Key-Händler im Rechtstest: Häufige Fragen und Fazit
Sind Key-Shops eine günstige Alternative zum teuren Retail-Markt oder doch eine Grauzone mit unabsehbaren rechtlichen Folgen für die Käufer? Was passiert, wenn mir ein Key gesperrt wird und an wen muss ich mich wenden? PC Games Hardware klärt auf und erklärt anhand ausgewählter Fragen die wichtigsten Fälle zum Thema Key-Shops. Darüber hinaus erhalten Sie in der Bildergalerie eine Checkliste, anhand der Sie dubiose Key-Händler erkennen können.
Sind Key-Shops eine günstige Alternative zum teuren Retail-Markt oder doch eine Grauzone mit unabsehbaren rechtlichen Folgen für die Käufer? Was passiert, wenn mir ein Key gesperrt wird und an wen muss ich mich wenden? PC Games Hardware klärt auf und erklärt anhand ausgewählter Fragen die wichtigsten Fälle zum Thema Key-Shops. Darüber hinaus erhalten Sie in der Bildergalerie eine Checkliste, anhand der Sie dubiose Key-Händler erkennen können.
Quelle: Digital Revolution
Key-Händler im Rechtstest: Günstig, aber illegal? Was Sie beim Kauf beachten müssen
Wer kann mir Auskunft geben, wenn ich Zweifel am Key-Shop habe? Wie erfahre ich, woher der Key stammt?
Die erste Anlaufstelle sollte der Publisher des Spiels sein. Die Publisher sind für Vertrieb, Marketing und Support-Fragen zuständig. Diese können daher sehr gut nachvollziehen, wer alles auf deren Liste von Vertragshändlern steht. Gleichfalls geschieht eine Sperre des Keys nur auf Veranlassung der Publisher. Es hilft zudem, selbst Kontakt mit dem fraglichen Key-Shop-Betreiber aufzunehmen und genauer nachzufragen, woher die Lizenzschlüssel stammen. Sind diese von Retail-Verpackungen abfotografiert? Kommen die Keys von Großhändlern oder doch direkt vom Publisher? Lizenzen, die zum digitalen Download berechtigen, sind oftmals als solche gekennzeichnet. Zum Beispiel können Sie unmittelbar nach dem Aktivieren bestimmter Spiele mit Steam erkennen, ob es sich um eine Retail-Version oder doch eine andere Variante handelt.
Darf ich als Privatperson einen Key verkaufen? Auch dann, wenn ich diesen mit einem Datenträger zusammen gekauft habe?
Das Trennen von Key und Datenträger ist urheberrechtlich problematisch. Durch das Trennen des Keys muss der Käufer selbst zusehen, woher er die Software bekommt. Es entsteht eine Situation, die exakt so ist wie bei den Key-Händlern, nur dass Sie als Privatperson auftreten. Diese Unterscheidung ist jedoch mit Rücksicht auf die ausschließlichen Verbreitungs- und Wiedergaberechte (öffentliche Zugänglichmachung) des Urhebers bzw. dessen ausschließlichen Rechteinhabern unbeachtlich. Der urheberrechtliche Erschöpfungsgrundsatz gilt nur für den Datenträger, auf dem sich die Software befindet, nicht aber für den Key alleine. Sie dürfen daher den Key nicht ohne den originalen Datenträger veräußern. Darüber hinaus wären Sie ohnehin nicht berechtigt, den zwangsangebundenen Online-Account zu verkaufen.
Quelle: PC Games Hardware
Liegt der Preis 50 Prozent unter dem Verkehrswert? Gerade bei neu erschienen Spielen werden Sie kaum legale Angebote unter 40 Euro finden. Kostet ein Key plötzlich 20 Euro und weniger, müssen sich bei Ihnen erste Zweifel zeigen.
Sind auffallend niedrige Preise ein Indikator für dubiose Key-Händler?
Sie sehen rechts anhand eines Angebots über einen Battlefield 3-Key die Preisgestaltung der Key-Shops. Zum Zeitpunkt des Verkaufsstarts, als der Screenshot entstand, konnte Battlefield 3 weder digital noch klassisch über den Einzelhandel für weniger als 40 Euro erworben werden. An der Abkürzung "RU" erkennen Sie die Herkunft des Keys. Vermutlich handelt es sich hier um einen russischen Key, der von einem Großhändler abfotografiert und günstig an den Key-Händler weiterverkauft wurde. Der Download selbst wird dann über EA Origin gestartet. EA löschte im November 2011 kurzerhand viele russische Lizenzschlüssel aus der Origin-Spiele-Liste. Der Preis ist nicht immer alleiniger Indikator. Dennoch müssen Sie stutzig werden, wenn kurz nach Verkaufsstart Preisspannen von über 50 Prozent bestehen.
Mache ich mich mit einem Kauf strafbar? Wie sieht das für die Betreiber der Key-Shops aus?
Als Käufer machen Sie sich nicht strafbar. Denkbar ist allerdings, dass kurz nach dem Kauf der Zugang zum Spiel gesperrt wird. Seltene Fälle in Foren berichten von kompletten Account-Sperren, wobei hier augenscheinlich auch andere Verstöße gegen Lizenzbestimmungen vorlagen. Darunter fallen beispielsweise unerlaubte Vorteile im Spiel durch technische Manipulationen ("cheats") oder wiederholte Beleidigungen auf öffentlichen Servern. Es ist anzunehmen, dass Sie das bezahlte Geld für den Key verlieren. Key-Shops behalten sich des Öfteren in den AGB vor, keine Rückzahlungen vorzunehmen. Die Publisher selbst sehen sich ebenfalls nicht in der Pflicht, dem geprellten Käufer zu helfen.
Soweit die Key-Shops unter deutsches Recht fallen, sind strafbare Handlungen denkbar. Die gewerbsmäßige Verwertung (öffentliche Zugänglichmachung) von urheberrechtlich geschützten Computerprogrammen ist strafbar gemäß §106 in Verbindung mit §108a UrhG und kann mit Geldstrafe oder bis zu fünf Jahren Freiheitsentzug enden. Die Strafverfolgung der gewerbsmäßigen Verwertung ist nicht antragspflichtig. Probleme bei der praktischen Durchsetzung ist wohl der Hauptgrund, weswegen es bisher keine unmittelbare Rechtsprechung zu Key-Shops gibt. Der Beschluss vom OLG Frankfurt (12.05.2009 - Az.: 11 W 15/09) ist diesbezüglich lesenswert. Sie finden den Beschluss auf der Webseite der hessischen Landesrechtsprechungsdatenbank.
Ich habe bei einem Key-Shop gekauft, nun ist mein Key gesperrt worden. Von wem bekomme ich mein Geld wieder?
Als Ihr Vertragspartner hat der Key-Shop für den gesperrten Key einzustehen. Ihnen stünden Schadenersatzansprüche zu, deren Durchsetzung jedoch mehr als schwierig sein dürfte. Die Key-Shop-Betreiber haben ihren Sitz im Ausland. Selbst wenn es sich um einen deutschsprachigen Web-Auftritt handelt, werden Sie vermutlich mangels Kontaktdaten und Namen der Verantwortlichen auf Ihrem gesperrten Key sitzen bleiben.
Fazit: Key-Shops im Internet
Key-Shops bieten eine verlockende Auswahl an günstigen PC- und Konsolenspielen. Doch ignorieren Sie nicht die deutlichen Hinweise auf die dubiose Herkunft der Nutzungsrechte. Im schlimmsten Fall büßen Sie neben dem Zugang zum Spiel auch Ihren Online-Account ein. Wenn Sie sichergehen wollen, nicht irgendwann vor einem deaktivierten Lizenzschlüssel zu sitzen, kaufen Sie bei den großen Online-Diensten oder verlässlichen Alternativen mit Publisher-Unterstützung ein.
In diesem Artikel
- Seite 1 Key-Händler im Rechtstest: Key-Shops als Alternative?
- Seite 2 Key-Händler im Rechtstest: Keys verkörpern Nutzungsrechte
- Seite 3 Key-Händler im Rechtstest: Download versus Datenträger und Rechtsprechung
- Seite 4 Key-Händler im Rechtstest: Zugänglichmachung und gutgläubiger Erwerb
- Seite 5 Key-Händler im Rechtstest: Häufige Fragen und Fazit
- Seite 6 Bildergalerie
Bildergalerie
- Seite 1 Key-Händler im Rechtstest: Key-Shops als Alternative?
- Seite 2 Key-Händler im Rechtstest: Keys verkörpern Nutzungsrechte
- Seite 3 Key-Händler im Rechtstest: Download versus Datenträger und Rechtsprechung
- Seite 4 Key-Händler im Rechtstest: Zugänglichmachung und gutgläubiger Erwerb
- Seite 5 Key-Händler im Rechtstest: Häufige Fragen und Fazit

Also ich kenne viele Leute die auf ebay oder g2p keys kaufen und sie haben ihre accounts heute alle noch
Ja deine einstellung finde ich auch super.. wenn eine firma im osten auswandert dort billiger produziert und das ganze dann zum selben preis wie zuvor verkauft nur das sie mehr gewinn machen dann ist das okay.. aber sobald mal der kleine mann vorteile von der "globalisierung" hat.. dann ist es einfach nur schlecht...
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Welche Firmen sollten versuchen etwas nachzuklagen? Die Firmen die die Urheberrechte haben sind doch nicht die Betreiber der Streams, welche IP sollten die woher sammeln? Da müssen die doch erst zum Streaming-Dienstleister, der die IPs auch nicht ohne weiteres rausrückt.
@boon: Das ist richtig. Im Grunde weigerten sich die Provider sogar am Anfang. Nur leider geht das nicht gegen einen richterlichen Beschluss. Am schluss war es so das wir eine Woche Zeit hatten den Besitzer der IP vom Provider anzufragen danach war sense. Das wollet ich damit eigentlich sagen das die meisten kaum länegr als eine Woche die Daten speichern und somit diese verschwunden sind falls es mal illegal werden sollte.
grüße
Ich kenne die Umsatz/Kosten/Gewinn Zahlen der Publisher nicht und bin auch nicht der Meinung, daß Unternehmen sich für Gewinne schämen müssen. Milchmädchen Hochrechnungen sind am Stammtisch geil aber in einer wirklichen Diskussion fehl am Platz, wenn du den Eindruck hast für ein Produkt wird zuviel Geld verlangt, ignorier das Produkt und steh zu deiner Meinung. Btt hier im Thread gehts doch nicht um die Gewinne der Publisher sondern um die rechtliche Bewerttung sogenannter Keyshops.