AMD Radeon RX 7600 im Test: Die perfekte Mittelklasse-Grafikkarte?
Einen Tag nach der Geforce RTX 4060 Ti 8GB erwartet uns schon die nächste Gaming-Grafikkarte: AMDs Radeon RX 7600. Obwohl die beiden gleichzeitig in den Handel kommen, unterscheiden sie sich grundlegend. AMD möchte die perfekte Lösung für preisbewusste Spieler haben und schickt die Radeon RX 7600 daher für 299 Euro ins Rennen. PCGH prüft den Gegenwert.
In diesem Artikel
- Seite 1 Radeon RX 7600 im Test: Spezifikation
- Seite 2 Radeon RX 7600 im Test: Benchmarks in 4 Auflösungen
- Seite 3 Radeon RX 7600 im Test: Raytracing-Benchmarks
- Seite 4 Radeon RX 7600 im Test: Verbrauch, Lautheit & Effizienz
- Seite 5 Radeon RX 7600 im Test: Fazit und Preis-Leistungs-Check
- Seite 6 Bildergalerie
Die Neuerungen am Grafikkarten-Markt reißen nicht ab. Nachdem Nvidia gerade seine Geforce RTX 4060 Ti 8GB (PCGH-Test) vorgestellt hat, folgt AMD mit der Radeon RX 7600. Obwohl es sich in beiden Fällen um Mittelklasse-Grafikkarten handelt, bedienen sie doch unterschiedliche Segmente: AMDs Radeon RX 7600 möchte mit einem Startpreis von 299 Euro der neue Stern am Preis-Leistungs-Himmel sein, während Nvidias neueste Grafikkarte rund 47 Prozent teurer ist und dementsprechend etwas höher zielt. Wir klären im Test der Radeon RX 7600, ob es AMD besser ergeht als seinem Mitbewerber - die Geforce RTX 4060 Ti 8GB fiel sowohl im Test als auch bei den meisten Interessenten durch. Falls Sie des Lesens überdrüssig sind, liefert das Test-Video zur Radeon RX 7600 alle Informationen. Vorweg empfehlen wir Ihnen unsere neueste Abhandlung zum Thema Grafikspeicher, die sich direkt auf die RX 7600 und andere 8-GiByte-Grafikkarten bezieht:
Radeon RX 7600 im Test: Übersicht
Die Radeon RX 7600 basiert auf dem neuen Navi-33-Grafikprozessor, welcher sich in einigen Punkten von seinem großen Bruder Navi 31 unterscheidet (Radeon RX 7900 XT/X im PCGH-Test). Während die schnellsten Radeon-GPUs auf sogenannte Chiplets setzen, welche einen Rechenkern (GCD) und spezielle Cache-Bausteine (MCD) auf einem Träger vereinen, ist Navi 33 ein klassischer Monolith. Das bedeutet, dass die GPU "am Stück" gefertigt wird, wie die allermeisten Grafikprozessoren. Ein Bild sagt mehr als Tausend Worte:
Quelle: Wild_C via Twitter
AMD Navi 33, 32 und 31: AMDs kleinste RDNA-3-GPU ist der einzige Monolith im Bunde (Symbolbild für den Aufbau, einige der Daten stimmen nicht).
Auch lesenswert: Radeon RX 7600 kaufen: Hier lässt sich die 299-Euro-Grafikkarte bestellen
Im Gegensatz zum GCD einer Radeon RX 7900 XT(X) wird der Grafikchip der Radeon RX 7600 nicht im N5-Prozess bei TSMC hergestellt, sondern in deren günstigerem N6-Verfahren - wie auch Navi 24 und Intels Alchemist-GPUs. Mit 204 mm² Kernfläche ist Navi 33 etwas größer als Nvidias AD106 auf der Geforce RTX 4060 Ti, aber aufgrund des reiferen Prozesses mutmaßlich günstiger zu fertigen. Sieht man von diesem Unterschied auf Transistoreben ab, kann die Radeon RX 7600 auf alle Errungenschaften der RDNA-3-Architektur zurückgreifen. Dazu zählt der "Infinity Cache" (L3-Zwischenspeicher) zweiter Generation, in diesem Fall 32 MiByte groß, ebenso wie das "Dual Issue" genannte Feature der Shader-ALUs. Dieses kann die Rechenleistung unter Optimalbedingungen verdoppeln - AMD spricht dennoch von 2.048 und nicht 4.096 FP32-ALUs. Hier findet sich noch ein Unterschied gegenüber Navi 31. Während dieser sein Front-End höher takten lässt als die Shader-ALUs, arbeitet Navi 33 mit synchronisiertem Takt. Hwinfo, das einzige Tool, welches bei Navi 31 die unterschiedlichen Domänen auslesen kann, meldet zwar etwas Fluktuation, AMD bestätigt jedoch auf Nachfrage explizit, dass hier mit der gleichen Frequenz gearbeitet wird.
Interessante Randnotiz: Obwohl sich die Radeon RX 7600 als "Navi 33 XL" meldet und damit einen Beschnitt auf Einheitenebene suggeriert, gibt AMD klar zu Protokoll, dass die Radeon RX 7600 über eine vollständig aktive GPU verfügt. Möglicherweise bezieht sich die "XL"-Konfektion auf die Position im Portfolio - eine noch unbestätigte Radeon RX 7600 XT mit 16 GiByte und höheren Taktraten könnte als "XT" spezifiziert werden. Die komplette technische Spezifikation der Radeon RX 7600 im Vergleich mit anderen Grafikkarten - weitere Vergleichsmodelle finden Sie in unserer gepflegten GPU-Datenbank vor:
| Grafikkarte | RX 7600 | RX 6650 XT | RX 6700 | RTX 3060 12GB | RTX 3060 8GB | A750 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Marktstart | 25.05.2023 | 10.05.2023 | Q2 2022 | 25.02.2021 | Q4 2022 | 12.10.2022 |
| Referenzkarte verfügbar? | Ja | Nein | Nein | Nein | Nein | Ja |
| Architektur | RDNA 3 | RDNA 2 | RDNA 2 | Ampere | Ampere | Xe HPG |
| Codename/Konfektion | Navi 33 XL | Navi 23 KXT | Navi 22 XL | GA106-300 | GA106-301 | ACM-G10 |
| Chipgröße (mm²) | 204 | 237 | 336 | 276 | 276 | 406 |
| Transistoren Grafikchip (Mrd.) | 13,3 | 11,06 | 17,2 | 12,0 | 12,0 | 21,7 |
| Fertigung (Foundry) | N6 (TSMC) | N7 (TSMC) | N7 (TSMC) | 8N (Samsung) | 8N (Samsung) | N6 (TSMC) |
| Shader-Cluster (CUs/SMs) | 32 | 32 | 36 | 28 | 28 | 28 |
| FP32-ALUs/TMUs/ROPs | 2.048*/128/64 | 2.048/128/64 | 2.304/144/64 | 3.584/112/48 | 3.584/112/48 | 3.584/224/128 |
| Raytracing-Einheiten | 32 (2. Gen.) | 32 (1. Gen.) | 36 (1. Gen.) | 28 (2. Gen.) | 28 (2. Gen.) | 28 (1. Gen.) |
| Matrix-Einheiten | 64 (1. Gen.) | – | – | 112 (3. Gen.) | 112 (3. Gen.) | 448 (1. Gen.) |
| Level-2-Cache (MiB) | 2 | 2 | 2,75 | 2,25 | 2,25 | 16 |
| Level-3-Cache (MiB) | 32 | 32 | 80 | – | – | – |
| Typ. GPU-Takt in Spielen (MHz) | 2.250 | 2.410 | 2.330 | 1.777 | 1.777 | 2.050 |
| FP16-Leistung ALUs (TFLOPS) | 36,9 | 19,7 | 21,5 | 12,7 | 12,7 | 14,7 |
| FP32-Leistung ALUs (TFLOPS) | 18,4 | 9,9 | 10,7 | 12,7 | 12,7 | 14,7 |
| Füllrate (Mtex/Mpix pro Sek.) | 288,0/144,0 | 308,5/154,2 | 335,5/149,1 | 199,0/85,3 | 199,0/85,3 | 459,2/262,4 |
| Speicheranbindung (Bit) | 128 | 128 | 160 | 192 | 128 | 256 |
| Geschwindigkeit RAM (GTs/MHz) | 18,0/9.000 | 17,5/8.750 | 16,0/8.000 | 15,0/7.500 | 15,0/7.500 | 16,0/8.000 |
| Speichertyp | GDDR6 | GDDR6 | GDDR6 | GDDR6 | GDDR6 | GDDR6 |
| Transferrate Speicher (GB/s) | 288 | 280 | 320 | 360 | 240 | 512 |
| Speicherkapazität (MiB) | 8.192 | 8.192 | 10.240 | 12.288 | 8.192 | 8.192 |
| PCI-Express-Standard | 4.0 ×8 | 4.0 ×8 | 4.0 ×16 | 4.0 ×16 | 4.0 ×16 | 4.0 ×16 |
| PCI-Express-Stromanschlüsse | 1× 8-Pol | 1× 8-Pol | 1× 8-Pol | 1× 8-Pol | 1× 8-Pol | Je 1× 8-/6-Pol |
| Leistungsaufnahme (Board Power) | 165 Watt | 180 Watt | 220 Watt | 170 Watt | 170 Watt | 225 Watt |
| (Display-)Konnektivität | DP 2.1, HDMI 2.1 | DP 1.4a, HDMI 2.1 | DP 1.4a, HDMI 2.1 | DP 1.4a, HDMI 2.1 | DP 1.4a, HDMI 2.1 | DP 2.0, HDMI 2.1 |
| UVP zum Start (USD) | 269 | 399 | Unbekannt | 329 | Unbekannt | 289 |
| UVP zum Start (Euro) | 299 | 449 | Unbekannt | 329 | Unbekannt | 349 |
| €-Preis derzeit (Testzeitpunkt) | – | 280 | 340 | 320 | 270 | 260 |
Angaben der Leistung jeweils mit typischem GPU-Boost laut Hersteller. In der Praxis schwankt die Frequenz (in der Regel fällt sie höher aus) und daher auch der Durchsatz. *ALUs mit "Dual-Issue"-Fertigkeit, welche sich bestenfalls (!) verhalten wie die doppelte Anzahl.
Falls Ihnen einige Daten seltsam bekannt vorkommen: Die Radeon RX 7600 hat tatsächlich einige Gemeinsamkeiten mit der Geforce RTX 4060 Ti. Neben der Cache-Kapazität weisen beide Mittelklasse-Grafikkarten eine 128-Bit-Datenbahn zum anschließenden GDDR6-Speicher auf. Letzterer arbeitet hüben wie drüben mit 18 Gigatransfers pro Sekunde, sodass ein Speicherdurchsatz von 288 GByte/s erreicht wird. Und beide Hersteller geben an, dass der große Cache die effektive Speichertransferrate annähernd verdopple, da Zugriffe auf den VRAM reduziert werden. Und es gibt eine weitere (unschöne) Gemeinsamkeit, die wir im Folgenden erläutern.
Radeon RX 7600: Flaschenhälse - reloaded
Neben dem schmalen Speicher-Interface weist die Radeon RX 7600 eine weitere Flächenoptimierung auf, die den rechenstarken Chip unter Umständen ausbremsen kann: Der Navi 33 folgt dem Pfad früherer GPU-Winzlinge und kommuniziert mit lediglich 8 PCI-Express-Lanes mit dem Host-System - wie auch die RX-6600-Reihe. Dadurch halbiert sich die Transferrate zum Hauptspeicher und zurück. Betreibt man die Radeon RX 7600 auf einem modernen Unterbau mit PCI-Express 4.0 ×8, ist das halb so wild, denn hier steht eine Transferrate äquivalent zu PCI-E 3.0 ×16 bereit. Wer jedoch ein älteres System aufrüsten möchte, sollte diesen Flaschenhals bedenken. Laut unseren Messungen stehen hier nur etwa 6,5 GByte/s zur Verfügung, während PCI-E 4.0 ×8 immerhin 13 GByte/s leistet - eine volle Anbindung erreicht mindestens 25 GByte/s.
Quelle: PC Games Hardware
PCI-Express Throughput alias PEG-Transferrate
In gewöhnlichen Spiele-Szenarien sind 8 PCI-E-Lanes gemäß 4.0-Standard kein Spielverderber, der Performance-Malus gegenüber 16 Lanes bewegt sich erfahrungsgemäß im Rahmen von fünf Prozent. In Kombination mit 8 GiByte Speicher kann daraus jedoch ein Pferdefuß werden: Reicht der lokale Speicher der Grafikkarte nicht aus, müssen Daten über den PCI-Express aus dem Hauptspeicher kopiert werden. Dieser Vorgang ist selbst mit einer vollwertigen Anbindung sehr langsam, genügt aber bei moderaten Datenmengen, um Spiele am Laufen zu halten. Da 8 GiByte längst nicht in allen Situationen ausreichen - beachten Sie dazu das eingebettete Video - und sich diese in Zukunft häufen werden, weist die Radeon RX 7600 (wie bereits ihre Vorgänger der 6600er-Reihe) hier einen Flaschenhals auf.


Also man kann schon verstehen, dass es diverse Aufrüst-Konstellationen gibt, man kann auch mit einer günstigen Karte gut zocken, wie immer von den eigenen Ansprüchen und Titeln abhängig.
Und je mehr ich darüber nachdenke @Topic, die 7600 finde ich wirklich nicht schlecht für FullHD im unteren Preis-Segment. Trotz der nur 8 GB.
Als Fabelwesen zocke ich grad abwechselnd Tomb Raider GotY-Edition auf dem PC (in dem Fall natürlich alles auf rechts weil alt, äh... älter) und Batman Arkham Origins auf der Wii U und denke: Schaut doch gut aus.
Übrigens beide zum ersten Mal und gerade von Tomb Raider wider Erwarten angenehm überrascht.
Ich kam von einer R9 270X mit 2 GB VRAM! Also war es tatsächlich eine Verbesserung.
Auf der 270X hab ich noch Witcher 3 (ansehnlich) und Cyberpunk – ja, 2077, auf 2 GB VRAM – (aber weniger ansehnlich) gezockt, aber sie pfiff aus allen Löchern. Aber da ich immer nur auf doppelte Speichermenge aufgerüstet habe, kam mir die 6500 XT gerade recht, trotz der schlechten Testberichte.