EA Sports WRC im Test: Das erste WRC mit Unreal Engine hat noch Sand im Getriebe

Die Macher von Dirt Rally melden sich mit WRC 2023 und einer großen Neuerung zurück: Erstmals setzt Codemasters auf die Unreal Engine anstelle der viele Jahre genutzten Ego-Engine. Das Ergebnis kann sich zwar sehen lassen, erinnert jedoch in einigen Punkten an die Technik-Verwandten Star Wars Jedi: Survivor, Sackboy und weitere. PCGH prüft im Techniktest von WRC, was Sie erwarten können.

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EA Sports WRC im Test: Das erste WRC mit Unreal Engine hat noch Sand im Getriebe
Quelle: PC Games Hardware

Seit dem Jahr 2022 gehören die Rennspielspezialisten Codemasters zum Publisher Electronic Arts. Diese Zusammenarbeit trägt nun frische Früchte: EA Sports WRC ist nicht nur das erste WRC-Spiel von Codemasters, sondern auch der erste Ableger auf Basis der Unreal Engine - alle anderen Racing-Games der Briten setzen auf deren hauseigene Ego-Engine. WRC erscheint für PC, Playstation 5 und Xbox Series X|S. Die Last-Gen-Konsolen Xbox One und Playstation 4 bleiben außen vor, sodass ein grafischer Sprung erwartet werden darf.

EA Sports WRC, so der offizielle Name des neuen Spiels, ist prinzipiell ein Nachfolger der beliebten Dirt-Rally-Serie - ab jetzt mit offizieller WRC-Lizenz, welche Electronic Arts (EA) vor einiger Zeit ergattern konnte. Von 2015 bis 2022 hatte Kylotonn Games diese Lizenzrechte inne. WRC 2023 startet somit eine neue Ära unter neuer Führung und mit neuer Technik unter der Haube. PCGH prüft, was WRC technisch auf dem Kasten hat, und klärt die Anforderungen.

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Willkommen zum neuesten PCGH Performance Brief!

Dieses Artikelformat fällt direkt mit Messungen ins Haus und kommt immer dann zum Einsatz, wenn wir in geschäftigen Zeiten priorisieren müssen. Das bedeutet selbstverständlich nicht, dass wir uns nicht mit dem Spiel auseinandergesetzt haben. Wir verzichten lediglich auf große Erläuterungen der Technik und lassen stattdessen die Balken sprechen, welche wir mit der gewohnten Sorgfalt angefertigt haben. Wie immer freuen wir uns über konstruktives Feedback in den Kommentaren. Nun aber zu den Grafikkarten-Anforderungen von EA Sports WRC.

WRC 2023: Grafikkarten-Benchmarks

Das Wichtigste vorweg: WRC setzt nicht etwa auf die Unreal Engine 5, sondern auf die letzte Ausbaustufe der Unreal Engine 4 (v4.27.2) - anderslautende Behauptungen halten der Realität nicht stand. Codemasters bestätigt auf Nachfrage außerdem DLSS 3.1.0a (ohne Frame Generation, ergo nur Super Resolution) sowie FSR 2.2.1. XeSS ist derzeit weder integriert noch in Planung, was bedauerlich ist. Dazu gleich mehr. Wir haben uns anhand der öffentlichen Vorbesteller-Version von WRC (v1.1.0) ein Bild verschafft, welche seit dem 31. Oktober spielbar bar ist. Breit veröffentlicht wird WRC am 3. November.

WRC mit Unreal Engine 4: Grafikoptionen
EA Sports WRC: Grafikoptionen
EA Sports WRC: Grafikoptionen EA Sports WRC: Grafikoptionen #2

WRC 2023 nutzt nicht nur den gleichen Motor wie Star Wars Jedi: Survivor, Hogwarts Legacy und einige andere Spiele des Jahres 2023, es verhält sich auch ähnlich - im Guten wie im Schlechten. Die Unreal Engine 4 ist seit Jahren berüchtigt für ihren fragwürdigen Umgang mit Shader-Code. Am PC müssen bestimmte Instruktionen für die installierte Grafikkarte vorbereitet werden, um reibungsloses Spielen zu gewährleisten. Diese Dateien werden aus Platz- und Logistik-Gründen allerdings nicht vom Entwickler der Spiele ausgeliefert, sodass die Anpassung am Rechner der Spieler stattfinden muss. Hier lauert das Problem: Die Implementierung des sogenannten Shader- respektive PSO-Caching (Pipeline State Objects) erfordert hier einen größeren Aufwand als bei der Unreal Engine 5. Bedauerlicherweise fuhr Codemasters bislang nicht diese Extrameile, sodass sich WRC in die lange Reihe der Stotterspiele einreiht. Laden Sie eine Strecke das erste Mal, kommt es zu Rucklern, da immer wieder neue Shader benötigt und erst zur Laufzeit generiert werden. Fahren Sie ein zweites Mal durch die Gegend, läuft WRC beinahe tadellos, da die benötigten Shader nun vorliegen. Bei längeren Strecken kommt es jedoch immer wieder zum zweiten UE4-Problem, dem sogenannten Traversal Stuttering (Nachladeruckler). Das Problem an der Sache ist, dass ein kurzzeitig stehendes Spiel gerade in Kurven verheerende Folgen haben kann.

Laut Codemasters sei das PSO-Caching im "ersten Patch nach der Veröffentlichung" geplant, das "viele dieser Probleme beheben und das Shader-Stottern erheblich verbessern" soll. Gemeint ist ein Caching-Vorgang bei Spielstart, den man mittlerweile auch von den anderen Stotterspielen kennt. Wann dieses Update genau erscheinen wird, ist unbekannt. Unsere Benchmark-Methodik beherzigt das Problem: Wir fahren die Szene mit jeder Grafikkarte einmal ab und messen erst ab dem zweiten Durchlauf. Dieser Vorgang ist auch im Benchmark-Video zu sehen (Stotter-Gameplay ab circa 01:20):

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Resizable BAR (rBAR) respektive Smart Access Memory (SAM) sind stets im UEFI unserer Systeme aktiv. Auch diesmal haben wir Grafikkarten-Benchmarks in fünf Auflösungen angefertigt: Neben dem üblichen Full HD, WQHD, UWQHD und Ultra HD können Sie im folgenden Benchmark auch Dual-QHD mit 5.120 × 1.440 Pixeln (32:9) auswählen. Die Messungen erfolgen via CapFrameX; aus dem Durchschnitt von drei Messungen errechnen wir unsere Ergebnisse. Selbstverständlich entsprechen die Grafiktreiber den zum Testzeitpunkt aktuellen Versionen, in diesem Fall die AMD Software Adrenalin 23.20.17.05, Intel Game On Driver 4952 und Nvidia Game Ready Driver 546.01. Auch die durchschnittlichen Taktraten der getesteten Grafikkarten ermitteln wir und geben sie unter den Namen der Grafikkarte an.

Da WRC kein Zuckerschlecken für Grafikkarten ist, gestehen wir den GPUs eine Entlastung zu: Upsampling. Arc- und Radeon-GPUs laufen mit FSR 2 und Geforce-GPUs mit DLSS. XeSS wird nicht unterstützt, ansonsten würden wir Arc mit dem hauseigenen Verfahren testen. Getestet wird durchweg mit dem "Quality"-Modus (DLSS Q, FSR Q), welcher intern mit 2⁄3 der eingestellten Auflösung arbeitet und somit kräftig entlastet. Die getesteten Grafikkarten vereinen alle für Gaming relevanten Preisbereiche, angefangen bei der aktuellen 200-Euro-Klasse bis hinauf ins High-End. Unsere Teststrecke in Japan fanden wir nach dem Prüfen aller Schauplätze. Dabei handelt es sich zwar um keinen Worstcase, aber um ein weit überdurchschnittlich anspruchsvolles Szenario. Somit gilt, was prinzipiell bei allen PCGH-Benchmarks gilt: Erreicht eine Grafikkarte hier flüssige Bildraten, ist im übrigen Spiel nichts zu befürchten. Kommen wir nun zu den Ergebnissen in fünf Auflösungen:

Auch abseits des Shader-Stutterings verhält sich WRC wie ein klassisches Unreal-Engine-4-Spiel, erkennbar an den typischen Merkmalen. Da wäre zum einen die relativ große CPU-Abhängigkeit schneller Grafikkarten: Unser Prozessor ist bei rund 120 Fps am Ende - obwohl wir einen händisch ausgereizten Core i9-13900KS nebst pfeilschnellem DDR5-7600-Speicher verwenden. Diesem Limit ließe sich mit nativer Darstellung anstelle von Q-Upsampling aus dem Weg gehen, nur ergibt das aus zwei Gründen keinen Sinn. Der Erste: Das TAA in WRC sieht schlechter aus als FSR 2 Quality und erst recht als DLSS 2 Quality. Der Zweite: WRC ist - typisch UE4 - außerordentlich pixellastig, hohe Auflösungen schlagen auf den meisten Grafikkarten heftig ins Kontor. Dass es sich nicht bloß um hohe Last, sondern tatsächlich um starke Auslastung handelt, ist an den automatisch gesetzten Taktraten ablesbar. Alle teilnehmenden Grafikkarten außerhalb des CPU-Limits weisen klar unterdurchschnittliche GPU-Boosts auf und füllen ihr Powerlimit voll aus.

Sieht man davon ab, dass sich die sehr gut laufende Radeon RX 6800 XT recht deutlich von ihrer jüngeren Schwester Radeon RX 7800 XT absetzen kann, gibt es nur eine erwähnenswerte Besonderheit: Intels Arc-Grafikkarten laufen trotz des offiziell angepassten Treibers nicht rund. Die durchschnittlichen Bildraten fallen gering aus, störender ist jedoch die stotternde Frame-Verteilung, erkennbar an den schwachen Perzentilwerten. Die leichte Geforce-Vorliebe der Engine ist auch in WRC sichtbar, aber nicht besonders ausgeprägt - wäre Raytracing im Spiel, sähe das anders aus.

DLSSmearing: Die schwarzen Klötzchen mit langem Schweif sind weder UFOs noch Sternschnuppen - sondern Vögel. FSR 2 zeigt dieses Problem nicht, bröselt in Bewegung jedoch stark. Quelle: PC Games Hardware DLSSmearing: Die schwarzen Klötzchen mit langem Schweif sind weder UFOs noch Sternschnuppen - sondern Vögel. FSR 2 zeigt dieses Problem nicht, bröselt in Bewegung jedoch stark.

Erstes Fazit: WRC 2023

EA Sports WRC ist ein gutes Rennspiel mit verbesserungswürdiger Technik. Der Wechsel von der Ego- auf die Unreal-Engine ließ zwar auf einen grafischen Sprung hoffen, dieser ist jedoch nicht eingetreten - das heißt, doch, allerdings nicht so, wie sich Rennsport-Fans das erhofft hatten. Der guten Grafik stehen deutlich gestiegene Anforderungen gegenüber, neben denen F1 23, Grid Legends und andere Codemasters-Renner außerordentlich flüssig laufen. Während sich die durchschnittlichen Bildraten durch Upsampling und Detailverzicht begradigen lassen, wiegen die typischen Unreal-Stotterprobleme schwerer. Unsere Bestzeiten wurden mehrfach in Kurven dadurch vereitelt. Codemasters verspricht Abhilfe mit einem kommenden Update. Wir hoffen, dass dabei auch FSR 2 kalibriert und XeSS integriert wird, denn während das AMD-Upsampling eine deutliche Bröselneigung zeigt, fehlt das Intel-Verfahren vollständig. PCGH bleibt selbstverständlich auf dem Gas und wird diesen Artikel aktualisieren, sobald es Neuigkeiten gibt.

Bildergalerie

Und wie läuft EA Sports WRC 2023 auf Ihrem PC? Diskutieren Sie mit und stellen Sie die PCGH-Benchmarks gerne am eigenen Rechner nach. Die Redaktion freut sich über Feedback, auch zu diesem auf das Nötigste zusammengedampften Artikelformat. Zum Kommentieren müssten Sie auf PCGH.de oder im Extreme-Forum eingeloggt sein. Sollten Sie noch keinen Account haben, könnten Sie über eine Registrierung nachdenken, die viele Vorteile mit sich bringt. Beachten Sie beim Kommentieren aber bitte die gültigen Forenregeln.

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    • Kommentare (60)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Acidius82 PC-Selbstbauer(in)
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        Es wird auf jeden Fall mit jedem Patch besser.
      • Von Acidius82 PC-Selbstbauer(in)
        Nach den letzten Patches und mit den richtigen Settings ist es mittlerweile sehr gut spielbar.

        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
      • Von blautemple Kokü-Junkie (m/w)
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
        Und hattest du zwischendurch mal Zeit reinzuschauen?
      • Von blautemple Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von PCGH_Raff
        Ich brettere nachher mal rein und werde berichten.
        Berichte mal. Nach dem Forza Motorsport so reingeschissen hat suche ich aktuell nach einem neuen Feierabend Racer und aktuell hat mich die Performance abgehalten.
      • Von Jläbbischer Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Ziemlich umfangreicher Patch. Scheint zumindest bei mir aber noch nicht da zu sein. Taucht jedenfalls nicht im Downloadmanager auf.
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