TW Warhammer 2: Techniktest des Hardware-Fressers - DX12 bei AMD hui, bei Nvidia pfui

Total War: Warhammer 2 ist seit dem 28. September im Handel und erfreut sich seitdem großer Beliebtheit - Zeit, die Technik des Echtzeitstrategiespiels aus dem Hause Creative Assembly abzuklopfen. So viel vorweg: Die Schlachten sind keineswegs hardwareschonend, allerdings prächtiger denn je.

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TW Warhammer 2: Techniktest des Hardware-Fressers - DX12 bei AMD hui, bei Nvidia pfui
Quelle: Creative Assembly

Das technische Grundgerüst von Total War Warhammer 2 ist bewährt, erneut kommt die Warscape-Engine zum Einsatz, welche für TW Warhammer 2 modernisiert wurde. Bereits seit Warhammer 1 (2016) gehört ein DirectX-12-Pfad zum Repertoire des Renderers, welcher jedoch auch bei Teil 2 mit Großbuchstaben als "BETA" gekennzeichnet ist. Welche Schnittstelle am besten läuft und welche Hardware den Riesenschlachten überhaupt gewachsen ist, klärt PC Games Hardware im Techniktest von TW Warhammer 2.

Total War Warhammer 2: Systemanforderungen

Verglichen mit Total War: Warhammer (1) steigen die Systemanforderungen für Teil 2 kaum an. Die minimalen Systemanforderungen gelten für 1.280 × 720 Pixel, durchschnittlich 25 bis 35 Fps und minimale Grafikeinstellungen für ein 1v1-Gefecht mit je 20 Einheiten. Eine Core-2-Duo-CPU nebst Geforce GTX 460 oder Radeon HD 5770 reicht dafür aus. Alternativ sollen Intels GT2-iGPUs aber der Ivy-Bridge-Generation (HD 4000) die Bildraten erreichen, wobei der RAM-Bedarf mit einer solchen von 4 auf 5 GiByte wächst. Im Vorgänger sollten bereits eine GTS 450 von Nvidia und 3 GiByte RAM genügen.

Die empfohlene Systemkonfiguration der Entwickler stehen für ein Spielgeschehen in 1.920 × 1.080 Pixel, hohen Grafikeinstellungen und durchschnittlich 45 bis 55 Fps. Nötig sind dafür ein Core i5-4570, 8 GiByte RAM und eine Geforce GTX 760 beziehungsweise Radeon R9 270X alias HD 7870 OC. Wer Total War: Warhammer 2 mit 60 Fps und maximalen Grafikdetails genießen möchte, braucht eine Geforce GTX 1070 - ein Radeon-Modell wird nicht genannt. Beim ersten Teil reichte eine GTX 980 oder R9 Fury X aus. Dafür bietet TW Warhammer 2 eine verbesserte Umgebungsverdeckung, volumetrischen Nebel, einen neuen Schärfefilter und hübschere Reflexionen. In jedem Fall werden 60 Gigabyte Speicherplatz belegt. Inwieferen die Empfehlungen für maximale Details gelten, klären wir mit unseren Benchmarks.

  Total War: Warhammer 2 Total War: Warhammer
Minimum    
Betriebssystem Windows 7, 64 Bit Windows 7, 64 Bit
Prozessor Core 2 Duo @ 3,0 GHz Core 2 Duo @ 3,0 GHz
Grafikkarte Geforce GTX 460, Radeon HD 5570, Intel HD 4000 Geforce GTS 450, Radeon HD 5570, Intel HD 4000
Arbeitsspeicher 4 GiB (5 mit iGPU) 3 GiByte
Massenspeicher 60 GByte 35 GByte
Empfohlen    
Betriebssystem Windows 7/8.1/10, 64 Bit Windows 7/8.1/10, 64 Bit
Prozessor Core i5-4570 Core i5-4570
Grafikkarte Geforce GTX 760, Radeon R9 270X Geforce GTX 760, Radeon R9 270X
Arbeitsspeicher 8 GiByte 8 GiByte
Massenspeicher 60 GByte 35 GByte
60 Fps    
Betriebssystem Windows 7/8.1/10, 64 Bit Windows 7/8.1/10, 64 Bit
Prozessor Core i7-4790 Core i7-4790
Grafikkarte Geforce GTX 1070 Geforce GTX 980, Radeon R9 Fury X
Arbeitsspeicher 8 GiByte 8 GiByte
Massenspeicher 60 GByte 35 GByte

Total War Warhammer 2: Grafikkarten-Benchmarks

Total War Warhammer verhält sich wie ein typisches Echtzeitstrategiespiel: Prozessorleistung ist enorm wichtig, um in großen Schlachten ordentliche Bildraten zu erreichen, denn jede Einheit muss ihren Weg finden und deren KI berechnet werden. Mit steigender Auflösung und hochwertiger Kantenglättung - das Spiel bietet optional bis zu 8× MSAA - nimmt der Hunger auf Grafikleistung jedoch stark zu, womit die CPU etwas in den Hintergrund rückt. Unsere neuen Tests mit TW Warhammer 2 ergeben, dass das Spiel diesbezüglich in die Fußstapfen von Teil 1 tritt, jedoch grundsätzlich etwas stärkere Hardware benötigt.

Für die Benchmarks verzichten wir, wie schon bei Teil 1, auf die integrierten Testsequenzen, da sie konstruierte Schlachten darstellen, die deutlich vom echten Spielgeschehen abweichen. Stattdessen warfen wir uns selbst ins Gefecht und bestritten eine Partie auf der Map "Amaxon" mit vier gemischten Fraktionen. Das entstandene Replay (der selbstverständlich von uns gewonnenen Schlacht ) ist sehr anspruchsvoll, es werden deutlich geringere Bildraten als in den integrierten Benchmarkszenen erreicht. Um ein Worstcase-Szenario handelt es sich jedoch nicht - ein solches tritt auf, wenn noch mehr Fraktionen gegeneinander antreten und die Option "Große Armeen" aktiviert ist.

Wie bei TW Warhammer 1 benchen wir auch in TW Warhammer 2 genau 20 Sekunden aus unserem Replay bei mittlerer Kamerahöhe, wobei zahlreiche Partikeleffekte auftreten, die den Grafikkarten zusetzen. Im Spiel aktivieren wir alle Details mit Ausnahme der Kantenglättung - FXAA schont die stark geforderten Grafikkarten-Ressourcen. Die PCGH-Benchmarkszene "Amaxon":

Total War Warhammer 2: DirectX 12 gegen DirectX 11

Low-Level-Programmierung, also hardwarenaher Zugriff, erlaubt es Spieleentwicklern, gezielt und somit effizient mit den Ressourcen umzugehen. Die sich daraus ergebende Verantwortung für das komplette Management überfordert jedoch so manchen Entwickler, die Lernkurve ist steil. Im Falle von Total War: Warhammer haben wir es mit der zweiten Iteration der DX12-Implementierung zu tun, die Entwickler haben bereits Erfahrungen sammeln können, sodass wir mit einer mindestens ordentlichen Performance gerechnet hatten. Tatsächlich ist der DX12-Modus von TW Warhammer 2 in einigen Fällen hilfreich, in vielen anderen jedoch nicht.

Egal, welche Geforce-GPU zum Einsatz kommt, Total War Warhammer 2 läuft unter DirectX 12 immer schlechter als unter DirectX 11.Nutzer einer Radeon-Grafikkarte ziehen auf diversen Systemen fast immer großen Nutzen aus DirectX 12, das belegen zumindest die Messungen mit dem fordernden PCGH-Replay. Mit anderen Worten: Rendert eine Radeon unter DX12, fallen die Bildraten in der Regel höher aus als unter DX11. Bedauerlicherweise gibt es dabei eine Einschränkung: DX12 verhilft unseren Testrechnern mit Radeon-GPU nur dann zu besseren Bildraten, wenn die Grafikkarte limitiert. Mit maximalen Details tut das selbst eine Vega 64 in den meisten Fällen, TW Warhammer 2 benötigt reichlich Rechenleistung, insofern ist das verschmerzbar. Ist der Prozessor hingegen der Hemmschuh, was bei großen Schlachten durchaus vorkommt, liegen die Bildraten von DX11 höher als die von DX12. Die einzige Ausnahme von dieser Radeon-Regel stellt bei unseren Messungen die Radeon R9 280X alias HD 7970 OC mit Tahiti-GPU dar, sie läuft unter DX11 etwas besser als unter DX12.

Immerhin ist die Lage für Geforce-Besitzer eindeutig - allerdings nicht positiv: Egal, welche Geforce-GPU zum Einsatz kommt, Total War Warhammer 2 läuft hier unter DirectX 12 immer schlechter als unter DirectX 11. Falls Sie davon abweichende Erfahrungen gesammelt haben und diese nicht auf dem integrierten Benchmark basieren, lassen Sie uns bitte in den Kommentaren daran teilhaben. Wer eine Kepler-GPU besitzt (GTX Titan, GTX 600/700), kann unterdessen, wie bei TW Warhammer 2, gar kein DX12 auswählen.

Bevor wir zu den herstellerübergreifenden Grafikkarten-Benchmarks übergehen, haben wir ein Archivbild für Sie. Es zeigt die Messungen aus der PCGH Print 11/2016, welche wir von Total War Warhammer 1 anfertigten, um es anschließend in den PCGH-Leistungsindex Grafikkarten zu packen. Wie Sie sehen, war DX12 vor einem Jahr in einem noch schlechteren Zustand, hier verloren auch AMD-GPUs konsequent Leistung:
Total War Warhammer 1: DX12 vs. DX11 – damals brachte DX12 auch auf Radeon-GPUs keinen Nutzen (Quelle: PCGH 11/2016) Quelle: PC Games Hardware Total War Warhammer 1: DX12 vs. DX11 – damals brachte DX12 auch auf Radeon-GPUs keinen Nutzen (Quelle: PCGH 11/2016) Nun ist es aber höchste Zeit für die vollständigen Grafikkarten-Messungen. Wir haben uns aus den genannten Gründen dafür entschieden, die Grafikkarten mit der jeweils besten API zu testen - so, wie das ein Nutzer auch tun würde. Radeon-GPUs mit Ausnahme der R9 280X laufen daher mit DirectX 12, alle Geforce-GPUs hingegen unter DirectX 11. Wie Sie den folgenden Zahlen entnehmen können, ist das kein Nachteil für die Nvidia-Chips, sie erzielen in Total War Warhammer 2 bessere Bildraten als vergleichbare AMD-Beschleuniger.

Den Werten lässt sich weiterhin entnehmen, dass 2 GiByte Grafikspeicher zu wenig für maximale Details darstellen - die Geforce GTX 780 zieht deutlich an ihrer kleinen Schwester GTX 770 vorbei. Die Radeon R9 280X zeigt eine ungewohnt schwache Performance, während die übrigen AMD-Karten gut laufen, allerdings hinter den Bildraten der preislichen Konkurrenz zurückbleiben. Daneben ist ein Prozessorlimit zu beobachten: Die GTX 1080 Ti kann sich in Full HD kaum vom restlichen Feld absetzen, da die Infrastruktur nur rund 60 Fps liefern kann - Vsync ist nicht die Ursache. Ab WQHD klafft die gewohnte Lücke zwischen GTX 1080 Ti und GTX 1080.

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    • Kommentare (67)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von wuselsurfer Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Ion
        Wie soll denn dein Duke Nukem mit 32xS+8xSGSSAA in UHD aussehen?
        Hätte ich auch gern mal gesehen.
        Und im Moment muß ich aufpassen, daß mit der Levelboß nicht dauernd auf den Helm tritt ... .

        Außerdem ist mir das Ganze zur Zeit noch zu teuer.
      • Von wuselsurfer Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Ion
        Wie soll denn dein Duke Nukem mit 32xS+8xSGSSAA in UHD aussehen?
        Hätte ich auch gern mal gesehen.
        Und im Moment muß ich aufpassen, daß mit der Levelboß nicht dauernd auf den Helm tritt ... .

        Außerdem ist mir das Ganze zur Zeit noch zu teuer.
      • Von Ion Kokü-Junkie (m/w)
        32xS+8xSGSSAA ??
        Wie soll denn dein Duke Nukem mit 32xS+8xSGSSAA in UHD aussehen?
      • Von CD LABS: Radon Project Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von wuselsurfer
        Nein, aber meist nur altes Zeug in Full HD oder viel weniger (320 x240).
        Das letzte "moderne" Spiel war Duke Nukem Forever.

        Vielleicht leiste ich mir mal einen WQHD Monitor.
        Aber im Moment stehen andere Dinge an (Hausreparatur).
        Wieso nicht direkt auf UHD gehen? UHD ist ein Traum für Early3D-Retro-Gaming. (eigene Erfahrung) oft kann ich sogar nicht mal mehr 32xS und 32xS+8xSGSSAA von einander unterscheiden, so groß ist der Sprung durch UHD statt FHD. (und natürlich sieht es nochmal viel besser aus als FHD32xS+8xSGSSAA)

        Bei Retro-Gaming limitiert am 6500 auch sicher höchstens die PerCorePerformance, und da ist ein CoffeeLake auch nicht wesentlich besser aufgestellt. (gleiche IPC, nur halt mehr Takt.
      • Von wuselsurfer Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von CD LABS: Radon Project
        Spielst du nur ein Spiel?
        Nein, aber meist nur altes Zeug in Full HD oder viel weniger (320 x240).
        Das letzte "moderne" Spiel war Duke Nukem Forever.

        Vielleicht leiste ich mir mal einen WQHD Monitor.
        Aber im Moment stehen andere Dinge an (Hausreparatur).
      • Von CD LABS: Radon Project Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von wuselsurfer
        Ich würde sie zum Verkaufspreis abgeben, aber die Garantie ist durch meinen Umbau weg (RAM-Kühlbleche aufgebracht).
        Das kann ich dem Käufer nicht zumuten. (...)
        Schieß ein paar Photos, stell sie hier in den Marktplatz, denk dir einen Preis aus, der dir wie ein superfairer Deal für den Käufer erscheint. 200€? Zwei, drei Tage später bist du sie los.
        Zitat von wuselsurfer
        (...)
        Der Abstand ist dann doch zu groß.
        Und der Prozessor packt es dann auch nicht (i5 6500).
        Spielst du nur ein Spiel? Wenn nicht, dann ist so eine Pauschalaussage quasi immer falsch. Außerdem ist GPU-Performance verbrennen immer leicht. Ich habe das mal durchgerechnet, als mir langweilig war, ich bräuchte z.B. Stand heute etwa sechszehnfache GPU-Performance, um wirklich zufrieden zu sein.

        Ganz praktisch gesprochen: Wenn du am Ende meinst zu viel Performance zu haben, dann senk halt einfach das Powerlimit der 1080ti und schon hast du eine Karte so kühl und leise, wie du eine 1080 nie bekommen würdest. (wenn Nvidia die 1080ti für Notebooks freigeben würde, hätte ich auch eine mit einer solchen Drossel am Werk...)
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