AMD Radeon RX 9070 & RX 9070 XT mit RDNA 4 im Test: Eine faustdicke Überraschung!
Nach einer bewegten Entwicklungs- und wirren Ankündigungsgeschichte kommt AMDs neue GPU-Architektur RDNA 4 endlich auf den Markt - und übertrifft in Gestalt der Radeon RX 9070 XT und RX 9070 beinahe alle Erwartungen.
In diesem Artikel
- Seite 1 Übersicht & Daten
- Seite 2 RDNA 4: Unter der Haube (Technik)
- Seite 3 Spiele-Benchmarks & Leistungsindex
- Seite 4 Raytracing-Benchmarks & Leistungsindex
- Seite 5 Pathtracing-Benchmarks & Leistungsindex
- Seite 6 Leistungsaufnahme, Effizienz & Tuning
- Seite 7 Preis-Leistung (Raster & Raytracing) & Fazit
- Seite 8 Bildergalerie
Es gibt sie noch: freudige Überraschungen. Diese kann man in düsteren Zeiten wie diesen sehr gut gebrauchen, insofern fallen wir gleich mit der Tür ins Haus: Die heutige Jungfernfahrt der AMD-Grafikkarten Radeon RX 9070 und RX 9070 XT ist aufregender als erwartet, verläuft ohne Turbulenzen und hält so manchen Plot-Twist bereit. Neugierig? Natürlich sind Sie das! Vorhang auf für die RDNA-4-Architektur und die erste darauf bauende GPU, Navi 48. Wenn Sie vorab wissen möchten, auf welche Grafikkarten Sie aufrüsten sollten, empfehlen wir Ihnen unsere stets gepflegte Grafikkarten-Rangliste.
Neues in RDNA 4
Die Radeon RX 9070 XT und RX 9070 sind die ersten Grafikkarten auf Basis der RDNA-4-Architektur. AMD hat dabei kaum einen Transistor auf dem anderen gelassen, gegenüber RDNA 3 flossen zahlreiche Tweaks für bessere Auslastung und somit höhere Leistung ein, welche nicht nur klassisches Rasterizing, sondern vor allem Raytracing sowie Machine Learning ("KI") betreffen. Da es so viel zu erzählen gibt, lagern wir die Technikbetrachtung für Interessierte auf Seite 2 dieses Artikels aus.
Radeon RX 9070 (XT) im Test: Kühle und leise Custom-Modelle
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RDNA 4 besteht zunächst nur aus Oberklasse-Grafikkarten - der Radeon RX 9070 und 9070 XT -, gefolgt von Mittelklasse-Modellen der RX-9060-Serie. High-End-Boliden stehen nicht auf der Agenda, angeblich wurden die geplanten Multi-Chip-Grafikkarten vor Monaten wegen Packaging-Problemen abgesagt. So kommt es, dass die RX-9000-Reihe ("8000" ist dem Mobilsegment vorbehalten) von der Radeon RX 9070 XT angeführt wird, mit dem Ziel, die Geforce RTX 5070 Ti (PCGH-Test) anzugreifen. Die nur leicht abgespeckte Radeon RX 9070 legt sich unterdessen mit der ebenfalls brandneuen Geforce RTX 5070 (PCGH-Test) an - erfolgreich, wie wir im Folgenden erläutern.
Neben neuer Hardware gibt es, ähnlich wie bei Nvidia, begleitende Software-Innovationen, denn eine alte IT-Weisheit besagt: Software sells Hardware. Die RX-9000-Reihe startet mit einem großen Update der AMD Software Adrenalin Edition, das den ohnehin prallen Funktionsumfang unter anderem mit KI-Bildgenerierung, der Treiber-eigenen Frame Generation AFMF 2.1 sowie FSR 4 erweitert. Letzteres ist das wohl wichtigste Feature, denn wenn AMD Nachholbedarf hat, dann zweifellos bei der Upsampling-Qualität. FSR 4 setzt erstmals auf Machine Learning, um die Qualität gegenüber den handgeschnitzten Heuristiken von FSR 2 und 3 zu übertreffen. Die Messlatte liegt hoch: Nvidia hat just mit DLSS 4 ein neues Transformer-Modell veröffentlicht, das fantastische Ergebnisse schon bei wenigen Pixeln erzielt. Was FSR 4 kann, klären wir in einem eigenständigen Artikel. An dieser Stelle das Wichtigste. FSR 4 macht eine sehr gute Figur und katapultiert AMD deutlich nach vorn - an Transformer-DLSS-4 kommt das Verfahren in einigen Bereichen jedoch nicht heran. Diese guten Nachrichten kommen jedoch mit einem Haken: FSR 4 funktioniert tatsächlich nur mit RDNA-4-GPUs, da nur deren neue KI-Rechenwerke über genügend Leistung für die komplexen Berechnungen verfügen. Mehr dazu im Technikteil auf der Artikelseite 2.
Radeon RX 9070 (XT) im Detail
Kommen wir nun zu unseren Probanden, der Radeon RX 9070 XT (UVP: 689 Euro) und der Radeon RX 9070 (UVP: 629 Euro). Wie Sie sehen, traten unsere Vorhersagen 1:1 ein, AMD hat den aktuellen Umrechnungskurs ohne nennenswerten Puffer mit der deutschen Mehrwertsteuer in Euro umgemünzt. Auffällig ist der geringe Preisunterschied zwischen der "Großen" und der "Kleinen", welcher aus Herstellersicht jedoch Sinn ergibt - dazu gleich mehr. Sehen wir uns die gesamte Spezifikation der Radeon RX 9070 und Radeon RX 9070 XT im Vergleich an; weitere Modelle finden Sie in unserer gepflegten GPU-Datenbank:
| Grafikkarte | „RX 9070 XTX” | RX 9070 XT | RX 9070 | RTX 5070 Ti | RTX 5070 |
|---|---|---|---|---|---|
| Referenzkarte verfügbar? | Nein | Nein | Nein | Nein | Ja |
| Getestetes Modell | Asrock Taichi MAX-OC | Sapphire Pulse | Sapphire Pulse | MSI Ventus 3x | Nvidia FE |
| Marktstart | 06.03.2025 | 06.03.2025 | 06.03.2025 | 20.02.2025 | 05.03.2025 |
| Architektur | AMD RDNA 4 | AMD RDNA 4 | AMD RDNA 4 | Nvidia RTX Blackwell | Nvidia RTX Blackwell |
| Codename/Konfektion | Navi 48 XTX | Navi 48 XTX | Navi 48 XT | GB203-300 | GB205-300 |
| Chipgröße (Die) | 356,5 mm² | 356,5 mm² | 356,5 mm² | 378 mm² | 263 mm² |
| Transistoren Grafikchip (Mrd.) | 53,9 | 53,9 | 53,9 | 45,6 | 31,1 |
| Fertigungsverfahren (Foundry) | N4P (TSMC) | N4P (TSMC) | N4P (TSMC) | 4N (TSMC) | 4N (TSMC) |
| Shader-Cluster (CUs/SMs) | 64 | 64 | 56 | 70 | 48 |
| FP32-ALUs/TMUs/ROPs | 4.096*/256/128 | 4.096*/256/128 | 3.584*/224/128 | 8.960/280/96 | 6.144/192/80 |
| Raytracing-Einheiten | 64 (3. Gen.) | 64 (3. Gen.) | 56 (3. Gen.) | 70 (4. Gen.) | 48 (4. Gen.) |
| Matrix-Einheiten („AI-Cores”) | 128 (2. Gen.) | 128 (2. Gen.) | 112 (2. Gen.) | 280 (5. Gen.) | 192 (5. Gen.) |
| Level-2-Cache (MiB) | 8 | 8 | 8 | 48 | 48 |
| Level-3-Cache (MiB) | 64 | 64 | 64 | – | – |
| GPU-Boost-Takt in Spielen (MHz) | 3.230 | 2.950 | 2.630 | 2.710 | 2.800 |
| FP16-Leistung ALUs (TFLOPS) | 105,8 | 96,7 | 75,4 | 48,6 | 34,4 |
| FP32-Leistung ALUs (TFLOPS) | 52,9 | 48,3 | 37,7 | 48,6 | 34,4 |
| FP64-Leistung ALUs (TFLOPS) | 0,83 | 0,76 | 0,59 | 0,76 | 0,54 |
| Füllrate (Mtex/Mpix pro Sek.) | 826,9/413,4 | 755,2/377,6 | 589,1/336,6 | 758,8/260,2 | 528,0/220,0 |
| FSR 4 Upsampling (KI-gestützt) | Ja | Ja | Ja | Nein | Nein |
| DLSS Frame Gen (KI-gestützt) | Nein | Nein | Nein | Ja (bis zu 3 KI-Bilder) | Ja (bis zu 3 KI-Bilder) |
| Frame Generation für alle Spiele | Ja (1 Zwischenbild) | Ja (1 Zwischenbild) | Ja (1 Zwischenbild) | Ja (1 Zwischenbild) | Ja (1 Zwischenbild) |
| Speicheranbindung (Bit) | 256 | 256 | 256 | 256 | 192 |
| Geschwindigkeit RAM (GTs/MHz) | 22,5/11.250 | 20,1/10.072 | 20,1/10.072 | 28,0/14.001 | 28,0/14.001 |
| Speichertyp | GDDR6 | GDDR6 | GDDR6 | GDDR7 | GDDR7 |
| Transferrate Speicher (GB/s) | 720 | 644 | 644 | 896 | 672 |
| Speicherkapazität (MiB) | 16.384 | 16.384 | 16.384 | 16.384 | 12.288 |
| PCI-Express-Standard | 5.0 ×16 | 5.0 ×16 | 5.0 ×16 | 5.0 ×16 | 5.0 ×16 |
| Stromanschlüsse | 1× 16-/2× 8-Pol | 2× 8-Pol | 2× 8-Pol | 1× 16-/2× 8-Pol | 1× 16-/2× 8-Pol |
| Leistungsaufnahme (Board Power) | 370 Watt | 304 Watt | 220 Watt | 300 Watt | 250 Watt |
| Display-Konnektivität | DP 2.1a, HDMI 2.1b | DP 2.1a, HDMI 2.1b | DP 2.1a, HDMI 2.1b | DP 2.1b, HDMI 2.1b | DP 2.1b, HDMI 2.1b |
| MSRP (USD) | – | 599 | 549 | 749 | 549 |
| UVP (€uro) | – | 689 | 629 | 879 | 649 |
Angaben der Leistung auf Basis der von uns ausführlich durchgetesteten Grafikkarten (durchschnittlicher GPU-Boost über alle Benchmarks) - die rechtlich abgesicherten Herstellerangaben liegen teils deutlich darunter. *ALUs mit Dual-Issue-Fertigkeit, bestenfalls wird der doppelte Durchsatz (wie angegeben) erreicht
Nein, wir haben nicht als einzige Redaktion weltweit eine "Radeon RX 9070 XTX" erhalten. Es handelt sich vielmehr um einen Mehrwert dieses Artikels; wir wollen demonstrieren, inwiefern es AMD möglich wäre, mit der vorhandenen Hardware das High-End anzugreifen. Um dies zu skizzieren, haben wir das potenteste der uns vorliegenden Custom-Designs händisch ausgereizt und durch den kompletten Benchmark-Parcours gejagt - mit spannenden Ergebnissen. Mehr dazu auf der dritten Artikelseite, zurück zu den tatsächlich erhältlichen Grafikkarten Radeon RX 9070 XT und RX 9070. Beide basieren auf dem neuen Navi-48-Chip, welcher bei TSMC im N4P-Verfahren gefertigt wird. Dabei handelt es sich, wie bei Nvidias "4N", um einen fortgeschrittenen 5-Nanometer-Prozess. Ob N4P gegenüber 4N nennenswerte Vorteile aufweist, ist unbekannt. Fakt ist jedoch, dass AMD mit Navi 48 die mit Abstand höchste Transistordichte aller GPUs erreicht. Daraus ergibt sich auch eine hohe Energiedichte, viele gut ausgelastete Schaltungen auf wenig Fläche stellen eine Herausforderung für Kühlsysteme dar. Wir klären im Test und Vergleich der Custom-Designs, inwiefern das auf Navi 48 zutrifft.
Ähnlich wie bei der Vega-Generation setzt AMD zwar auf die gleiche Basis-Hardware und die gleiche Speicherkapazität, differenziert die Produkte jedoch stark bei der Rechenleistung. AMD präsentierte die Radeon RX 9070 der Presse unlängst als die effizienteste Grafikkarte, die sie je gebaut haben. Möglich wird dies durch ein enges Watt-Korsett, der GPU steht deutlich weniger Energie zur Verfügung als bei der Radeon RX 9070 XT. Letztere verfügt über 14 Prozent mehr Rechenwerke und die gleiche Speichertransferrate, alles Weitere ergibt sich durch das um 84 Watt oder 38 Prozent höhere Energiebudget. Falls Sie sich über den Speichertakt wundern: Dieser beträgt effektiv tatsächlich 20,1 Gigatransfers pro Sekunde, bei beiden Navi-48-Grafikkarten wird intern mit 2.518 MHz gearbeitet. Genug der Vorrede, steigen wir in den Ring zum Duell des Jahres. RDNA 4 vs. Blackwell, RX 9000 gegen RTX 5000 - wer geht als Sieger hervor?
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Daran hatte ich nicht gedacht, wahrscheinlich, weil ich die FPS in die Karte unterfordernden Spielen auf 120 oder 60 FPS begrenze. Außerdem Denkfehler, weil die 9070 in Auslastung nicht mehr Strom verbraucht, als die 6700 XT. Da hat sich ja in Sachen Effizienz schon was getan.
Was soll ich sagen: RT benutze ich nicht. Mit einer 6900 XT und 4K macht das einfach keinen Sinn, weil es für die Karte einfach viel zu viel ist.
Aber mit WaKü Block nicht so einfach.
Würde auch gerne meine 4070ti super wechseln, aber 5070ti, 9070xt können sich nicht spürbar absetzen. Selbst eine 5080 wäre eher als absolutes minimum, um es merken zu können anzusehen. Das aber zu Aufpreisen, das man doch wieder keinen Spaß hat. Steht für bis zu 25% mehr Leistung, in keinem Verhältnis.