Tomb Raider: Die Ära bei Core Design
In unserem Special zu Tomb Raider beschäftigen wir uns folgend mit den Ausgaben 1 bis 6.
In diesem Artikel
Beginnen wir mit den ersten sechs Spielen der Serie, die allesamt bei Core Design entstehen und von Eidos Interactive vertrieben werden. Die ersten vier Teile bauen den Kultstatus der Serie. Insbesondere Tomb Raider 2 mit seinem Start in Venedig wird vielen eine Kindheitserinnerung geblieben sein. Mit dem fünften Teil findet der Bruch nicht nur bei den Kritikern, sondern auch bei den Spielern statt.
Tomb Raider
Quelle: Square Enix
Tomb Raider 1 (1996): Erster Auftritt von Lara Croft. Noch ist die Engine nicht beschleunigt und die Brüste enorm. 1996 lässt sich schon erahnen, dass diese Frau der Traum vieler jugendlicher Zocker wird.
Laras erstes Abenteuer erscheint 1996 mit einer vierwöchigen Vorlaufzeit zunächst für den Sega Saturn, bevor auch die Spieler anderer Plattformen zugreifen konnten. Ihr Ziel im ersten Teil der Reihe ist das Artefakt Scion, welches in drei Fragmente aufgeteilt wurde und die Lara nun zusammenführen will. Auf ihrem Weg steuern Sie Lara in der Third-Person-Ansicht durch die Levels, die neben Rätseln und einigen Gegnern vor allem ihre Geschicklichkeit fordern. Neben Peru besichtigen Sie auf der Reise auch Griechenland, Rom und Ägypten. Noch heute heißt es bei Entwickler Core Design, dass der überdurchschnittliche Brustumfang, dem Lara unter anderem ihre Berühmtheit zu verdanken hat, unbeabsichtigt entstand. Mittels 3dfx-Patch konnte die 3D-Grafik von Tomb Raider sogar noch einmal verbessert werden - vorausgesetzt man war im Besitz eines Pixelbeschleunigers vom Typ Voodoo.1998 erscheint von Tomb Raider eine Directors-Cut-Version, die um vier weitere Level ergänzt wird.
Tomb Raider II
Quelle: Square Enix
Tomb Raider 2 (1997): Nach dem enormen Erfolg geht es gleich in die zweite Runde. Die Grafik wird etwas besser, aber die Brüste sind immer noch eckig und ausladend. Erstmals gibt es die Croft-Mansion, in der sogar eine Harfe steht. Lara bekommt außerdem einen Zopf, der sich, sagen wir, einigermaßen mit bewegt.
Bereits ein Jahr nach ihrem erfolgreichen ersten Abenteuer hüpft Lara erneut über die heimischen Bildschirme. Die Suche gilt im zweiten Teil dem Dolch von Xian. Doch Marco Bertoli, Kopf eines Mafiaclans, verfolgt die gleichen Interessen und sorgt dafür, dass Lara einige Kugeln um die Ohren fliegen. Teil 2 der Reihe verändert sich konzeptionell zum Ersten kaum, kann aber dennoch überzeugen. Fortschritte sind vor allem bei der optischen Präsentation und den neuen Möglichkeiten zu erkennen. Neben neuen Waffen finden sich nun auch steuerbare Vehikel in Laras einsetzbarem Arsenal. Zwar beschränkt sich die Auswahl auf Motorboote und das Schneemobil, aber für ausreichend Abwechslung und Action ist damit gesorgt. Vor allem das Level-Design streicht in der Fachpresse Lob ein und Fans sagen noch heute, dass es das wohl beste Abenteuer der Artefakte-Sammlerin ist.
Auch Lara selbst muss sich einigen Anpassungen unterwerfen. Während die Haare nun dank neuer technischer Möglichkeiten zum Zopf wurden, wird auch der restliche Körper leicht modifiziert. Vor allem die doch in der Diskussion stehende Oberweite wird angepasst. Erstmals hat Lara auch mehr als ein Outfit im Reisekoffer: Ein Neoprenanzug für Unterwassereinsätze, warme Kleidung für das Gebirgs-Level und abschließend ein Nachthemd finden sich darin. Ebenfalls neu ist Laras Anwesen, das frei erkundet werden kann, einen Trainingsparcours bietet und auch das ein oder andere Geheimnis birgt. Der Director's Cut, der nachträglich erscheint, bietet einige neue Levels.
Tomb Raider III - Adventures of Lara Croft
Quelle: Square Enix
Tomb Raider 3 (1998): Ein Jahr später gibt es erneut eine Auflage von Tomb Raider. Lara Croft erreicht den Olymp und wird zum Sexsymbol - trotz polygonarmer Pixelgrafik. Der Zopf wurde länger und bewegte sich etwas besser, aber an den Brüsten ändert sich nichts. Die beiden werden treue Begleiter und bleiben das Markenzeichen von Frau Croft.
Die Abenteuer gehen im Jahrestakt weiter: 1998 erscheint der dritte Teil von Tomb Raider, in dem der Infinda-Stein Laras Aufmerksamkeit erregt. Wieder begibt sie sich in alter Archäologen-Manier auf eine Reise um die ganze Welt. Stopps sind in Indien, Nevada, London und auf einer Südsee-Insel. Erstmals kann der Spieler entscheiden, in welcher Reihenfolge er die Orte besucht. Der große Showdown findet in der Eiseskälte der Antarktis statt.
Die Modifikationen am Spielprinzip bleiben auch in der dritten Auflage eher evolutionstechnischer Natur: Die Grafik-Engine kann nun dynamische Lichter erzeugen und bietet ein Reflexionssystem, das die Wettereffekte realistischer darstellt. Beim Gameplay findet der Spieler die gewohnte Kombination aus Jump & Run, Rätseln und Action-Einlagen mit Schießereien. Dazu wurde Laras Waffenarsenal erneut überarbeitet und ihr Bewegungsapparat um einige neue Talente erweitert.
Auch zum dritten Teil erscheint später die Director's-Cut-Edition, in dem das Abenteuer um ein fünftes Fragment des Steines erweitert wird, welches sich in Schottland befindet.
Tomb Raider IV: The last Revelation
Quelle: Square Enix
Tomb Raider 4 (1999): Im vierten Teil mit Lara Croft läuft es noch einigermaßen ordentlich, aber man merkt bereits die Abnutzungserscheinungen. Auch wenn Lara so frisch wie am ersten Tag aussieht, Kunden lassen sich so nur schwer finden, trotz redlicher Bemühungen. Das Konzept der Serie benötigt dringend frischen Wind.
Auf der Erfolgswelle schwimmend, erreicht im November 1999 das vierte Abenteuer die Festplatten der Spieler. Seit 1996 verging kein Jahr, an dem nicht ein weiterer Teil der Tomb-Raider-Serie erschien. Diesmal ist das Amulett des Horus zu finden, was den ägyptischen Gott Seth auf den Plan ruft. Teil vier birgt nun größere Änderungen in sich: Neben dem üblichen Fortschritt bei der grafischen Darbietung wurde das Inventar einer Frischzellenkur unterzogen und auch was Waffen und Equipment angeht, kann Lara diesmal auf mehr als nur neue Schießeisen zurückgreifen. Kompass, Fernglas und Brecheisen bieten neue Möglichkeiten und technische Hilfsmittel wie Laserpointer erweitern das übliche Portfolio. Erstmals ist es der Archäologin auch möglich, an Seilen oder Stangen hinaufzuklettern.
Tomb Raider 5: Die Chronik
Quelle: Square Enix
Tomb Raider 5 (2000): Der Stern beginnt endgültig zu sinken. Das Spiel ist nicht mehr ganz so gut und die Engine immer noch Modell 1, wenn auch aufpoliert. Hat die Serie doch mit technischem Stillstand zu kämpfen und das Gameplay wirkt ausgelutscht. Das hüpfende Geballer zieht bei starker Konkurrenz nur schwer neue Fans hinter dem Ofen hervor.
Mit Tomb Raider 5 verlangsamt sich das Tempo, mit dem Core Design die Serie vorantreibt. Die Chronik ist eine Rückblende auf Lara Crofts Leben. Das Spiel beginnt auf der Trauerfeier der Protagonistin, auf der auch alte Freunde zugegen sind. Diese treffen sich im Anschluss und tauschen Geschichten aus, die Sie als Spieler dann durchleben. Inhaltlich klärt der fünfte Teil auch einige offene Fragen, die in den bereits erschienenen Teilen nicht beantwortet wurden.
Was Gameplay und Technik anbelangt, ist im fünften Teil kaum Neues zu berichten. Lediglich der Level-Editor, der dem Spiel beiliegt, ist eine echte Neuerung. Mit diesem lassen sich schnell ansprechende Szenarios erstellen, die anschließend durchspielt werden können.
Dass Core Design mit dem fünften Teil auf der Stelle tritt, ist auch den Wertungen anzusehen, die die Fachpresse vergab. Zwar liefert man ein gelungenes Spiel ab, aber Wertungen über 80 Prozent waren selten und Noten zwischen 65 und 75 Prozent die Realität.
Lara Croft: Tomb Raider - The Angel of Darkness
Quelle: Square Enix
Tomb Raider 6 (2003): Man nimmt sich bei Core Design ein paar Jahre Zeit und probiert es 2003 mit einer neuen Engine und einer umgebauten Lara Croft. Nein, die Brüste sind noch da, aber sie bekommt als Angel of Darkness einen düsteren Anstrich. Geholfen hat es wenig, denn der dunkle Anstrich ist auch im Gameplay zu finden. Das Spiel und die Engine sind nicht ausgereift. Ein riesiger Flop.
Nach dem eher durchwachsenen fünften Teil wurde es ruhig. Erst im Juni 2003 erschien ein weiterer Ableger, der für einige Änderungen sorgen und den Neubeginn der Serie markieren sollte. The Angel of Darkness war der erste Spieltitel, der mit DirectX-9-Grafik aufwarten konnte. Optisch war den Entwicklern das Abenteuer durchaus gelungen, es haperte aber am Gameplay und der Stilbruch sorgte für Überraschung bei den Fans. Teil sechs schließt an die Story von Teil vier an und bildet somit die Fortsetzung der Reihe. Die Geschichte um die fünf Obscura-Gemälde ist düster angelegt.
Die Feature-Liste lässt sich durchaus sehen: Lara lernt neben neuen Aktionsmöglichkeiten auch Kampftechniken ohne den Gebrauch von Waffen und Dialoge lassen sich vom Spieler beeinflussen. Erstmals kann auch ein weiterer Charakter, Kurtis Trent, gespielt werden. Letztendlich scheiterte The Angel of Darkness aber an der Tatsache, dass die Steuerung nicht Lara-Croft-like war und häufig Frusterlebnisse bescherte. Zudem wird das Spiel von einigen Bugs geplagt, die die Stimmung weiter sinken ließen. Der Titel kam kaum über Wertungen von 70 Prozent hinaus. Die Kollegen der PC Games vergaben 65 Prozent.

Alicia Vikander (Tomb Raider, Tomb Raider 2)
Jonell Elliott (Tomb Raider: The Last Revelation, Tomb Raider: Chronicles, Tomb Raider: The Angel of Darkness)
Toby Gard, Schöpfer von Lara Croft, verließ das Studio bereits nach dem ersten Teil.
Shadow of the Tomb Raider
Jahrgang: 2018 | Teil: 12 | Entwickler: Eidos Montreal | Metascore: 77 | User Score: 7,0
Dann habe ich mir die Zeit genommen und den Artikel gelesen und zum Glück war dort die Oberweite nicht ständiges Thema.
Ich fand alle Titel der Tomb Raider Reihe gut die viel mit Rätseln und dem erforschen der Gräber zu tun hatten.
Alle Teile in denen ständig geballert wurde fand ich nicht so toll. Das passte auch irgendwie nicht so richtig zu Lara.
Der erste Teil der Reboot Serie war mMn. sehr gut und mich hat das gejammer zu Beginn auch nicht gestört. Es passte eben zur Story. Lara ist zu dieser Zeit nun mal noch nicht die Badass Forscherin wie wir sie kannten.
Mich störte eigentlich nur, wie schnell der Übergang von der Unschuldigen Lara zur Killer Lara vonstatten ging.
Als man auf die ersten Menschlichen Gegner stößt kostet es Lara noch Überwindung jemanden zu töten und kurze Zeit später läuft man fröhlich Meuchelmördernd durch die Welt und Lara interessiert es so sehr wie die Lottozahlen der nächsten Woche.
Während Lara beim Menschen töten keinen Widerwillen mehr verspührt, ekelt sie sich aber beim zehnten Wildtier ausweiden noch so wie beim ersten Mal.
Das erinnerte mich irgendwie an Far Cry 4 und hat mich wirklich genervt.
Na wenigstens musste Lara nicht ein ganz seltenes und vom Auststerben bedrohtes Tier töten, nur um eine größere Geldbörse zu erhalten.
Den letzten Teil der Reihe habe ich noch nicht gespielt und bin gespannt wie die Triologie damit zu Ende geht.
@PCGH
Danke für den Artikel und danke das Ihr auf Story Spoiler verzichtet habt.
anfangs auf dem P75 meines besten Freundes die Demo versucht lauffähig zu bekommen (Auflösung durchgehen und Bildschirmgröße anpassen).
Mein Gott was haben wir gestaunt über die SVGA Grafik, aber die ging nur als Standbild
Ein Jahr später war Teil 2 dann mein erstes Spiel für die neu erworbene PS1
Irgendwie cool... .
Danach gab es nur ne Kindergarten Lara.
Ich will meine Badass Lara zurück.