Radeon RX 9070 "XTX" im Eigenbau: Muss sich die Geforce RTX 5080 fürchten?
Tuner, aufgepasst: Wer sich für eine Radeon RX 9070 XT entscheidet, kann diese mittels Übertaktung deutlich beschleunigen. Genau das haben wir getan und damit eine "XTX"-Variante simuliert. Erreichen wir die Leistung der deutlich teureren Geforce RTX 5080, oder nicht?
In diesem Artikel
Der Marktstart von AMDs Radeon RX 9070 XT und ihrer kleinen Schwester gilt als voller Erfolg - die unvermeidliche Preisübertreibung mit vielen Angeboten jenseits der offiziellen UVPs ausgenommen. Die ersten Grafikkarten befinden sich bereits in den Händen der glücklichen Erstkäufer. Auch im PCGH-Forum tummeln sich frisch gebackene Nutzer einer Radeon RX 9070 (XT), welche im Sammel-Thread ordentlich fachsimpeln und sich über Tuning-Maßnahmen austauschen. Viele Beobachter und Interessenten vermissen jedoch eine High-End-GPU auf Basis der neuen RDNA-4-Architektur. Wir starten daher einen Versuch: Wäre es AMD möglich, mit der vorhandenen Hardware das High-End-Segment zu bedienen? Wie schnell und stromdurstig wäre eine solche Grafikkarte und wäre Nvidias Geforce RTX 5080 damit besiegt? Das erfahren Sie im Folgenden. Alles Weitere zur Radeon RX 9070 (XT), der RDNA-4-Architektur und dem neuen KI-Upsampling FSR 4 erfahren Sie in unseren anderen Artikeln.
Radeon RX 9070 "XTX" im Eigenbau
Bereits im Test der Radeon RX 9070 (XT) ließen wir eine "Radeon RX 9070 XTX" durch alle 43 Gaming-Benchmarks laufen. Dabei handelt es sich zum Leidwesen interessierter Aufrüster um keine regulär verfügbare Grafikkarte, sondern um eine von uns manuell ausgereizte RX 9070 XT. Wir skizzieren damit das Niveau, welches Übertakter aus der schnellsten RDNA-4-GPU pressen können. Im vorliegenden Artikel geben wir dieser Konfiguration erneut eine Bühne und verraten einige Details, wie wir die durchaus markante Übertaktung erreicht haben. Werfen wir zunächst einen Blick auf die im Folgenden getesteten Grafikkarten; weitere Vergleichsmodelle finden Sie in unserer gepflegten GPU-Datenbank:
| Grafikkarte | RTX 5080 | „RX 9070 XTX” | RX 7900 XTX | RX 9070 XT | RTX 5070 Ti |
|---|---|---|---|---|---|
| Getestetes Modell | Nvidia FE | Asrock Taichi MAX-OC | AMD MBA | Sapphire Pulse | MSI Ventus 3x |
| Architektur | Nvidia Blackwell | AMD RDNA 4 | AMD RDNA 3 | AMD RDNA 4 | Nvidia Blackwell |
| Codename/Konfektion | GB203-400 | Navi 48 XTX | Navi 31 XTX | Navi 48 XTX | GB203-300 |
| Chipgröße (Die/GCD) | 378 mm² | 356,5 mm² | 300 mm² (+ MCDs) | 356,5 mm² | 378 mm² |
| Transistoren Grafikchip (Mrd.) | 45,6 | 53,9 | 57,7 (inkl. MCDs) | 53,9 | 45,6 |
| Fertigungsverfahren (Foundry) | 4N (TSMC) | N4P (TSMC) | N5 (GCD) + N6 (MCD) | N4P (TSMC) | 4N (TSMC) |
| Shader-Cluster (CUs/SMs) | 84 | 64 | 96 | 64 | 70 |
| FP32-ALUs/TMUs/ROPs | 10.752/336/112 | 4.096*/256/128 | 6.144*/384/192 | 4.096*/256/128 | 8.960/280/96 |
| Raytracing-Einheiten | 84 (4. Gen.) | 64 (3. Gen.) | 96 (2. Gen.) | 64 (3. Gen.) | 70 (4. Gen.) |
| Matrix-Einheiten („AI-Cores”) | 336 (5. Gen.) | 128 (2. Gen.) | 192 (1. Gen.) | 128 (2. Gen.) | 280 (5. Gen.) |
| Level-2-Cache (MiB) | 64 | 8 | 6 | 8 | 48 |
| Level-3-Cache (MiB) | – | 64 | 96 | 64 | – |
| GPU-Boost-Takt in Spielen (MHz) | 2.730 | 3.230 | 2.570 | 2.950 | 2.710 |
| FP16-Leistung ALUs (TFLOPS) | 58,7 | 105,8 | 126,3 | 96,7 | 48,6 |
| FP32-Leistung ALUs (TFLOPS) | 58,7 | 52,9 | 63,2 | 48,3 | 48,6 |
| Füllrate (Mtex/Mpix pro Sek.) | 917,3/305,8 | 826,9/413,4 | 986,9/493,4 | 755,2/377,6 | 758,8/260,2 |
| Speicheranbindung (Bit) | 256 | 256 | 384 | 256 | 256 |
| Geschwindigkeit RAM (GTs/MHz) | 30,0/15.001 | 22,5/11.250 | 20,0/10.000 | 20,1/10.072 | 28,0/14.001 |
| Speichertyp | GDDR7 | GDDR6 | GDDR6 | GDDR6 | GDDR7 |
| Transferrate Speicher (GB/s) | 960 | 720 | 960 | 644 | 896 |
| Speicherkapazität (MiB) | 16.384 | 16.384 | 24.576 | 16.384 | 16.384 |
| PCI-Express-Standard | 5.0 ×16 | 5.0 ×16 | 4.0 ×16 | 5.0 ×16 | 5.0 ×16 |
| Stromanschlüsse | 1× 16-/3× 8-Pol | 1× 16-/2× 8-Pol | 2× 8-Pol | 2× 8-Pol | 1× 16-/2× 8-Pol |
| Leistungsaufnahme (Board Power) | 360 Watt | 370 Watt | 355 Watt | 304 Watt | 300 Watt |
| UVP (€uro) | 1.169 | – | 1.149 | 689 | 879 |
Angaben der Leistung auf Basis der von uns ausführlich durchgetesteten Grafikkarten (durchschnittlicher GPU-Boost über alle Benchmarks) - die rechtlich abgesicherten Herstellerangaben liegen teils deutlich darunter. *ALUs mit Dual-Issue-Fertigkeit, bestenfalls wird der doppelte Durchsatz (wie angegeben) erreicht.
Wie Sie sehen, haben wir sowohl den Kern- als auch Speichertakt gegenüber einer normalen Radeon RX 9070 XT um gut zehn Prozent gesteigert, wobei das tatsächliche Ausmaß je nach Last schwankt. Beim Rasterizing erreichen wir durchschnittlich 3.270 MHz, beim Pathtracing 3.210 MHz und beim Raytracing "nur" noch 3.200 MHz. In wenig hitzigen Situationen, etwa Full HD in anspruchsarmen Spielen, liegt der GPU-Boost sogar jenseits der 3,3-GHz-Marke. Den Takt setzt unser Testvehikel dabei automatisch - selbstverständlich mit etwas Unterstützung, aber das grundsätzliche Übertakten einer Radeon RX 9070 (XT) ist kinderleicht. Wer sich für ein potentes Custom-Design entscheidet, kann alle Eingriffe mit Bo(a)rdmitteln erledigen.
Wir verwenden für unsere Experimente eine Asrock Radeon RX 9070 XT Taichi, welche nicht nur über einen starken Kühler verfügt, sondern über ein hohes Powerlimit von 340 Watt. Letzteres lässt sich auf bis zu 370 Watt setzen, was bei power-intensiven Spielen sehr hilfreich ist. Doch selbst das genügt nicht, damit sich der Navi-48-Chip weit jenseits von 3 GHz frei entfalten kann - die Ströme limitieren. Dagegen gibt es (neben möglichst geringer Temperatur) nur ein Hausmittel: Undervolting. Die Leistungsaufnahme steigt mit der Spannung im Quadrat, sodass sich eine abgesenkte Spannung gerade im Bereich zwischen "sehr hoch" und "hoch" lohnt. Sehen wir uns an, mit welchen Einstellungen unsere "Radeon RX 9070 XTX" die allermeisten Benchmarks erfolgreich absolviert hat:
Quelle: PCGH
Asrock Radeon RX 9070 XT Taichi goes "RX 9070 XTX"
Wie Sie sehen, haben wir am Clock Table nichts verändert. Die Grafikkarte versucht bereits ab Werk mit mehr als 3,3 GHz zu arbeiten, wird dabei jedoch oft von den fließenden Strömen zurückgehalten. Wir entschärfen dieses Problem mithilfe des Spannungs-Offsets: Mit -75 Millivolt kann der Kern in anspruchsvollen Spielen deutlich höher und länger boosten, bis er an die "Power-Mauer" kracht. Einige Spiele sind mit diesem Undervolting jedoch nicht stabil nutzbar, für einige Benchmarks mussten wir auf bis zu -60 mV schalten, um Abstürze zu vermeiden. Wie bei jeder Übertaktung gilt auch hier, dass das Potenzial einer jeden Grafikkarte unterschiedlich ist und von den elektrischen Eigenschaften abhängt. Jede GPU ist ein Unikat. Starke Kühlung hilft aber in jedem Fall. Im Bild ist ersichtlich, dass unser Simulant keineswegs ohrenschonend unterwegs ist, um maximale Leistung zu erhalten.
Quelle: PCGH
AIDA64 GPGPU Benchmark (obere Reihe: RX 9070 XT, RX 9070, RTX 4070 TiS; untere Reihe: RX 7900 XT, RX 7900 XTX, "RX 9070 XTX" = XT MAX-OC)
Damit der Kern sich bestmöglich entfalten kann, ist außerdem eine hohe Speichertransferrate nötig. Wir übertakten den GDDR6-DRAM von 20,1 auf rund 22,5 Gigatransfers pro Sekunde (GT/s: die gezeigten 2.816 MHz mal 8). Damit steigt die Speichertransferrate von 644 auf 720 GByte/s, was immer noch deutlich weniger als bei der GDDR7-befeuerten Geforce-Konkurrenz ist, allerdings durch die tiefe Cache-Hierarchie teilkompensiert wird. Ab der nächsten Seite geht es ans Eingemachte: Kommt eine maximal beschleunigte Radeon RX 9070 XT an die Geforce RTX 5080 heran? Das haben wir anhand von 43 Gaming-Tests sowie den ergänzenden Benchmarks 3DMark sowie AIDA64 untersucht.

Wegen der frechen Nvidia Preise hab ich sehr mit einer 9070XT geliebäugelt. Weil Hunt immer noch eins meiner Hauptspiele ist, bin ich jetzt natürlich verunsichert. Bei der höheren Leistung der 5080 und besserer FPS/Watt sind die Preise der 5080 ja schon quasi gerechtfertigt, nur auf Hunt bezogen. Da kann man nur hoffen dass Crytek und AMD hier mit Treibern noch bessere Optimierung liefern.
Krass dass ein einziges Spiel als brutaler Ausreißer soviel durcheinander bringt bei der Kaufentscheidung. Obwohl die 5070 XT"X" sonst sehr gut aussieht für das Geld.
Meine 1080 TI (OC@WaKü) läuft zwar noch im großen und ganzen, wird aber langsam altersschwach. In Hunt reichts in WQHD zwar auch für situationsabhängig ca. 50-70 fps, aber nur mit stark reduzierten Details.
Am besten noch beide Varianten unter Wasser mit den besten custom Waterblocks.
Es ist auch möglich einen Chip mit mehr Shader zu bringen 6144 Shader zb. (+50%) oder auch 8096Shader und DDR7
Eine RX 9080XT bzw. 9090XT mit 20GB / 24GB DDR7 28Gps wäre ein Monster was auch einer RTX 5090 Probleme machen kann.
400 Watt bis 475Watt für 1199$ UVP bzw. 1599$ wären da sicher Lukrativ gewesen
AMD hat es aber leider diese GEN vollkommen Verpennt und NVIDIA mit der RTX 5000 Serie Maßlos überschätzt ,
dazu schon im Vorfeld resigniert und gesagt wir bauen kein High-End mehr wir kommen so oder so nicht hinter her.
Ein Hot on the Top Produkt fehlt Einfach noch in der GEN.
Ich würde eher darauf wetten dass AMD aktuell alle Ressourcen in Richtung nächste Generation schiebt um den jetzigen Drive mitzunehmen.
Amd muss nicht high end gewinnen. Was bei den Einnahmen sowieso fast unmöglich ist.
Eine PRO dürfte für Gamer:innen uninteressant sein, wenn(da?) es für diese keine Treiberunterstützung für (neue) Spiele gäbe, oder?