Ryzen 5 1600X und 1500X im Test: Die besten CPUs bis 300 Euro [Update]
Nach dem starken Start bringt sich AMD mit dem Ryzen 5 für den nächsten Angriff in Stellung: Gegen Intels SMT-lose Vierkerner fährt AMD bis zu sechs Kerne samt SMT, also 12 Threads, auf. Die Taktraten des R5 1600X liegen auf dem Niveau des R7 1800X, der Preis unter 280 Euro - die neue Empfehlung für Spieler?
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Während der Ryzen 7 im Vergleich zu Intels Achtkernern bereits überzeugen konnte, sind die Vorzeichen für AMD in der Klasse bis 300 Euro noch besser: Hier bietet Intel maximal Vierkerner ohne Hyperthreading an - etwa den Core i5-7600K als schnellstes Modell und die beiden, ebenfalls auf Kaby Lake basierenden Core i5-7400 und i5-7500 im Bereich von 200 Euro.
Der Ryzen 5 1600X soll mit sechs Kernen und SMT für 279 Euro UVP und der Ryzen 5 1500X mit vier Kernen plus SMT für 209 Euro in diesem Preisbereichen für Wirbel sorgen. Während das große der beiden zum Test angetretenen Modelle den Vorteil zweier zusätzlicher Kerne sowie acht virtueller Threads hat (6c/12t vs. 4c/4t), bleiben beim 1500X davon "nur" SMT sowie die vielfältigen Tuningoptionen wie ein freier Multiplikator und RAM-OC übrig. Reicht das, um gegen Intels Kaby-Lake-Riege zu bestehen?
AMD Ryzen 5: Sparpotenzial B350-Board
Die logische Wahl für den Endkunden sind die vergleichsweise günstigen, ab rund 80 Euro erhältlichen B350-Boards. Bei Intel benötigen Sie für volle OC-Funktionen mindestens ein Z170-Board (ebenfalls ab 80 Euro), für garantierte Kaby-Lake-Kompatibilität aber besser ein Z270-Modell, welches mindestens 105 Euro kostet. Der Haken: Die günstigeren Quadcores wie der i5-7500 oder -7400 sind auch damit auf RAM-OC beschränkt - Multiplikator und BCLK bleiben fest. Eindeutiger Vorteil für AMDs Ryzen 5 1500X.Auch die Leistung unterscheidet sich zwischen B350 und X370-Board nur minimal - oft sind die Unterschiede zwischen einzelnen Boards mit gleichem Chip höher als zwischen den beiden Typklassen, die kaum aus der Messschwankung herauskommen. Preisbewusste "Ryzer" greifen also analog zum günstigen Prozessor auch beim Mainboard zu einem B350-Modell.
In Sachen OC sind B350-Boards oft weniger opulent ausgestattet, was die Spannungsversorgung angeht. Hier dürfte im High-End-Bereich der OC-Spielraum tendenziell etwas geringer ausfallen. Ob diese Unterschiede für den Heimgebrauch relevant sind, wird ein baldiger Test mit B350-Boards klären. Offiziell erlauben nur die X370-Modelle Multi-GPU-Konfigurationen mit SLI und Crossfire. Inoffiziell kann der B350 zumindest ein 16x/4x-Crossfire bieten, auch wenn AMD hiervon im Hinblick auf eine optimale User-Experience abrät.
| Modell | Kerne/Threads | Basistakt | Boost | XFR | L3-Cache | TDP | Boxed-Kühler | USD-Preis | Euro-Preis |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Ryzen 7 1800X | 8/16 | 3,6 GHz | 4,0 GHz | 100 MHz | 16 MiB | 95 Watt | - (WOF) | $499 | 559 € |
| Ryzen 7 1700X | 8/16 | 3,4 GHz | 3,8 GHz | 100 MHz | 16 MiB | 95 Watt | - (WOF) | $399 | 439 € |
| Ryzen 7 1700 | 8/16 | 3,0 GHz | 3,7 GHz | 50 MHz | 16 MiB | 65 Watt | Wraith Spire LED | $329 | 359 € |
| Ryzen 5 1600X | 6/12 | 3,6 GHz | 4,0 GHz | 100 MHz | 16 MiB | 95 Watt | - (WOF) | $249 | 279 € |
| Ryzen 5 1600 | 6/12 | 3,2 GHz | 3,6 GHz | 50 MHz | 16 MiB | 65 Watt | Wraith Spire | $219 | Umgerechnet 245 € |
| Ryzen 5 1500X | 4/8 | 3,5 GHz | 3,7 GHz | 200 MHz | 16 MiB | 65 Watt | Wraith Spire | $189 | 209 € |
| Ryzen 5 1400 | 4/8 | 3,2 GHz | 3,4 GHz | 50 MHz | 8 MiB | 65 Watt | Wraith Stealth | $169 | Umgerechnet 190 € |
AMD Ryzen 5: Wichtige Infos zum Test
In diesem Test schauen wir auf die Leistung der beiden Ryzen-5-Modelle 1600X und 1500X. Andere Aspekte, speziell solche, die wir bereits im Ryzen-7-Launch-Review behandelt haben, fallen daher hier unter den Teppich wie etwa Betrachtungen zur Architektur oder zur Pro-MHz-Leistung. Hierfür stehen die relevanten Informationen in unserem Launch-Review für Sie bereit.
Auch in Sachen Kühlerkompatibilität sowie zur neuen AM4-Plattform verweisen wir für ausführliche Details auf den Launch-Test der AMD Ryzen-CPUs. Prinzipiell sollten die meisten Kühler mit Standard-Retention-Modul nutzender Klammerbefestigung auch für AM4 taugen. Modelle mit eigener Backplate benötigen in der Regel ein neues Befestigungsset, welches viele Hersteller kostenfrei nachliefern.Wir testen mit der in der Praxis schnelleren der beiden offiziellen Speicher-Varianten: DDR4-2400 kann sich dank Dual-Rank-Aufbau gegen den nominell schnelleren, weil mit höherem Takt ausgestatteten DDR4-2667 in Single-Rank-Bauweise durchsetzen (s. Abschnitt unten!). Der Vergleichbarkeit halber finden die Tests auf dem X370-Board Asus Crosshair VI Hero statt, sodass auch die Leistungsaufnahme, welche in unsere Testnoten mit einfließt, vergleichbar bleibt.
Wir haben das UEFI auf die AGESA-1.0.0.4-basierende Version 1102 aktualisiert, welche Asus uns vorab zur Verfügung stellte - sind hier also brandaktuell aufgestellt. In einem separat durchgeführten Test beliefen sich die Unterschiede zwischen X370 und B350-Board auf die Messschwankungen, sodass AMD hieraus selbstverständlich kein Nachteil entsteht.Das B350-Board arbeitet jedoch ein paar Watt sparsamer als die opulenten X370-Modelle - aufseiten der Intel-CPUs wie auch der älteren AMD-CPUs verwenden wir allerdings ähnlich gelagerte Top-Boards, sodass auch hier keine Benachteiligung stattfindet - im Gegenteil, wäre die Nutzung eines B350-Boards hier eine AMD-Bevorzugung.
Oft wird die Frage aufgeworfen, warum wir teilweise ältere Spiele testen - und keine neuen Titel, welche die Charts anführen. Der Grund liegt in der Vergleichbarkeit und der Eignung als CPU-Tests. Zum einen sind moderne Titel je nach Patch-Level sehr volatil und ändern ihr Verhalten häufig, zum anderen tendieren sie manchmal ein wenig zur "Schönwetterperformance", wie etwa F1 2016, bei dem die fordernden Partikelsysteme des Vorgängers wegfallen.
An diesem Beispiel wollen wir einmal demonstrieren, dass unsere Auswahl kein Nachteil für AMD sein muss. Die F1-2016-Werte der folgenden Tabelle sind direkt aus AMDs Reviewer's Guide 1.3 für die Ryzen-5-CPUs übernommen und liegen in 1080p-Auflösung bei "hohen" Details und DDR4-2933(SR)-Takt vor, die F1-2015-Ergebnisse stammen aus dem PCGH-Test in 720p bei maximalen Details außer AA/AF und Postprocessing, die nur die Grafikkarte belasten und daher für den CPU-Test nicht in Frage kommen. Sie sind mit DDR4-2400 DR entstanden.
| Minimum/99th-% Fps | Relativer Unterschied R5 vs. i5 | Average Fps | Relativer Unterschied R5 vs. i5 | |
|---|---|---|---|---|
| AMD-Benchmarks | ||||
| (DDR4-2933 SR/1080p/high) | ||||
| Ryzen 5 1600X | 101 | 14,00% | 173 | 9,80% |
| Ryzen 5 1500X | 73,4 | -17,20% | 153,1 | -2,80% |
| Core i5-7600K | 88,6 | ± 0% | 157,5 | ± 0% |
| PCGH-Benchmarks | ||||
| (DDR4-2400 DR/720p/max - ohne PP/AA/AF) | ||||
| Ryzen 5 1600X | 73 | 32,70% | 88,6 | 30,10% |
| Ryzen 5 1600X (DDR4-2667 SR) | 69 | 25,50% | 85,4 | 25,40% |
| Ryzen 5 1500X | 60 | 9,10% | 76,8 | 12,80% |
| Core i5-7600K | 55 | ± 0% | 68,1 | ± 0% |
Was an diesem Beispiel extrem wirkt, zieht sich durch den gesamten Messparcours: Gegenüber dem i5-7600K liegt AMD im eigenen Test um 0,7% bei den durchschnittlich und 2,7 % bei den Minimum-Fps vorn. Im PCGH-Test sind es bei den unnormierten, reinen Fps-Werten +4,7 respektive +4,8 Prozent Vorsprung für den Ryzen 5 1600X.
AMD Ryzen 5: Die Taktraten
Die Ryzen-Taktraten sind abhängig vom Windows-Energiesparschema, der Rechenlast sowie dem thermischen Spielraum und damit dem Kühler. Die etwa in AMDs zwischenzeitlich aktualisiertem Ryzen-Master-Tool angezeigten Temperaturen stellen laut AMD inzwischen die echten Werte ohne den 20-Kelvin-Offset, also die Realtemperatur dar.
AMD empfiehlt für Leistungstests das Energiesparschema "Höchstleistung", da hier die CPU selbst und somit um Faktor 30 schneller über den C-State-Stromsparmodus entscheiden könne - auch sei das Core-Parking erst in diesem Betriebszustand und nicht schon im Modus "Ausgeglichen" deaktiviert. Unter "Höchstleistung" läuft etwa die Ryzen-5-1600X-CPU im Leerlauf auf unserem Asus Crosshair VI Hero nominell mit ihrem Allcore-Turbo von 3,7 GHz. Der Wechsel auf "Ausgeglichen" oder "Energie sparen" beschert schwankende Taktraten von 2.125 bis 4.100 MHz - Letzteres ist der XFR-Maximalturbo, Ersteres der niedrigste P-State-Takt. Das Ryzen-Balanced-Schema hält die Kerne wiederum auf 3,7 GHz.
Unter normaler Last, welche nicht nur einen einzelnen Kern bei im Hintergrund völlig ruhendem Windows belastet, verhalten sich Ryzen 5 1600X und Ryzen 5 1500X ihrem Allcore-Turbo entsprechend und laufen durch fast alle Benchmarks unseres Parcours mit folgenden Takten:
- Ryzen 5 1600X: 3,7 GHz All-Core-Takt
- Ryzen 5 1500X: 3,6 GHz All-Core-Tak
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Quelle: PC Games Hardware
AMDs Review-Kit zum Test der Ryzen-5-CPUs (hier mit Wraith-Max-Kühler). Zur Vergleichbarkeit mit den Ryzen-7-Tests haben wir das Asus ROG Crosshair VI Hero verwendet.
Höchstens Takt.
(Und 3600 wird der Ryzen höchstwahrscheinlich nicht machen.)
Leider lässt sich der i5 7600k noch besser übertakten, so sind die Stock Werte zwar sinnvoll, aber eher als ein Argument für den 7600k in punkto Gaming zu sehen.