Die technischen Tops und Flops des Jahres 2023 - Blutleere Langeweile und Käferfressen
In diesem Artikel
- Seite 1 Die technischen Tops und Flops des Jahres 2023 - Einleitung
- Seite 2 Die technischen Tops und Flops des Jahres 2023 - Blutleere Langeweile und Käferfressen
- Seite 3 Spiele-Technik Tops und Flops 2023 - Ein Ase im Rollenspiel-Olymp und das Orakel im Sternenfeld
- Seite 4 Spiele-Technik Tops und Flops 2023 - Ein Quell der Hoffnung
- Seite 5 Bildergalerie
Spiele-Technik Tops und Flops 2023: Blutleere Langeweile und Käferfressen
Neben grafisch beeindruckenden und spielerisch gefälligen VRAM-Fressern wie Hogwarts und Jedi Survivor entkrochen dem Schoße der Unreal Engine 4 auch der eine oder andere gar noch fürchterlichere Spross. So kredenzte Arkane Austin Spielern Anfang Mai etwa die inhaltlich vollkommen zahn- wie ideenlose, spielerisch blutleere und technisch fadenscheinig auf Basis der Unreal Engine 4 zusammengedengelte Vampir-Vollkatastrophe Redfall. Ein konzeptloses PVE-Koop-Gebilde, mit dem man bis zu drei weitere Freunde quälen kann, falls man darauf aus ist, ebendiese zu verlieren. Die Gewinnstrategie, mit der sich die lächerlich designten Comic-Blutsauger besiegen lassen, wurde im Internet schnell ausgemacht. Sie müssen sich lediglich hinter einem Auto, Tisch oder anderem, ungefähr hüfthohen Hindernis verbergen. Die KI wurde dermaßen schlampig programmiert, dass sie nicht in der Lage ist, einen Weg um das Hindernis herum zu finden. Darauf müssen Sie nur noch eine kurze Weile warten, bevor das Spiel vor lauter Selbstmitleid abstürzt. Bravo! Sie haben Redfall überlebt!
Doch selbst über Arkanes dilettantischen Vampir-Vandalismus können wir angesichts wahrlicher Gaming-Missetaten wohl noch gütig den Mantel des Schweigens breiten und die Gnade des schnellen Vergessens gewähren. Denn bereits Ende Mai 2023, kaum drei Wochen nach dem uninspirierten Redfall, schickte das deutsche Studio Daedalic Spielern eine schreckliche Heimsuchung. Eine aus den tiefsten, unterirdischsten und finstersten Abgründen entspringende Abscheulichkeit. Entsetzte Spieler und schockierte Tester wurden mit einem Ungetüm konfrontiert, das, wie aus dem Albtraum einer gepeinigten Kindesseele entflohen, einer missgebildeten, viergliedrigen Spinne gleich, mit fahlen, tellergroßen Augen und klammer, todeskalter Haut der Fantasie des J.J.R. Tolkiens entsprang und im frühen Sommer des Jahres 2023 in virtueller Form vom Gollum unheilvoll Gestalt annahm.
Es wird wohl niemals vollends zu ergründen sein, was in den Hirnen der Entwickler und den Studioleitern vorgegangen ist und weshalb diese überhaupt auf die abstrus anmutende Idee gekommen seien mögen, ausgerechnet der wahrscheinlich unsympathischsten Figur des gesamten Herr-der-Ringe-Universums ein ganzes Spiel zu widmen. Wer wollte denn in seinem Leben schon einmal in die bleiche Krötenhaut des verschlagenen, feigen und zwiegespaltenen Gollum schlüpfen? Jener Kreatur, die ihre verfluchte Existenz dem Nachgeben der Gier verdankt, jener unkontrollierten Habsucht, die den schon nicht direkt sympathischen Smeagol einen Freund ermorden ließ und aus dieser tragischen Gestalt das verabscheuenswürdige Geschöpf Gollum schuf. Um es in die Dunkelheit zu treiben, an die Verzweiflung der Einsamkeit zu binden, in die feuchten Tiefen unter den Bergen zu verdammen, an die Habsucht zu fesseln und bis in den Tod hinein und für alle Ewigkeit zu verderben.
Wer bei Daedalic ist auf die Idee gekommen, dass diese Gestalt einen nahbaren Protagonisten abgeben würde? Was sollten die Spieler ausgerechnet an Gollum finden, in seiner Natur ergründen? Sollte Gollum die Dualität des Seins erforschen? Indem Daedalic die Spieler Käfer fressen lässt? Wäre ein Goethes Dr. Faust nicht naheliegender? Oder ein Jekyll und Mr. Hyde? An solch Zwiegespaltenheit sind allerdings schon andere Studios kläglich gescheitert. Was haben sich die Entwickler nur dabei gedacht? Klar, da lag so eine Herr-der-Ringe-Lizenz herum. Für die Bücher, nicht die Filme. Damit muss man natürlich irgendetwas anfangen. Doch das LotR-Universum ist riesig und wurde von seinem Schöpfer Tolkien penibel ausgebaut und mit Lore und Geschichte gestopft, wie kaum ein anderes Fantasy-Universum. War Gollum wirklich die beste Figur, die man für Spieler hat finden können? Wer hat das entschieden? Es ist zum Haareraufen.
Und nicht nur bezüglich Spiel-Design und Protagonistenwahl sorgte Gollum für Kopfkratzen und unfreiwillige Fragen an die eigene und virtuelle Existenz. Während sich einige unserer PCGH-Tester angesichts des krabbelnden Scheusals dazu genötigt sahen, sich klammheimlich aus der Affäre zu stehlen, wurde CPU-Tester David Ney knallhart und erbarmungslos erwischt. Der PCGH-Fachmann wurde neben den Gameplay-spezifischen Unzulänglichkeiten außerdem von Gollums makelbehafteter und jämmerlicher technischer Natur in die Niedergeschlagenheit der Schwermut getrieben. Unser vor keinem noch so komplizierten Prozessor-Launch kuschender, ein einziges noch so wankelmütiges UEFI-Pre-Release fürchtender Fachredakteur musste all seine Willenskraft zusammennehmen, um angesichts der Technik-Katastrophe eines Gollums nicht resigniert zu scheitern. Urbane Legenden besagen, dass man noch immer sein gepeinigtes Heulen in den PCGH-Redaktionshallen vernehmen kann, wenn man dreimal leise Gollum, Gollum, Gollum ruft...
Spiele-Technik Tops und Flops 2023 - Städtischer Leistungs-Moloch, die UE5 und der Pfad zum Licht
Daedelic Entertainment, der langjährige, traditionelle Adventure-Spezialist aus deutschen Landen, überlebte diese Fehlentwicklung nicht - zumindest als Entwicklerstudio. Und während Daves geplagter Tester-Geist sich langsam von den post-traumatischen Erlebnissen erholt, durfte Neuzugang und Weihnachtspulli-Fan Tristan Ende Oktober Hand an Cities Skylines 2 legen. Eine mutige Entscheidung. Denn während der City-Builder spielerische Hoffnungen wecken konnte und ausnahmsweise nicht auf der Unreal Engine 4, sondern auf der Unity Engine basiert, die sich 2023 im Übrigen in Form ihres ehemaligen CEOs extra-unpopulär machte, war auch City Skylines 2 zum Launch eine technische Herausforderung selbst für High-End-Systeme. Doch unser jüngster PCGH-Zugang ließ sich nicht bange machen und stellte sich nicht nur der schneckenhaften Performance der Aufbaustrategie, sondern auch dem versammelten Internet sowie den Kommentaren auf dem Video- und Meinungs-Forum Youtube. Also jenen Plattformen, auf denen ein falsches Wort und ein missverständlicher Satz im Munde eines Redakteurs ausreichen, um die wilde Horde zu erwecken. Auf dass sich diese wutentbrannt in Bewegung setzt, dem unvorsichtigen Überbringer schlechter/falscher oder missverständlicher Nachricht in den Kommentaren literarisch die Haare in Brand zu stecken.
Doch Tristan hat seine Feuerprobe überstanden. Und auch City Skylines 2 hat wohl das Gröbste hinter sich, die Steam-Rezensionen verschieben sich mehr und mehr ins Positive, und im Grunde ist der City-Builder ja auch kein schlechtes Spiel. Irgendein Entwickler scheint lediglich zu vergessen zu haben, wozu ein Level-of-Detail nützlich ist und nicht nur deutsche Schüler irgendwann ans Ende ihrer Rechenleistung stoßen, sondern auch PCs.
Während CPU-Tester Dave und Grafikkarten-Fachredakteur Raff sich mit der Renovierung ihrer jeweiligen Benchmark-Parcours beschäftigten, in denen sich noch immer einige Kandidaten die veraltete Unreal-Engine-4-Technik vertreten, trat Spiele-Technik-Nerd Phil die Flucht nach vorn an, vergrub sich in zukünftiger UE5-Technologie und philosophierte über dem Geist der Maschine entspringende Beiträge. Was ist real, was ist es nicht? Ist ein Bild ein Bild, wenn es den Halluzinationen einer Künstlichen Intelligenz entspringt? Was für ein Gefühl entsteht, wenn die KI die Hälfte des Bewegtbilds zeichnet und die andere die Hand des Spielers? Bemerkt man als Spieler einen Unterschied, wenn eine Künstliche Intelligenz dem Nutzer auf geschickte Art und Weise Bilder unterschiebt? Des Weiteren sinnierte er über die temporal glättende Wirkung der Zeit, deren Verstreichen selbst harte Pixelkanten erodieren kann. War er andernfalls nicht beschäftigt, lümmelte er lustvoll auf der Gamescom rum und ließ sich mit Häppchen und Schirmchendrinks durchfüttern, während er sich von Nvidia feinste Pathtracing-Grafik kredenzen ließ.
Doch nicht nur die Häppchen konnten begeistern und hinter Nvidias feiner Strahlenpracht konnten sich 2023 selbst die alten Hasen der PCGH-Redaktion gemeinsam einfinden. Mithilfe des Stilmittels Pathtracing schuf der finnische Entwickler Remedy mit Alan Wake 2 Ende Oktober ein Kunstwerk, das in seiner optisch-physikalischen Akkuratesse die staunenden Blicke sämtlicher PC-Games-Hardware-Redakteure auf sich zog. Und so saßen sie da, mit strahlenden Augen und von Glück beseelt, verzückte Laute glucksend. Angesichts des strahlenden Meisterwerkes schmolzen sie dahin und gossen ihre Lobpreisungen in euphorisch-entzückter Prosa ins Internet.
Doch nicht nur von optischer Pracht geblendete Hardware-Redakteure sind begeistert, auch weniger durch schnöde Grafik beeinflussbaren Kollegen der Games sind gegenüber den Qualitäten eines Alan Wake 2s voll des Lobes. Remedy ist es mit dem technischen wie spielerischen Bravourstück Alan Wake 2 im Jahre 2023 tatsächlich gelungen, selbst kritische Stimmen zu vereinen. Wenn Ihnen an fortschrittlicher Grafik, Atmosphäre und spielerischer Güte gelegen ist, so sei Ihnen Alan Wake 2 empfohlen. Bei kaum einem anderen Kracher erschallen die Stimmen der Kritiker 2023 in einem solch einstimmigem Chor.
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Ansonsten sind an mir diverse oft genannte Enttäuschungen (Starfield oder Diablo 4), miserable PC Ports (bspw. Star Wars Jedi 2) oder absolute Flops (Redfall, Lords of the Fallen, Gollum usw.) vorbei gegangen. Bestand kein allzu großes Interesse und die Meldungen nach Release haben auch nicht zum Kauf motiviert. Ärgerlich aber sicherlich für Fans.
Schwachstellen sind NPCs und wie die in der Spielwelt agieren, das war dann sehr rückständig wirkend. Aber das Zusammenspiel der Biome, Planzen, Tiere, Wetter und all das, hab ich so bisher noch nicht gesehen. Wirklich großartig gemacht.
Es ist sehr schade, dass viele nur ein "Far Cry" in dem Spiel sehen, dabei ist es viel mehr als das und eines der besten Ubisoft Spiele der letzten Jahre.
Dead Space fand ich mega damals. Aber iwie stelle ich mir das eher langweilig vor, wenn man die Story schon kennt. Oder haben die da Leveltechnisch einiges geändert ?
Jetzt bin ich Ewigkeiten mit i7-4770K und GTX 980TI unterwegs gewesen, immer noch eine Kombination, mit der man viele tolle Sachen machen kann, nicht zwingend mit neuesten Spielen, aber es gibt ja tausende gute auch etwas ältere. Vor zwei Jahren habe ich zumindest auf 5800X aufgerüstet, war hilfreich, aber zu einseitig. Aber die Grafikkartenpreise waren absurd, da gehe ich doch lieber im Wald Bäumefällen und Holzhacken, anstatt Landwirtschaftssimulator zu spielen.
Aber 2023 war gut. Es wurde ein 5800X3D, wirklich etwas grandioses, eine RTX 4070 gleich zum Release, immer noch schmerzhaft teuer aber seit Jahren zumindest so ein bisschen etwas wie Gegenwert, dazu aufstocken auf 64GB, weil Anno mehr als 32GB nutzt, eine schnelle SSD und wieder mehr spielen in diesem verregneten Sommer mit unerträglichen Hitzephasen, in denen ich eh nicht raus ging.
Doch, war ein schönes "Hardwarejahr", und jetzt können noch schöne Spiele kommen. Anno 1800 ist immer noch klasse, gerade mit der immer größer werdenden Mod-Datenbank, die X-Spiele laufen endlich flüssig aber irgend etwas schönes Neues wäre noch gut.
In diesem Sinn, hoffen wir auf 2024 und ich wünsche allen einen guten Rutsch ins neue Jahr und viel schöne Rechnermomente im nächsten Jahr.
Nicht mal pop cap100 hat geholfen.
Nicht mal pop cap100 hat geholfen.