"Alex Kurtzman ist Hardcore-Trekkie." Darsteller lobt umstrittenen Star-Trek-Produzenten

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"Alex Kurtzman ist Hardcore-Trekkie." Darsteller lobt umstrittenen Star-Trek-Produzenten
Quelle: Luis Ochea (CC BY-SA 4.0), Paramount; Montage

Nach der Absetzung von Star Trek: Starfleet Academy nimmt der Darsteller des Klingonen Jay-Den Kraag, Karim Diané, den umstrittenen Produzenten Alex Kurtzman nicht nur in Schutz. Er ist voll des Lobes.

Alex Kurtzman gehört zu den schillerndsten Persönlichkeiten des Star-Trek-Franchise. Manche rechnen es ihm hoch an, dass er Star Trek erfolgreich wiederbelebt hat, beginnend mit Star Trek: Discovery vor rund neun Jahren. Andere werfen ihm das genaue Gegenteil vor. Er habe zwar den Namen, aber nicht die Ideen des Franchise gerettet. Und es damit vernichtet.

Alex Kurtzman ist nicht unumstritten

Manche Vorwürfe sind nicht von der Hand zu weisen. So ist die Welt in Star Trek: Discovery düsterer gezeichnet als in älteren Star-Trek-Serien. Mehr noch: Sektion 31, eigentlich ein illegaler, eigenmächtiger und im Verborgenen operierender Teil der Föderation, dient dort als offizieller Terrortrupp der Sternenflotte. Auch die Zusammenarbeit mit der milliardenfachen Mörderin Philippa Georgiou, die andere humanoide Spezies als Festmahl verspeist, stößt nur auf moderaten Widerspruch innerhalb der Crew. Sie rettet der Discovery ein ums andere Mal den Tag. Während Saru versucht, die Werte der Föderation hochzuhalten, düpiert sie ihn wiederholt.

Der Lohn des Ganzen: Anfang vergangenen Jahres widmete Kurtzman der Figur mit Sektion 31 einen eigenen Film, den ersten seit neun Jahren. Er ging als mit Abstand schlechtester des Franchise in die Geschichte ein.

In Picard folgen ausgebeutete Arbeiter, die schlechtere Rationen erhalten, und ein betont als reich und privilegiert dargestellter Jean-Luc Picard. Wer den Mächtigen widerspricht, muss in einem Wohnwagen leben und wird so lange ausgegrenzt, bis er den Drogen verfällt. Das steht durchaus in Konflikt mit der Utopie, mit Gene Roddenberrys weiterentwickelter Menschheit.

Als wir uns neulich mit Gul Dukat und seinem Wirken befassten, fiel uns zudem auf, wie dünn heutige Bösewichte im Vergleich gezeichnet werden. Dazu passen der Wankelmut und die mangelhafte Resilienz vieler Helden, die man in der wirklichen Welt wohl nie mit einer kritischen Aufgabe betrauen würde. Entsprechend schlecht sind Serien wie Discovery, die ersten Picard-Staffeln und nun auch Starfleet Academy durch Nutzer bei Rotten Tomatoes und Metacritic bewertet. Letzteres hat auch auf IMDb einen schlechten Bewertungsscore.

Ganz anders sind Strange New Worlds sowie die Animationsserien Lower Decks und Prodigy. Kritik wird dort sehr viel leiser formuliert. Wären alle modernen Star-Trek-Inkarnationen so, gäbe es wohl wenig zu beanstanden.

Darsteller des schwulen Klingonen über die Werte von Star Trek

Karim Diané, der in Starfleet Academy den Klingonen Jay-Den Kraag spielt, verteidigt Alex Kurtzman. Quelle: Paramount Plus Karim Diané als Klingone Jay-Den Kraag.

Nun wollen wir das Ganze nicht in ein Meinungsstück abdriften lassen. Aus aktuellem Anlass geht es um Lob für Alex Kurtzman. Es stammt von Karim Diané, dem Darsteller des Klingonen Jay-Den Kraag in Star Trek: Starfleet Academy. Diané musste in den letzten Wochen viel Kritik für seine Darstellung ertragen, auch sehr unflätige. Vielen passt es nicht, dass er einen schwulen Klingonen spielt. Bei durchaus berechtigter Kritik an den Drehbüchern gab es im Netz tatsächlich Stimmen, denen ausschließlich die Homosexualität der Figur ein Dorn im Auge ist. Auf Instagram bezog der Darsteller nun Stellung zu diesem Thema. In einem Videobeitrag betont er, dass an inhaltlicher Kritik auch nichts auszusetzen sei. Es gehöre aber zu Star Trek, dass man Dinge vorantreibt.

Es sei kein Zufall gewesen, dass Jay-Den ein schwuler Klingone ist. "Es war das Ergebnis sehr durchdachter Überlegungen. Das liegt daran, dass es hinter den Kulissen Menschen gibt, darunter Alex Kurtzman, die wirklich daran glauben, dass Star Trek sich weiterentwickeln sollte. Star Trek gibt es seit 60 Jahren. Es hat immer daran geglaubt, Dinge voranzutreiben. In den 60er Jahren sah das auf eine bestimmte Weise aus. In den 90er Jahren sah das Vorantreiben von Dingen anders aus. Und heute sieht das Vorantreiben von Dingen wiederum in jedem einzelnen Jahrzehnt anders aus."

An der Stelle verweisen wir auf die 1960er-Jahre. Damals empfanden es viele noch als Provokation, wenn eine schwarze Frau im Rang eines Lieutenant als vollwertiger Führungsoffizier dient. Der Kuss zwischen dem weißen Captain Kirk und der schwarzen Uhura galt manchen als Ungeheuerlichkeit. In mehreren Bundesstaaten schnitt man ihn kurzerhand raus. Mitunter gab es wütende Reaktionen. Tatsächlich wurde das Verbot der sogenannten Rassenmischung im letzten US-Bundesstaat, wo das Gesetz noch Gültigkeit hatte, erst 1967 per Verfassungsklage zu Fall gebracht.

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Überschwängliches Lob für Kurtzman

An Dianés Meinung über Alex Kurtzman dürfen sich wiederum die Geister scheiden. "Mir ist klar, dass nicht jeder mit jeder einzelnen kreativen Entscheidung einverstanden sein wird", so der Schauspieler. "Das ist fair. Jeder hat das Recht auf seine eigene Meinung. Aber eines kann ich mit Sicherheit sagen: Alex Kurtzman ist ein Hardcore-Trekkie. Er ist ein riesiger Fan. Das habe ich mit eigenen Augen gesehen." Diané zufolge habe Kurtzman eine der schwierigsten Aufgaben überhaupt. Er sei der Kapitän eines Schiffs mit dem Ziel, das Universum für eine völlig neue Generation am Leben zu erhalten.

Alex Kurtzman 2014 auf der Comic-Con International. Quelle: Gage Skidmore, CC BY-SA 2.0 Alex Kurtzman 2014 auf der Comic-Con International. Der Darsteller verweist in dem Kontext auf einen Austausch mit jungen Fans, die nach der Sichtung von Starfleet Academy beschlossen hätten, sich auch einige der älteren Staffeln anzuschauen. "Es gibt Leute, die keine Ahnung haben, wer Captain Kirk ist. Das klingt für uns lächerlich, aber es ist die Wahrheit. Ich habe in den letzten Wochen so viele Kommentare von Leuten erhalten, die sagten: 'Hey, ich schaue gerade Starfleet Academy. Ich habe Star Trek noch nie gesehen. Ich werde mir jetzt die älteren Trek-Serien ansehen, weil ich wissen will, worum es da geht.' Ich habe so viele Nachrichten und Kommentare dieser Art gesehen."

"Ich liebe Alex Kurtzman. Ich bewundere wirklich, was er macht", schloss der Schauspieler. "Er ist außerdem ein wirklich netter Kerl. Er ist sehr freundlich. Er liebt, liebt, liebt uns so sehr." Dianés meint mit "uns" die Darsteller, die Crew der Serie und die Fans. Kurtzmans Telefon sei immer erreichbar, man könne ihn anrufen und mit ihm schreiben. Kurtzman reagiere immer. "Das ist selten. Das ist bei einer Fernsehserie nicht immer der Fall. Er ist ein furchtloser Anführer und ein liebenswerter Mensch."

Serien enden und der Vertrag wohl auch

Ob der Showrunner das Schiff noch längere Zeit führen wird, muss sich erweisen. Der Vertrag mit Alex Kurzman und seiner Produktionsfirma, Secret Hideout, endet dieses Jahr. Starfleet Academy wurde just abgesetzt, während sich die zweite Staffel in der Postproduktion befindet. Sie war schon vor dem Launch der ersten abgedreht.

Noch unausgestrahlt sind überdies die Staffeln 4 und 5 von Strange New Worlds, letztere heruntergedampft auf sechs statt zuvor zehn Folgen. Die Sets beider Serien sollen aktuell abgebaut und in Teilen sogar versteigert werden. Die Kirk-Serie Year One mit den Kulissen von SNW wird damit immer unwahrscheinlicher. Gleiches gilt für die Vertragsverlängerung mit Alex Kurtzman und seiner Produktionsfirma.

Quelle: Instagram via sffgazette

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    • Kommentare (23)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Lord Wotan Freizeitschrauber(in)
        Ein Klingone in Frauenkleidern, der zu feige ist zu Kämpfen, das war ein Schlag in die Fresse. Klingonen sind die absolute Kriegerrasse. Diese Serie war von Anfang an eine Totale Verarschung. Dass die Serie abgesetzt wurde, ist absolut super! Und das Alex Kurtzman raus ist, ist die beste News überhaupt. Die Kranke Wokeness geht mir wirklich auf die Nerven. Und Discovery war schon absoluter misst. In Kern ein Absolutes Kanon Verbrechen. Lässt Star Trek in Rahmen des Kanons. Die letzte gute Serie war DS9.
      • Von Lord Wotan Freizeitschrauber(in)
        Ein Klingone in Frauenkleidern, der zu feige ist zu Kämpfen, das war ein Schlag in die Fresse. Klingonen sind die absolute Kriegerrasse. Diese Serie war von Anfang an eine Totale Verarschung. Dass die Serie abgesetzt wurde, ist absolut super! Und das Alex Kurtzman raus ist, ist die beste News überhaupt. Die Kranke Wokeness geht mir wirklich auf die Nerven. Und Discovery war schon absoluter misst. In Kern ein Absolutes Kanon Verbrechen. Lässt Star Trek in Rahmen des Kanons. Die letzte gute Serie war DS9.
      • Von xkraid Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Das Hauptproblem von New-Trek verorte ich eindeutig bei den Drehbuchschreibern.
        Ich könnte über so einiges hinweg sehen, wenn wenigstens die Geschichten gut und die Charaktäre interessant geschrieben wären, aber leider hat gerade SFA und DISCO da massiv entäuscht.

        Lower Decks ist halt Cartoon und Comedy, daher sehen das viele nicht so eng.
        Am besten von dem ganzen New-Trek ist noch SNW, das könnte man schon fast als Star Trek durchgehen lassen.
      • Von SFT-GSG BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von Zik7
        Genau das meine ich! Im besten Fall sind sie einem noch egal, aber meistens gehen sie einem einfach auf den Sack!
        Was ist der Unterschied zwischen Star Trek TOS und Discovery?

        TOS = das neue Redshirt betritt die Brücke und der Zuschauer wusste das die arme Sau in der Folge stirbt. Man kannte Ihn nicht und hatte dennoch sofort Mitleid.

        Discovery = Schwenk über die Brücke und der Zuschauer denkt sich "Hoffentlich geht endlich einer drauf..."
      • Von Elrom81 Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Ich wusste gar nicht das der Klingone schwul ist .... Ich habe noch vor der ersten Hälfte der ersten Episode ausgeschaltet....
      • Von Nexus Kabelverknoter(in)
        Zitat von Misanthrop68
        Ich finde nicht das Woke hier das große Problem ist, sonder die sehr schlechten Drehbücher.

        Genau wegen dem Woken "bullshit narrativ" sind die Drehbücher mist.
        Es MUSS alles in das Woke "Weltbild", der durch den modernen Feminismus verstahlten Köpfe, passen.

        Das ist nicht nur bei Star Trek ein Problem.
        Star Wars hat das gleiche Schicksal erlitten, wo ein flach geschriebener Lead, einfach keine Emotionen weckt, sondern zum wegschauen animiert.

        Wo eine unrealistische Charakterentwicklung (kann alles, weiss alles), denn Menschen als belanglos in Errinerung bleibt, wenn überhaupt.

        Charakterentwicklung, wie in TNG: Riker, Data, Wesley, oder DS9: Siko, Bashir, Odo, oder in Voyager 7o9.
        Das, in Verbindung mit spannenden Geschichten, macht aus Zuschauern, Fans.

        Wenn die Gerüchte stimmen, und Paramount/Skydance einen kompletten Reset, mit auslöschung von allem Kurztman Trek, und einen völligen Neuanfang wirklich duchzieht, dann freue ich mich auf viele weiter Star Treks.
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