State of Unreal 2026: Was Epic zu UE6, UE 5.8 und Fusion verrät

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State of Unreal 2026: Was Epic zu UE6, UE 5.8 und Fusion verrät
Quelle: Epic Games

Beim Entwicklertreffen Unreal Fest Chicago hat Epic Games am 17. Juni die Roadmap zur Unreal Engine 6 vorgestellt und parallel die Unreal Engine 5.8 freigegeben. Die ältere Version bleibt vorerst die Basis laufender Projekte.

Wer mit der Unreal Engine entwickelt, findet die finale Unreal Engine 5.8 ab sofort im Epic Games Launcher; die Roadmap zu der im Mai angekündigten Unreal Engine 6 betrifft hingegen erst die kommenden Jahre. Die jährliche State of Unreal markiert im Kalender von Epic Games traditionell den Moment, in dem das US-Unternehmen aus Cary in North Carolina seine Pläne offenlegt. So auch gerade wieder geschehen.

In diesem Jahr drängten sich die Ankündigungen: Neben dem Ausblick auf die kommende Unreal Engine 6 erschien die finale Unreal Engine 5.8. Hinzu kamen das quelloffene Versionsverwaltungssystem Lore sowie die erstmalige Anbindung von Sprachmodellen wie etwa Anthropic Claude über ein offenes Protokoll.

Vor Ort verfolgten nach Angaben des Veranstalters mehr als 2.000 Entwickler die Keynote, im Livestream kamen noch einmal Hunderttausende dazu.

Unreal Engine 6: Verse, Scene Graph und der Weg zur Fusion

Im Zentrum steht eine Konsolidierung. Über die kommenden zwei Jahre führt Epic Games die beiden bislang getrennten Entwicklungszweige zusammen: die aktuelle Unreal Engine ("UE") für klassische Spiele- und Content-Produktion sowie den Unreal Editor for Fortnite ("UEFN"), in dem das neue Programmiermodell bereits im Live-Betrieb erprobt wird. UE5 + UEFN = Unreal Engine 6, lautet die Rechnung.

Die Rechnung von Epic Games: Unreal Engine 5 + Unreal Editor for Fortnite = Unreal Engine 6 Quelle: Epic Games Die Rechnung von Epic Games: Unreal Engine 5 + Unreal Editor for Fortnite = Unreal Engine 6 Den Namen Unreal Engine 6 hatte Epic bereits Ende Mai überraschend im Rahmen von Rocket League enthüllt, den Entwicklungsfokus hatte Tim Sweeney schon 2025 umrissen. Verantwortlich für die Engine zeichnet Marcus Wassmer, der das Entwicklungsteam bei Epic Games leitet.

Unreal Engine 6 verschmilzt UE5 und Unreal Editor for Fortnite

Die Unreal Engine 6 fasst die professionelle Spieleentwicklung der UE5 und die Fortnite-Werkzeuge des UEFN in einem einzigen Editor zusammen. Epic nennt dafür drei Leitlinien:

  • Erstens wandert das Gameplay-Programmiermodell auf Verse, eine Sprache, die aufgerufenen C++-Code transaktional kapselt und so große, dauerhaft laufende Online-Welten mit Tausenden Mitwirkenden tragen soll.
  • Zweitens sollen Inhalte, Code und Spielökonomien über offene Standards wie glTF oder USD zwischen Spielen und Engines portierbar werden; als erster Nachweis dient die Übertragbarkeit von Fortnite-Outfits in fremde Titel.
  • Drittens rückt eine KI-gestützte Entwicklungspipeline in den Fokus, die wiederkehrende Handarbeit reduzieren soll.

Was die Unreal Engine 6 im Detail von der aktuellen Unreal Engine 5 unterscheidet, wird Epic Games in den kommenden Monaten weiter präzisieren, die nachfolgenden Eckdaten gelten aber bereits als gesichert.

  • Vereinheitlichung von Fortnite- und Standard-Engine: Die seit Jahren parallel gepflegten Entwicklungszweige für Fortnite und die allgemeine Unreal Engine sollen unter der UE6 erstmals zu einer einzigen Codebasis verschmelzen.
  • Massive Multithreading-Verbesserungen: Die in der UE5 noch weitgehend single-threaded ablaufende Spielsimulation soll auf moderne Prozessoren mit zahlreichen Kernen optimiert werden - ein Punkt, an dem die UE5 bei AAA-Titeln wie Stalker 2 oder Black Myth: Wukong zuletzt regelmäßig in Form von Traversal-Stutter zum Bremsklotz wurde.
  • Tiefere Verzahnung mit KI-Techniken: Im Verbund mit Neural-Rendering-Ansätzen, wie sie auch Nvidia, AMD, Sony und Microsoft seit geraumer Zeit verfolgen, könnte Epic Games eigene KI-gestützte Texturing-, Animations- und Raytracing-Verfahren fest in der UE6 verankern. Erst Mitte Mai 2026 hat AMD ein eigenes Patent zu einer KI-Spiele-Engine eingereicht, das die Unreal Engine 5 direkt herausfordern könnte.
  • Natives Raytracing als Standard: Was im Teaser zu Rocket League bereits angeklungen ist, dürfte unter der UE6 zur Pflichtdisziplin werden: Hardware-Raytracing wird mutmaßlich tief in den Renderpfad integriert.

Verse transaktionalisiert C++ als neues Programmiermodell

Verse bildet das Fundament des künftigen Programmiermodells und bringt eine als Software Transactional Memory bekannte Technik in die Engine. Sämtliche Funktionen laufen als atomare Transaktionen, die sich bei Bedarf zurückrollen und neu berechnen lassen.

Derzeit arbeitet Verse einschränkend auf einem einzelnen Thread und ruft über einen eigenen LLVM-Compiler transaktional gekapselten C++-Code auf. Mittelfristig will Epic diese Transaktionen automatisch über mehrere Server verteilen, sodass Entwickler ihren Code schreiben, als liefe er auf einer einzigen Maschine.

Das neue Gameplay-Framework Scene Graph setzt auf Verse auf und soll Komponenten zwischen Spielen austauschbar machen. Wer mit Python oder C# vertraut ist, dürfte sich nach der Darstellung von Epic Games rasch zurechtfinden.

Early Access der Unreal Engine 6 ist für Ende 2027 geplant

Eine erste öffentliche Vorschau der Unreal Engine 6 peilt Epic Games für das Ende des Jahres 2027 an, die fertige Fassung folgt 12 bis 18 Monate später. Ein eigener UE6-Entwicklungszweig liegt bereits öffentlich einsehbar auf GitHub, ausdrücklich nicht als Alpha, sondern zur Transparenz.

Bestehende UE5-Projekte will Epic ohne harten Bruch mitnehmen; Aktoren und Blueprints bleiben in frühen UE6-Versionen erhalten und werden erst später zugunsten des neuen Frameworks abgelöst, begleitet von Konvertierungswerkzeugen.

Die UE 5.8 ist nach derzeitiger Planung die letzte große Ausgabe der Reihe, eine Unreal Engine 5.9 hält sich Epic Games jedoch weiterhin offen.

Unreal Engine 5.8 erscheint als letzte große UE5-Version

Die Unreal Engine 5.8 steht ab sofort zum Download bereit und überführt mehrere zentrale Funktionen in den produktionsreifen Zustand. Dazu zählt MegaLights: Die Technik platziert eine große Zahl dynamischer, schattenwerfender Flächenlichter in einer Szene und zielt auf 60 Fps auf aktuellen Konsolen, bei spürbar reduziertem Bildrauschen.

The Coalition demonstrierte den Einsatz in Gears of War: E-Day, wo die Beleuchtung von einer Handvoll auf Hunderte bis Tausende Lichtquellen skaliert, ohne die Bildrate auf der Xbox Series X einbrechen zu lassen. Produktionsreif sind nun ebenfalls Movie Render Graph, Live Link Hub, Audio Insights sowie die über Dataflow gesteuerte Chaos-Physik für Stoffsimulation.

Als experimentelle Neuerung führt die Unreal Engine 5.8 mit Mesh Terrain ein echtes 3D-Mesh-Terrain ein, das im Gegensatz zu klassischen Höhenfeldern auch Überhänge, schwebende Inseln und Tunnel erlaubt. Bei der Shader-Kompilierung griff Epic ebenfalls durch und senkte die Zahl der Shader in Fortnite um 68 Prozent.

Für die Charaktererstellung relevant: MetaHuman Animator nimmt eine vollständige Performance aus Gesicht und Körper inzwischen über eine einzelne Kamera ab, eine Webcam genügt. Details nennt die Mitteilung zum Release der Unreal Engine 5.8.

Lumen Lite soll 60 Fps auf Switch 2 und Mittelklasse-PCs ermöglichen

Lumen erhält in der Unreal Engine 5.8 mit Lumen Lite einen leichtgewichtigen Pfad für dynamische globale Beleuchtung, der etwa doppelt so schnell rechnet wie Lumen High Quality. Der Modus stützt sich auf Irradiance Fields mit Probe Occlusion und behält den optischen Charakter von Spielen bei, die ihre Bildwirkung aus der globalen Beleuchtung ziehen.

Laut Epic erreicht damit auch die Nintendo Switch 2 60 Fps, ebenso adressiert Lumen Lite Mittelklasse-PCs. Eine pauschale Garantie auf flüssige Bildraten ist das nicht, eher eine schnellere Option für Entwickler, die Rechenzeit gegen Bildqualität abwägen. PCGH hatte den Pfad bereits in der 5.8-Preview eingeordnet, seinerzeit noch unter dem Roadmap-Namen Medium Quality.

MCP-Plugin bindet KI-Modelle wie Claude ein

Mit der Unreal Engine 5.8 führt Epic ein experimentelles Plugin für das Model Context Protocol ("MCP") ein, über das sich Sprachmodelle wie Claude oder Gemini direkt mit einem Projekt verbinden lassen. Statt nur Code zu kopieren, sollen die Modelle Arbeitsabläufe innerhalb der Engine verstehen und in ihnen agieren.

Die Schnittstelle ist offen, die Modellwahl bleibt dem Entwickler überlassen. Das Plugin legt von Haus aus Kernsysteme wie Blueprints, Assets, Level, Materialien und Meshes offen und lässt sich erweitern. Für die Unreal Engine 6 räumt Epic diesem Ansatz eine zentrale Rolle ein und stellt mit dem Epic Developer Assistant ("EDA") zusätzlich eine optionale Standardlösung in Aussicht.

Das MCP war ursprünglich von Anthropic, dem Entwickler von Claude, als offener Standard veröffentlicht worden.

Lore und über eine Milliarde US-Dollar für Fortnite-Entwickler

Mit Lore (GitHub) stellt Epic Games ein quelloffenes Versionsverwaltungssystem vor, das ab sofort kostenlos verfügbar ist und sowohl Quellcode als auch große Binärdateien verwaltet. Es ist auf gewaltige Datenmengen und verteilte Repositories ausgelegt und richtet sich an Teams, die Code und große Binärassets gemeinsam pflegen.

Für das Fortnite-Ökosystem zog Epic eine Bilanz: Seit dem Start des UEFN flossen über eine Milliarde US-Dollar an Entwickler, die Iterationszeiten sanken im Mittel um rund 40 Prozent. Der Epic Games Store wiederum führt inzwischen mehr als 6.000 Spiele von über 3.000 Partnern; die Ausgaben für Drittanbieter-Titel stiegen 2025 um 57 Prozent auf einen Rekordwert von 400 Millionen US-Dollar.

Launcher und Storefront erhalten einen kompletten technischen Unterbau. Inhaltlich rücken die Marken näher zusammen: Nach dem Erfolg von Inseln rund um Star Wars kommt mit The Simpsons die nächste große Lizenz in den Editor.

Für die PC-Plattform sind vor allem zwei Linien interessant. Die UE 5.8 verschiebt mit MegaLights und Lumen Lite die Messlatte bei dynamischer Beleuchtung nach unten, wovon auch Handhelds wie die Switch 2 profitieren.

Die Unreal Engine 6 dürfte über das stärker parallelisierte Verse-Modell mittelfristig hingegen mehr CPU-Kerne in die Pflicht nehmen. Den vollständigen Überblick liefert Epic im offiziellen Roundup zur State of Unreal 2026.

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Quelle: Epic Games

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    • Kommentare (4)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Schak28 Software-Overclocker(in)
        Zitat von RAZORLIGHT
        Irgendwie hab ich ein Dejavu und das Ergebnis davon war nicht so geil (UE5)
        Da waren die Tech Demos auch ganz ganz toll...
        Mit den neuen Versionen der 5er UE hat sich aber schon einiges geändert
        Das sind schon Welten unterschied.
        Von daher bin ich optimistisch.
        Grafisch ist die UE5 aber durchaus schon top!
      • Von Schak28 Software-Overclocker(in)
        Zitat von RAZORLIGHT
        Irgendwie hab ich ein Dejavu und das Ergebnis davon war nicht so geil (UE5)
        Da waren die Tech Demos auch ganz ganz toll...
        Mit den neuen Versionen der 5er UE hat sich aber schon einiges geändert
        Das sind schon Welten unterschied.
        Von daher bin ich optimistisch.
        Grafisch ist die UE5 aber durchaus schon top!
      • Von RAZORLIGHT Software-Overclocker(in)
        Zitat von Schak28
        Die UE6 klingt spannend.
        Multicore Support und ein weiterer Fortschritt in Sachen Grafik mit fest integrierter RT Unterstützung könnte ein starker Schritt nach vorne sein mit den anderen Features die noch dazukommen.

        Bis wir aber die ersten Projekte mit der UE6 sehen wird noch viel Zeit vergehen.
        Trotzdem sieht man in welche Richtung es gehen wird.
        Irgendwie hab ich ein Dejavu und das Ergebnis davon war nicht so geil (UE5)
        Da waren die Tech Demos auch ganz ganz toll...
      • Von Eulucina Schraubenverwechsler(in)
        Zitat

        Natives Raytracing als Standard: Was im Teaser zu Rocket League bereits angeklungen ist, dürfte unter der UE6 zur Pflichtdisziplin werden: Hardware-Raytracing wird mutmaßlich tief in den Renderpfad integriert.
        Sehr geil. Endlich.
      • Von Schak28 Software-Overclocker(in)
        Die UE6 klingt spannend.
        Multicore Support und ein weiterer Fortschritt in Sachen Grafik mit fest integrierter RT Unterstützung könnte ein starker Schritt nach vorne sein mit den anderen Features die noch dazukommen.

        Bis wir aber die ersten Projekte mit der UE6 sehen wird noch viel Zeit vergehen.
        Trotzdem sieht man in welche Richtung es gehen wird.
      Direkt zum Diskussionsende
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