalten
Wer den versteckten Boost-Modus nutzen möchte, ändert im Registrierungs-Editor des Betriebssystems lediglich einen Wert in der Registrierungsdatenbank und öffnet dazu über die Tastenkombination Windows + R den Ausführen-Dialog. Hier tippt man "regedit" ein und navigiert anschließend zum nachfolgenden Registrierungsschlüssel:
HKLM\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\Power\PowerSettings\54533251-82be-4824-96c1-47b60b740d00\be337238-0d82-4146-a960-4f3749d470c7
Dort genügt es dann, den Eintrag "Attributes" nach einem Doppelklick entsprechend von 1 auf 2 zu setzen. Nach dem Schließen des Registrierungs-Editors taucht in den erweiterten Energieoptionen unter "Prozessor-Energieverwaltung" der zusätzliche Eintrag für den Boost-Modus auf, getrennt einstellbar für Akku- und Netzbetrieb.
Quelle: Sven Bauduin
Der REG_DWORT-Wert des Schlüssels muss unter "Attributes" von 1 auf 2 gesetzt werden.
Welche Boost-Modi Windows 11 nach dem Eingriff anbietet
Windows 11 stellt nach der Freischaltung mehrere Boost-Modi bereit, die sich an den P-States orientieren und vom vollständig abgeschalteten Turbo bis zu betont aggressivem Verhalten reichen.
- Disabled hält die CPU nahe ihres Basistakts und senkt damit entsprechend die Leistungsaufnahme und Abwärme des Prozessors, kostet aber Reaktionsfreudigkeit bei kurzen Lasten.
- Enabled entspricht dem üblichen werkseitigen Verhalten, bei dem der Prozessor seine Taktfrequenz situativ anpasst.
- Aggressive, auf vielen Desktop-PCs die Voreinstellung, lässt höhere P-States und Boost-Stufen früher zu und hält sie länger.
- Die beiden Effizienz-Varianten Efficient Enabled und Efficient Aggressive erlauben das Hochtakten ebenfalls, gewichten dabei aber den Stromverbrauch stärker.
- Auf neueren Windows-Builds ergänzen die Profile Aggressive At Guaranteed und Efficient Aggressive At Guaranteed die Auswahl, welche den Takt innerhalb des garantierten Leistungsrahmens regeln.
Welche Stufen tatsächlich erscheinen, hängt von Prozessor und Windows-Build ab; auf manchen aktuellen Versionen bleibt der Eintrag trotz Eingriff aus.
Wann sich der versteckte CPU-Boost lohnt und wann nicht
Der versteckte Boost-Modus lohnt sich vor allem auf Notebooks, deren Hersteller den Turbo zugunsten von Akkulaufzeit und Temperatur einbremsen. Hier kann ein Wechsel auf "Aggressive" im Netzbetrieb spürbar Reaktionsfreude bringen, während sich "Efficient Enabled" im Akkubetrieb für längere Laufzeiten anbietet.
Auf einem gut gekühlten Desktop-PC mit leistungsfähigem Prozessor fällt der Unterschied hingegen geringer aus, da dessen Turbo-Mechanismen bereits frei arbeiten. Vom verwandten Low Latency Profile, das Microsoft jetzt serverseitig ausrollt, unterscheidet sich der Boost-Modus deutlich:
Letzterer ist eine dauerhafte Einstellung im Energieplan, Ersteres ein situatives Profil für kurze Reaktionszeiten. Wer hingegen mit Abstürzen oder auffällig hoher Abwärme konfrontiert wird, sollte den Registry-Wert wieder auf 1 zurücksetzen und so den Ausgangszustand herstellen.
Die zugrunde liegenden Performance-Zustände beschreibt Microsoft ausführlich in seinem Leitfaden zum Power- und Performance-Tuning.
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Quelle: Microsoft via Neowin

Aber trotzdem Danke für die News.
Aber Vorsicht! Nicht WIN+R drücken und dann "Reddit" eingeben. Das könnte die CPU zerstören
Gruß T.
Leistungssteigerungsmodus für Prozessoren (be337238-0d82-4146-a960-4f3749d470c7)
Geben Sie an, wie Prozessoren eine Zielfrequenz auswählen, wenn aufgrund aktueller Betriebsbedingungen eine Frequenz ausgewählt werden darf, die höher als die maximale Frequenz ist.
Possible values
Deaktiviert
Aktiviert
Hoch
Aktiviert - effizient
Hoch - effizient
Aggressiv bei Zusicherung
Effizient aggressiv bei Zusicherung
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die Einstellung gibt es schon seit mehrere Jahren und auch in Win10 und hat mit dem "low latency boostmode" nix zu tun
den lowlatency modus erzwingt man unter
HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\Session Manager\kernel
dword
LowLatencyProfile = 0x00000001
LowLatencyProfileForApplicationLaunch = 0x00000001
UxAccOptimization = 0x00000001
dürfte aber alles per default in der neuesten version auf 1 sein auch wenn die Dwords nicht angezeigt sind