Sea of Thieves: Piraten-Abenteuer mit Unreal Engine 4 im Technik-Test

Sea of Thieves, das Piraten-Abenteuer aus dem Hause Rare und Microsoft, ist seit einigen Tagen für den PC und die Xbox One erhältlich. Nun, nachdem die anfänglichen Server-Probleme behoben sind, stach auch PC Games Hardware ins Meer der Freibeuter - und ist von der Grafik des Spiels durchaus angetan.

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Sea of Thieves: Piraten-Abenteuer mit Unreal Engine 4 im Technik-Test
Quelle: PC Games Hardware

Sea of Thieves zelebriert das Piratenleben am PC: Schnappen Sie sich einen Freund, oder noch besser eine ganze Crew, verdreschen Sie Skelette und heben große Schätze auf dem Weg zu großem Reichtum. Zwar dürfen auch Einzelspieler die Weltmeere mitsamt ihren Inseln erkunden, Sea of Thieves ist jedoch auf kooperativen Mehrspielerspaß ausgelegt. Wer eine Story erwartet, wird enttäuscht, das Spiel lebt von der Item-Progression und Atmosphäre. Von Letzterer hat das Spiel reichlich - und gute Performance noch dazu.

Sea of Thieves: Technik (Grafik & Sounds)

Das technische Grundgerüst von Sea of Thieves stellt die aktuell recht prominent vertretene Unreal Engine 4. Dabei liegen die grafischen Ansprüche für Rares Piratenspaß offensichtlich weniger stark auf einer realistischen Darstellung als in vielen anderen Titeln. Die Comic-Optik wirkt etwas polygonarm, doch sollte man sich nicht zu sehr von den etwas kantigen Figuren und eher groben Landschaftsdarstellung täuschen lassen. Die Figuren und Objekte sind stilisiert und bestehen augenkundig aus gar nicht einmal so wenigen Dreiecken.

Der optische Star von Sea of Thieves, der außerordentlich hübsche Ozean, wird ebenfalls mittels Polygonen dargestellt. Wir gehen davon aus, dass die Entwickler Tessellation nutzen, um bei Bedarf dynamisch Geometrie für Dünung, Wellen und haushohe Brecher zu erstellen. Mit Bestimmtheit kommt indes ein zum Teil dichtes Polygonnetz (Mesh) - ähnlich wie in Wolfenstein 2 - zum Einsatz, dessen Detaildarstellung der Kronen wirklich sehenswert ist. Doch nicht nur Polygone sorgen für das schicke Nass, auch Parallax-Mapping kommt zur Anwendung, um der Wasseroberfläche bei Bedarf ihre Rauheit zu verleihen und Schaumkronen hervorzuheben.

Dazu kommt eine Reihe Shader zum Einsatz, etwa für Lichtbrechung oder einen ansehnlichen Durchscheineffekt bei Gegenlicht. Interessanterweise basieren offenbar auch die Reflexionen auf Polygonen. Inseln, Bäume und Felsen nutzen offenbar ein stark reduziertes LoD des betreffenden Objekts, spiegeln dieses auf der horizontalen Achse und erzeugen daraus ein optisch entsprechend verzerrtes Abbild auf dem Wasser - wahrscheinlich wählte Rare diese Methode, um Probleme mit Screen-Space-Reflections zu umgehen, die zudem aufwendig zu berechnen wären und für schwächere Systeme teurer ausfallen würden. Neben der eigentlichen Darstellung des Ozeans ist außerdem das Physikmodell eindrucksvoll, optisch unterstützt durch andere Effekte, wie die Partikel für Gischt oder einen Shader, der je nach Wellengang das hin- und herschwappende Wasser auf dem Deck simuliert.

Neben dem Ozean sorgt die dynamische Beleuchtung für Stimmung. Die Lichtverhältnisse wechseln stufenlos und sauber, dabei können die optisch sehr auffälligen Licht- und Farbübertragungen gut beobachtet werden - augenkundig ein simplifizierter Ansatz einer Globalen Beleuchtung, ähnlich wie ihn auch eine Reihe anderer aktueller Titel nutzt. In Sea of Thieves können Sie den Effekt besonders gut erkennen, akzentuiert durch die dank der Comic-Grafik schlicht-stilisierte Texturdarstellung mit großen, quasi unifarbenen Flächen. Dazu wird die Beleuchtung durch einen kräftigen Bloom und volumetrische Effekte unterstützt. Bäume und Sträucher lassen durch Subsurface-Scattering den Eindruck entstehen, es dringe Sonnenlicht hindurch - todschick! Je nach Wettersituation und Tageszeit sowie der Umgebung kommen außerdem mehr oder minder kräftige Farbfilter zum Einsatz. Neben der Wasserdarstellung ist die Beleuchtung wohl das ansehnlichste optische Aushängeschild von Sea of Thieves. Die interessante, dynamische Wolkendarstellung weiß ebenfalls zu gefallen.

Die Atmosphäre wird durch eine großartige Vertonung verdichtet: Das Rauschen des Meeres, das Ächzen der Planken und nicht zuletzt die zahlreichen Musikstücke in Spelunken und weiteren Örtlichkeiten passen perfekt zum Setting und tragen ihren Teil dazu bei, dass bei Sea of Thieves echte Freibeuter-Atmosphäre aufkommt.

Der Microsoft Store und die Benchmarks

Gerne hätten wir Ihnen die übliche Benchmark-Orgie serviert, im Falle von Sea of Thieves ist das jedoch leichter gesagt als getan. Zum einen handelt es sich bei diesem Spiel um eine UWP-Anwendung (Universal Windows Plattform), das heißt, es läuft nur im Windows (10) Store, welcher eine spezielle Schnittstelle verwendet, die sich nicht einfach mit dem altehrwürdigen Benchmark-Tool Fraps "abgreifen" lässt. Dieses Problem lässt sich mithilfe des neueren Programms OCAT aus der Welt schaffen, das wir bereits für die Messungen von Doom (2016), Wolfenstein 2 und Final Fantasy 15 Windows Edition verwendet haben beziehungsweise verwenden.

Das weitaus größere Problem ist der Zufall. Sea of Thieves schmeißt den Spieler bei jedem Start auf einer anderen Insel mit unterschiedlichem Wetter sowie einer stets dynamischen Beleuchtung heraus. Unsere Tests haben ergeben, dass es all diese Faktoren beinahe unmöglich machen, valide, das heißt vergleichbare, Benchmarks anzufertigen. Da wir Ihnen keine halbgaren Resultate liefern möchten, verzichten wir bei Sea of Thieves darauf. Die offiziellen Systemanforderungen deuten es jedoch bereits an, dass das Spiel beileibe kein Hardware-Töter ist. Bereits mit einer 1-GiByte-Grafikkarte soll Sea of Thieves spielbar sein, empfohlen werden hingehen ehemalige Oberklasse-Modelle wie die Radeon R9 380X oder Geforce GTX 770.

Unsere Tests belegen, dass Sea of Thieves keine besonders hohen Anforderungen stellt. Wie Sie im folgenden Video sehen, in dem wir die Grafik und Performance thematisieren, haben aktuelle High-End-Grafikkarten wie die Geforce GTX 1070 und Radeon RX Vega 56 keine Probleme damit, Sea of Thieves in Ultra-HD-Auflösung mit 40 bis 50 Fps darzustellen - auf dem Meer fallen die Bildraten sogar noch etwas höher aus. Dreistellige Fps mit den genannten sowie vergleichbar starken Modellen (beispielsweise GTX 1070 Ti oder eine stark übertaktete GTX 980 Ti) sind in Full HD daher nicht unrealistisch.

Sea of Thieves: Systemanforderungen und Empfehlungen

Der Vollständigkeit halber hier noch die vom Entwickler veröffentlichten Systemanforderungen für Sea of Thieves PC:

Empfohlene Systemkonfiguration:

  • Betriebssystem: Windows 10
  • CPU: Intel i5 4690 @ 3.5 GHz or AMD FX-8150
  • RAM: 8 GiByte
  • VRAM: 4 GiByte
  • GPU: Nvidia Geforce GTX 770 or AMD Radeon R9 380X
  • Modern GPU: Nvidia GTX 1060 or AMD RX 470
  • HDD: 60 GB 7.2k RPM
  • Grafikeinstellungen: Medium ("Rare" in-game)

Minimale Systemanforderungen:

  • Betriebssystem: Windows 10
  • CPU: Intel Q9450 @ 2,6 GHz or AMD Phenom II
  • RAM: 4 GiByte
  • VRAM: 1 GiByte
  • GPU: Nvidia Geforce GTX 650 or AMD Radeon 7750
  • Modern GPU: Nvidia GTX 1030 or AMD R7 450
  • HDD: 60 GB 5.4k RPM
  • Grafikeinstellungen: Low ("Common" in-game)

Sea of Thieves: Offizielle Systemvoraussetzungen und Empfehlungen Quelle: Rare Sea of Thieves: Offizielle Systemvoraussetzungen und Empfehlungen

Bildergalerie

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    • Kommentare (2)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von LastManStanding Volt-Modder(in)
        mhh schade, ich hab mir etwas anderes vorgestellt.... naja 1600X und 1080Ti scheinen greade noch zu reichen
        Das klicken eurer Tastaturen würd mich irre machen.
        Und Philipp: der Bart hier im Video läst dich freundlicher/sympatischer wirken als das Bild im Heft...ich weiß nicht ob das auf Stephan auch zutrifft...^^
      • Von LastManStanding Volt-Modder(in)
        mhh schade, ich hab mir etwas anderes vorgestellt.... naja 1600X und 1080Ti scheinen greade noch zu reichen
        Das klicken eurer Tastaturen würd mich irre machen.
        Und Philipp: der Bart hier im Video läst dich freundlicher/sympatischer wirken als das Bild im Heft...ich weiß nicht ob das auf Stephan auch zutrifft...^^
      • Von Edelhamster BIOS-Overclocker(in)
        Bei Sea of Thieves bin ich echt zwiegespalten. Das Setting und die Idee hinter dem Spiel sprechen mich grundsätzlich an, jedoch war das Matchmaking bisher international, was die erforderliche Kommunikation ingame schwierig gestalten konnte.
        Mit einem Franzosen und Polen zusammen im Team waren wir jedenfalls alles andere als kommunikativ oder auch produktiv^^
        Gestern dann mal mit Kumpels verabredet um gemeinsam in See zu stechen, aber ein Server Down und der 20GB Patch haben uns einen Strich durch die Rechnung gemacht.
        Heute dann ein neuer Anlauf – ein Kumpel wird per Crossplay von der Xbox beiwohnen. Mal sehen.

        Von technischer Seite ist es meiner Meinung nach sehr gut umgesetzt.
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