Radeon RX 6900 XT im Test: Fazit und Empfehlungen
Auf der letzten Seite unseres Tests zur Radeon RX 6900 XT ziehen wir ein Fazit: Wie gut ist die neue Enthusiast-Grafikkarte von AMD?
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Radeon RX 6900 XT im Test: Fazit
Da ist sie nun, die bis dato schnellste Radeon-Grafikkarte. Es steht nach dem Test außer Zweifel, dass die Radeon RX 6900 XT ein beeindruckendes Stück Technik ist, das schnell, effizient und außerdem leise zu Werke geht. Tatsächlich handelt es sich um die beste AMD-Grafikkarte, die PCGH je getestet hat, bis auf ein paar Kinderkrankheiten leistet sich das Produkt keine Schnitzer. Und doch fehlt etwas: der Sieg. Die Radeon RX 6900 XT ist nicht der große Triumphator geworden, den sich viele erhofft hatten, der Lorbeerkranz verweilt auf dem Kühler Geforce RTX 3090. Zwar kann die RX 6900 XT einige Siege für sich verbuchen und wird mit aktivem Smart Access Memory (SAM) sogar teilweise unbesiegbar, über die große Vielfalt der PC-Spiele genügt jedoch all das nicht für einen Durchmarsch. Pluspunkte sammelt AMD für die absolute Leistungsaufnahme von rund 300 Watt, welche zwar keine Lappalie ist, jedoch deutlich weniger Netzteile niederstreckt als die effekiven 330 respektive 355 Watt der Geforce RTX 3080 und RTX 3090.
So kommt es, dass sich die RX 6900 XT im facettenreichen PCGH-Parcours, welcher ganz bewusst alle möglichen Engine-Gesinnungen abbildet, nicht mit der RTX 3090, sondern mit der RTX 3080 herumschlägt. All das kommt nicht überraschend, sondern war angesichts der schon lange bekannten Spezifikationen und AMD-eigenen Benchmarks abzusehen. Eine Grafikkarte, bei der alles abseits des um elf Prozent mächtigeren Kerns gleich ist, kann nicht auf wundersame Weise schneller als genau das sein. Im Falle der uns vorliegenden Muster der Radeon RX 6800 XT und RX 6900 XT ergibt sich ein Abstand von rund sechs Prozent bei vergleichbaren GPU-Taktraten. Das liegt im Rahmen der Erwartungen und deckt sich mit den von AMD publizierten Zahlen. Letztere beinhalten selbstverständlich eine dem eigenen Produkt wohlgesinnte Spiele-Auswahl, während der PCGH-Leistungsindex breiter aufgestellt ist. Doch auch laut AMD benötigt die Radeon RX 6900 XT zwingend SAM, um es mit der Geforce RTX 3090 aufzunehmen. Da es sich bei SAM nach wie vor um ein Ryzen-5000-exklusives Feature handelt, hat es bei der Gesamtbetrachtung nur geringes Gewicht - so spannend es auch ist.
Insgesamt ist die 300-Watt-Grafikkarte Radeon RX 6900 XT ein smartes Produkt, beinahe ein Skalpel, anstatt mit einem großen Kriegshammer auf Eroberungstour zu gehen. Bedauerlich ist daran nur, dass AMD nach Jahren tatsächlich eine Chance auf den Grafikkarten-Thron hat, diese aber nicht nutzt. Dafür fehlt es an der letzten Konsequenz, dem Biss - möglicherweise auch einfach an Verzweiflung. Man erinnere sich an die Radeon RX Vega 64 Liquid-Cooled Edition (LCE). Sie gilt nach wie vor als einzig wahre Vega-Grafikkarte, agiert sie doch trotz hoher Leistungsaufnahme leise und relativ taktstabil. Eine "Radeon RX 6900 XTX LCE" mit 300 Watt GPU-Power und entsprechenden Boosts zwischen 2,5 und 2,8 GHz könnte Nvidia schlagen und somit aus der Reserve locken, mit einer einzigen Antwortmöglichkeit: dem GA102-Vollausbau, welcher derzeit sündhaft teuren Profi-Grafikkarten vorbehalten ist.
Fällt Ihnen etwas auf? Meckern auf derart hohem Niveau ist etwas Gutes. Das gab es schon sehr lange nicht mehr. Wer hätte gedacht, dass wir am Ende dieses außergewöhnlichen Jahres die Wahl zwischen vier pfeilschnellen Grafikkarten haben, die sich auf Augenhöhe begegnen? Wer hat erwartet, dass AMD bei dieser Generation trotz enormer Taktraten die energieeffizienteren Grafikkarten führen würde? Dennoch fehlt der Radeon RX 6900 XT etwas, das sie wesentlich von der 6800 XT abhebt und somit den Aufpreis von 350 Euro rechtfertigt. Das Leistungsniveau lässt sich mittels Übertaktung einer beliebigen 6800 XT erreichen und die Speicherkapazität ist identisch. Nvidias Geforce RTX 3090 hat ein ähnliches Problem, sie distanziert sich jedoch um bis zu 15 Prozent von der RTX 3080 und bietet darüber hinaus eine "unfüllbare" Speicherkapazität. Die Entscheidung, welches Modell am Ende in Ihren Rechner wandert, können wir Ihnen nicht abnehmen. Vermutlich gewinnt der Hersteller, welcher zuerst die Lieferprobleme in den Griff bekommt, doch das wird voraussichtlich erst im zweiten Quartal 2021 gegeben sein.
Für alle, die sich ihre Kirschen gerne selbst pflücken, haben wir eine ergänzende Messreihe vorbereitet, welche sich gerade in der Auswertungsphase befindet. Freuen Sie sich auf Benchmarks der Radeon RX 6900 XT in brandneuen Spielen in den Auflösungen WQHD, Ultra HD und 5K. Parallel arbeiten wir an der halbjährlichen Index-Revision zwecks noch besserer Auslastung der Grafikkarten - seien Sie gespannt! Bis dahin bitten wir um Ihre Meinung: Was halten Sie von der Radeon RX 6900 XT? Nutzen Sie die Kommentarfunktion!
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Die letzte große Karte von AMD war die Vega64, gegenüber der legt die 6900XT auch nur 5W TDP, also < 2% drauf und liefert dafür mehr als 100% Leistungssteigerung.
Unabhängig von der aktuellen Marktlage sollte man diese Generation daher einfach ignorieren und auf eine hoffentlich vernünftigere Nachfolgegeneration bauen.
Sie haben einfach den Benchmark Parcour genommen den sie VOR Release der neuen Grafikkarten festgelegt haben. Das gerade dort die Radeons dann schlecht abschneiden war nicht vorhersehbar.
Für mich greift da auch das Argument mit den Nvidia-unterstützten Spielen nicht, denn das war nicht das Auswahlkriterium.
Da könnte man aber auch genau so gut fragen, warum ist das so? Warum unterstützt Nvidia die Hersteller so sehr? Warum macht AMD das nicht?
Denn das kann man doof finden, muss aber nicht unfair sein. Nvidia investiert halt viele Ressourcen in die Unterstützung was eben auch zu einer besseren Unterstützung führt. Dafür sind die Grafikkarten auch teurer. Man kauft das eben mit ein. In meinen Augen ist es sowieso ein Irrglaube, dass man "nur" die Hardware bezahlt. Treiberentwicklung, Entwicklung von tools (eben auch für Entwickler) gehört ebenso dazu.
Sieht man an den Konsolen gut, die Hardware wird quasi zum Selbstkostenpreis abgegeben, Geld wird mit der Software verdient.
Da finde ich, dass du recht hast.
Da finde ich, dass du recht hast.