Radeon RX 7900 XTX und XT: AMD ROCm läuft jetzt auf der RDNA-3-Oberklasse

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Radeon RX 7900 XTX und XT
Quelle: PC Games Hardware

AMD arbeitet weiter daran, seinen quelloffenen CUDA-Konkurrenten ROCm 5.7 auch für Endanwender zugänglich zu machen und auf handelsüblichen Radeon-Grafikkarten für Consumer lauffähig zu machen. Damit können jetzt auch die Privatanwender von ML-Frameworks wie TensorFlow und PyTorch für entsprechende KI-Workloads profitieren. Der Startschuss ist jetzt mit der Radeon RX 7900 XTX und XT gefallen.

AMD arbeitet derzeit daran, ROCm, eine quelloffene Compute-Plattform für künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen sowie die entsprechenden Workflows, auch für Endanwender mit Linux zugänglich zu machen und zudem Unterstützung für die hauseigenen Consumer-Grafikkarten der Gaming-Serie Radeon hinzuzufügen.

ROCm 5.7 jetzt für den privaten Einsatz

Wie der Hersteller jetzt über seinen Community-Blog mitgeteilt hat, machen die Radeon RX 7900 XTX und Radeon RX 7900 XT jetzt den Anfang und die mächtige ROCm-Plattform erstmals auf Consumer-Hardware unter Linux lauffähig, während eine Umsetzung für Windows ebenfalls in Entwicklung ist. Neben den auf Navi 31 basierenden Consumer-Grafikkarten wird auch die Radeon Pro W7900 aus dem professionellen Segment des Herstellers offiziell von ROCm 5.7 unterstützt.

AMD ROCm 5.7 unterstützt die Radeon RX 7900 XTX und XT sowie die Radeon Pro W7900 Quelle: AMD AMD ROCm 5.7 unterstützt die Radeon RX 7900 XTX und XT sowie die Radeon Pro W7900 Zuvor kam ROCm ausschließlich auf Profi-Beschleunigern wie der AMD Instinct MI250, einer CDNA-2-Compute-GPU mit 128 GB HBM2e und Infinity Fabric Links auf einem Multi-Chip-Package, Systemen mit AMD Epyc und der Radeon Pro W-Serie exklusiv unter freien Betriebssystemen auf Basis von Linux zum Einsatz. Als Grundvoraussetzung wird offiziell weiterhin Ubuntu 22.04.3 angeführt.

Instinct Quelle: AMD Instinct Quelle: AMD

CUDA-Konkurrenz auch im Privatbereich

Anders als es Nvidia mit CUDA praktiziert, hat AMD seine KI- und ML-Plattform Radeon Open Compute ("ROCm") bereits am 14. November 2016 als Open Source freigegeben. Die quelloffene Software ist für GPU-Computing unter Linux vorgesehen und nutzt dazu unter anderem die ML-Frameworks TensorFlow und PyTorch. Zudem stehen die beiden ML-Bibliotheken MIOpen für Hochleistungs-ML-Primitive sowie MIVisonX für die Implementierungen von Khronos OpenVX und OpenVX für die mannigfaltigen professionellen KI- und ML-Anwendungsbereiche bereit.

AMD ROCm - AI Software Stack mit TensorFlow, PyTorch und ONNX Quelle: AMD AMD ROCm - AI Software Stack mit TensorFlow, PyTorch und ONNX AMD ROCm ist insbesondere für ML-Workflows aus den nachfolgenden KI-gestützten Bereichen ausgelegt:

  • Biowissenschaften
  • Arzneimittelforschung
  • Automatisierung und Robotik
  • Bild- und Videoerkennung
  • Autonomes Fahren

Zudem werden Containerisierung-Tools wie Docker, Singularity, Kubernetes und Slurm über Erweiterungen unterstützt, was System- und Workloadbereitstellungen einfacher und effizienter macht. Vorkonfigurierte Docker-Container sind ebenfalls bereits vorhanden, was die ML-Anwendungsentwicklung beschleunigt.

AMD ROCm - AI Software Stack mit TensorFlow, PyTorch und ONNX Quelle: AMD AMD ROCm - AI Software Stack mit TensorFlow, PyTorch und ONNX

ROCm soll auf Radeon auch unter Windows laufen

Das gesamte Featureset der ROCm-Plattform, welches bis jetzt auf professionelle Workstation- und Server-Grafikkarten beschränkt war, möchte AMD jetzt auf seinen Consumer-Grafikkarten der Serie Radeon unter Windows 10/11 laufen lassen. Damit stünden dann Allzweck-Computing auf Grafikprozessoren, Hochleistungs-Computing, heterogenes Computing sowie die Programmiermodelle HIP, OpenMP/Message Passing Interface und OpenCL auch im privaten Umfeld zur Verfügung.

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Aktuell unterstützt AMD ROCm 5.7 offiziell lediglich Ubuntu 22.04.3 LTS mit Langzeit-Unterstützung ("LTS-Support") und ist noch nicht für die Windows-Plattform erschienen. Weitere Informationen liefert der offizielle How-to-Guide.

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Quelle: AMD

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    • Kommentare (14)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von G4mest3r BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von PCGH_Torsten
        "Late" ist nur die Erweiterung der Unterstützung im Desktop. ROCm selbst gibt es seit Jahren. Laut Wiki waren die ersten Gehversuche mit Vega und Fiji.
        Das es trotzdem eher wenig Aufmerksamkeit erfährt, ist das aber kein gutes Zeichen, sondern spricht eher für einen typischen AMD-Initiative-Werdegang: An sich gutes Produkt bereitgestellt, das aber wegen der Beschränkung auf zu wenig verbreitete AMD-Hardware wenig beachtet wurde und seitens AMD auch nicht aktiv gefördert wurde. Die neuen Instincts sind zwar ein gutert Anlass, um das Ruder noch einmal herumzureißen, aber aktuell versuchen sich alle, auf Nvidia zu stürzen und die wenig Übrigbleibenden respektive Auf-Open-Source-Bestehenden versucht Intel (OneAPI, OpenVINO) mit einem riesen Budget respektive Entwickler-/Supportteam zu umgarnen.
        Das meine ich ja mit "late to the game": auch auf Desktop und erschwinglicher Consumer-Hardware.

        Nicht jeder, der sich an KI versuchen und experimentieren will, kann sich gleich eine Instinct Pro-Karte leisten.
        Das niedrige Einstiegs-Level ist essentiell für eine Verbreitung.
        Erst dadurch sammeln die Leute schon früh Erfahrung und entwickeln im Kleinen und versuchen sich.
        Dieses Knowhow nimmt man dann ins Berufsleben mit bzw. fleißt in die Software zurück.
      • Von G4mest3r BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von PCGH_Torsten
        "Late" ist nur die Erweiterung der Unterstützung im Desktop. ROCm selbst gibt es seit Jahren. Laut Wiki waren die ersten Gehversuche mit Vega und Fiji.
        Das es trotzdem eher wenig Aufmerksamkeit erfährt, ist das aber kein gutes Zeichen, sondern spricht eher für einen typischen AMD-Initiative-Werdegang: An sich gutes Produkt bereitgestellt, das aber wegen der Beschränkung auf zu wenig verbreitete AMD-Hardware wenig beachtet wurde und seitens AMD auch nicht aktiv gefördert wurde. Die neuen Instincts sind zwar ein gutert Anlass, um das Ruder noch einmal herumzureißen, aber aktuell versuchen sich alle, auf Nvidia zu stürzen und die wenig Übrigbleibenden respektive Auf-Open-Source-Bestehenden versucht Intel (OneAPI, OpenVINO) mit einem riesen Budget respektive Entwickler-/Supportteam zu umgarnen.
        Das meine ich ja mit "late to the game": auch auf Desktop und erschwinglicher Consumer-Hardware.

        Nicht jeder, der sich an KI versuchen und experimentieren will, kann sich gleich eine Instinct Pro-Karte leisten.
        Das niedrige Einstiegs-Level ist essentiell für eine Verbreitung.
        Erst dadurch sammeln die Leute schon früh Erfahrung und entwickeln im Kleinen und versuchen sich.
        Dieses Knowhow nimmt man dann ins Berufsleben mit bzw. fleißt in die Software zurück.
      • Von Cleriker Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Schnitzelnator
        Sehr gut! Aber ich hätte ROCm gerne für die 6800er-Serie. Die Karte habe ich mir nämlich für AI aufgehoben, da sie in meinen HTPC wegen ihrer Größe nicht reinpasste.
        Müsste doch gehen. ROCm gibt's ab GCN3, also Polaris, wenn ich nicht irre. Eventuell musst du für volle Unterstützung den Adrenalin Pro installieren, statt der Standardversion. Nur die Unterstützung für TensorFlow 2.0 benötigt RDNA3.

        Für gewöhnlich ist AMD auch Recht flott mit der Unterstützung neuer GPU Gens, nur scheint es sich mit dem MCM-Ansatz etwas komplexer darzustellen.
      • Von Thyel PC-Selbstbauer(in)
        Inoffiziell laufen viele ROCm Komponenten schon seit einiger Zeit auf der aktuellen GPU-Generation. Zum Entwickeln nutze ich aktuell auch eine RX 7700 XT und meine benötigten ROCm-Komponenten laufen problemlos, da das Meiste seit mehreren ROCm-Versionen schon mit Support für gfx1101 kompiliert wird. Ob auch ML-Libraries funktionieren, keine Ahnung. Das ist nicht mein Use Case.

        AMD liefert jetzt halt nur offiziellen Support für die Karten, was ein gutes Zeichen ist. Jetzt muss man hoffen, dass sie nicht, wie sonst immer, nach den größten Karten aufhören.

        Zitat von hotmob77
        Die CUDA-Emulation nicht vergessen, die ebenfalls noch erscheinen soll.
        Was meinst du genau mit CUDA-Emulation? HIP existiert schon ziemlich lange und ROCm besitzt viele Libraries, die quasi das Pendant von CUDA sind. Man soll über HIPIFY auch CUDA-Code entsprechend umwandeln können, aber damit hatte ich bisher noch kein Glück.
        Zitat von Schnitzelnator
        Wie meinst Du das? In der Regel wird einfach die Python-Bibliothek PyTorch benutzt, dass auf ROCm rechnet. Genau wie mit jeder anderen GPU, nur eben auch mit einem anderen Treiber.

        Edit: Alter CUDA-Code läuft ja mittlerweile auch auf AMD-Karten. Und wer neuen GPGPU-Code schreibt, benutzt vermutlich idealerweise Vulkan, wie z.B. hier: https://kompute.cc/
        Warum Vulkan, dürfte logisch sein: Eine größere Zielgruppe erreicht man mit keinem anderen Backend und man sollte auch keine Spezialtreiber mehr brauchen.
        Zumindest im HPC-Bereich wird man noch viel auf OpenACC, Kokkos, SYCL und OpenMP target treffen. Aktuelle SPEC Benchmarks zielen (für GPUs) auch hauptsächlich auf native APIs wie CUDA / HIP und OpenACC / OpenMP target ab.
        Zitat von DoctorChandra
        p.s. ist die 7900 GRE nicht auch Navi 31 ?
        Da die ganzen ROCm Libraries einfach für die LLVM Targets (in dem Fall gfx1100) kompiliert werden, wird die wahrscheinlich auch funktionieren.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von G4mest3r
        Cool.
        Quelloffen \o/
        Wenn auch "late to the game" wird durch den OpenSource-Ansatz trotzdem eine schnelle Implementierung auf Servern und in der Forschung stattfinden.
        "Late" ist nur die Erweiterung der Unterstützung im Desktop. ROCm selbst gibt es seit Jahren. Laut Wiki waren die ersten Gehversuche mit Vega und Fiji.
        Das es trotzdem eher wenig Aufmerksamkeit erfährt, ist das aber kein gutes Zeichen, sondern spricht eher für einen typischen AMD-Initiative-Werdegang: An sich gutes Produkt bereitgestellt, das aber wegen der Beschränkung auf zu wenig verbreitete AMD-Hardware wenig beachtet wurde und seitens AMD auch nicht aktiv gefördert wurde. Die neuen Instincts sind zwar ein gutert Anlass, um das Ruder noch einmal herumzureißen, aber aktuell versuchen sich alle, auf Nvidia zu stürzen und die wenig Übrigbleibenden respektive Auf-Open-Source-Bestehenden versucht Intel (OneAPI, OpenVINO) mit einem riesen Budget respektive Entwickler-/Supportteam zu umgarnen.
      • Von ElliotAlderson Software-Overclocker(in)
        Zitat von hotmob77
        Die CUDA-Emulation nicht vergessen, die ebenfalls noch erscheinen soll.
        Die CUDA-Emulation finde ich stark! Anstatt einfach nur was eigenes zu bringen, greift man das Feature der Konkurrenz auf und bewirbt gleichzeitig ROCm. So kann der AMD Kunde beides nutzen.
        Hätten sie bei DLSS auch machen sollen.
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