Star Trek: Strange New Worlds ein Reboot? Produzent widerspricht trotz grober Kanonfehler

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Star Trek: Strange New Worlds ein Reboot? Produzent widerspricht trotz grober Kanonfehler
Quelle: Erzeugt mit ChatGPT

Star Trek: Strange New Worlds bricht in vielerlei Hinsicht mit dem etablierten Kanon. Nun betont ein Produzent, dass man keine neue Kontinuität begründet. Derweil erhalten zwei bisher nicht in SNW gezeigte Figuren eine neue Vorgeschichte.

Star Trek: Discovery präsentierte sich im Jahr 2017 als Prequel zur Originalserie. Das, was über die Bildschirme flimmerte, empfanden viele jedoch als Reboot nach Art der Abrams-Filme. Die spielen offiziell in der Kelvin-Zeitlinie.

In Discovery wurden die Klingonen nicht nur optisch komplett umgestaltet, man dichtete ihnen auch einen seltsamen Leichenkult an. Später gaben die Produzenten zu, mit ihrer Neuinterpretation der Kriegerrasse weit über das Ziel hinausgeschossen zu sein. Und so handelt es sich in Strange New Worlds und Starfleet Academy im Großen und Ganzen wieder um die Klingonen aus Star Trek: The Next Generation.

Kritisch beäugt wurde seinerzeit auch der Sporenantrieb auf Basis eines nie zuvor erwähnten Pilznetzwerkes im Weltraum. Den Bruch zu später spielenden Serien bog man sich in Season 2 mit einem Verbot der Technologie zurecht. Als noch mächtiger erweisen sich Raumanzüge auf Basis von Zeitkristallen, die man Anfang der zweiten Staffel noch Göttern zuschrieb. Später stellte sich heraus, dass Burnhams Eltern sie zusammenschraubten. Burnham konnte damit nach Belieben durch Raum und Zeit reisen, Raumschiffe und Siedlungen gleich mit. Vergessen und nie wieder erdacht wurde schlussendlich auch diese Technologie.

Strange New Worlds und die Kontinuität

Strange New Worlds hält sich mit Allmachtstechnologien vornehm zurück. Frei von Kontinuitätsfehlern, die spätere Serien ad absurdum führen, ist aber auch die Pike-Serie nicht.

Beispiel Kirk: Laut dem Zweiteiler "The Menagerie/Talos IV - Tabu" sind Kirk und Pike keine Weggefährten. Commodore Mendez fragt Kirk in besagter Folge, ob er Christopher Pike kennt. Kirk entgegnete, ihm bei dessen Beförderung zum Fleet Captain begegnet zu sein. In Strange New Worlds treffen beide jedoch mehrfach zusammen und lernen einander auch kennen.

Beispiel Gorn: In der Originalserie sind es träge, aber sehr starke Echsenwesen. Viel weiß man bis dahin nicht über sie. Strange New Worlds stellt sie als ausnehmend flink und als eine der größten Gefahren für die Föderation dar.

Scotty ist in Strange New Worlds jünger und unerfahrener als Kirk. Quelle: Paramount Pictures Scotty ist in Strange New Worlds jünger und unerfahrener als Kirk.

Beispiel Scotty: Der Darsteller des jungen Schotten ist Anfang 30, rund zehn Jahre jünger als der Darsteller des jungen Kirk. In der Originalserie war es umgekehrt. Scotty wird im Prequel zudem als ängstlich und unerfahren dargestellt, der Akademie kaum entwachsen. In der Originalserie strotzt er nur so vor Lebenserfahrung.

Beispiel Khan: Kirk und Spock halten es in "Space Seed/Der schlafende Tiger" nicht für erwähnenswert, dass sie eine Nachfahrin Khans kennen. In Strange New Worlds gehört La'an Noonien-Singh zu den Führungsoffizieren.

Diese und weitere Brüche sind mitunter schwer zu erklären. Im Netz wird daher immer wieder der Vorwurf laut, dass die von Alex Kurtzman produzierten Serien nicht im etablierten Star-Trek-Universum spielen. Vor eineinhalb Jahren haute eine Star-Trek-Serie selbst in diese Kerbe. Das Serienfinale von Lower Decks verwandelte Figuren und Schiffe in ihre Gegenstücke aus verschiedenen Paralleluniversen. In einem Fall verwandelten sich Klingonen und ein Bird of Prey in die Discovery-Versionen.

Produzenten widersprechen Fantheorie um Paralleluniversum

Derlei sollte man jedoch nicht überbewerten, da die Szene vermutlich nur als augenzwinkernde Anspielung auf die Fandiskussionen gedacht war. Offiziell gibt es nur diese Ansage: Discovery, Strange New Worlds, Starfleet Academy und Picard spielen innerhalb des ursprünglichen Serienkanons, zu dem unter anderem auch The Original Series, The Next Generation und Enterprise gehören. Das haben die Verantwortlichen nun erneut bestätigt.

Rede und Antwort gestanden hatten die beiden SNW-Showrunner Akiva Goldsman und Henry Alonso Myers dem SFX-Magazin. Mit Blick auf die immer wieder diskutierten Kanonbrüche antwortet Goldsman: "Auch wenn manche behaupten werden, dass wir uns nicht in derselben Kontinuität [wie die Originalserie] befinden, sind wir davon überzeugt, dass wir es tun."

Alonso Myers enthüllte gegenüber Cinemablend zudem, Kirks Sohn David Marcus in Staffel 4 aufgreifen zu wollen. Dieser wurde in Star Trek 2: Der Zorn des Khan gemeinsam mit seiner Mutter Carol Marcus vorgestellt. James T. Kirk und David begegnen einander im Film anscheinend das erste Mal, da Carol ihren Sohn allein großzog. Angedeutet wird das auch in der zweiten Staffel von Strange New Worlds. Paul Wesleys Kirk erzählt La'an Noonien-Singh dort, dass seine Beziehung zu einer Frau kompliziert sei, weil sie ein gemeinsames Baby erwarten. David dürfte in Staffel 4 ein Kleinkind sein.

Wird Kirks Vorgeschichte umgedeutet?

Dabei sollen nun offenkundig Details ergänzt werden, die gängigen Vorstellungen über Kirks Beziehung mit Carol Marcus widersprechen. "Ich möchte es nicht als Umschreiben der Geschichte bezeichnen, eher als ein neues Nachdenken darüber. Davids Geschichte spielte in der Serie bislang keine Rolle, weil die Figur erst für die Kinofilme entwickelt wurde. Kirk ist ein Held, und niemand von uns wollte sich vorstellen, dass er ein schlechter Vater ist. Das eröffnet viele Möglichkeiten, seine emotionale Perspektive näher zu beleuchten."

Von einem Kanonfehler kann hier noch keine Rede sein. Dass Kirk zumindest noch während oder nach Davids Geburt eine Rolle in dessen Leben gespielt hat, ist mit den Ereignissen von Star Trek 2 kompatibel. Nur die deutsche Synchronisation behauptet es anders. Im Original sagt Kirk zu Carol: "I did what you wanted. I stayed away. Why didn't you tell him?" Im letzten Satz wurde das "you" mit "mir" übersetzt, sodass hier der Satz "Warum hast du es mir nicht gesagt" statt "Warum hast du es ihm nicht gesagt" fällt. Kirk kann somit eine Rolle in Davids frühester Kindheit gespielt haben. Als Kleinkind behielt David daran nur keine aktiven Erinnerungen.

Auch Myers sieht hier keinen Kontinuitätsbruch, sondern eine Art Unterfütterung des Bekannten: "Bei jeder neuen Geschichte versuchen wir, das bereits Bekannte neu zu durchdenken - so, als hätten wir es schon damals so geplant. Genau das ist der Reiz eines Prequels: Man kann die Handlung in der Vergangenheit ansiedeln und dabei das Wissen um die Zukunft nutzen. So lassen sich Dinge zeigen, die die damaligen Autoren vermutlich noch gar nicht vorgesehen hatten."

Weitere Hinweise in Episodentiteln

Besucht Uhura eine Enterprise aus der Zukunft? Quelle: Paramount Besucht Uhura eine Enterprise aus der Zukunft? Eher dezente Hinweise zur Handlung streute Paramount in der vergangenen Woche, als man die Episodentitel der vierten Staffel enthüllte. Einige davon enthalten interessante Anspielungen. Im Detail hatten wir diese bereits analysiert. Erwähnt sei an der Stelle daher nur der Titel des Staffelfinales, der nach einer Jubiläumsfolge zum 60. Geburtstag des Franchise klingt.

Dieser lautet "Tomorrow's Enterprise" in Anlehnung an "Yesterday's Enterprise" (Besuch von der alten Enterprise) aus der dritten Staffel von Star Trek: The Next Generation. Die Enterprise-C gerät in dieser Episode in die Zeit der Enterprise-D, was den Lauf der Geschichte ändert. Föderation und Klingonen führen in dieser Zeitlinie einen zermürbenden Krieg, den die Sternenflotte zu verlieren droht.

Vermutlich wird man nicht noch einmal dieselbe Geschichte erzählen, aber an Bord einer späteren Enterprise landen. Ganz nach dem damals formulierten Motto: "Let's make sure history never forgets the name ... Enterprise."

Lang muss man sich dazu nicht mehr in Geduld üben. Die vierte Staffel von Star Trek: Strange New Worlds startet am 23. Juli 2026 bei Paramount+, hierzulande einen Tag später. Die Veröffentlichung der zehn Episoden erstreckt sich bis in den September.

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Quelle: SFX via Trekmovie, Cinemablend

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    • Kommentare (2)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von MajoPCGH PC-Selbstbauer(in)
        Zitat von mmode7m8
        Es war ja sogar kurz verlautbart Star Trek fortzusetzen, und eben das Machwerk von Kurtzman, das vom Kanon abweicht, komplett zu ignorieren.
        Das wäre aus meiner Sicht das beste was man tun kann. Den Kram wie die Kelvin Zeitlinie einfach in ein anderes Universum packen und das Problem ist gelöst.
        Warum die Produzenten und Autoren immer wieder so eigensinnig sind und sich unbedingt nicht an die Vorgaben halten wollen weiß ich nicht.
        Das ist ja aber nicht nur bei Star Trek so. Anstatt ein eigenes Universum zu erschaffen (und da denke ich eher dass die Schuld bei den Studios / Geldgebern liegt) muss ein bekannter Name herhalten und dann wird alles umgedichtet. Das verkauft man dann als kreative Vision. Schade dass es so sehr an Risikobereitschaft (Studios) und Respekt vor den eigenen Kollegen (Produzenten / Autoren) mangelt...
      • Von MajoPCGH PC-Selbstbauer(in)
        Zitat von mmode7m8
        Es war ja sogar kurz verlautbart Star Trek fortzusetzen, und eben das Machwerk von Kurtzman, das vom Kanon abweicht, komplett zu ignorieren.
        Das wäre aus meiner Sicht das beste was man tun kann. Den Kram wie die Kelvin Zeitlinie einfach in ein anderes Universum packen und das Problem ist gelöst.
        Warum die Produzenten und Autoren immer wieder so eigensinnig sind und sich unbedingt nicht an die Vorgaben halten wollen weiß ich nicht.
        Das ist ja aber nicht nur bei Star Trek so. Anstatt ein eigenes Universum zu erschaffen (und da denke ich eher dass die Schuld bei den Studios / Geldgebern liegt) muss ein bekannter Name herhalten und dann wird alles umgedichtet. Das verkauft man dann als kreative Vision. Schade dass es so sehr an Risikobereitschaft (Studios) und Respekt vor den eigenen Kollegen (Produzenten / Autoren) mangelt...
      • Von mmode7m8 Schraubenverwechsler(in)
        Kurtzman und Co können behaupten was sie wollen. Die laufenden Kanonbrüche disqualifizieren die Serien in derselben Zeitlinie wie die Serien und Filme bis 2005 spielen zu lassen. Nur Lower Decks, Prodigy und die dritte Staffel Picard werden dem Kanon gerecht. Es war ja sogar kurz verlautbart Star Trek fortzusetzen, und eben das Machwerk von Kurtzman, das vom Kanon abweicht, komplett zu ignorieren.
      Direkt zum Diskussionsende
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