AMD GPU-Roadmap: Auf Polaris folgen Vega und Navi - Übersicht
Im Rahmen des GDC-Live-Streams hat AMD eine grobe Roadmap für die kommenden GPU-Architekturen, ähnlich Nvidias Grafiken für Maxwell, Pascal, Volta und Co., gezeigt, welche Vega und Navi als Nachfolger für Polaris benennt. Vega wird offenbar schon für den Jahreswechsel erwartet.
Innerhalb der Polaris-Generation als "4th Generation GCN" werden dieses Jahr zwei GPUs erscheinen, Polaris 10 und Polaris 11. Polaris 11 ist die kleinere der beiden GPUs, die uns Anfang des Jahres hinter verschlossenen Türen auf der CES gezeigt wurde und wir auf etwa 150 mm² schätzen. Damit möchte AMD vor allem Anteile im Notebook-Markt zurückgewinnen und im Desktop das Einsteigersegment bedienen. Polaris 10 wurde gestern Abend in der durchaus fordernden Trainings-Mission von Hitman gezeigt, wo sie mit DirectX 12 in 1440p "rock stable" 60 Fps erreichte. Die Grafikeinstellungen sind unbekannt, sollten aber auf einem höheren Detailgrad gelegen haben. Damit würde Polaris 10 mindestens auf dem Niveau der Radeon R9 Fury X beziehungsweise einer gut übertakteten Geforce GTX 980 Ti liegen - je nachdem, wie viel Puffer die "rock stable" 60 Fps nach oben hin haben, auch noch ein paar Prozente darüber.
Mit Vega - ein Codename, der schon seit Monaten durch die Gerüchteküchen irrt - steht bereits der Polaris-Nachfolger an, wobei AMD dort explizit HBM2 angibt. Dementsprechend erwarten wir Vega-GPUs als "Topdogs" mit größerer Chipfläche und kleineren architektonischen Verbesserungen (GCN "2.0" vs. "2.1"), wohingegen Polaris darunter erhalten bliebe. HBM2 gibt es nur für die Flaggschiffe, Polaris muss mit GDDR5 und/oder GDDR5X auskommen - HBM1 wäre nur denkbar, wenn man die Limitierung von 1 GiByte pro Stack umgehen könnte. Da AMD immer wieder betont, dass Polaris Mitte 2016 debütieren wird, sollten die Jahreszahlen auf der Roadmap den jeweiligen Jahresbeginn markieren. Folglich sollten erste Vega-Grafikkarten Ende 2016 oder sehr früh 2017 erscheinen. Anandtech.com will von AMD erfahren haben, dass es Vega 10 und Vega 11 geben wird. Übrigens wird Nvidias GP100 beziehungsweise GP102 als vorerst größte Pascal-GPU auch erst für diesen Zeitraum erwartet. Für AMD wäre das also kein Beinbruch; bis Weihnachten könnte man die wichtige Mittel- und Ober- beziehungsweise Performance-Klasse abgrasen.
Navi als Nachfolger von Vega ist indes ein völlig neuer Codename und für Ende 2017, Anfang 2018 angesetzt (ausgehend von den Jahreszahlen als Jahresanfänge). Als Besonderheiten werden "Skalierbarkeit" und "Nexgen Memory" genannt. In der Tat gibt es einen "Nexgen"-Speicher, der allerdings für SSDs verwendet wird. Wir vermuten daher einen Tippfehler, sodass "Next-Gen" gemeint sein sollte. HBM wird man wohl kaum nach zwei Jahren wieder aufgeben, weshalb wir von einer dritten Ausbaustufe "HBM3" ausgehen. Bei der Skalierbarkeit wird es derweil richtig interessant. Mit Silizium-Interposern haben AMD und seine Partner den Weg für mehrere GPUs im Verbund geebnet. Vielleicht ist das Konzept bis 2018 ausgereift genug, um mehrere GPUs auf einem Interposer zusammenzuschließen. Der große Vorteil: Für AMD entfielen die hohen Entwicklungskosten für eine Handvoll GPUs und die hohen Fertigungskosten für die "dicken" Chips. Endkunden könnten trotzdem leistungsstarke Grafikkarten kaufen.
Und man kann mit HBM kompaktere Karten bauen. Die dicken gddr Bausteine um die gpu fallen weg. Net jeder will oder kann zb. ein 30 cm Monster im PC haben.
Soooo viel spart man nun auch wieder nicht.
Die Vegas werden definitiv flächenmäßig weit größer werden als Polaris, ähnlich wie der GP100 gegenüber dem GP104. Nur ist eben jeder Quadratmillimeter bares Geld, wenn man beim Speichercontroller auch nur 10 mm^2 einsparen kann ist das schon sehr wichtig.
Die Gesparte Chipfläche ist für einen neuen Prozess natürlich ein Killerargument. Da man kleiner Chips mit derselben Shadermenge oder mehr Shader mit derselben Größe machen kann. So könnten die Vegachips garmichtmal so viel größer werden müssen und hätten trotzdem mehr Power.
Oder anders gesagt - wenn man die 50W die etwa bei einer 980Ti auf den GDDR5 gehen auf 20W reduzieren kann (HBM) und damit 30W mehr TDP-Budget für die GPU hat dann kann diese länger und höher boosten.
HBM macht die Karte nicht nur schneller weil seine Bandbreite höher ist, sondern vor allem weil sein Verbrauch viel niedriger ist und die GPU mehr verbraten darf bei gleicher Karten-TDP. Oder anders gesagt: Selbst wenn HBM auf einer Karte nicht schneller ist als GDDR5 kannste einfach die GPU 100-200 MHz höher takten, und dann IST die Karte schneller.
Weiterhin ist der Controller von HBM in der GPU wesentlich unkomplizierter und spart DIE-Fläche die man für weitere Shadereinheiten nutzen könnte.
Ich denke das Polaris 10 entweder die 470x oder die 480x wird Polaris 11 die 460x oder die 470x der kleine Vega Chip dann 480x oder 490x und der große dann entweder 490x oder Fury 2 X.