PCGH 2000 im Rückblick: Voodoo5, Pentium 4 und 3dfx-Mythen
Pentium 4, Voodoo5 6000 und die Olympiade der Grafikkarten - ein Technik-Zeitdokument zwischen Größenwahn und Nostalgie.
In diesem Artikel
- Seite 1 PCGH 11/2000: Mein erster Blick in die Ur-Ausgabe
- Seite 2 Als 56 kbit/s der Heilige Gral waren
- Seite 3 PCGH Retro-Test: Doom 3, GeForce2 Ultra und der Kupferkult
- Seite 4 PCGH 2000 im Rückblick: Voodoo5, Pentium 4 und 3dfx-Mythen
- Seite 5 PCGH damals und heute: 25 Jahre Hardware-Leidenschaft
- Seite 6 Bildergalerie
Pentium 4, Voodoo5 und ein Stern aus Paint
Wenige Seiten weiter: Vier Fäuste gegen AMD. Intel kündigt den Pentium 4 an, und ich lese das mit einem leicht gequälten Lächeln. Denn genau so einer steckte später bei mir im Rechner: ein Northwood mit 2,26 GHz, 512 KB L2-Cache, 533 MHz FSB, auf einem ASRock P4i65G mit 2 × 512 MiB DDR-RAM. "Später" heißt in meinem Fall deutlich nach 2000. Ich habe den PC irgendwann zusammengeschustert bekommen, als der P4 eigentlich schon Geschichte war. Mir war es egal. Hauptsache, er lief.
Und dann die Voodoo 5 6000. Vier GPUs, 50 Watt Stromverbrauch und ein eigenes Netzteil. Heute klingt das wie der feuchte Traum eines Hardware-Historikers, damals war es der Anfang vom Ende. 3dfx ging kurz nach dieser Ausgabe pleite, die Karte kam nie offiziell auf den Markt. Dabei sieht sie auf den Bildern aus wie ein Mythos in Entstehung: riesig, laut, übertrieben und in vielerlei Hinsicht ein Vorgeschmack auf das, was High-End-Grafik heute wieder ist. Dennoch fühlt sich das Lesen des Artikels ein wenig so an, als würde man der Titanic Jahrzehnte später beim Sinken zusehen.
Dann stolpere ich über den "PC Games Hardware Award". Diese kleine Grafik mit dem Stern, Ausgabe 11/2000, und mein erster Gedanke ist: Das sieht aus, als wäre es in Paint gemacht. Gab es Paint damals überhaupt schon in der Form? Vermutlich ja. Aber irgendwie wirkt es so, als hätte jemand einfach Cliparts zusammengeworfen und gesagt: "Fertig, das ist jetzt der Award." Spannend finde ich vor allem, dass es diese Auszeichnungen schon damals gab. Ich hätte schwören können, das sei ein Phänomen der 2010er, entstanden mit Youtube und Social Media, als plötzlich alles "Testsieger" oder "Award Winner" war. Aber nein, selbst 2000 wurde schon ausgezeichnet, prämiert und gelabelt. Nur eben ohne Influencer, sondern mit Wordart und goldgelbem Stern.
Quelle: PCGH
Der ursprüngliche PCGH-Award.
Und dann ist da Smudo. Ja, der Smudo. Ich frage mich bis heute, wie man den für ein Lenkrad-Special bekommen hat. Hat da jemand einfach bei Four Music angerufen und gefragt: "Hey, hast du Lust, im Heft ein bisschen zu racen?" Und ehrlich: Warum gibt es sowas heute nicht mehr? Einfach mal einen Controller-Test mit den Leuten von Feuerschwanz oder Powerwolf.
Ein paar Seiten später ging es gleich weiter mit der Olympiade der Grafikkarten. 18 Beschleuniger traten gegeneinander an: Voodoo, Savage und Radeon in den Farben der olympischen Ringe. 25 Jahre später testen wir 180 Grafikkarten, zehnmal so viele, passend zum Jubiläum. Aber die Geschichte wiederholt sich noch an anderer Stelle. 25 Jahre nach dem "frischen Blut" in Vampire - Die Maskerade steht die Reihe erneut vor einem Neustart. Während 2000 noch ein Patch auf der Heft-CD für Jubel bei den Blutsaugern sorgte, gibt es mit Bloodlines 2 im Jahr 2025 die Wiederauferstehung des gesamten Clans auf moderner Hardware.



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Sehr unterhaltsam [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] .
Gruß,
Phil
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