Geforce RTX 5070 Ti im Test: Super-Duper-Variante der RTX 4070 Ti mit MFG-Turbo
Vor einem Jahr betitelten wir die Geforce RTX 4070 Ti Super als "eierlegende Wollmilchsau", nun startet mit der Geforce RTX 5070 Ti ihre Nachfolgerin. Liefert Nvidia die ultimative Gaming-Grafikkarte für offiziell (ab) 879 Euro oder gibt es einen Haken?
In diesem Artikel
- Seite 1 Übersicht & Daten
- Seite 2 Ärger im Paradies - Blackwell-Probleme
- Seite 3 Spiele-Benchmarks & Leistungsindex
- Seite 4 Raytracing-Benchmarks & Leistungsindex
- Seite 5 Pathtracing-Leistung und Detail-Auswertung
- Seite 6 Leistungsaufnahme & Energie-Effizienz
- Seite 7 Preis-Leistung (Raster & Raytracing) & Fazit
- Seite 8 Bildergalerie
Aktualisierung vom 20.02.2025: Mit dem heutigen Tag ist auch die dritte Blackwell-Grafikkarte im deutschen Handel angekommen. Ob und wie, wird sich unter anderem im Liveticker zur Verfügbarkeit der Geforce RTX 5070 Ti zeigen. Es bleibt zu hoffen, dass für die Interessenten genug Ware da ist - und auch nicht nur zum Top-Preis, sondern auch zur UVP von 879 Euro. Die Besonderheit bei der 5070 Ti ist, dass es keine Founders Edition von Nvidia gibt, also nur Custom-Grafikkarten der Boardpartner. Erste Messwerte zur RTX 5070 Ti von Asus, MSI, Gigabyte und Zotac zeigt PCGH im Special von heute.
Nvidias neue Blackwell-Architektur, besser bekannt als Geforce RTX 5000, besiedelt endlich freundlichere Preisbereiche. Nach der Geforce RTX 5090 (PCGH-Test) und der Geforce RTX 5080 (PCGH-Test) erscheint nun das erste Produkt für eine dreistellige Eurosumme. Was die neue Geforce RTX 5070 Ti leistet und was AMD entgegenzusetzen hat, erfahren Sie im Test der RTX 5070 Ti mit allen wichtigen Disziplinen: Rasterizing, Raytracing, Pathtracing, Leistungsaufnahme, Energie-Effizienz und Preis-Leistungs-Verhältnis. Bitte lesen Sie den Text aufmerksam, bevor Sie zum Kommentieren im Forum schreiten.
Geforce RTX 5070 Ti: MSI Ventus 3x in Bildern
Geforce RTX 5070 Ti: KI rettet den Tag
Bevor wir zu unserem neuesten Testkandidaten kommen, möchten wir erneut das grundsätzliche Problem moderner Mikroprozessoren erläutern. Die explosionsartige Entwicklung der Rechenleistung während der letzten Jahrzehnte wurde durch rasche Fertigungssprünge gespeist. Diese erlaubten es, immer mehr Schaltungen mit immer höheren Taktraten bei gleicher Fläche unterzubringen ("Shrink"). Doch die Zeit der tief hängenden Früchte ist vorbei, physikalische Limits haben die Kurve abgeflacht. Bis Forscher eine in Massen herstellbare Alternative gefunden haben, kostet jeder moderne Fertigungssprung ("Node") viel Geld und liefert dennoch wenig Fortschritt in puncto Packdichte und Leistungsaufnahme.
Die Zeit der "rohen Gewalt" (englisch "Brute Force") ist somit für alle Prozessorschmieden vorbei, weshalb Ideen gefragt sind. Diese hat man längst gefunden: Künstliche Intelligenz, auch bekannt als Machine Learning, wurde dazu auserkoren, die Lücken auszufüllen. Warum immer alles stur neu berechnen, wenn man die Informationen auch effizient herleiten und wiederverwerten kann? Mehr noch, KI soll künftig Dinge ermöglichen, die man vor einigen Jahren noch als Science-Fiction abgetan hätte. Geht es nach Nvidia, ist die Zeit des "Neural Rendering" schon jetzt, die neue Blackwell-Architektur ist mehr denn je darauf getrimmt, klassisches Rendering mittels KI-Supplementierung zu beschleunigen. Einen Überblick darüber, was Nvidia schon heute in petto hat und welche Features in naher Zukunft helfen sollen, liefert das folgende Video.
Trotz der genannten Herausforderungen verzichtet Nvidia für die RTX-5000-Serie auf eine verbesserte Fertigung, wie bei RTX 4000 kommt eine "4N" genannte Custom-Version von TSMCs 5-Nanometer-Prozess zum Einsatz. Was Ende 2022 einer enormen Verbesserung gegenüber RTX 3000 entsprach und somit deutlich schlagkräftigeres Silizium hervorbrachte, löst Anfang 2025 keine Begeisterungsstürme mehr aus. Wie es um die Leistung und Effizienz der Geforce RTX 5070 Ti vor diesem Hintergrund steht, klären wir sogleich.
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Geforce RTX 5070 Ti im Detail
Die Geforce RTX 5070 Ti setzt, wie bereits die RTX 5080, auf den GB203-Chip. Der zweitgrößte Blackwell-Prozessor beherbergt 45,6 Milliarden Transistoren auf 378 mm² Kernfläche und tritt das Erbe des AD103 an, welcher unter anderem die RTX 4080 Super und RTX 4070 Ti Super antreibt. Auf der Geforce RTX 5080 findet sich der Vollausbau des GB203, während die RTX 5070 Ti einem Beschnitt unterzogen wird: Von den physisch vorhandenen 10.752 FP32-ALUs bleiben 8.960 Einheiten aktiv, der Level-2-Cache wird von 64 auf 48 MiByte gestutzt und der Speichertakt von 30 auf 28 Gigatransfers/s gesenkt. Glücklicherweise bleibt der Rest des Speichersubsystems intakt, sodass die Geforce RTX 5070 Ti über eine vollwertige 256-Bit-Schnittstelle und somit 16 GiByte GDDR7-Speicher verfügt. Sehen wir uns die gesamte Spezifikation der RTX 5070 Ti im Vergleich an; weitere Modelle finden Sie in unserer gepflegten GPU-Datenbank:
| Grafikkarte | RTX 5080 | RTX 5070 Ti | RX 7900 XTX | RTX 4080 Super | RTX 4070 Ti Super |
|---|---|---|---|---|---|
| Referenzkarte verfügbar? | Ja | Nein | Ja | Ja (Nvidia FE) | Nein |
| Getestetes Modell | Nvidia FE | MSI Ventus 3x | AMD MBA | Nvidia FE | MSI Ventus 3x |
| Marktstart | 30.01.2025 | 20.02.2025 | 13.12.2022 | 31.01.2024 | 24.01.2024 |
| Architektur | Nvidia Blackwell | Nvidia Blackwell | AMD RDNA 3 | Nvidia Ada Lovelace | Nvidia Ada Lovelace |
| Codename/Konfektion | GB203-400 | GB203-300 | Navi 31 XTX | AD103-400 | AD103-275 |
| Chipgröße (Die/GCD) | 378 mm² | 378 mm² | 300 mm² | 378,6 mm² | 378,6 mm² |
| Memory Cache Dies (MCDs) | – | – | 6× ~37 = 220 mm² | – | – |
| Transistoren Grafikchip (Mrd.) | 45,6 | 45,6 | 57,7 (inkl. MCDs) | 45,9 | 45,9 |
| Fertigungsverfahren (Foundry) | 4N (TSMC) | 4N (TSMC) | N5 (GCD) + N6 (MCD) | 4N (TSMC) | 4N (TSMC) |
| Shader-Cluster (CUs/SMs) | 84 | 70 | 96 | 80 | 66 |
| FP32-ALUs/TMUs/ROPs | 10.752/336/112 | 8.960/280/96 | 6.144*/384/192 | 10.240/320/112 | 8.448/264/96 |
| Raytracing-Einheiten | 84 (4. Gen.) | 70 (4. Gen.) | 96 (2. Gen.) | 80 (3. Gen.) | 66 (3. Gen.) |
| Matrix-Einheiten („AI-Cores”) | 336 (5. Gen.) | 280 (5. Gen.) | 192 (1. Gen.) | 320 (4. Gen.) | 264 (4. Gen.) |
| Level-2-Cache (MiB) | 64 | 48 | 6 | 64 | 48 |
| Level-3-Cache (MiB) | – | – | 96 | – | – |
| GPU-Boost-Takt in Spielen (MHz) | 2.730 | 2.710 | 2.570 | 2.730 | 2.770 |
| FP16-Leistung ALUs (TFLOPS) | 58,7 | 48,6 | 126,3 | 55,9 | 46,8 |
| FP32-Leistung ALUs (TFLOPS) | 58,7 | 48,6 | 63,2 | 55,9 | 46,8 |
| FP64-Leistung ALUs (TFLOPS) | 0,92 | 0,76 | 1,97 | 0,87 | 0,73 |
| Tensor-Leistung FP4 (AI TOPS) | 939/1.879** | 777/1.554* | – | – | – |
| Tensor-Leistung INT8 (AI TOPS) | 470/939** | 388/777** | – | 418/835** | 350/699** |
| Füllrate (Mtex/Mpix pro Sek.) | 917,3/305,8 | 758,8/260,2 | 986,9/493,4 | 873,6/305,8 | 731,3/265,9 |
| DLSS Frame Generation | Ja (bis zu 3 KI-Bilder) | Ja (bis zu 3 KI-Bilder) | Nein | Ja (max. 1 KI-Bild) | Ja (max. 1 KI-Bild) |
| Frame Generation für alle Spiele | Ja (1 Zwischenbild) | Ja (1 Zwischenbild) | Ja (1 Zwischenbild) | Nein | Nein |
| Speicheranbindung (Bit) | 256 | 256 | 384 | 256 | 256 |
| Geschwindigkeit RAM (GTs/MHz) | 30,0/15.001 | 28,0/14.001 | 20,0/10.000 | 23,0/11.502 | 21,0/10.502 |
| Speichertyp | GDDR7 | GDDR7 | GDDR6 | GDDR6X | GDDR6X |
| Transferrate Speicher (GB/s) | 960 | 896 | 960 | 736 | 672 |
| Speicherkapazität (MiB) | 16.384 | 16.384 | 24.576 | 16.384 | 16.384 |
| PCI-Express-Standard | 5.0 ×16 | 5.0 ×16 | 4.0 ×16 | 4.0 ×16 | 4.0 ×16 |
| Stromanschlüsse | 1× 16-/3× 8-Pol | 1× 16-/2× 8-Pol | 2× 8-Pol | 1× 16-/2- bis 3× 8-Pol | 1× 16-/2× 8-Pol |
| Leistungsaufnahme (Board Power) | 360 Watt | 300 Watt | 355 Watt | 320 Watt | 285 Watt |
| Display-Konnektivität | DP 2.1b, HDMI 2.1b | DP 2.1b, HDMI 2.1b | DP 2.1, HDMI 2.1a, USB-C | DP 1.4a, HDMI 2.1a | DP 1.4a, HDMI 2.1a |
| UVP (€uro) | 1.169 | 879 | 1.149 | 1.109 | 889 |
Angaben der Leistung auf Basis der von uns ausführlich durchgetesteten Grafikkarten (durchschnittlicher GPU-Boost über alle Benchmarks) - die rechtlich abgesicherten Herstellerangaben liegen teils deutlich darunter. *ALUs mit "Dual-Issue"-Fertigkeit, welche sich bestenfalls verhalten wie die doppelte Anzahl. Angegeben ist der Best-Case. **Doppelter Durchsatz nur mit Sparsity-Feature.
An dieser Stelle wird klar, weshalb wir die RTX 5070 Ti in der Überschrift als "RTX 4070 Ti Super-Duper" bezeichnen: Die neue Karte entspricht einer Neuauflage der Ti Super, mit ähnlichen Einschränkungen gegenüber den jeweils größeren Geschwistern. Unter dem Strich stehen 3,8 Prozent mehr Rohleistung und 33 Prozent mehr Speicherdurchsatz gegenüber der RTX 4070 TiS. Im Gegensatz zur kommenden Geforce RTX 5070, welche auf 192 Bit und somit 12 GiByte Speicher beschränkt ist, bietet die RTX 5070 Ti alles, um selbst anspruchsvolle Spieler glücklich zu machen. Die RTX 5080 liefert 20 Prozent mehr Rechenleistung, allerdings nur sieben Prozent mehr rohe Speichertransferrate, sprich: Der Abstand zwischen dem "vollen" und dem beschnittenen GB203 hält sich in Grenzen. Vergleicht man die Daten mit der Radeon RX 7900 XTX, weist die schnellste AMD-Grafikkarte so manchen Vorteil auf. Inwiefern diese beim Gaming durchschlagen, erfahren Sie auf den folgenden Seiten. Bevor wir zu den Benchmarks kommen, müssen wir jedoch den bestehenden Problemen rund um Blackwell (Geforce RTX 5000) einige Worte widmen.
- Seite 1 Übersicht & Daten
- Seite 2 Ärger im Paradies - Blackwell-Probleme
- Seite 3 Spiele-Benchmarks & Leistungsindex
- Seite 4 Raytracing-Benchmarks & Leistungsindex
- Seite 5 Pathtracing-Leistung und Detail-Auswertung
- Seite 6 Leistungsaufnahme & Energie-Effizienz
- Seite 7 Preis-Leistung (Raster & Raytracing) & Fazit

Aber Leute, es gibt da gerade auch wieder eine lagernde 5090:
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Nur schlappe 3.399€, da heißt es: schnell zuschlagen!
Hätte mehr von der Karte erwartet.
Für 650€ wäre das sicherlich akzeptabel
1259€ werden aktuell für die günstigste 5070Ti aufgerufen.