Speicherkrise eskaliert: Geforce-Grafikkarten werden um bis zu 30 Prozent teurer
Nvidia hebt die Preise für Geforce-Grafikkarten laut Taiwans Economic Daily um 20 bis 30 Prozent an. Es ist die dritte Erhöhung binnen sieben Monaten. In China nehmen Händler bereits ganze Serien aus dem Verkauf und horten Lagerbestände.
Nvidia hat die Preise für seine GPU-Kits aus Grafikprozessoren und Grafikspeicher jetzt zum dritten Mal innerhalb von sieben Monaten angehoben. Wie die taiwanische Website Economic Daily berichtet, liegt der Aufschlag diesmal bei etwa 20 bis 30 Prozent und folgt auf die Runden im Januar und im Mai dieses Jahres.
Nvidia verteuert die GPU-Kits zum dritten Mal in diesem Jahr
Anders als im Frühjahr trifft es nicht mehr nur das Flaggschiff, sondern praktisch die gesamte Produktpalette an Geforce-Grafikkarten. Auslöser ist erneut die weltweite Speicherkrise: Samsung ruft für das dritte Quartal 2026 rund 20 Prozent höhere DRAM-Preise auf, was unmittelbar auf GDDR6 und GDDR7 durchschlägt.
Im chinesischen Handel ist die Nachricht eingeschlagen wie eine Bombe und hat bereits reale Auswirkungen. Seit dem 23. Juli sind auf einer großen Onlineplattform zahlreiche gängige Modelle nicht mehr gelistet, die Distributoren sind im Panikmodus und halten ihre Ware zurück, statt zu den neuen Konditionen nachzuordern
Geforce: Dritte Preisrunde trifft die komplette Produktpalette
Die aktuelle Anhebung fällt demnach mit 20 bis 30 Prozent deutlich schärfer aus als die erste im Januar, welche je nach Spezifikation zwischen 10 und 15 Prozent lag und damals auch AMD betraf. Die zweite Runde im Mai zielte ausschließlich auf die schon zu diesem Zeitpunkt extrem teure Geforce RTX 5090 ab, alle übrigen Modelle blieben zunächst von dem Preisschock verschont.
Grundlage sind Berichte der Website BenchLife und der taiwanischen Wirtschaftszeitung Economic Daily . Demnach hat Nvidia seinen Boardpartnern erneut eine Preiserhöhung für GPU-Kits angekündigt, also für die gebündelte Lieferung aus Grafikchip und Grafikspeicher, und begründet das mit den weiter steigenden Speicherpreisen aufgrund der anhaltenden globalen Speicherkrise.
Betroffen ist ausdrücklich nicht nur GDDR7 der Blackwell-Generation, sondern auch der ältere Modelle mit GDDR6-Grafikspeicher. Damit stehen auch Vorgängermodelle unter Preisdruck. Die Redaktion von PCGH hatte über die Ankündigung dieser Runde bereits am 23. Juli erstmals berichtet, damals noch ohne konkrete Prozentwerte.
Preislisten aus China zeigen bis zu 20 Prozent binnen einer Woche
Eine mutmaßliche Distributor-Preisliste von MSI, welche von der Website Wccftech geteilt wurde, weist für die Nvidia Geforce RTX 5070 Ti und die Geforce RTX 5080 innerhalb einer einzigen Woche einen Aufschlag von 18 bis 20 Prozent aus.
Bei der Geforce RTX 5060 Ti und der Geforce RTX 5070 fallen 8 bis 10 Prozent an, bei den verschiedenen Geforce RTX 5060 rund 15 Prozent, und die in China verkaufte Geforce RTX 5090 D verteuert sich um 13 Prozent.
Quelle: Wccftech
Geforce werden teurer: Mutmaßliche Preisliste von MSI für Distributoren in China.
Bei Colorful liegen die neuen Distributorpreise gegenüber der ursprünglichen Preisempfehlung teilweise über 50 Prozent. Nach denselben Angaben hat Nvidia Partner wie Asus, Colorful, Inno3D und MSI über gestaffelte Aufschläge informiert:
600 Yuan für Grafikkarten mit 8 GiB, 900 Yuan bei 12 GiB und 1.200 Yuan bei 16 GiB Grafikspeicher. Umgerechnet sind das rund 80, 120 und 160 Euro Aufpreis für GPU und Grafikspeicher, noch bevor die Boardpartner, OEMs, Distributoren und der Einzelhandel eigene Margen aufgeschlagen haben.
Handel im Panikmodus: Verkaufsstopps und abgeräumte Regale
Der Panikmodus lässt sich zeitlich genau festmachen. Ab dem 23. Juli verschwanden auf einer großen chinesischen Onlineplattform zahlreiche verbreitete Grafikkarten aus dem Angebot. Parallel berichten Marktbeobachter, dass Shops Verkäufe aussetzen und Bestände sichern, um nicht zu höheren Preisen nachordern zu müssen.
Wie schnell das durchschlägt, zeigt ein Rechenbeispiel. Eine Geforce RTX 5070 Ti mit 16 GiByte GDDR7-Grafikspeicher sprang bis zum 24. Juli 2026 binnen eines Tages von vormals 9.299 auf 10.700 Yuan. Vor der Januar-Runde lag dasselbe Modell bei etwa 8.000 Yuan, im November 2025 waren es rund 7.200 Yuan. Das entspricht einem Preisanstieg von etwa 49 Prozent in 8 Monaten.
Andere Beispiele aus dem Onlinehandel: eine Geforce RTX 5090 wurde binnen eines Tages um sechs Prozent teurer, eine Geforce RTX 5060 Ti kostet 55 Prozent mehr als noch einen Monat zuvor. Auch die Radeon RX 9070 GRE und ältere Modelle wie die Geforce RTX 3050 ziehen an.
Die Sichtbarkeit bei der Speicherversorgung reicht derzeit nur etwa einen Monat weit. — Joseph Hsu, Chairman von MSI via Economic Daily
Joseph Hsu von MSI beschreibt eine Lage, in der die Speicherhersteller monatlich mitteilen, wie viel sie liefern können, ohne Aussage über den Folgemonat und ohne verbindlichen Preis. Für 2026 rechnet er mit zehn bis 20 Prozent weniger Stückzahlen im Consumer-Segment, bei gleichzeitig höheren Durchschnittspreisen.
GDDR7 mit 3 GiB sprengt die Kalkulation
Ein GDDR7-Speicherbaustein mit 3 GiB kostet aktuell 60 bis 70 US-Dollar, während die Standardvariante mit 2 GiByte bei etwa 20 US-Dollar liegt. Der größere Baustein bietet also 50 Prozent mehr Kapazität, kostet aber rund das Dreifache, so der Bericht von Economic Daily.
Diese Verzerrung erklärt mehr als nur die aktuelle Preisrunde. Genau jene 3-GiByte-Module sind für den Super-Refresh der Geforce RTX 5000 vorgesehen, und genau daran hängt dessen Verschiebung. Solange ein einzelner Speicherbaustein das Dreifache kostet, ergibt eine breitere Modellpalette mit mehr VRAM betriebswirtschaftlich schlicht keinen Sinn.
Dieselbe Logik trifft AMD: PCGH berichtete bereits im Juni, dass Radeon-Grafikkarten mit großem Speicherausbau am empfindlichsten reagieren, weil bei ihnen der Speicheranteil an den Gesamtkosten am höchsten ausfällt.
Was das für den deutschen Handel bedeutet
Für Deutschland liefert die erste Preisrunde die Blaupause: Die Geforce RTX 5090 kostete im Dezember 2025 laut PCGH-Preisvergleich noch 2.600 Euro und lag am 23. Januar 2026 bereits bei 3.190 Euro, ein Plus von 23 Prozent. Die Geforce RTX 5060 Ti mit 16 GiByte kletterte im selben Zeitraum von 420 auf rund 495 Euro. Details dazu stehen in unserer Auswertung zum Preisanstieg bei Geforce und Radeon.
Zwischen Kit-Anhebung und Ladenpreis liegen typischerweise mehrere Wochen, weil zunächst Ware zu alten Konditionen abverkauft wird. Im deutschen Onlinehandel ist der Aufwärtstrend bei Geforce und Radeon in den Mediandaten der Preisvergleiche allerdings schon jetzt sichtbar.
Wer auf eine Entspannung wartet, sollte die Prognosen kennen: Analysten rechnen frühestens 2028 mit sinkenden Speicherpreisen. Mittlerweile gehen sowohl zahlreiche Analysten als auch Unternehmen davon aus, dass die Speicherkrise bis ins Jahr 2030 und darüber hinaus anhält und damit auch die Preise weiterhin treibt.
Was Käufer jetzt konkret tun sollten
Wer ohnehin in den kommenden Wochen aufrüsten wollte, kauft besser aus dem vorhandenen Bestand, statt auf ein Nachlassen zu spekulieren. Auf den Super-Refresh zu warten, ist derzeit keine tragfähige Strategie, weil kein belastbarer Termin existiert.
Sinnvoll ist stattdessen ein Blick auf das Preis-Leistungs-Verhältnis über die gesamte Palette hinweg, inklusive Radeon- und Arc-Grafikkarten: Die PCGH-Grafikkarten-Rangliste 2026 vergleicht 40 Modelle von rund 200 bis 4.000 Euro.
Wer einen kompletten Rechner plant, sollte zusätzlich die aktuelle DDR5-Preislage einkalkulieren, da auch Speicherkits innerhalb eines Jahres um 400 Prozent und mehr im Preis gestiegen sind.
Einordnung: Was belegt ist und was nicht
Dennoch: Keine der genannten Zahlen ist von Nvidia offiziell bestätigt, weder die Spanne von 20 bis 30 Prozent noch die Aufschläge von 600 bis 1.200 Yuan. Die Quellenlage ist dreistufig:
Die Economic Daily beruft sich auf Branchenkreise, BenchLife auf die Lieferkette, und die kursierenden Preislisten von MSI und Colorful gelten ausdrücklich als mutmaßlich.
Auffällig ist die Lücke zwischen der Makro-Angabe von bis zu 30 Prozent und den Listen, die auf Distributorebene 8 bis 20 Prozent zeigen. Beides muss sich nicht widersprechen, weil die Listen einen Wochenvergleich abbilden und die höhere Spanne den Kit-Preis über mehrere Runden hinweg meinen dürfte.
Belastbar ist weiterhin die Richtung, nicht die zweite Nachkommastelle. Grafikkarten werden weiterhin teurer, so viel ist sicher. Wie teuer genau, das kann niemand mit Gewissheit sagen.
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Quelle: Economic Daily, BenchLife, Wccftech

Sollten die dann kommen, geht der Preis noch mal um 20% hoch, sieht halt so besser aus, als 50% mehr zu verlangen.
Hab zum Glück im November 2025 zum Black Friday zugeschlagen, da waren die Preise im Keller, sogar günstiger Zeitpunkte bei 50er Karten und man hat eigentlich über alle drauf hingewiesen das die Preise steigen werden.